Gone with the wind
(Teil 1)
by Magic Fairy magic_fairy@gmx.de
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Die Türe in einer kleinen Wohnung, irgendwo in Köln, wurde geöffnet. Ein junge Frau, ca. 22 Jahre alt, betrat den Raum. Da stand sie nun. Hier wollte sie jetzt leben und ein anderes Leben leben, als sie es bevor getan hatte. Alles hinter sich lassen. Sie hatte sich dafür entschieden, aber es immer weiter hinaus geschoben. Aber nun war es soweit. Langsam schritt sie durch die noch leeren Räume der Wohnung. Ihre Schritte hallten auf dem Parkettboden, die Blicke wanderten durch die Räumlichkeiten. Die Fenster müssten dringend mal wieder geputzt werden. Man konnte kaum durch sie hindurchblicken, aber ein paar kleine Stellen waren nicht so stark mit Schmutz bedeckt, so dass einige Strahlen der Sonne sich durchkämpfen konnten und auf den Boden fielen. Die Wände strahlten weiß. Das gefiel der jungen Frau. "Wohin mit den Kartons?", riss sie eine Männerstimme aus den Gedanken. Sie drehte sich um. "Ähm, .... stellen Sie sie einfach an die Seite, so dass man noch durchlaufen kann." "Geht in Ordnung. Wir bringen dann auch gleich die Möbel." Damit verschwand der Mann wieder. Nach und nach kamen Männer in die Wohnung, stellten Kartons ab und verschwanden wieder, um noch mehr zu holen. Schließlich wurden noch die Möbel in die Wohnung getragen. Die junge Frau sagte den Möbelpackern gleich, was sie wo abstellen sollten. Als dann endlich alles da war, wo es hin sollte, verabschiedeten sich die Speditöre und verschwanden. Später kam noch jemand um die Schlösser auszuwechseln. Das war der jungen Frau sehr wichtig. Es war schon fast 19 Uhr. Von der langen Reise und dem ganzen Trubel des Tages war sie ganz schön hungrig geworden. So ging sie in die Küche um sich schnell eine Suppe aus dem Beutel zu machen. Strom und Wasser waren zum Glück schon angeschlossen. Nach dem Essen öffnete sie die ersten Kartons. Die mit dem Geschirr brachte sie in die Küche. Und so verteilte sie alle Kartons auf die richtigen Zimmer. Dann rückte sie noch die Möbel an die richtigen Stellen. Als erstes richtete sie ihr Schlafzimmer her. Schließlich wollte sie die Nacht nicht auf dem Boden verbringen. Also packte sie die Matratze aus ihrer Plastikverkleidung und bezog dann die Bettsachen. Auch die langen weißen Gardienen hing sie noch auf. Am liebsten würde sie jetzt noch alles herrichten. Aber das konnte sie ja tun. Sie hatte hier zwar schon eine Arbeitsstelle, aber musste erst in knapp zwei Wochen anfangen. Bis dahin konnte sie sich ja vielleicht ein bisschen einleben. Sie öffnete den nächsten Karton und packte ihre Bücher aus. Sie hatte sehr viele Bücher. Sie waren ihre einzigen Freunde. Und sie waren für sie das wertvollste, was sie besaß. Behutsam stellte sie alle in das Regal. Ihre Kleidung hängte sie erst einmal auf Kleiderbügel auf und hängte sie in den hellen Lamellenschrank. Morgen würde sie dann durchsehen, was sie davon bügeln musste, wenn es in den Kartons und Koffern Falten bekommen haben sollte. Im Wohnzimmer baute sie dann die Stereoanlage auf und platzierte sie auf dem kleinen Regal, neben dem Fenster. Auf das andere Regal kam der Fernseher. Im Wohnzimmer stand auch noch eine Glasvitrine. Darin stand eine weiße Ballerina aus Ton, um die getrocknete Rosenblüten und Blätter verteilt waren. In der Mitte des Wohnzimmers stand ein runder Glastisch, mit drei Flächen. An der Wand daneben stand die Couch mit den roten Samtkissen und auch zwei Sessel