Das Rendezvous

by Scarlett   craczy_queenie@yahoo.de

 

Bild zur Story - Das Rendezvous

Der September fegte durchs Land ...
malte mit seinen kraftvollen, prächtigen Farben alles bunt an ...
Blätter fielen von den Bäumen ... Eichhörnchen hüpften geschäftig von Baum zu Baum ...
Herbststürme tobten sich, in ständigem Richtungswechsel, mit wilder Wut an kahlen Feldern aus ... Windboen rissen die letzten, vertrockneten Früchte von den Bäumen ... ließen sie über Felder und Wiesen kullern und alle Anzeichen deuteten darauf hin ... die Natur richtete sich auf einen kalten Winter ein und in manchen klaren Nächten kündigte bereits "Väterchen Frost" sein Erscheinen an.
Bald würde die eisige Luft die letzten Erinnerungen an vergangene Sommertage vertrieben haben ...

Sehnsuchtsvoll sah Maren aus dem Fenster ...
Grau in grau reihten sich die Stunden aneinander und weder die endlos langen Tage, noch die kühlen, ungemütlichen Nächte sorgten in ihrem tristen Alltagstrott für Abwechslung ...
Gedankenverloren beobachtete sie den Wind ...
der große, klatschende Regentropfen gegen das Bürofenster peitschte, bunte Blätter graziös durch die Luft wirbelte und ein zaghaftes Lächeln auf Marens Gesicht zauberte ...

"Muß ja ein toller Typ sein ... !?"
Maren zuckte zusammen und sah ihre Arbeitskollegin erstaunt an.
"Woher weißt du ...?"
"Dass es dich total erwischt hat, siehst selbst ein Blinder! ... Du sitzt seit ner geschlagenen Stunde ... regungslos am Platz ... starrst mit verklärtem Gesichtsausdruck aus dem Fenster ... und scheinst mit offenen Augen von "Superman" zu träumen! ... Na ... WER ist es? ... Erzähl´ ... und laß dir nicht jedes Wort aus der Nase ziehen!"
"Ach ja ..." seufzte Maren mit verliebtem Augenaufschlag "ER ist einfach so wundervoll ... traumhaft ... ER ist sooooo süß ... ER ist überhaupt nicht zu beschreiben! ... Ach ja, wenn man die Männer mit Kuchen vergleichen würde, muß ich gestehen ... ALLES was mir bisher "unterkam" war gegen IHN ... einfacher, ordinärerer Sandkuchen ..."
Sylvia kicherte; "Na dann ist ER wohl der "Königskuchen" ... mit leckerem Schokoladenguß?!"
"Besser Sylvi ... ER ist das Prunkstück jedes Konditors! ... ER ist die mehrstöckige Hochzeitstorte!"
Sylvia sah Maren mit großen Augen an und rief mit gespieltem Entsetzen; "Soooo viel Kalorien haust du dir rein? ... hihihi ... Aber mal ernsthaft ... Ich wünsche dir von Herzen, dass ER der Richtige ist! ... Und vor allem wünsche ich dir ... hihihi ... Guten Appetit!"

Maren dachte an IHN ...
an sein Aussehen, seinen Charme, seine charismatische Ausstrahlung, sein bezauberndes Lächeln und an seine gefühlvolle, zärtliche Stimme ...
Ja ... seine Stimme war es ursprünglich gewesen, die ihre Aufmerksamkeit erregte ...
Seine sanfte und dennoch kräftige, erotische Stimme, die es Maren ermöglichte ALLES zu vergessen, sich fallen zu lassen, wie auf ein warmes, weiches Kissen ...

Maren packte eilig ihre Sachen zusammen und dachte an den bevorstehenden Abend ...
Heute ... gegen 20 Uhr war es endlich so weit ... Heute war ER ihr Gast.
Seit Tagen freute sie sich darauf mit IHM einen wunderschönen, romantischen Abend zu verbringen ...
Beschwingt verließ sie das Bürogebäude und ihre Gedanken beflügelten ihre Schritte ...
Fast wäre sie gegen ein Feuerwehrauto gerannt ...
hätte sie nicht das wilde Hupen des Fahrers aus ihren Gedanken gerissen. "Reiß dich zusammen! ... Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für Tagträumereien ..." ermahnte sie sich ...
Sie ging schneller, denn es gab noch viel zu tun, vor ihrem Rendezvous mit IHM ...
Ihr Herz klopfte aufgeregt, sie dachte an das heutige Treffen und zum Erstenmal in ihrem Leben fühlte sie sich wagemutig ... Maren kam sich verwegen vor, wie eine der Heldinnen aus ihren Romanen ...

