Ein ganz normaler Arbeitstag?

by Sabrina   SLohse824718616@aol.com

 

Diese Geschichte ist größtenteils aus der Sicht von John Kelly geschrieben, diesen Teil werde ich kursiv darstellen. Johns Gedanken werde ich extra in diese Zeichen ' ' setzten.


"Brrrrrr!" 'Dieser blöde Wecker! Warum muss er immer klingeln, wenn ich grade die schönsten Träume habe? Warum weckt er mich nicht, wenn mich mal wieder ein Alptraum plagt? Na ja was soll´s ich muss aufstehen! Wir müssen bald los, heute Abend haben wir ein Konzert in Leipzig... Leipzig! Ach wie schön waren unserer Auftritte dort immer! besonders 1990, als wir am 3.Oktober dem Tag der deutschen Einheit in der Innenstadt gespielt haben, damals waren Patrick und Angelo noch so klein...und wir noch so frei!'

"Jungs aufstehen!" der laute Ruf seiner Schwester Kathy reißt John aus seinen Gedanken. Er geht ins Badezimmer seines Hotelzimmers und gönnt sich ein wohltuendes Bad... Dabei kommt ihm wieder dieser wunderschöne Traum in den Sinn, dieser Traum von der alten Zeit...Doch schon nach 10 Minuten stürmt Joey herein und meint, er solle sich beeilen. So bleibt John nichts anderes übrig, er macht sich fertig und geht hinunter zum Frühstück...

Aber irgendwie hat er heute morgen gar keinen Hunger, keinen Appetit.. "Hey, John was ist los? Du wirst uns doch wohl nicht noch krank werden?" stichelt Maite ihren großen Bruder an. "Nein, nein!" gibt John völlig abwesend zurück. Er kann seinen Traum einfach nicht vergessen...
John steht auf und meint nur: "Hab keinen Hunger! Sagt mir Bescheid, wenn's los geht!"

Er geht wieder in sein Zimmer, setzt sich gedankenverloren - wie früher - auf den Boden, nimmt seine Gitarre und klimpert einfach drauf los...
Nach einer Weile merkt er, dass er immer wieder die selbe Melodie spielte und er erschrickt als er Sie erkennt: "Maybe"... Dieses Lied hat er 1992 geschrieben und auf zahlreichen Straßenkonzerten gespielt... 'Warum muss ich heute so oft an die alte Zeit denken?' schießt es ihm plötzlich durch den Kopf, irgendetwas ist geschehen in dieser Nacht seit diesem Traum...

Er würde zu gerne mit jemandem darüber reden, aber mit wem? Kathy ist zu sehr im Stress, sie konnte es nicht ertragen, wenn man sie vor einem Konzert mit solchen Problemchen konfrontierte, und Patrick? John ist sich nicht sicher, wie er reagieren würde...entweder er würde laut drauf los lachen, was ihm später dann zwar furchtbar leid tun würde, oder er würde durch diese Gedanken so deprimiert sein, dass er heute Abend auf der Bühne kein einziges Lied hinbekommen würde. So verwirft er diesen Gedanken sofort wieder.

Plötzlich klopft es. "Herein!" meint John erschrocken. Da steht Sean in der Tür und meint: "Onkel John, Mama sagt, wir fahren in 15 Minuten los." "Ja ist gut ich komme gleich!" antwortet John gelassen. "Ich sag Mama Bescheid!" Sean will gerade das Zimmer seines Onkels verlassen, als dieser ruft: "Kleiner!?" "Ja?" Sean dreht sich um und John winkt ihn zu sich. Als Sean vor Ihm steht und fragt. "Was ist denn?", umarmt John seinen Neffen einfach und sagt beruhigt: "Ach nichts! Geh schon runter ich komme gleich!" Sean schaut seinen Onkel verdutzt an und geht langsam aus dem Zimmer.

John packt noch schnell seine restlichen Sachen zusammen und sprintet hinunter zum Tourbus, wo die anderen schon auf Ihn warten. Er verstaut seine Sachen und steigt ein, zum Glück muss er heute nicht fahren, er könnte sich nicht konzentrieren seine Gedanken sind immer noch bei diesem Traum.

Im Bus: Die Anderen planen den Ablauf der Show...