standen noch im Raum. Das Wohnzimmer hatte auch ein großes Fenster und einen Ausgang zum Balkon. Die Wand rechts vom Fenster war groß und weiß. Da hatte die junge Frau dann ein großes Bild aufgehängt. Es zeigte eine Wiese, auf der viele bunte Wildblumen wuchsen. Darüber war der Himmel zu sehen und aus der Ferne konnte man eine weißgekleidete Frau erkennen. Sie trug einen bastfarbenen Hut und dessen blaue Bänder wehten im Wind. Die restlichen Schubladen und alles würde sie in den nächsten Tagen alles einräumen. Heute wollte sie nur schnell das Nötigste machen, dass es ihr morgen nicht ganz so ungewohnt vorkam. Als nächstes ging sie in die Küche. Diese war wirklich traumhaft. Jedenfalls hatte sie sich ihre Küche immer so vorgestellt. Weiße Platten auf dem Boden, viel Arbeitsfläche, ein Tresen, Barhocker, Backofen, Keramkochfläche, Spülmaschine, Mircrowelle....... Sie fühlte sich richtig wohl. Also fing sie an das Geschirr in den oberen Schränken zu verstauen. Das Besteck und alles "kleine" kam in die Schubladen. Die Gewürze ordnete in das Gewürzregal an der Wand ein und der Brotkasten bekam ebenfalls seinen Platz. In einem kleinen Regal ordnete sie ihre Back- und Kochbücher ein. Sie probierte gerne was Neues aus. Der Kühlschrank war auch schon da. Aber sie würde ihn wahrscheinlich eh erst so in 4 Stunden einschalten können, wegen der Kühlflüssigkeit. Aber zur Zeit hatte sie eh noch nichts verderbliches im Haus. Erst morgen würde sie einkaufen gehen. Am liebsten würde sie gar nicht nach draußen gehen. Sie war noch nie in einer solchen Großstadt. Daher hatte sie auch etwas Angst. Was für Leute würden ihr dort draußen begegnen? Was würde ihr das Leben hier bringen? Fragen über Fragen, die aber wahrscheinlich die Zeit mit sich beantworten würde. An diesem Abend versuchte sie noch so viel wie möglich einzuräumen und einzurichten. Natürlich war das nicht alles auf einmal zu schaffen. Sie wollte auch nicht die Nachbarn stören, die in dem Hochhaus über, unter und neben ihr wohnten, durch das Rücken von Möbelstücken und irgendwelchem Geklapper. Aber das Badezimmer war relativ schnell eingerichtet. Make up, Kamm, Bürste, Fön, Papilotten, Parfum, Waschmittel, Shampoo, Hand- und Badetücher ...... Was man(Frau)eben so braucht. Es war kurz vor 1 Uhr, als sie wieder auf die Uhr blickte. Langsam war sie nämlich müde geworden, hatte aber gar nicht bemerkt, wie die Zeit verflogen war. Also zog sie sich um und machte sich fürs Bett fertig. Obwohl sie müde war, fand sie nicht sofort Schlaf. Es war Sommer. Das Fenster hatte geklappt, aber es war wirklich noch sehr warm. Aber dennoch traute sie sich nicht so recht, das Fenster ganz zu öffnen. Obwohl sie im vierten Stock wohnte und eigentlich nichts passieren konnte. Aber trotzdem. Sicher ist sicher. Hier in der Wohnung fühlte sie sich wohl und geschützt. Aber wir würde das erst werden, wenn sie morgen dort hinaus müsste? Sie war sich sehr unsicher. Und sie kannte ja schließlich niemanden. Und sie bezweifelte, dass sie jemanden kennen lernen würde. Ob das jetzt morgen oder sehr viel später sein möge. Sie schloss ihre Augen und schlief dann doch ein. Der nächste Morgen brach an. Schon um 9 Uhr wurde sie von den Sonnenstrahlen geweckt, die sie an der Nase kitzelten. Sie streckte sich und stand schließlich auf um unter die Dusche zu gehen. Dann zog sie sich ihre schwarze Kordschlaghose an und ein grünes geripptes Top. Sie schminkte sich noch ein bisschen und frisierte sich. Gerne hätte sie auch