Bild zur Story - Das Rendezvous

Zuerst zum Delikatessenladen ...
Dort wollte sie das Essen, für einen romantisches Dinner bestellen ...
Hummer ... Lachs ... lauter Köstlichkeiten, von denen sie hoffte, dass sie IHM schmeckten und die dem besonderen Anlaß gerecht werden würden. Natürlich würde sie sich auch eine Flasche Champagner empfehlen lassen. Sie hatte genau recherchiert, welche Sorte ER besonders gerne mochte ... obwohl ...
bei IHM konnte man nie hundertprozentig sicher sein, aber zumindest hatte sie sich bemüht ...
Maren hoffte inbrünstig, dass alles seinem Geschmack entsprechen würde ...
Schließlich war ER ein seltener Gast und um so mehr freute sie sich auf diesen festlichen Abend ...

Plötzlich entstand sein Bild vor ihren Augen ...
funkelnde Augen, von der intensiven Farbe eines Frühlingstages und sprühend, wie ein Feuerwerk ... sein fröhliches, ansteckendes Lachen, das tief aus seinem Herzen kam ... sein sensibles Gesicht ...
all das war der Mühe wert, die sie sich machte ...

Heute morgen, bevor Maren das Haus verließ, hatte sie liebevoll den Tisch dekoriert ...
in einem schönen, warmen Blauton, fast wie das Blau seiner Augen ...
dazu hatte sie gelbe Teerosen und blaue Kornblumen gewählt und nun wünschte sich Maren von Herzen, dass IHM ihr liebevolles Arrangement gefiel ...
Seufzend dachte sie an die Aktion des heutigen Morgens ...
für IHN war sie frühzeitig aufgestanden, polierte das Silber, wischte das Geschirr blank ... ja ...
sie hatte sich sogar überwunden, die kostbaren Sektkelche ihrer Freundin auszuleihen und obwohl es schwierig war, den bohrenden Fragen von Pia auszuweichen, hatte Maren kein Wort über SEINE Identität verloren. ER gehörte ihr. Sie war nicht bereit IHN mit irgend jemanden zu teilen ...
Nicht einmal mit ihrer besten Freundin ...

Maren empfand eine riesige Freude, als sie die Boutique entdeckte, in der sie einige Kleider anprobiert und für den heutigen Tag reserviert hatte ...
Drei Kleider kamen in die nähere Auswahl, doch sie war unschlüssig, welches sie kaufen sollte, denn sie wollte IHM ja besonders gut gefallen ...
Da war zuerst das Blaue ...
ein wunderschönes Wildseidenkleid, figurbetont, mit exotischen Aufdrucken und einem engen, seitlich geschlitzten Rock. Einerseits gefiel es Maren ... andererseits hegte sie so ihre Zweifel, ob das asiatische Outfit zu ihrem Typ paßte. Sicher wäre es für jemanden, mit schwarzen Haaren geeigneter ...

Dann gab es da noch das Feuerrote ...
knöchellang, hauteng und mit einem tiefen Dekolleté ...
Es wirkte sexy und mondän. Die Frauen in ihren Lieblingsfilmen trugen solche Kleider, um den Mann ihres Herzens zu verführen. Eigentlich würde für Maren ein Traum in Erfüllung gehen, denn es war einer ihrer lang ersehnten Wünsche, einmal ein solches Kleid zu tragen, um darin bewundert zu werden. Nur ... untypisch für Maren ...
denn Maren war weder ein Vamp ... noch besonders mutig ...
Schließlich entschied sie sich für ein schwarzes Minikleid, das ihre schlanke Figur betonte und durch seine Schlichtheit edel wirkte. Als sie den Preis hörte, wurde sie blaß. Mit zittrigen Fingern zählte sie das Geld auf den Ladentisch und überlegte, ob ihr Handeln richtig war. "Egal ..." dachte sie und holte tief Luft "dieses Kleid ist traumhaft ... genau wie ER!"

