Ein Traum erfüllt sich

by Marina   Mari.D@t-online.de

 

 

Es war das Jahr 1990. Auf der Strasse standen ein paar Kinder, die dick in warme Wintersachen eingehüllt waren. Obwohl es nur -30°C waren, sangen sie, sprangen und tanzten.
Diese Kinder waren die Kelly Family. Ein etwa 12 jähriger Junge trat vor und stellte vor: " Kathy Kelly, John Kelly, Patricia Kelly, Jimmy Kelly, Joey Kelly, Barby Kelly, ich, Patrick Kelly. Die Dickste Maite Kelly und der Kleinste Angelo Kelly. Wir sind die Kelly Family!"

Nach dem Straßenkonzert drängten sie sich alle in einen alten, englischen Doppel- deckerbus. Barby hatte Tränen in den Augen, als sie sagte: " Hat es denn noch einen Sinn? Jetzt, da Daddy im Krankenhaus liegt." " Nein Barby! Nein! Du darfst nicht seelisch aufgeben. Gerade, weil Daddy im Krankenhaus liegt, müssen wir weiter um die Gunst des Publikums kämpfen. Wir werden wahrscheinlich jetzt immer ohne Daddy auftreten müssen!" sagte Kathy, die Älteste, energisch und rief John zu: "Fahr zum nächsten Platz."

Kathy hatte Recht gehabt, sie waren nie mehr zusammen aufgetreten. Von dem Tag an kämpften sie noch härter um die Gunst des Publikums. 4-5 Konzerte an einem Tag waren keine Seltenheit. Kathy hatte bemerkt, das Patrick, der Beliebteste beim Publikum war, deshalb wurde vor allem auf ihn gebaut.

Es war das Jahr 1993. Die Bravo, die größte Jugendzeitschrift Europas, war auf die singenden Geschwister aufmerksam geworden. Aus Patrick wurde endgültig Paddy, denn er war nun der Mädchenschwarm.

Sie hatten immer mehr Fans, so dass sie im Jahr 1994 die Westfalenhalle in Dortmund mussten. Bei " Take my hand" holten Paddy und Kathy ihren Vater Dan auf die Bühne. Allen liefen Tränen der Rührung über die Wangen und, als sie den Jubel der Fans hörten, wussten sie, dass sie es geschafft hatten.

Auch am nächsten Morgen merkten sie, dass sie es geschafft hatten, als sie um 7 Uhr morgens von lautem Geschrei geweckt wurden. Die Kellys trafen sich alle im großen Wohnraum ihres Hausbootes. Patricia meckerte verschlafen: " Angelo! Paddy! Könnt ihr nicht etwas Rücksicht nehmen? Ihr seid doch auch nicht mehr so klein!" " Das waren wir nicht. Hörst du nicht, dass das Geschrei immer noch nicht vorbei ist?" verteidigte sich Angelo. " Stimmt. Wo ist eigentlich Paddy?" wollte Patricia wissen. " Der schläft noch. Du weißt doch, dass er sogar weiter schlafen würde, wenn es brenn würde." beantworte Angelo die Frage. " Also, ich geh jetzt gucken, was da los ist." meinte Jimmy und ging an Deck.

Ein Blitzlichtgewitter ging los und er kam schnell wieder zurück in die bequeme Kajüte. " Und was ist es nun?" fragte Maite und schmierte sich gleichzeitig ein Nutella Brot. " Die Fans. Sie wollen uns fotografieren und Autogramme haben. Sie haben mich auch gerade fotografiert." berichtete Jimmy. " Im Pyjama?" fragte Maite und ihr blieb ein Stückchen Brot im Hals stecken. " Ich würde sagen, dass wir uns jetzt fertig machen und uns dann der Meute stellen, damit sie unsere Nachbarn nicht stören." schlug Patricia vor. " Ha! Ha! Welche Nachbarn?" grinste Angelo. " Kathy." entgegnete Patricia. Weil Kathy in dem Moment kam, fügte sie hinzu: " Ach du bist ja auch schon da." Sie machten sich fertig und gingen hinaus.

Als die Fans die Kellys entdeckten, wurde das Geschrei noch größer. Die Kellys begannen sofort Autogramme zu geben. Aber es wurden nicht weniger Leute, es wurden sogar immer mehr und sie schrien immer lauter: " Pääääddddiiiieeee!!!!" Barby flüsterte Patricia zu: " Vielleicht gehen sie ja, wenn ich Paddy hole." " Das ist eine gute Idee." lobte Patricia die Jüngere.

