Interview mit einem Vampir

by Tina   Anno1983@t-online.de

 

Es war im November des Jahres 2004. Ich arbeitete in der Arztpraxis von meiner Freundin Angela. Die Praxis war in Irland. Genauer gesagt in Cobh. Da Angela Ärztin war und ich gelernte Arzthelferin, hatte ich bei ihr eine Stelle bekommen.

Ich wollte gerade die Praxis schließen, als noch jemand kam und noch ein Rezept abholen wollte.
Da so was 'ne Sache von einer Minute ist ließ ich diese besagte Person, ein großer ziemlich schlanker Typ um die 35, eben noch rein.
Doch kaum hatte ich die Türe geschlossen, riß mich diese Person zu Boden und machte sich an meinem Hals zu schaffen. Ich schrie fast das ganze Haus zusammen. Als Angela dann ins Zimmer gestürzt kam, machte sich der Typ sofort aus dem Staub. Dadurch dass er so dunkel gekleidet war und auch den Kragen hochgestellt hatte und einen Hut trug, hatte ich ihn nicht erkennen können.

Angela half mir hoch und fragte: "Wer war das und was sollte das eben?" "Was weiß denn ich. Irgend so ein Perverser. Ist ja nichts passiert. Aber ich schließe jetzt besser ab; nicht dass der wieder kommt."

Wir zogen nur noch schnell unsere Jacken an und verließen dann die Praxis.
Dann fuhren wir mit Angelas Auto zu unserer (gemieteten) Wohnung zurück.
Dort ruhten wir uns erst mal aus, weil es heute ganz schön stressig war. Aber zum Glück war jetzt endlich Wochenende.
Also machten wir uns etwas zu recht, um noch etwas durch die Gegend zu streifen, auf der Suche nach dem richtigen Partner fürs Leben.

Wir waren beide immer noch total begeisterte Fans der Kelly Family, aber man hatte seit 2 Jahren nichts mehr von ihnen gehört.
Angeblich sei ihr Bus eine Klippe hinunter gestürzt. Den Bus habe man gefunden, aber keine Leichen. Nicht einer der Kellys war aufgefunden worden.
Seitdem waren sie wie vom Erdboden verschluckt. Überall in den Zeitungen waren die Schlagzeilen, wie zum Beispiel: "Die Goldkehlen sind für immer verstummt." oder "Jetzt sind sie bei ihrer Mutter.".
Die Fans bildeten ganze Trauerlichterketten für ihre Idole.

Auch Angela und ich mußten uns damit abfinden, dass wir unsere Traumboys, Paddy und Angelo nur noch auf Bildern und Videos sehen können, nie mehr "live".
Sie waren weg!
Einfach so!
Nie mehr wird man Paddys (zum Teil) fröhliches Lachen vernehmen können!
Nie mehr wird man Angelos Drumm-Solos zuhören und sein schelmenhaftes Grinsen sehen können!
NIE MEHR!
Und vor allem, man wird nie mehr etwas von der Kelly Family hören oder sehen weil sie alle nicht mehr existieren!
Sie sind nicht mehr da!
Sie hatten vorher noch eine neue Version von "One more song" auf den Mark gebracht.
Und immer wieder ging mir diese Zeilen durch den Kopf:

Tja, und jetzt ist es vorbei. Eine Weile kam erst mal gar nichts mehr. Die große Leere im Alltag war eingetreten.

Da wir uns jetzt aber wieder von diesem Schrecken erholt hatten, mußten wir ja auch wieder Anschluß an das wirkliche Leben finden.
Also gingen wir die Hauptstraße entlang.
Ziellos.
Auf der Suche nach etwas wovon wir nicht mal wußten was es ist.
Jungs liefen in unserem Wohnbezirk nämlich keine "Gescheiten" herum.

Da an diesem Abend aber nirgends was los war, kehrten wir nach einer Stunde wieder um.
Wir beschlossen dass wir mit dem Bus zurück zu unserer Wohnung fahren wollten.