noch eine Kleinigkeit gefrühstückt, aber eigentlich hatte sie nichts anständiges im Haus. Deshalb beschloss sie jetzt schnell einkaufen zu gehen. Vielleicht würde sie hier in der Gegend auch irgendwo einen Bäcker finden. Also nahm sie ihre Tasche, ihren Geldbeutel und ihre Wohnungsschlüssel. Sie trat aus ihrer Wohnung, in den Flur des Hauses, hinaus. Hinter sich schloss sie die Türe ab. Sie hörte, wie jemand hinter ihr die Treppe herunter kam. Sie drehte sich um und ein junger Mann kam ihr entgegen. "Guten Morgen!", grüßte er sie. "Guten Morgen!", brachte sie nur leise heraus. Der junge Mann stoppte und sah sie an. "Entschuldigung, aber Sie sind hier gestern eingezogen, richtig?" Sie nickte. Er lächelte. "Dann sehen wir uns ja noch öfters. Die Leute hier sind nett. Wenn Sie möchten, dann zeige ich Ihnen auch mal die Gegend, falls Sie noch nicht wissen, was Sie wo finden können." "Danke, vielleicht komme ich mal auf Ihr Angebot zurück.", erwiderte sie. "Okay, ich muss dann mal weiter. Man sieht sich." Damit ging er in schnellen Schritten die Stufen nach unten und verschwand. Sie freute sich ja, dass sie hier gleich am ersten Tag so freundlich von einem der Nachbarn empfangen worden war, aber so ganz traute sie dem Mann trotzdem nicht über den Weg. Obwohl er ihr irgendwie vertraut vorkam. Sie meinte auch, dass sie ihn schon einmal irgendwo gesehen hatte. Aber egal nun. Sie machte sich auf den Weg nach unten auf die Straße. So, wohin nun? Sie sah sich etwas um. Als sie dann Leute sah, die Einkauftüten schleppten, ging sie in die Richtung, aus der diese Leute gekommen waren. Dann musste dort doch irgendwo ein Supermarkt sein. Kaum einen Block weiter war dort auch schon weiter. Das war wirklich praktisch. Sie musste gar nicht so weit laufen. In dem Supermarkt schnappte sie sich einen Einkaufwagen und kramte dann erst einmal ihren Einkaufszettel hervor. Den schrieb sie immer, dass sie nichts vergisst. Als erstes besorgte sie ein paar Äpfel, Pfirsiche, Bananen, Karotten und einen Kopf Salat. Dann noch Halbfettmargarine(weil sie keine Butter mochte), Reis, Nudeln, Joghurt, Käse, Marmelade, Milch, Vitaminsaft, Mehl, Salz und Zucker. Mehr konnte sie eh nicht schleppen. Aber von dem ganzen Zeug hatte sie zu Hause nichts. Sie hatte nur ein paar Gewürze da, ein paar Dosen mit Fertigsuppen oder sonstige Fertiggerichte. So was mochte sie eigentlich nicht so sehr. Lieber hatte sie alles frisch. Das ist eh viel gesünder. Darauf achtete sie immer sehr. Als sie ihren Wagen zur Kasse schob, musste sie um eine Kurve. Da passierte es dann auch. Sie knallte mit einem anderen Wagen zusammen. "Entschuldigen Sie bitte.", stammelte sie. "Ach, das macht doch nichts. Ist ja nichts passiert. Ach, Sie sind das." Vor ihr stand wieder der junge Mann, auf den sie im Treppenhaus gestoßen war. "Oh, hallo." "So ein Zufall, dass wir uns hier treffen. Aber da fällt mir ein, ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Adam. Ich wohne einen Stock höher, genau in der Wohnung über Ihnen." Die Beiden reichten sich die Hand. Er sah auf ihren Einkaufswagen. "Da haben Sie aber ganz schön zu schleppen. Soll ich Ihnen nachher vielleicht behilflich sein?" "Nein danke, das ist nicht nötig. Ich muss dann mal weiter." "Okay, bis dann." Am Fließband an der Kasse räumte sie dann ihre Sachen aus und zahlte. Schnell räumte sie alles in ihre Tasche. Diese wurde reichlich schwer. Als sie wieder draußen war und sich auf den Heimweg machte, fiel ihr ein, dass sie ja gar