Als Kathy fragt: "John, ist das OK für dich?", erschrecke ich: "Ähm, was ist ok?" "Na du Träumer!", meint Maite lachend " wir haben gerade beschlossen, die gleiche Liedreihenfolge, wie gestern zu nehmen, bist du damit einverstanden?" Ich antworte: "Ja mit einer Ausnahme!" "Was?!" höre ich Kathy ärgerlich fragen. "Ich würde gern mal wieder "When I was in town" spielen." antworte ich mit meiner gewohnten Gelassenheit. "Was willst du denn mit dieser alten Nummer?" fragt Angelo schockiert. Sofort verteidigt Patrick mich: " Das ist eine super Idee, die wirklichen Fans würden es uns danken, wir könnten doch eigentlich noch ein oder zwei andere ältere Lieder mit ins Programm nehmen!" Ich sehe Patrick dankend an. 'Patrick wenn du wüsstest, wie gut mir das gerade tut!' Jetzt weiß ich, dass meine Angst mit Ihm über die Sache zu sprechen unbegründet ist, trotzdem werde ich bis nach dem Konzert warten, und auch nur mit ihm allein darüber zu reden.

Patrick sprudelt voll Ideen: "Hat noch jemand eine Idee, was wir spielen könnten, ich kann meine Lieder schlecht spielen, meine Stimme hat sich zu sehr verändert!" Nun meldete sich Maite zu Wort: "Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist, die Fans kennen uns doch nur so, wie wir jetzt sind!" "Das denke ich auch!", stimmt Kathy ihr zu. 'Warum muss sie nur immer so verdammt konsequent sein!' "Aber nicht alle Fans!" verteidigte Patrick seine und auch meine Meinung. "Kathy, wir müssen auch mal was riskieren, wir können nicht immer nur den sicheren und somit auch einfacheren Weg gehen!", setzt Patrick seine Ausführungen fort. Kathy ist nicht gerade begeistert. Doch Joey, der die ganze Zeit nur zugehört hat, scheint Gefallen an dem Gedanken zu finden.. Er meint: "Eure Idee ist gar nicht so schlecht! Wir sollten testen, wie die Fans reagieren und Leipzig ist dafür ein guter Ort, dort wurden wir immer herzlich empfangen!" "Darum kam ich ja auch auf diese Idee!" bestätige ich Joeys Meinung.

Joey nickt nur und beginnt sofort seinen alten Song "Mr. big time" zu üben genau wie früher mit voller Power auch Patrick singt sofort seinen Part, seine jetzige Stimme passt gut zu diesem Song. Selbst Barby fängt an den Takt mitzuschlagen und sagt dann: "Hey Jungs, darf ich das dritte Lied singen?" "Du? Meinst du das ernst?" fragt Patrick seine Schwester erstaunt und zugleich höchst erfreut. "Ja, ich würde zu gern mal wieder "Crazy" oder "Baby Smile" singen." Barby ist ganz euphorisch. "Ja wenn du es wirklich willst! Aber denke daran es kann auch schief gehen!" gebe ich Barby zu bedenken. "Ach, das geht schon!", meint Barby entschlossen. "Ich könnte ja mit "Crazy" anfangen und dann in "Baby Smile" überleiten.." "Das ist gar keine so schlechte Idee! Ach was, das ist super!", Patrick ist Feuer und Flamme.

So sind alle, bis auf Kathy und Maite, auf Johns Seite. Angelo hält sich da lieber raus. Patricia ist in Köln und Jimmy in Irland. Patrick fleht seine große Schwester an: "Kathy, bitte sag "Ja"! Biiiitttteeee!!!!" "Ihr habt Euch doch eh schon gegen mich entschieden gibt diese nur schnippig zurück. Patrick strahlt John an: "Give me five!"
"Aber der restliche Ablauf des Konzertes bleibt, wie geplant, wir schieben die Songs einfach am Anfang des zweiten Teils ein!", wirft Kathy ein. Die anderen stimmen zu.
Nun hat jeder damit zu tun die Lieder einzustudieren, und so verging die Zeit bis zur Ankunft in Leipzig wie im Fluge.

Als der Bus zum Stehen kommt, öffne ich die Türen, schnappe mein Gepäck und steige aus. Ich winke den wartenden Fans kurz zu, sie sind ganz ruhig, schön so hatte ich die Leipziger in Erinnerung!
Peter von der Crew nimmt mir die Sachen ab und bringt sie schon mal in die Halle. Patrick begrüßt den Rest der Crew und verschwindet gleich darauf in der Halle, Barby ist auch gleich in der Halle verschwunden, sie will noch ein bisschen üben. 'Und ich, ich muss auch erst mal schnell rein, ganz schnell was essen, denn es ist nun schon Nachmittag und ich habe immer noch nichts gegessen!'