An der Haltestelle angekommen standen da zwei dunkle Gestalten, die uns nicht ganz geheuer waren.
Also hielten wir Distanz.
Auf einmal kam einer der Beiden auf uns zu und fragte mich nach der Uhrzeit.
Nachdem ich ihm die Auskunft gegeben hatte, glaubte ich dass er wie Angelo Kelly aussah.
Aber das konnte nicht sein.
Angelo ist doch tot, dachte ich mir.
Und der andere Typ sah aus wie Paddy.
Aber das waren wahrscheinlich zwei Typen die den Beiden ziemlich ähnlich sahen.
Aber trotzdem blieben Angela und ich dabei, sie sahen aus wie Angelo und Paddy!

Die Zwei verwickelten uns in ein Gespräch, dass wir den Bus erst mal ließen und uns von den Beiden in eine Bar einladen ließen.
Im Licht sahen wir erst dass die Beiden leichenblaß waren.
"Wie heißt ihr eigentlich?", fragte Angela nachforschend.
"Ich bin Patrick und das ist mein kleiner Bruder Angelo.", stellte Paddy vor.
Angela und ich sahen uns an und verstanden nur noch Bahnhof.
Aber die Beiden konnten genau so auch Zwei Betrüger sein, die sich einen Spaß mit ihrem Aussehen machten um so Mädchen abzuschleppen.
Angela fuhr fort mit: " Wir sind....................."
"Tina und Angela.", wurde sie von Angelo unterbrochen.
"Wir wissen schon wer ihr seid.", sagte Paddy.
"Und woher bitte?", wollte ich wissen.
"Wir wissen es einfach.", sagte Angelo zu mir und lächelte so charmant wie der "echte" Angelo Kelly.
Wir unterhielten uns noch eine lange Zeit mit den Beiden.
Als es dann aber fast 2 Uhr morgens war, verabschiedeten wir uns von den Traumboy-Doppelgängern, und fuhren nach Hause.
Vorher hatten wir uns aber noch für den nächsten Abend verabredet.

Auch am nächsten Abend trafen wir uns mit ihnen, den Abend darauf und den darauffolgenden auch.
Inzwischen wußten wir so einiges voneinander.
Als wir uns aber mal tagsüber mit ihnen treffen wollten, blockten sie ab.
Wir sprachen sie des öfteren darauf an, aber immer wieder hagelte es neue Ausreden.
Also blieb es bei den nächtlichen Treffs.
Wir gingen jetzt schon des Längeren mit den Beiden aus.
Angela mit dem Vermeintlichen Paddy und ich mit dem Vermeintlichen Angelo.
Inzwischen wußten die Beiden auch dass wir Kelly-Fans waren.
Nach etwa 2 Monaten meinten die Beiden zu uns, dass sie uns gerne mit ihrer Familie bekannt machen würden.
Wir dachten uns nichts besonderes dabei und stimmten zu.