kein Brot zu Hause hatte. Und sie hatte auch noch nicht alles da, was sie brauchte, um selber welches zu backen. Also hielt sie nach einer Bäckerei ausschau. "Suchen Sie etwas?" Wieder dieser Adam. "Ähm, ja. Ist hier in der Nähe eine Bäckerei?" "Ja, gleich das vorne an der Ecke ist eine." "Danke schön. Tschüss." "Bis bald." Er lächelte ihr zu. Er schien sich ja nett zu geben, aber innerlich zuckte sie zusammen. Ihr war einfach nicht wohl, so wie er sie angesehen hatte. Oder diese Freundlichkeit. Es war ja schön, wenn die Leute nett sind, aber bei Männern löste das bei ihr Angstzustände aus. Schnell machte sie sich auf den Weg zu der Bäckerei und dann wieder nach hause. Schon am Hauseingang seufzte sie. Den ganzen schweren Kram jetzt auch noch vier Stockwerke hochschleppen. Na klasse. Es gab zwar einen Aufzug, aber sie hatte Angst, dass der hängen bleiben könnte. Da ging sie lieber zu Fuß. Oben angekommen suchte sie ihre Wohnungsschlüssel heraus und schloss auf. Sie betrat die Wohnung und die Türe fiel hinter ihr ins Schloss. Ihre Einkäufe stellte sie in die Küche und räumte erst mal alles ein. Den Kühlschrank hatte sie schon angeschlossen und er war auch schon kalt. So räumte sie dann mal alles verderbliche in den Kühlschrank und das Obst kam in eine Schale, die auf dem Tresen stand. Sie ging zum Fenster und öffnete es. Ihre Blicke schweiften in die Ferne. Von hier oben aus hatte sie einen guten Ausblick. Sie lehnte sich auf den Fenstersims. Ein leichter Wind wehte. Das tat gut, da es schon wieder sehr warm war. So stand sie eine Weile da. Da landete ein kleiner Vogel auf dem Fenstersims. Er hüpfte dort ein wenig herum und sie sah ihm zu. Schon nach kurzer Zeit flatterte er wieder davon. Dabei ließ er zwei Federn zurück. Ein leichter Wind kam und eine der Federn wurde von ihm davon geweht. So müsste man auch sein. Frei wie eine Feder und der Wind trägt einen überall hin, dachte sie sich. Sie nahm die andere Feder an sich. Sie betrachtete sie. Für sie war diese Feder irgendwie etwas besonderes. Sie ging wieder in ihr Schlafzimmer. Dort nahm sie ihr Notizbuch und legte die Feder hinein. Den Rest des Tages verbrachte sie damit, dass sie ihre Wohnung einrichtete. Am Abend sah alles sogar schon recht gut aus. Richtig bewohnbar. Sie freute sich darüber. Es war ca. 19 Uhr, als es an ihrer Tür klopfte. Wer konnte das sein?, fragte sie sich. Schließlich kannte sie hier niemanden. Vielleicht war es der Vermieter oder Hausmeister. Sie tat einen Blick durch den Türespion. Vor der Tür stand dieser Adam. Was wollte der bloß? "Was wollen Sie?", fragte sie durch die geschlossene Tür. Einem fremden Mann wollte sie auf keinen Fall die Türe öffnen. Von draußen hörte sie seine Stimme. "Nun ja, ich wollte Sie etwas fragen. Aber durch eine geschlossene Türe lässt es sich so schlecht reden und ich möchte die Nachbarn nicht stören, wenn ich so laut reden muss." Nun ja, eigentlich hatte er damit ja auch recht. Aber sie traute ihm trotz allem nicht so ganz. Dennoch entschloss sie sich, ihm eine Chance zu geben. Obwohl für sie alle Männer gleich waren. Sie nahm einen Regenschirm, den sie dann hinter ihrem Rücken versteckte. So könne sie sich wenigstens wehren. Also schloss sie die Türe auf und Adam trat herein. "Hi!", begrüßte er sie. "Hallo. Was gibt's?" "Nun ja, ich wollte Sie mal was fragen." "Was denn?" "Bitte denken Sie nicht, dass ich unhöflich bin, aber leben Sie alleine hier? Ich habe zumindest hier noch niemanden gesehen, außer Ihnen." Sie