Beim Essen spreche ich mich noch schnell mit Patrick, Joey und Barby ab. Wir beschließen, die alten Songs nicht anzukündigen, wir wollen einfach drauf los spielen und sehen, wie die Fans reagieren. Ist die Reaktion negativ spielen wir nur das erste Lied "When I was in town". Bei einer positiven Resonanz spielen wir "Mr. big time" als zweites Lied und am Ende soll dann Barbarina ihren großen Auftritt haben. 'Barbarina! Wie lange haben wir sie so nicht mehr genannt!' Kathy ist immer noch nicht so gut auf uns zu sprechen, aber wir sind uns einig. Wir wollen endlich wissen, ob die Fans zu unserer Vergangenheit stehen, ob sie mit den alten Liedern was anfangen können.

Nach dem Essen wieder die Frage, wer geht raus zu den Fans? Ich "opfere" mich, was heißt opfern? Eigentlich bin ich gern bei den Fans und gebe Autogramme, die meisten sind ja ganz lieb und respektieren, dass auch wir eine Privatsphäre haben...
Ich mache mich also auf den Weg zu den Fans - noch drei Stunden bis zum Konzert!

Als ich aus der Tür heraus komme, höre ich sie jubeln, aber nicht schreien! Ich schau mich um sie stehen auf drei Seiten verteilt: rechts und links von mir und einige genau mir gegenüber jeweils 20 bis 30 Meter von mir entfernt. Nach kurzem überlegen entscheide ich mich zuerst auf die rechte Seite zu gehen. Dort stehen - wie ich bemerke - viele ausländische Fans. Sie rufen "Johnny, Johnny!" Eigentlich kann ich es gar nicht leiden, wenn man mich 'Johnny' nennt, denn ich heiße John und so unterschreibe ich auch, in der Hoffnung, dass die Fans es endlich begreifen nur mit "John".
Ein Mädchen schenkt mir eine Fahne, da ich nicht weiß, wohin damit, binde ich sie mir kurzerhand um den Bauch. Als ich auf dieser Seite das letzte Autogramm gegeben habe, gehe ich zu den Fans in der Mitte....

Ein ganz normaler Arbeitstag?

Auch dort ist die Stimmung recht gut, viele Fans sind zwar etwas schüchtern, aber das ist mir lieber als wenn sie so hysterisch sind. Als ich auch diese Seite mit Autogrammen versorgt habe, gehe ich in Richtung Halleneingang.
Plötzlich hör ich die Rufe der Fans von der linken Seite: "John!" 'Habe ich richtig gehört? John?' Und noch einmal: "John!" Ich gehe fassungslos auf die Fans zu und frage: "Habt Ihr noch nicht?" Darauf bekomme ich ein trauriges "Nein." als Antwort. Ich entschuldige mich und beginne mit dem Schreiben...

Immer wieder unterschreibe ich Singles, Bücher und sogar Eintrittskarten für das heutige Konzert sind dabei! So gehe ich von Fan zu Fan. Dann unterschreibe ich ein Foto, will es zurückgeben...'doch Stopp! was ist das? Ein Foto aus den "alten" Zeiten, da hatten wir gerade "An Angel" auf den Markt gebracht. Es muss auf einem unserer Zeltkonzerte Backstage entstanden sein. Ja! Jetzt erinnere ich mich! Ich hatte eine Wette mit Patricia verloren und musste eine Woche lang mit so einem komischen Klebekleeblatt unter dem linken Auge rumlaufen.' Ein Lächeln huscht über mein Gesicht, ich gebe dem Mädchen das Foto zurück und sage: "Ach, ich bin immer so ernst!" Das Mädchen schaut mich an und sagt: "Danke schön!" 'Hey, wann habe ich dieses Wort beim Autogramme schreiben das letzte mal gehört?' Ich schaue das Mädchen an und sage erleichtert: "Bitte schön!" Sie lächelt mich an. Ich muss weiter gehen, es stehen noch viele Fans da, die auch Autogramme haben wollen und es sind nur noch 2 Stunden bis zum Auftritt...

Ein ganz normaler Arbeitstag?