Es war 23 Uhr abends als sie uns mit auf ein großes Grundstück nahmen.
Es war stockfinster in dieser Nacht.
Wir kamen an ein großes Haus, dass abgelegen lag und auch ziemlich heruntergekommen war.
Wir betraten das Haus und auch im Inneren brannte nur leichtes Licht.
Wir wurden in einen großen Raum geführt, wo unsere Beiden Begleiter uns aufforderten zu warten.
Irgendwie war es ein bißchen unheimlich.
Nach ein paar Minuten betraten außer unseren Freunden noch sieben weitere Personen das Zimmer.
Wir bekamen erst mal einen tüchtigen Schrecken.
Nicht weil sie alle aussahen wie wandelnde Leichen; nein, jeder von ihnen sah aus wie einer der totgeklaubten Kellys!!!
"Oh lecker! Frühstück!", sagte Maite und ging auf Angela zu.
Paddy aber hielt sie zurück und sagte zu ihr und den anderen: "Laß sie in Ruhe und die andere auch. Und das gilt für euch alle!"
"Genau! Wehe einer von euch nagt an einer unserer Freundinnen herum.", fügte Angelo hinzu.
Jetzt wußten Angela und ich erst recht nicht mehr was ab ging.
"Am besten wir verschwinden wieder.", sagte Angela.
"HALT! Ihr bleibt!", sagte Joey etwas forsch zu uns.
"Paddy, du wirst unser Frühstück doch wohl nicht einfach so weglaufen lassen. Seit 3 Tagen hatten wir nichts mehr. Oder warum sonst habt ihr die Beiden hergebracht?", fragte Jimmy.
Paddy antwortete mit: "Wir wollten euch eigentlich nur unsere Freundinnen vorstellen. OK, ihr habt gesagt es würde nicht hinhauen, aber habt ihr vielleicht eine Ahnung wie Scheiße das ist wenn man ständig ohne einen festen Partner ist, wenn man sowieso niemals älter wird?"
"Von was redet ihr eigentlich?", fuhr ich dazwischen.
Patricia setzte sich und meinte: "Na dann müssen wir es euch wohl erzählen. Sie schaute in die Runde und da keiner etwas sagte, begann sie zu erzählen:

Angela und ich wußten gar nicht was wir sagen sollten.
"Deshalb konnten wir uns auch nicht am Tag mit euch treffen. Weil ja auch die Sonne uns umbringen würde. Künstliches Licht aus Glühbirnen macht uns nichts aus, aber Feuer und Sonnenlicht eben schon.", warf Angelo ein.
Eine Weile sagte niemand etwas.
"Ihr werdet uns doch nicht verraten, oder?", wollte Barby wissen, die mit ihren langen Eckzähnen schon irgendwie ein bißchen niedlich aussah.
"Nein, werden wir nicht. Und außerdem, wer würde uns so was schon glauben.
Da steckt man uns doch eher in die Klapsmühle.", antwortete ich.
"Ich glaube wir sollten langsam mal wieder gehen. Ich werde mich noch auf den Weg machen und was zum Essen suchen. Mir knurrt vielleicht der Magen!", sagte Kathy und schon hatte sie das Fenster geöffnet und gleitete wie ein Vogel durch die Luft!
Sie konnte fliegen!!!
"Ja, das mit dem Fliegen ist auch eine geile Sache.", sagte Maite.
"Ach Tina, ich wollte mich noch bei dir entschuldigen. Erinnerst du dich noch an den Typen der dich in eurer Praxis runtergerissen hat? Das war ich. Aber ich hatte echt Hunger. Also Sorry. Nichts für Ungut.", sagte Johnny zu mir.
"Schlaft ihr eigentlich auch in echten Särgen?", wollte Angela wissen.
"Klar, kommt mit, ich zeige sie euch.", sagte Maite und flitzte voraus.
In einem großen Kellergewölbe standen 9 große und ein kleiner Sarg.
"Der kleine gehört Sean?"
"Ja."
"Aber die Teile sind voll bequem! Es ist fast genau so als würdest du in einem richtigen Bett schlafen.", sagte Angelo der dazu gekommen war.

