Rainy Day
by Seals of Howth spookey9@hotmail.com
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Jimmy stand seufzend vom Sofa auf und trat ans Fenster. In grossen Tropfen prasselte der Regen auf die Strasse. Eine einsame Chipstuete bahnte sich, vom Wasser getragen, im Rinnstein ihren Weg... "Scheisswetter...", murmelte Jimmy und wand sich zu seiner Huendin Cuba um, die an der Tuer stand und ihn abwartend ansah. "Du willst doch bei diesem Regen nicht wirklich nach draussen, oder?" Sie stubste zur Antwort ihre feuchte Schnauze gegen seine Hand und winselte leise, bevor sie zur Tuer zuruecklief. Mit einem weiteren Seufzer machte sich Jimmy auf die Suche nach seiner Regenjacke... Missmutig stiefelte er, Cuba an seiner Seite, sie Strasse entlang in Richtung Park und versuchte dabei den grossen Pfuetzen, die sich gebildet hatten, so gut wie moeglich auszuweichen. Seine Bemuehungen wurden jedoch von einem LKW, der ruecksichtslos in voller Geschwindigkeit an ihm vorbei fuhr und ihn mit einem Schwall von Dreckwasser bedeckte, zunichte gemacht. Fluchend zog Jimmy den Kragen seiner Jacke ein Stueck hoeher und seinen Hut ein Stueck tiefer in sein Gesicht. Die nasse Hose klatschte bei jedem Schritt unangenehm kalt gegen seine Beine. Er haette wohl auf seine innere Stimme hoeren und den ganzen Tag im Bett bleiben sollen. Ein Hundehaufen auf dem Teppich war sicher leichter zu ertragen als DAS... Er betrat den Park und
machte Cuba von der Leine los. Bei diesem Wetter wuerde sich sowieso keine
andere Menschenseele hierher verirren. Auf einmal stellte die Huendin jedoch
ihre Ohren auf und verschwand mit grossen Saetzen im Gebuesch. "Scheisse, auch
das noch....", fluchte Jimmy und machte sich auf die Suche nach ihr. Bald schon
wies ihm aufgeregtes Bellen den Weg und als er zwischen den Baeumen hervor auf
eine Grasflaeche heraustrat sah er Cuba, die mit einem anderen Hund und dessen
Frauchen ueber die Wiese tobte. Lachend klammerte die Frau sich an einen grossen
Stock waehrend die Hunde an beiden Enden daran zogen. Jimmy blieb stehen. "Ich glaube da musst du noch ein bisschen warten – die beiden haben sich gerade angefreundet...", begruesste ihn die Frau, als er bei den Dreien ankam. Verdammt, er kannte diese Stimme! Pruefend blickte er in ihr Gesicht. Diese schwarzen, vor Lebensfreude funkelnden Augen haette er unter Millionen anderen erkannt. "Joanna?", fragte er zoegernd. Sie blickte ihn ueberrascht an. Es dauerte eine Weile, bis sich in ihrem Gesicht ein vager Ausdruck des Erkennens breitmachte. "Jimmy?", fragte sie unglaeubig. "Bist das du?" "Ja, aeh, lange nicht gesehen, was? Wie geht es dir?", stotterte er zur Antwort und kam sich auf einmal vor wie ein verklemmter Teenager, der nicht wusste wie er sich einem Maedchen gegenueber verhalten sollte. Die Szenerie ihres letzten Zusammentreffens stieg vor seinem inneren Auge auf. Sie hatten sich lange Zeit nicht gesehen gehabt und voll Vorfreude war er zu ihr zurueckgekehrt. Doch schon als sie die Tuer oeffnete merkte er, dass etwas nicht stimmte. Sie hatte nicht mit ihm gerechnet. Und dann trat ein anderer Mann hinter sie und legte besitzergreifend seine Hand auf ihre Schulter. Seamus war sein bester Freund gewesen – bis zu diesem Zeitpunkt. Alles wozu Jimmy in diesem Moment noch faehig gewesen war, war sich umzudrehen und wegzurennen, so schnell er konnte. An die folgenden Tage konnte er sich nur noch verschwommen erinnern. Sie hatte ihm das Herz gebrochen. Und jetzt, sieben Jahre
spaeter, stand sie ploetzlich wieder vor ihm. Der Regen lief ihr ueber die
Wangen (oder waren es Traenen?) und er liebte sie auf einmal mehr als je zuvor.
Zu seiner Ueberraschung fiel sie ihm in diesem Moment um den Hals und sie
versanken in einer verzweifelten Umarmung. "Ich habe dich so vermisst...", hoerte
er ihre traenenerstickte Stimme. Er nahm ihr Gesicht in seine Haende um ihr in
die Augen sehen zu koennen. "Was ist mit Seamus?", fragte er und fuerchtete sich
vor der Antwort. Was, wenn sie inzwischen verheiratet war? Auf ihren Lippen
erschien die Andeutung eines traurigen Laechelns. "Hast du wirklich geglaubt,
ich koennte dich vergessen?" WUMM! Erschrocken riss Jimmy die Augen auf und blickte genau in Cubas zerknautschtes Gesicht. Die Huendin war mit einem Satz auf seine Brust gesprungen und fuhr ihm jetzt mit ihrer nassen Zunge einmal quer uebers Gesicht. Jimmy schubste sie weg und sah sich verwirrt um. Er lag auf dem Sofa in seiner Wohnung. Alleine. Wieder einmal war es nur ein Traum gewesen... Seufzend stand er auf
und trat ans Fenster. In grossen Tropfen prasselte der Regen auf die Strasse.
Eine einsame Chipstuete bahnte sich, vom Wasser getragen, im Rinnstein ihren
Weg... © Seals of Howth (Lieben Dank!) |
Last update: 03/04/2002
(Online since: 03/04/2002)