Als ich ganz gemütlich beim schreiben bin, hör ich jemanden fragen: "John, ist James heute da?" Ich schaue nach oben, in zwei Augen, die mich erwartungsvoll ansehen. Ich senke den Kopf und sage traurig: "No." 'Verdammt! Es tut so weh, wenn man die Fans so verletzten muss, zumal sie wissen, dass er gestern dabei war! Aber so ist das halt, ein falsches Wort und schon hängt der Haussegen wieder schief. Und ich muss es wieder ausbaden! Ich, John Kelly, die gute Seele des Hauses...'

Als ich das letzte Autogramm gegeben habe, gehe ich zurück zur Halle. Ich sehe das Mädchen mit dem Foto wieder. Sie lächelt, winkt mir zu. Ich lächele leicht zurück und zwinkere Ihr zu. Dann muss ich gehen, nur noch 1 ½ Stunden bis zum Konzert!

Ich komme rein. Als erstes läuft mir Patrick über den Weg. Ich erzähle ihm kurz von meinem Erlebnis. Er meint: "John, wir haben die richtige Entscheidung getroffen! Da bin ich mir ganz sicher!" "Na hoffentlich! Sonst können wir was erleben!" antworte ich. Patrick beruhigt mich: "Also, wenn du Kathy meinst, die kommt schon wieder runter!" Er klopft mir auf die Schulter und grinst mich an, da kann keiner ernst bleiben!

Das Konzert beginnt ganz normal mit "I feel love" die Fans sind gut drauf. Zum Glück lässt sich Kathy nichts anmerken! Nur mit uns gesprochen hat sie seit dem nicht mehr...

Nach der Pause dann endlich der große Augenblick: Ich nehme meine Gitarre, gehe nach vorn und fange einfach an. Kaum habe ich die ersten Akkorde angeschlagen, jubeln die Fans los! Ich bin der glücklichste Mann der Welt! Erleichtert singe ich mein Lied zu Ende. Dann Beifall, der kaum enden will. Ich kann es kaum fassen! Ich verbeuge mich immer und immer wieder, die Fans jubeln und jubeln...
Dann kommt Patrick nach vorn und meint ganz locker: "Hey Leute, wenn Ihr nicht langsam aufhört, können wir ja nach Hause gehen!" Und schon haut er in die Saiten seiner E-Gitarre und Joeys raue Stimme ertönt: "Hey, Mr. big time..." wieder Jubel! Ich gehe langsam nach hinten und stelle mich in Kathys Nähe. Sie schaut mich nur an und meint: "Glück gehabt!" in diesem Moment beginnt der Refrain und Kathy fängt an lauthals mitzusingen. Patrick dreht sich um, sein Daumen zeigt nach oben, er strahlt übers ganze Gesicht! Ich strahle mindestens genauso.

Nun ist Barby an der Reihe... was jetzt passiert ist wie ein Wunder: die Fans fangen an zu tanzen, sie nehmen sich an den Händen! Eine wunderbare Atmosphäre! Als Barby ihre Lieder beendet hat schallt es aus dem Publikum: "Zugabe! Zugabe!" Nach einer kurzen Absprache setzten wir das Konzert mit dem Lied "The Rose" fort. Die Fans singen jede Zeile mit. Ein schöneres Geschenk konnte man mir an diesem Tag nicht machen!

Nach diesem wunderschönen Teil geht Kathy ans Mikro und sagt mit zittriger Stimme: "Wir danken Euch! Wir danken Euch dafür, dass Ihr genau wie wir die alten Zeiten nicht vergessen habt. Aber nun werden wir unser normales Programm fortsetzten. Danke!" Die Fans habe genau wie wir Tränen in den Augen - Tränen des Glücks.

Es folgt das normale Programm, jedoch lasse ich es mir nicht entgehen als letztes Lied an diesem Tag "We are the world" zu spielen.

Nach dem Konzert: John ist glücklich. Er summt die ganze Zeit die Melodie von "When I was in town" vor sich hin. Er beschließt, eine Pause einzulegen und das Gespräch mit Patrick hat sich nun auch erübrigt, denn dieses Konzert hat alles gesagt....


Anmerkung: Die Fahne hat sich John wirklich um den Bauch gebunden. Auch die Stelle mit dem Mädchen und dem Foto ist so wirklich geschehen, dieses Mädchen bin ich. Ebenfalls der Dialog an der Stelle mit der Frage nach James ist der Realität entnommen. Jedoch sind Johns Gedanken zu diesen beiden Stellen, wie der Rest der Geschichte frei erfunden.

Sabrina Lohse 24.02.2001


© Sabrina (Super!)

 

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Last update: 28/02/2001

(Online since: 28/02/2001)

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