Nach einer Weile gingen wir mit unseren Boys zurück ins Freie.
Angelo und ich trennten uns von Paddy und Angela.
Wir gingen über eine alte Brücke und schauten ins Wasser.
Da fiel mir auf, dass Angelo keine Spiegelbild hatte.
"Und das ist auch einer der Nachteile. Ich sehe, wenn ich aufstehe nie, wie ich aussehe. Ob ich einen neuen Pickel habe oder ob mir irgendwie die Haare komisch liegen und so weiter.", sagte Angelo.
"Du schaust aber gut aus.", sagte ich zu Angelo.
"Wie soll ich gut aussehen, wenn ich eine Hautfarbe habe wie eine Leiche? OK, im eigentlichen bin ich ja tot, aber auf der anderen Seite auch wieder nicht."
Er machte eine Pause bevor er weiter sprach.
"Weißt du, für uns ist es sehr schwer eine Freundin zu finden, weil es kaum Vampire gibt, aber mit einem Menschen könnte ich auch nur eine begrenzte Zeit zusammen sein. Ihr Menschen werdet älter, während wir nicht altern. Ich werde für immer mein jugendliches Aussehen behalten, während du...."
"......während ich älter werde."
"Genau! Wenn ich dich allerdings beißen würde, könntest du eine von uns werden und wir könnten für immer zusammen bleiben."
"Wir kennen uns doch noch gar nicht so lange."
"Aber ich mag dich wirklich sehr."
"Aber was mich interessieren würde, wenn ihr immer mehr Leute beißt, um euren Hunger zu stillen, wird es dann nicht immer mehr Vampire geben?"
"Nicht unbedingt. Wenn ich jemanden beiße und ihm nur wenig Blut aussauge, dann wird er keiner von uns. Er wacht am nächsten Morgen wieder putzmunter auf und lebt weiter. Wenn ich jemandem aber sein ganzes Blut aussauge, alles bis auf den letzten Tropfen, dann wird er einer von uns. Wir können übrigens auch gut eine Woche ohne Blut auskommen. Würde mir gerne mal wieder ein paar Chips hinter die Kiemen werfen, aber unser Magen ist so umfunktioniert, dass wir nichts außer Blut vertragen. Aber das schmeckt, um ehrlich zu sein, auch sehr interessant. Willst du es dir nicht doch mal überlegen?"
Angelo sah mich mit seinen tiefblauen Augen durchdringlich an.
"Du bist Basketballfan. Hab ich recht?
"Ja, aber woher weißt du das? Ich habe dir doch nichts davon erzählt."
"Stimmt, du hast mir nichts davon gesagt. Aber ich sehe es dir an. Vampire können in das Leben andrer sehen. Deshalb haben Paddy und ich auch eure Namen bei unserem ersten Treffen gewußt. Ihr hättet mal eure Gesichter sehen sollen.", grinste Angelo.

Nachdem Angelo und ich fast ein Jahr zusammen waren, fragte er mich erneut, ob ich nicht eine von ihnen werden wollte.
"Ich weiß nicht so recht. Wir würden dann ja ewig leben. Und ich weiß nicht ob das so gut ist."
Angelo nahm meine Hände in seine und sagte: "Tina, wenn du oder wir nicht mehr leben wollen können wir immer noch in die Sonne treten oder die Sache mit dem Pflock regeln. Aber ich will unbedingt für immer mit dir zusammen sein!"
Ich wußte nicht so recht was ich dazu sagen sollte. Außerdem war es fast 3 Uhr. Ich mußte langsam wieder nach hause. Sonst würde ich morgen gar nicht aus den Federn kommen.
"Angelo, ich muß gehen. Laß uns morgen Abend darüber sprechen, OK?"
Zum Abschied nahm Angelo mich wie immer in den Arm.
Ich wollte mich gerade wieder von Angelo lösen als ich merkte, dass er mich nicht losließ.
Ich versuchte mich aus Angelos Griff zu befreien, aber es war zu spät.
Ich war Angelo in die Falle gegangen!
Ich spürte nur noch wie sich Angelos lange, spitze Eckzähne in meinen Hals bohrten.
Ich versuchte mich auch gar nicht mehr aus seinem Griff zu lösen.
Angelo sog mir jeden Tropfen Blut aus, den ich in mir hatte.
Irgendwann wurde mich schwarz vor den Augen.

