Überwindung

by Sandra   maria.greinecker@chello.at

 

Ich fühlte mich irgendwie schlecht. Mein Gewissen machte mir zu schaffen. Dieses Gefühl der Schuld ließ sich nicht verdrängen. Waren das die Ferien die ich mir erhofft hatte? Nein, es war nicht so wie ich es mir die Wochen zuvor erträumt hatte, doch es war so wie ich wusste das es sein würde. Ich war nicht verwundert oder geschockt. Das einzige das ich fühlte war Enttäuschung. Und das schlimmste ich war nicht besser als die Menschen die mich so enttäuscht hatten. Ärger, Ärger über mich selbst stieg in mir hoch und wütend trat ich gegen einen Stein der als Zierde am Wiesenrand lag. Ja es tat gut seine ganze Wut raus zu lassen, es tat wirklich gut. Nun verstand ich auch die Leute, bei denen ich es nie so ganz eingesehen hatte was sie taten. Es half einen die Wut an etwas auszulassen und jetzt verstand ich auch die Reaktionen der Leute die ich so sehr schätzte und an deren Untergang ich auch beteiligt war. Auf dieses war bin ich stolz, denn es kostete Überwindung gegen so viele Menschen die vor einen standen zu sein und ich schaffte es mich zu überwinden und ihnen mal meine Meinung darüber zu sagen und einfach zu gehen. Ich wusste das ich jetzt so einige Feinde hatte. Doch viel wichtiger war das diese Menschen die ich so sehr in mein Herz geschlossen hatte nun Ruhe vor mir hatten. Obwohl ich nur einige Minuten da war fühlte ich mich schuldig.

Ich ging den Rhein entlang und sah aufs Wasser hinaus. Ja der Sommer war auch nicht mehr das was er mal war. Und überhaupt es hatte sich alles so verändert, wenn es doch bloß zum Gutem gewesen wäre, doch dem war nicht so. Der Wind blies und meine Haare zerzausten im Wind. Und schon wieder ärgerte ich mich. Ich hätte mir doch einen Zopf machen können aber nein ich hatte es nicht getan. Über die kleinste Kleinigkeit konnte ich mich heute ärgern, doch wie sich später herausstellte war es sehr gut.

Also ging ich weiter den Rhein entlang, bis eine Stimme rief: "Chrissy, warum bist du denn gegangen. Du bist doch extra deswegen gekommen."

Ich drehte mich nicht um und blieb erst recht nicht stehen, statt dessen versuchte ich die nervende Stimme mit einer nicht gerade feinen Handbewegung los zu werden. Doch die Stimme folgte mir. Das war genau das was ich an diesem Tag noch hören wollte, eine Erklärung das das was alle taten richtig war. Ich ging und versuchte Silke, die bis jetzt eigentlich eine sehr gute Freundin von mir war zu ignorieren. Als sie jedoch nach fünf Minuten Gehzeit noch immer nicht von mir wich, drehte ich mich um und schrie sie so heftig an das sie ging. Eigentlich wollte ich ihr nur meine Meinung sagen, doch wenn sie ging war es mir nur recht.

Ich spazierte noch etwas durch die kleinen engen Gassen Kölns und machte mich dann auf den Weg in ein Hotel, da ich auf keinen Fall bei meiner Freundin schlafen wollte so wie es ausgemacht war. Da beschloss ich dann auch nicht überstürzt wieder nach Hause zu fahren, sondern mir eine schöne zeit in Köln zu machen. Es war ja immerhin eine sehr schöne Stadt und warum sollte ich mir wegen so etwas meinen Urlaub verderben lassen.

Am nächsten Tag ließ ich alles locker angehen. Kein Stress so wo wie ich ihn wahrscheinlich mit Silke gehabt hätte. Ich frühstückte gemütlich und machte mich auf den Weg auf die Dom Platte. Nach kurzem Überlegen beschloss ich etwas shoppen zu gehen, da das so und so eine meiner Lieblingsbeschäftigungen war und ich mir ruhig etwas gönnen konnte. Da ging es dann auch gleich los. Ich sah Silke und Konsorten die herum schnatternd die Fußgängerzone hinauf liefen. Ja es muss wohl wieder einer ihrer Lieblinge aus dem Haus gekommen sein. Ich verstand sie nicht, führten sie kein eigenes Leben um sich so sehr um das anderer zu kümmern? Wahrscheinlich nicht.