Ihr Denken kreiste erneut um IHN ...
Vergessen waren ihre Zweifel und Ängste. Was ER wohl heute Abend tragen würde? ...
Gleichgültig ... ER würde selbst mit einem übergestülpten Müllsack phantastisch aussehen ...
Ihre Wangen glühten und ihr glückliches Lächeln spiegelte sich in einer Schaufensterscheibe wider ...
Noch gut zwei Stunden, dann war ER endlich bei ihr ...
Maren fühlte sich unbeschreiblich ... die freudige Erwartung ließ sie auf rosaroten Wolken schweben ...

Bild zur Story - Das Rendezvous

Beschwingt hastete sie die Treppen, zu ihrer Wohnung, hinauf ...
Gleich würden Blumen und Essen geliefert werden ... es gab noch tausend Kleinigkeiten zu erledigen ... sie mußte sich noch duschen und umziehen. Mein Gott, die Zeit bis ER eintreffen würde, würde wie im Flug vergehen. Jetzt galt es, nicht zu trödeln ...

Das Blinken ihres Anrufbeantworters erregte ihre Aufmerksamkeit ...
Die erste Nachricht war von ihrer Mutter, die sich wie immer, viel zu sehr um sie sorgte ...
Während Maren sich ihrer nassen Kleidung entledigte, wählte sie die Telefonnummer ihrer Mutter. Sie würde sie beruhigen und ihr erzählen, sie wäre heute abend mit einer Kollegin verabredet. Es wäre ein Witz, wenn sich ihre Mutter ausgerechnet heute Abend melden würde ...
Heute wollte sie ausnahmsweise mal nicht gestört werden. Dieser Abend gehörte nur ihr ... und IHM ...

Maren legte den Hörer auf die Gabel ...
Ihre Gedanken begann zu kreisen ... und landeten ... wie könnte es anders sein ... bei IHM ...
Sie hatte sich SOFORT in IHN verliebt ... rückhaltslos und ohne wenn und aber ...
Wenn sie SEINEN Namen hörte, liefen ihr kalte Schauer über den Rücken ...
Wenn sie SEINE Gestalt erblickte, bekam sie weiche Knie ...
Wenn sie SEINE Stimme vernahm, war ihr, als würde ein Engelchor erklingen ...
Langsam, fast unbemerkt war Er zum Inhalt ihres Lebens geworden ...
ER hatte sich, gleich einer hungrigen Flamme, in ihr Herz gefressen und die Glut dieser aufkeimenden Leidenschaft drohte Maren zu verbrennen. ER war lieb, charmant, witzig ... und unglaublich sexy ...
ER war ... ihr Märchenprinz der sie, hoch zu Roß, dem kalten "Großstadtdschungel" entriß und auf sein romantisches Schloß entführte ...
ER war ... ihr Held mit dem sie, Hand in Hand, dem Sonnenuntergang entgegen schritt ...
ER war ... der rettende Anker, der ihr schlingerndes Lebensschiff vor der stürmischen Realität be-wahrte und sie zu den herrlichsten Träumen veranlaßte ...
Neben IHM verblaßten alle anderen Männer, wirkten farblos und banal ...

Je öfter Maren an IHN dachte, um so mehr erlag sie seinem verwegenen Charme ...
Sie dachte an seine feurigen Augen, von denen zu Recht behauptet wurde, sie würden Eisberge zum Schmelzen bringen ... und sie fühlte sich auf "Wolke 7" schwebend, der Wirklichkeit entrückt ...
Ob ER pünktlich sein würde? ...

Endlich ist es so weit ...
Mit zittrigen Fingern zündet Maren die Kerzen an ...
Das flackernde Kerzenlicht ... der leicht abgedunkelte Raum ... das Blumenbouquet ... der würzige Duft des Essens ... all dies läßt ein warmes, wohliges Gefühl in dem Mädchen aufkeimen.
Romantische Gefühle machen sich breit und legen einen seltsamen Zauber über den gesamten Raum ...
Ein Knistern liegt in der Luft ...
Maren hat alle Vorbereitungen getroffen, dass ER nun öfters bei ihr verweilen kann, um mit ihr das traute, intime Treffen zu wiederholen. Mit klopfendem Herzen begrüßt sie IHN ...
und lauscht andächtig seinen Worten ...