Als ich leblos auf dem Boden lag, und Angelo vor mir kniete, kamen Paddy und Angela vorbei.
Paddy sagte: "Angelo, hat sie es gewollt, oder hattest du'nen Fressanfall?"
"Ist sie tot?", fragte Angela.
"Ja.", antwortete Angelo. "Aber sie wird nächste Nacht als eine von uns aufwachen."
Dann nahm Angelo mich auf seine Arme und trug mich in das Haus der Kellys.

Paddy und Angela gingen weiter den Weg um das Grundstück entlang.
Auch sie waren schon ein Jahr zusammen.
Als sie auch wieder an die Brücke kamen hielt Paddy Angela an.
"Angela, ich möchte dir was sagen. Wir sind jetzt schon ein Jahr zusammen, und ich hoffe du weißt wie sehr ich dich liebe. Deshalb habe ich eine wichtige Fragen an dich.
Willst du eine von uns werden um für immer mit mir zusammen zu sein?
Bitte sei ehrlich. Mir liegt sehr viel daran."
"Ja. Ich möchte natürlich für immer bei dir sein. Du bist meine große Liebe!"

Wann es in dieser Nacht passiert ist, wissen nur Paddy und Angela, aber am nächsten Abend wachte auch Angela als eine von ihnen auf.
Genauso wie ich.
Als ich die Augen öffnete, lag ich in einem großen Sarg, neben mir Angelo.
Dieser Sarg mußte wohl extra gezimmert worden sein. Er war jedenfalls größer als alle anderen und für zwei Personen ausgerichtet.
Ich traute mich nicht den Deckel zu öffnen, weil ich nicht wußte ob es Tag oder Nacht war.
Aber auf einmal wurde der Deckel von außen geöffnet.
Es war Barby. "Aufstehen ihr Schlafmützen! Es ist dunkelste Nacht.", rief sie fröhlich.
Angelo streckte sich erst einmal und stand dann auf.
Nachdem auch ich aufgestanden war, betrachtete Angelo mich von allen Seiten.
Dann nahm er mich in den Arm und küßte mich erst einmal.
"Schätzchen, du gibst wirklich' nen tollen Vampir ab.", sagte er zu mir.
Er fuhr fort mit: "Ich kann noch gar nicht richtig glauben, dass ich das gestern aus heiterem Himmel einfach so getan habe. Bist du mir böse?"
"Nein. Ich hätte mich wahrscheinlich sowieso dafür entschieden."
"OK! Am besten ich erkläre dir dann mal die Sache mit dem Fliegen, dem Gedankenlesen und natürlich das mit dem Essen.
Also das mit dem Gedankenlesen ist ganz einfach. Du mußt dich genau auf die Person konzentrieren deren Gedanken du lesen willst. Mit der Zeit kriegst du das schon raus.
Das mit dem fliegen ist auch ganz leicht. Konzentration ist das Zauberwort. Konzentriere dich aufs fliegen. Konzentriere dich ganz fest darauf!!!", kaum hatte Angelo ausgesprochen, schwebte er über dem Boden.
"Komm schon. Probier es auch mal. Es ist ganz leicht."
"OK, ich versuche es."
Ich versuchte mich aufs fliegen zu konzentrieren.
Aber irgendwie passierte nichts.
Ich spürte nicht das geringste.
"Angelo, ich glaube das klappt irgendwie nicht."
"Tina, schau mal unter dich!", grinste Angelo.
Ich schaute nach unten und sah, dass ich mit meinen Füßen nicht mehr auf dem Boden stand, sondern schwebte.
"Das ist ja wirklich ganz leicht."
"Hab ich ja gesagt. Komm jetzt mit mir mit. Wir sollten jetzt etwas zu essen besorgen. Da du "neu" bist, solltest du unbedingt was essen. Übrigens, wir können uns mit dem Blut mit nichts anstecken, wie z.B. Aids. Sterben können wir ja nicht weil wir ja eh schon tot sind."
Angelo nahm mich an die Hand und wir flogen Richtung Stadt.
Er erklärte mir noch wie das mit dem "Essen so ablief. Dass man dem Opfer auf keinen Fall zu viel absaugen sollte, weil sie sonst sterben."