Nach einem ausgiebigen Einkaufsvormittag beschloss ich mich noch in meine neuen Klamotten zu werfen und mir die Sehenswürdigkeiten Kölns anzusehen. Ich war zwar nicht das erste mal hier, doch hatte ich bis jetzt noch nie so auf die schönen Sachen geachtet die es hier gab. Bis jetzt kannte ich nur die Einkaufsstraße die vom Dom weg ging in und auswendig. Also machte ich mich auf den Weg.

Als erstes wollte ich mir den Kölner Dom ansehen. Ich sah ihn zwar auch schon von innen, aber es war doch immer wieder toll so schöne Kunst zu sehen. Auch wenn ich nicht gläubig bin finde ich Kirchen ganz schön.

Nun stand ich vor diesem großen Gebäude und die Glocke schlug gerade drei Uhr. Überwältigt von dieser Kunst ging ich langsam in das innere des Doms. Es waren viele Leute hier um dieses Kunstwerk zu begutachten. So auch eine Traube von Mädchen die wild umher schnatterten. Anfangs dachte ich mir nichts dabei, doch dann fing ein Blitzlichtgewitter an obwohl es an dieser Stelle nun wirklich nichts zu fotografieren gab. Ich wurde neugierig und ging auf diese Traube von Menschen zu. Was ich sah erschrak mich. Ich spürte die Gier dieser Mädchen, die alles für ein Foto getan hätten. Ein junger Mann mit Tränen der Angst kniete am Boden und war am Ende. Er zitterte am ganzen Körper und war so angsterfüllt das er sich nicht einmal aufstehen und weg rennen traute. Er weinte und die dicken Tränen platschten auf den kalten Boden. Hilflos stand ich da und sah auf diesen jungen Mann herab. Ich wusste nicht was ich machen sollte, ich könne doch nicht ganz einfach gehen und ihm so hilflos zurück lassen, zusehen wie er gequält wurde könnte ich auch nicht, aber wie könnte ich ihn helfen? Schon lange war ich nicht mehr so ratlos. Nun fasste ich all meinen Mut zusammen, drängte mich zwischen den verrückt gewordenen Mädchen durch, half den armen Mann auf die Beine und ging ihn stützend aus dem Dom. Die Mädchen blieben verdutzt stehen. Zu unserem Glück. Mit schnellen Schritten suchte ich einen möglichst abgelegenen Platz, so das diese Bestien ihn nicht so bald wieder fanden. Und wirklich sie kamen nicht nach. Mein Herz klopfte wie verrückt. Ich war mir noch nie so sicher bei einer Handlung gewesen wie bei dieser.

Wie konnte man nur einen Menschen so etwas antun. Alle sagten sie das sie ihn lieben würden, doch tat man so etwas jemanden an den man liebt? Auch wenn er der Schwarm vieler Fans war, hatte er doch ein Recht auf sein Leben.

Nun sah ich wieder in das Gesicht dieses gebrochenen Mannes und als er mir ein dankendes Lächeln schenkte wusste ich das ich das richtige getan hatte. Auch wenn es viel Überwindung kostet sich gegen viele Menschen zu stellen, hat es auch gute Seiten die oft viel wichtiger sind....


Ich denke jeder weiß um welchen jungen Mann es in dieser Geschichte geht und ich glaube das einige wissen das diese Geschichte nicht nur aus meiner Phantasie stammt, sondern auch einige wahre Elemente beinhaltet.
Ich würde mich freuen eure Meinung darüber zu hören. Natürlich auch negatives. Was ich auch noch dazu sagen muss ist, das ich auch kein "heiliger" Fan bin sondern auch schon oft Fehler gemacht habe. Ich denke jeder muss selbst entscheiden wie weit man bei dem Thema Kelly gehen darf.


© SandraH 08/2000


© Sandra (Wie wahr!!!)


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Last update: 04/09/2000

(Online since: 04/09/2000)

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