wusste nicht, ob sie ihm die Frage beantworten sollte. Wenn er das dann ausnutzen würde. Er sah sie an. Aber schließlich meinte er: "Was ich eigentlich wissen möchte ist, ob ich mir ein blaues Auge einhandeln könnte, wenn ich Sie fragen würde, ob Sie mal mit mir essen gehen würden." "Nein, das würden Sie nicht." Er lächelte. "Und, würden Sie mich vielleicht einmal begleiten?" Sie wusste nicht so recht. Seit sie 16 war, hatte sie niemanden mehr an sich heran gelassen . Und schon recht keinen Mann. Egal für was auch immer. Aber vielleicht....... Die Sache lag jetzt schon sechs Jahre zurück. Sie musste schon eine Weile überlegen. Er sah sie schon ungeduldig an. Schließlich nickte sie. "Gerne, warum denn nicht." "Das freut mich. Haben Sie vielleicht heute Abend schon Zeit? Wenn Sie noch sehr beschäftigt sind, mit dem Einzug und so, dann komme ich auch ein anderes mal wieder." "Das geht schon in Ordnung. Ich bin soweit fast fertig und ich würde gerne mal raus kommen." "Das freut mich. Kann ich Sie in einer Stunde abholen? Wir könnten auch ins Kino gehen. In die Spätvorstellung vielleicht. Zur Zeit laufen ja ein paar gute Streifen und Sie sehen auf etwas von der Stadt." Sie nickte. Er grinste und meinte: "Dann könnten wir das >Sie< ja mal weglassen, oder?" "Sicher." "Okay, meinen Namen kennst du ja bereits. Aber ich weiß deinen nicht. Gesagt hast du ihn mir noch nicht und an deinem Türschild steht noch nichts." "Ich heiße Laura." "Schön. Ich hab nämlich schon den ganzen Tag gerätselt, wie diese mir unbekannte Frau wohl heißen könnte. Aber jetzt weiß ich es ja endlich. Dann hole ich dich in einer Stunde wieder hier ab, in Ordnung?" "Okay." "Gut, bis dann." Er lächelte und verschwand dann wieder. Laura schloss die Türe hinter ihm und stellte den Regenschirm wieder zurück. Was hatte sie nur getan. Sie hatte sich mit einem Mann verabredet. Das wollte sie eigentlich gar nicht. Er schien ja ganz nett zu sein, aber wenn er auch so ist wie..... Nein, daran wollte sie jetzt nicht denken. Vielleicht ist er ja anders. Und nur, weil er sie eingeladen hatte, musste das ja noch lange nicht sonst was heißen. Sie war schon seit Jahren nicht mehr aus gewesen. Eigentlich nicht mehr, seit der Sache damals. Nun ja, mal sehen. Vielleicht würde es doch ganz lustig werden mit Adam. Wer weiß. Also ging sie erst mal duschen, wusch sich die Haare, zog sich um und legte etwas Make up auf. Da war die Stunde auch schon vorbei und Adam klopfte. Laura öffnete ihm. Er hatte eine dunkelblaue Jeanshose an, ein weißes Shirt und eine leichte Jeansjacke. Seine Haare hatte er zu einem Zopf nach hinten gebunden. "Hallo. Können wir?", fragte er. "Sicher. Ich hole nur noch meine Tasche.", entgegnete sie und verschwand noch einmal kurz in der Wohnung. Sie kam wieder und schloss dann die Türe zu ihrer Wohnung ab. Gemeinsam gingen sie nach unten. Vor der Haustüre stand auf der Straße sein Wagen. Er hielt ihr die Beifahrertüre auf. Ihr war recht unwohl bei dem Gedanken, dass sie mit ihm mitfahren sollte, aber was sollte sie jetzt schon großartig tun. Jetzt konnte sie nicht mehr zurück. Sie setzte sich also auf den Beifahrersitz und schnallte sich an. Adam setzte sich neben sie und startete den Motor. Während der Fahrt rutschte Laura ganz unruhig auf ihrem Sitz hin und her. Sie wusste einfach nicht, was sie zu Adam sagen sollte. Ihr war es schon fast peinlich, dass sie die ganze Zeit nichts sagte. Aber zum Glück versuchte er dann ein Gespräch anzufangen. "Entschuldige