Barby ging zurück aufs Hausboot zu Paddys Kajüte und sie kippte Paddy ein Eimer Wasser über den Kopf. Paddy wurde wach, sprang aus dem Bett und schrie mit aufgerissenen Augen: " Wo brennt es?" Barby lachte ihn gutmütig aus und sie sagte: " Mach dich fertig. Die Fans wollen Autogramme von dir haben!" " Ach so." murmelte Paddy und stieg wieder in sein Bett. Barby füllte den Eimer noch einmal mit Wasser und kippte ihn Paddy noch einmal über, während sie energisch rief: " Die Fans wollen dich sehen! Also, zeig dich ihnen, damit sie endlich mit dem Geschrei aufhören!" " Okay!" murrte Paddy und ließ sich von Barby ins Badezimmer schieben. Auch nach Paddys Autogramme gingen die Fans nicht.

Und in den nächsten Wochen gingen sie auch nicht. Auch, wenn die Kellys shoppen gingen, wurden sie alle 20 Meter angehalten und mussten Autogramme geben. Wie eine gehetzte Wildkatze lief Paddy an Deck des Hausbootes hin und her und überlegte: " Irgendwie müssen wir uns doch wieder wie normale Menschen benehmen können! Mir muss doch etwas einfallen. Mmh... Perücken. Klar!" Paddy ging in den Wohnraum und schrie: " Wo sind die Perücken von letztes Jahr Karneval?" " Wieso? In Jimmys und meiner Kajüte unter meinem Bett." erwiderte Joey.

Paddy raste in Joeys Kajüte und holte den Karton. Er schleppte den Karton in den Wohnraum und zählte die Perücken. " Na bitte! 9 Stück!" rief Paddy und setzte sich eine braune Kurzhaarperücke auf. " Was soll denn das werden? Karneval vorgezogen?" grinste Joey. " Nein, aber so können wir wieder raus." erklärte Paddy und zog sich Jeans Klamotten an. In dem Moment kam Barby herein und sie meinte: " Das ist eine spitzen Idee! Gehen wir gleich zusammen shoppen Paddy?" Barby zog sich eine Perücke auf und es konnte los gehen.

Bei den Fans angekommen fragte ein Mädchen: " Was macht ihr denn bei den Kellys?" Paddy grinste und sagte mit verstellter Stimme: " Wir arbeiten bei Kel - Life." Und sie konnten weiter gehen. Schon nach einer halben Stunde war Paddy mit 10 Tüten bepackt und er wollte wissen: " Wie viel willst du denn noch kaufen Barby?" Barby zuckte nur mit den Achseln und grinste: " Wir können es uns ja leisten."

" Gehen wir in das Café da drüben." schlug Paddy vor. Barby nickte und sie setzten sich. Paddy ließ sein Blick schweifen und sein Blick blieb an einem Mädchen hängen, dass heulend auf einer Mauer saß. " Das arme Mädchen murmelte Paddy und ging zu dem Mädchen. Barby folgte ihm mit den Tüten bepackt. Paddy setzte sich auf die Bühne neben das Mädchen und fragte: " Was ist denn passiert? Wie heißt du?" " Ich heiße Anne, aber ich werde Annie genannt. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Ich bin von zu Hause ausgerissen, um zu den Kellys zu gehen.
( Paddy schluckte geschockt. ) Und mir ist mein ganzes Geld gestohlen worden, außerdem habe ich das Hausboot nicht gefunden." erzählte das Mädchen und fragte: " Wie heißt ihr eigentlich?" " Ich heiße Patrick und das ist meine große Schwester Barbara." erwiderte Paddy. " Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll!" wiederholte Annie und fing wieder an zu weinen. " Hey! Hey! Wein nicht! Wir nehmen dich erst Mal mit Nachhause und dann sehen wir weiter." tröstete Barby Annie.

Dieses Mal nahmen sie den Hintereingang um auf das Grundstück des Hausbootes zu kommen. Dort zogen sich Paddy und Barby die Perücken ab, weil es sehr warm war. " Ihr seid Paddy und Barby Kelly!" rief Annie. " Ja, aber werde bitte nicht hysterisch. Du bekommst gleich auch ein Autogramm." bot Paddy an. " Ich will gar kein Autogramm und hysterisch bin ich auch nicht." erwiderte Annie und grinste von einem Ohr zum anderen. " Ich dachte ja nur, weil du wegen uns von zu Hause abgehauen bist." meinte Paddy entschuldigend. " Ich wollte doch nur einmal mit euch sprechen." lächelte Annie, als sie auf dem Hausboot angekommen waren.