In dieser Nacht fanden wir dann auch gleich beim zweiten Versuch ein offenes Fenster.
Angelo zeigte mir dann wie alles ablief und dann durfte ich meinen Hunger selbst stillen.
So etwa gegen 1 Uhr morgens kamen wir nach hause.
Dort trafen wir als erstes auf Paddy und Angela, die auch erst zurück gekommen waren.
Da wir jetzt noch etwa 5 Stunden hatten, wollte Angelo erst mal eine Weile mit mir alleine sein.
Wir gingen mal wieder Hand in Hand am Fluß spazieren. Das haben wir früher auch schon sehr oft gemacht. Irgendwann blieben wir an einer Stelle stehen und schauten uns lange in die Augen.
Angelo meinte dass es schade wäre dass wir jetzt als Vampire nicht öffentlich heiraten könnten. Aber wir könnten trotzdem für immer zusammen sein und Kinder kriegen.
Da wir beide in unseren besten Jahren gestorben seien, könnten wir zum Beispiel unser ganzes Leben/unseren ganzen Tod lang Kinder kriegen.
Aber Angelo meinte auch dass er ein schlechtes Gewissen hätte, weil er mich umgebracht hatte ohne mich zu fragen.
"Angelo, ich habe dir doch gesagt, dass ich mich sowieso dafür entschieden hätte. Da brauchst du kein schlechtes Gewissen zu haben! Außerdem könnte ich dir nicht böse sein. Ich hab dich doch so lieb wie noch nie jemanden vor dir!"
"Bist du auch ehrlich zu mir?"
"Natürlich Schatz!"
"OK, wenn du es mir sagst, dann glaube ich dir auch."
"Das hoffe ich doch.", sagte ich zu Angelo und drückte ihm einen Kuß auf die Lippen.
"Angelo?"
"Ja?"
"Wenn wir Kinder kriegen, werden die dann auch nicht älter als zum Zeitpunkt ihrer Geburt, oder wie läuft das ab?"
"Sie werden so alt wie wir als wir gestorben sind. Bis zu diesem Zeitpunkt wachsen sie und entwickeln sich. Dann werden aber auch sie nicht mehr älter, und werden für immer ihre Gestalt behalten. ...............................
Du willst welche, richtig?"
Ich nickte nur.
"Nicht nur du Schätzchen! Willst du mit mir eine eigene Familie gründen?"
"Darauf habe ich schon die ganz Zeit gewartet."
"Aber einen Haken gibt es bei der Sache. Wir haben keine Geburtshelfer oder Ärzte, also müssen wir da alleine durch. Dann gibt es auch keine Art der Verhütung, höchstens wir überfallen eine Apotheke oder eine Drogerie. Aber irgendwas wird uns schon einfallen."
Dann fügte Angelo mit einem Grinsen hinzu: "Wann wollen wir anfangen?"
"Mir egal."
"OK!"

Angelo nahm mich in die Arme und wir sanken auf den Boden.
Neben dem Fluß war nämlich eine kleine Wiese, und so machten wir es uns in dem hohen Gras gemütlich.
Wir küßten uns lange sehr intensiv. Mal zärtlicher, mal stürmischer.
Nach ein paar Minuten wollte Angelo mehr und er knöpfte mir die schwarze Bluse auf.
(Wir trugen alle hauptsächlich schwarz um in der Dunkelheit von niemandem gesehen oder erkannt zu werden.)
In der Kälte konnten wir uns ja wohl unmöglich "den Tod" holen.
Inzwischen hatte ich auch Angelos Hemd aufgeknöpft.
Er hatte einen tollen Oberkörper. Leicht muskulös und durchtrainiert. Ich spürte wie Angelos Lippen über meinen Oberkörper glitteten.
Ich genoß Angelos Zärtlichkeit.
"Hört sich vielleicht komisch an, aber hast du schon mal mit einer lebendigen Leiche geschlafen?", fügte Angelo unter einem Lächeln hinzu.
Angelo wollte mir gerade die Hose aufknöpfen als ich mit einem Schrecken hochfuhr.
"Angelo, die Sonne geht auf!!!", rief ich.
Angelo drehte sich erschrocken um.
Die Morgendämmerung war über uns hereingebrochen.
Wir hatten gar nicht gemerkt wie schnell die Zeit vergangen war.
"Schnell, wir müssen uns beeilen, vielleicht schaffen wir es noch!"
Angelo riß mich hoch und wir flogen so schnell wir konnten zum Haus der Kellys zurück.
Die Sonne war schon über den Hügeln zu sehen und sie stieg immer weiter.
Es begann immer heller zu werden.
Die ersten Sonnenstrahlen erstreckten sich über die "Grüne Insel".