bitte die Frage, aber wie alt bist du eigentlich?" "22." "Oh, hoffentlich bin ich dir dann nicht zu alt.", grinste er. "Ich bin nämlich schon 29." "Das macht mit eigentlich nichts aus." "Dann bin ich ja beruhigt. Hast du hier schon einen Job gefunden?" "Ja, ich hatte mich beworben, bevor ich hierher zog. Ich habe eine Stelle in der Näher meiner Wohnung. Ich bin Zahnarzthelferin." "Aha. Nun ja, ich bin Straßenmusiker. Ab und an mache ich hier und da noch einen Nebenjob, dass das Geld reicht." "Wie kannst du dir da dann die Wohnung in dem Hochhaus leisten? Ich glaube eigentlich nicht, dass man das Geld dafür auf der Straße zusammen bekommt. Und dann noch die Nebenkosten." "Nun ja, wenn ich ehrlich bin, meine Eltern greifen mir in der Hinsicht auf die Miete unter die Arme. Aber das Geld für den Rest bringe ich selbst auf. So komme ich eigentlich über die Runden." "Ich möchte dir jetzt aber keine Umstände machen." "Das machst du nicht. Keine Angst. Wenn das für mich Umstände wären, dann hätte ich dich doch gar nicht gefragt." Nach ein paar weiteren Minuten Fahrt kamen sie dann am Kino an. Die Parkplätze waren ziemlich voll, so dass Adam ein Weilchen herumfahren musste, bis er etwas fand. Als er dann geparkt hatte, gingen er und seine Begleiterin in das Kinogebäude. Laura sah sich um, während Adam die Karten holte. Er und sie saßen weit hinten. Aber als das Licht ausging wurde es Laura immer unbehaglicher zumute. Es war schon recht dunkel und dass sie dann neben einem Mann saß, dass war fast schon wieder zu viel für sie. Aber sie musste sich zusammenreißen. Was sollte Adam denn von ihr denken, wenn jetzt wieder durchdrehen würde. Laura war unendlich froh, als nach knapp zwei Stunden das Licht wieder anging. Es war natürlich sehr nett, dass er sie eingeladen hatte, aber dennoch fühlte sie sich unwohl. Obwohl sie das selbst nicht so ganz verstand. Er war ja eigentlich wirklich ganz nett. Aber sie war wirklich vorsichtig geworden. Und sie wollte auf keinen Fall leichtsinnig werden. Was ist, wenn sie sich in ihm getäuscht hatte. Darauf wollte sie es nicht ankommen lassen. Als die Beiden aus dem Kino kamen, war es kurz nach 23Uhr. "Du siehst müde aus. Möchtest du nach hause?", fragte er. "Ja, das wäre mir eigentlich schon lieb." Er nickte. Während der Autofahrt redeten die Beiden noch etwas miteinander. "Woher kommst du eigentlich?", wollte er wissen. "Aus der Nähe von Karlsruhe." "Das ist aber ganz schön weit weg. Wieso kommst du dann hier her?" "Ich musste einfach aus der Gegend raus." "Und weshalb?" "Zu viele schlechte Erinnerungen." "Oh, entschuldige bitte." "Ist schon in Ordnung." Laura sah ihn von der Seite unauffällig an. Er war wirklich ein netter Kerl. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass er war wie ihr Ex. Aber auf einmal machte er in ihrem Kopf wieder >klick<. Schließlich hatte sie das von Michael auch nicht gedacht. Und irgendwo mussten die Männer doch alle gleich sein. Vor dem Hochhaus stiegen Beide aus und Adam schloss seinen Wagen ab. Gemeinsam gingen sie das Treppenhaus hoch. Vor ihrer Türe blieben sie einen Augenblick stehen. "Also mir hat der Abend heute sehr gut gefallen. Vielleicht..... nun ja. Vielleicht können wir uns ja öfters sehen, als ab und an mal im Treppenhaus." "Gerne.", entgegnete ihm Laura. Sie wusste nicht so recht. Er schien ja wirklich ein netter Kerl zu sein. Aber was ist, wenn er sich nur verstellt? Es kostete sie sehr viel an Überwindung, dass sie ihm erwiderte, dass auch sie