Sie gingen in den gemütlichen Wohnraum, wo John saß. Er aß Nüsse und fragte mit vollem Mund: " Wer ischt denn dasch?" " Das ist Annie. Sie ist wegen uns von zu Hause abgehauen." erwiderte Paddy. " Was Ihr habt ein Fan angeschleppt?" rief John aufgebracht. " Sie ist anders als die anderen." erwiderte Paddy ernst, " Kannst du Annie Nachhause bringen John? Wo wohnst du eigentlich?"
John erklärte sich bereit Annie Nachhause zu bringen und erfuhr auch, wo diese wohnte. Paddy begleitete sie. Sie unterhielten sich gut und zum Abschied tauschten sie die Telefonnummern aus.

Als John und Paddy auf dem Rückweg waren, fragte John Paddy: " Hat sich da etwa jemand verliebt?" " Keine Ahnung, aber sie ist echt süß und ich würde gerne mehr Zeit mit ihr verbringen." gestand Paddy. " Du, Paddy. In zwei Wochen segeln wir doch für eine Woche mit der Santa Barbara Ann. Du könntest Annie dazu einladen, wenn Kathy nichts dagegen hat." entgegnete John. " Du bist super!" rief Paddy aus.
Nach einer langen Diskussion mit Kathy durfte Paddy Annie einladen, deshalb rief er sie sofort an:

" Hi! Hier ist Annie!"
" Hi Annie! Hier ist Paddy."
" Paddy?"
" Ja, der bin ich. Also, pass auf. In zwei Wochen segeln wir für eine Woche mit unserem Segelschiff. Soweit ich weiß, sind dann noch Sommerferien und ich wollte dich fragen, ob du mitkommen willst."
" Welche Frage! Natürlich will ich mit, aber ihr kennt mich doch noch gar nicht richtig."
" Wir werden uns doch dann in dem Urlaub kennen lernen, außerdem finde ich dich sympathisch. Also, kommst du mit?"
" Ja, aber ich muss nur Mal kurz meine Eltern fragen."
Nach einer stündlichen Diskussion kam Annie ans Telefon zurück.
" Ich darf Rick ... ähm ... Paddy!"
" Das ist gut. Wieso hast du mich gerade Rick genant?"
" Weil ich finde, dass sich Paddy so nach einem Mädchen anhört."
" Aha. Tut mir leid, aber ich muss los. Ciao Annie."
" Ciao Paddy."

Die nächsten zwei Wochen vergingen wie im Flug und schon wurde Annie von den Kellys abgeholt. Annie wurde den Kellys vorgestellt, die so noch nicht kannte und kurze Zeit später waren sie am Harfen angekommen.
Kaum, dass sie mit dem Segelschiff abgelegt hatten, sagte Paddy zu Annie: " Komm, wir fahren ein bisschen mit dem Rettungsboot raus." Annie nickte. Sie waren noch nicht weit von dem Segelschiff entfernt, als sie schwimmen gingen. Annie döppte Paddy unter, und als er wieder hoch kam, döppte sie ihn wieder.
Aber plötzlich bewegte sich Paddy nicht mehr und sie zog ihn in Panik auf das Rettungsboot. Sie drückte ihm auf dem Brustkorb rum, damit er das Wasser ausspuckte, als er ihr lachend Wasser ins Gesicht spuckte. " Das war gar nicht witzig, weil ich mir echt riesige Sorgen, um dich gemacht habe!" meckerte Annie. " Hey! Das war doch nur ein Joke!" verteidigte sich Paddy. " Ha! Ha! Ich habe selten so gelacht!" erwiderte Annie sauer.
Paddy ergriff ihre Hand und meinte: " Komm. So war das doch gar nicht gemeint. Ich wollte doch, dass du dir Sorgen um mich machst, weil ich mich in dich verliebt habe." " Ich habe mich doch auch in dich verliebt." gestand Annie und sie küssten sich.

Der Rest des Urlaubes war wunderschön für das junge Paar, aber das ist eine andere Geschichte.


© Marina (Schön!)

 

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Last update: 17/07/2000

(Online since: 17/07/2000)

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