Ich sehe dich über den Bildschirm flimmern ...
sehe deine Augen träumerisch schimmern,
lausche
deiner Stimme, ihr Klang erzeugt eine Gänsehaut,
dein Mund weckt Emotionen, deine Worte sind vertraut,
dein Gesicht ist energisch, dein Wesen rebellisch und frei,
mit enormer Willenskraft bekämpst du das tägliche Einerlei.
Möchte dich festhalten ... denn mir ist klar,
daß ich
dir niemals so nah ... und fern gleichzeitig war.
Hoffe für dich ... nie wirst du dein Lachen verlernen,
oder dich alzuweit von deinen Träumen entfernen.
Hoffe ... nie werden Kummer und Leid deine Seele zerfressen
oder du die Menschen, die dich lieben, vergessen.

Ein gedämpfter Knall ... und die Champagnerflasche ist offen ...
Vorsichtig schüttet Maren die perlende Flüssigkeit in die kostbaren Kristallgläser ...
Fasziniert beobachtet sie die aufsteigenden Luftbläschen ... graziös erhebt sie das Glas ...
schaut IHM tief in die Augen ... und prostet IHM zu ...
Ihre aufkommende Unsicherheit veranlaßt Maren, das Glas in einem Zug zu leeren ...
Sie ist völlig aufgelöst und ihre Gefühle befinden sich im Ausnahmezustand ...
Glücklich saugt sie jedes Wort, jede Regung, jede noch so kleine Geste, von IHM, in sich auf ...
Sein Gesicht ist ihr ganz nah ... der Raum scheint erfüllt von seiner Gegenwart ... seinem Geist ... seinem maskulinen Duft ... entspannt lehnt sich Maren zurück ... und läßt sich von IHM verzaubern ...

Ihre Nerven vibrieren und Maren versucht ihre Gedanken zu ordnen ...
Vergebens ...
Nur ER existiert noch für sie ...
ER weint mit ihr ... ER lacht mit ihr ... ER zieht sie magisch in seinen Bann ...
ER verwandelt ihre Gefühle in Worte ...
und ER weckt in ihr alle Empfindungen, zu denen eine verliebte Frau fähig ist ...
Alles ist traumhaft ... unwirklich ... nicht von dieser Welt ...
Eingehüllt in den duftend weichen Mantel ihrer Liebe ... badend im Meer aufgestauter Gefühle ... entrückt jeder Realität ... wird die Zeit zur Bedeutungslosigkeit ...

Ich sehe in dein Gesicht, sehe in dein Herz ...
es ist nicht versteinert, gegenüber anderer Schmerz,
Loyalität, Ehrlichkeit ... sind Bestandteile
deines Wesens geblieben,
du hast nicht dem "schnöden Mammon" deine Seele verschrieben,
niemals könntest
du "Menschlichkeit" - durch "Macht" ersetzen,
um absichtlich die Gefühle der Menschen zu verletzen.
Du bist mir so nah, es ist wie im Traum,
ich öffne
dir mein Herz und merke es kaum.
Erkenne ... meine Wünsche werden niemals Wirklichkeit,
deine Zuneigung existiert nur in meiner Phantasie,
dennoch erliege ich ... von Zeit zu Zeit ...
deinem Charme ... deinem Flair ... deiner Magie.

Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt ...
Die Atmosphäre ist spannungsgeladen, wie kurz vor dem Ausbruch eines Gewitters ...
Noch immer bringt es Maren nicht fertig, den Blick von seinem lieben Gesicht zu lösen ...
Sie beobachtet IHN mit halb geschlossenen Augen ... zeichnet mit dem Finger zärtlich die Konturen seiner leicht geöffneten Lippen nach ... zwischen denen weiß und makellos seine Zähne schimmern ...
Verhaltene Leidenschaft spiegelt sich in seinen Augen wider ...
Liegt es am Champagner ... oder warum ist Marens Kehle trocken und zugeschnürt? ...
ER zieht das Hemd aus, wirft es schwungvoll weg ...
Maren bewundert seinen muskulösen Körper, seine breiten Schultern und seine schlanke Taille ... Verwirrt droht sie unter dem Ansturm ihrer Gefühle zusammenzubrechen ...
Hilflos ist sie seinem hypnotischen Blick ausgeliefert ...
Sekundenlang? ... minutenlang? ... stundenlang? ... Keine Ahnung ...
Die Zeit steht still ...
es herrscht eine seltsam, vertraute Stimmung des Glücks und der Harmonie ...
Ein letztes Lächeln, ein tiefer Seufzer und alles ist vorbei ...
nur die Rosenknospen verbreiten weiterhin ihren betörenden Duft ...

Ich höre deine Stimme, deine Worte sind klar ...
erzählen von Vertrauen, Freundschaft, Liebe ... immerdar,
manchmal ist
deine Stimme zornig und fordernd zugleich,
dann wieder tröstend, zärtlich und weich,
du bist mein "Hero" der ausdauernd seine Ziele erkämpft,
dessen Wagemut und Solidarität NICHTS und
NIEMAND dämpft.
Du wirst allmählich für mich zum Sinn des Lebens,
auch wenn ich weiß, jede Hoffnung ist vergebens.
Jedoch in träumerischen Momenten ... vom Glück ganz betört,
überzeugt davon, daß diese Liebe niemals endet,
lausche ich meinem Herz ... das pochend die Stille zerstört,
bin von dir fasziniert ... von deinem Zauber geblendet.

Minuten sitzt Maren verloren vor dem dunklen Fernsehgerät ...
trinkt den Rest des inzwischen schal gewordenen Champagners aus ... und schaltet das Videogerät ab ...
Ihr ist, als hätte sie, mitten im Sommer, ein verirrter Schneeball getroffen ...
Sie läßt sich von ihren aufgewühlten Gefühlen treiben ....
Irgendwohin ... nirgends wohin ...

Endlich nach geraumer Zeit ist sie in der Lage den Tisch abzuräumen ...
Ihre Gedanken sind noch immer bei IHM ... halten seine Gegenwart gefangen ...
Die Schmetterlinge in ihrem Bauch breiten die Flügel aus ... und tragen sie weg ...

Ich sehe deine Augen und mir fallen tausend Dinge ein ...
sie sind strahlender als der Sonnenschein.
Tiefblau ... wie ein milder Frühlingsmorgen,
vermitteln sie Hoffnung ... vertreiben sie Sorgen,
meistens wirken sie heiter ... voller Harmonie,
ersticken jeden Hang zur Melancholie.
Wenn ich ertrinke, in der Tiefe deiner Augen,
ist es einfach an Menschen, wie dich, zu glauben.
Warum nur? ... Wann? ... Wie konnte es geschehen?
Habe ich dir zu tief in die Augen gesehen?
Ich glaube ... nur als Dichter könnte es mir gelingen,
Gefühle ... in Einklang mit Worten zu bringen

Nur das dumpfe Pochen ihres Herzens übertönt die Stille des Raumes ...
Verträumt bläst sie die Kerzen aus und geht zum Fenster ...
Sie legt ihre heiße Stirn gegen die kalte Glasscheibe ...
und ganz langsam kehren ihre Gedanken, aus der Tiefe ihrer Wünsche, in die Wirklichkeit zurück ...
Wie in Trance öffnet sie das Fenster ...
Es ist fast ein Wunder ...
denn ganzen Tag hat es geregnet, doch nun ist die Nacht kristallklar ...
Frische Nachtluft strömt herein und mischt sich mit stickigen, verbrauchten des Zimmers ...