"Wo bleiben die Beiden nur?", sagte Kathy besorgt. "Sie wissen genau dass sie nicht in das Licht der Sonne geraten dürfen."
"Jetzt mach dir mal keine Sorgen.", sagte Jimmy. "Vielleicht haben sie sich auch schon einen Unterschlupf gesucht."
"Hoffentlich!", sagte Paddy der gerade dazu gekommen war. "Die Sonne geht immer weiter auf, und sie sind immer noch nicht hier. Und auf Angelo ist sonst immer Verlaß. Er weiß wie gefährlich die Sonne für uns werden kann."
"Wenn sie bis heute Abend nicht wieder hier sind, gehen wir sie suchen, OK?", schlug Maite vor.
"Was anderes wird uns auch wohl kaum übrig bleiben. Oder sollen wir alle Opferlamm spielen?", giftete Joey.
"Keep cool ! Ihnen wird schon nichts passiert sein.", versuchte Johnny die Lage zu beruhigen.
"Am besten wir legen uns erst mal alle schlafen. Dann werden wir weiter sehen.", sagte Patricia. "Wünsche einen guten Tag."
Dann legten sich alle erst mal in ihre Särge um sich Patricias Vorschlag zu Herzen zu nehmen und eine Runde zu pennen..

22 Uhr abends.
Alle Kellys waren wieder aufgestanden.
"Angelo und Tina sind immer noch nicht da.", sagte Angela.
"Wir teilen uns in Gruppen und gehen sie suchen.", schlug Johnny vor.
Die Kellys teilten sich:

Jeder durchsuchte ein anderes Gebiet.

Nach etwa einer Stunde fanden Paddy, Angela und Barby, in der Nähe des Flusses, auf dem Boden zwei silberne Ringe, daneben eine schwarze Hose, ein schwarzes Hemd, einen Umhang, ein paar Stiefel (Größe 45/46), eine schwarze Bluse, eine schwarze Hose, einen schwarzen Mantel und noch ein paar Plateauschuhe.
Unter den Sachen, und um sie herum, lag Asche.
"Oh mein Gott!", sagte Barby ganz erschrocken.
"Ohne Zweifel, das sind die Sachen von Angelo und Tina.", sagte Paddy.
Angela fuhr fort: "Soll da etwa heißen sie sind................"
"Sie sind in das Sonnenlicht geraten."
Paddy machte eine Pause. "Ich verstehe das nicht. Angelo war doch auch sonst immer so vorsichtig. Warum das jetzt?"
Barby legte ihren Arm um ihren Bruder und sagte leise: "Vielleicht ist es auch besser so.

Die drei nahmen die Überreste mit zurück zum Haus.
Dort wurden sie in eine Urne gefüllt.
Am darauffolgenden Abend flogen die restlichen Kellys zu den "Cliffs of Moher" um die Asche über dem Meer zu verteilen.

Ende

© Tina (Hey Tina, great job!)

Bar Letter

Last update: 06/04/2000

(Online since: 23/02/2000)

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