Der fahle, blasse Mond umfaßt die schwarzen Wolken mit einem hellen Silberband ...
taucht die Silhouette der Stadt in ein dunkelviolettes, unwirkliches Licht ...
Wolkenfetzen jagen schnell über den Himmel und wecken in Maren den Wunsch, ihnen in die Ferne zu folgen ... in die Ferne zu IHM ...
Wie von Zauberhand gemalt, erscheint auf ihrem glühenden Gesicht ein verklärtes Lächeln ...
Sie schaut zu den Sternen empor, um ihre Schönheit zu bestaunen ...
Ob ER wohl auch am Fenster steht, um den Zauber dieser wunderbaren Nacht zu genießen? ...
Ihre Gedanken suchen IHN ... Maren versucht sich IHN vorzustellen, wie ER jetzt reagieren würde ...
Sie kann sich nicht von IHM lösen und flüstert ...

Ich sehe deinen Mund, sinnlich und schön ...
wie alles an dir, wunderbar anzusehen,
sensibel und freundlich scheint er ... wenn
du lachst,
verschmitz und schelmig ... wenn
du Faxen machst,
ungestüm und trotzig ... wie bei einem kleinen Kind,
wenn
du bist ärgerlich oder verstimmt.
Du bist mein "Anker" ... der hält mein Lebensschiff,
die "Liebe" steuert mich sicher durchs gefährliche Riff,
voller "Hoffnung" auf der Suche ... ein verlorenes Kind,
sehnsuchtsvoll gehetzt durch ein emotionales Labyrinth,
Verzweiflung wird zur Pein ... ich spüre den Schmerz,
bleibt deine Liebe Phantasie ... bricht sie mir das Herz?

Nun frage ich mich verzweifelt ... was "Liebe" ist,
denn täglich zeigt sie mir ein neues Gesicht.
"Liebe" ... bedeutet das nicht geben und nehmen zugleich?
"Liebe" ... ist sie Anfang oder Ende ... Hölle oder Himmelreich?
"Liebe" ... man findet sie als Zuversicht oder Hoffnung verkleidet,
"Liebe" ... ist der "Gefährte", der uns sicher durchs Leben geleitet.
"Liebe" ... hat uns gebracht den Krieg und den Frieden,
und uns gelehrt, auch unsere Feinde zu lieben.
"Liebe" ... getarnt als Treue, Fürsorge und Ergebenheit,
führt uns sicher durch Versuchungen, Kummer und Leid.
"Liebe" ... ist Verzicht und Hingabe, Schmerz oder Zärtlichkeit,
bedenke, sie ist aber auch eine nahe Verwandte von Haß und Neid.
Egal ob jung oder alt ... ob groß oder klein,
jeder sehnt sich nach
"Liebe" ... möchte glücklich sein,
ob dein Lebensweg voller Dornen ... ob Fortuna wird schalten,
leichter wird´s wenn wir uns hilfreich bei den Händen halten.
Wenn wir es also nachdenklich beschauen ...
der Grundstein des Lebens heißt;
"Liebe" und "Vertrauen"!

Energisch und traurig zugleich schließt sie das Fenster ...
Eingetaucht in einer Phantasiewelt ... versunken in ihren Gefühlen ...
träumend von IHM, der großen Liebe ihres Lebens ... bereitet sie sich für die Nacht vor ...
Als sie endlich das Schlafzimmer betritt, nimmt sie deutlich seinen Duft wahr ...
sie sieht sein Bild über ihrem Bett hängen und seine Augen scheinen ihr verschmitzt zuzulächeln ...
ER ist ihr so vertraut, wie kein andrer ...
Sein Bild ziert jeden Raum, ihrer kleinen gemütlichen Wohnung. Ja ...
ER lacht ihr sogar aus der Brieftasche und selbst aus der Schublade ihres Schreibtisches entgegen ... Ja ... nur einem Mann wie IHM, konnte es gelingen, ihr romantisches Herz im Sturm zu erobern und von ihrer Seele Besitz zu ergreifen ...
"Oh Jimmy ..." flüstert Maren "wenn DU wüßtest, wie sehr ich dich mag!"
Maren haucht einen Kuß, auf das romantische Abbild ihres Idols, Jimmy Kelly ... und schläft selig ein ...

Bild zur Story - Das Rendezvous


© Scarlett (Total was anderes, aber einfach super!!)


Bar Letter

Last update: 26/04/2001

(Online since: 01/01/2001)


Zurück zur Storypage

Back to the Storypage