ihn gerne wiedersehen würde. Er fuhr fort: "Das freut mich. Was machst du morgen? Oder wann musst du wieder arbeiten?" "Also arbeiten muss ich erst in knapp zwei Wochen. Bis dahin werde ich mich hier ein bisschen einleben, denke ich. Ansonsten habe ich eigentlich nichts vor. Ich kenne ja noch niemanden und bin ja erst angekommen." "Dann könntest du ja auf mein Angebot zurück kommen, dass ich dir hier mal alles zeige. Soll ich dich morgen abholen?" "Kannst du machen." "Gut. Ist 11 Uhr okay?" "Ja, das ist in Ordnung." Adam nickte. "Okay, dann wünsche ich dir eine gute Nacht." "Danke, dir auch." Adam stand noch einen Augenblick da und schaute ihr in die Augen. Dann lächelte er noch einmal und ging dann die Treppe nach oben zu seiner Wohnung. Laura holte dann ihre Schlüssel aus ihrer Tasche und schloss ihre Wohnung auf. Als die Türe hinter ihr ins Schloss gefallen war ging sie als erstes in die Küche um sich etwas zu trinken zu holen. Sie dachte nach. Über Adam. Er war ja schon sehr nett. Wirklich. Aber dennoch hatte sie Angst vor ihm. Das heute war eine sehr große Überwindung für sie. Die ganze Zeit war die Angst da, dass er über sie herfallen und das Selbe wie damals passieren würde. Es durchfuhr sie kalt von innen her. Schnell versuchte sie diese Gedanken wieder beiseite zu schieben. Sie war hierher gekommen, um ein neues Leben anzufangen. Sie wollte nicht, dass ihr altes sie wieder einholen würde. Schließlich zog sich Laura um und machte sich fürs Bett fertig. Es war auch schon spät und sie war müde. Schon bald war sie eingeschlafen. Kurz vor 10 Uhr klingelte am folgenden Morgen ihr Wecker und sie stand auf. Allerdings musste sie sich beeilen, dass sie fertig wurde, denn um 11 Uhr wollte Adam sie ja schon abholen. Sie war gerade mit ihrem Make up fertig geworden, da klingelte es auch schon an ihrer Türe. Zum Glück war sie auch schon ganz fertig mit allem, also öffnete sie. Adam stand vor ihr und lächelte sie an. "Guten Morgen!" Er zog einen kleinen Strauß Sonnenblumen hinter seinem Rücken hervor. "Die sind für dich. Ich hoffe, sie gefallen dir." Laura wurde etwas stutzig. Was sollte das jetzt. Aber dann nahm sie den Strauß doch entgegen. "Danke, das ist lieb von dir. Komm doch rein." Adam betrat die Wohnung und folgte Laura ins Wohnzimmer. "Setz dich. Entschuldige bitte, dass es hier noch nicht so toll ausschaut, aber ich bin noch beim Einrichten." "Ach, das ist doch nicht schlimm. Bei mir sah es anfangs auch nicht gerade besser aus." "Möchtest du vielleicht etwas trinken?" "Nein danke. Ich hatte eben erst etwas." "Okay. Ich stelle nur schnell die Blumen ins Wasser." Zum Glück wusste sie noch, in welchem Karton sie die Blumenvasen verstaut hatte. Sie füllte eine mit kaltem Wasser, schnitt die Stiele der Blumen an und stellte sie dann ins Wasser. Das Ganze stellte sie dann ins Wohnzimmer auf den Tisch. "Die passen hier gut rein.", sagte Adam. Laura nickte. Sie wusste nicht, ob sie sich zu ihm setzten sollte. Also meinte sie: "So, wohin wollen wir als erstes?" "Nun ja, vielleicht sollte ich dir mal zeigen wo du was findest. Jetzt mal lebensmitteltechnisch gesehen. Nicht dass du mir hier noch verhungerst. Du weiß ja vielleicht; vor lauter Bäumen sieht man den Wald nicht. Es gibt hier auch einen schönen Park. Ach, ich führ dich einfach mal herum. Dann werden wir ja sehen, auf was wir alles stoßen werden." Sie nickte und er stand auf. Laura nahm dann ihre Tasche und sie gingen hinaus. Sie schloss noch schnell ab und folgte ihm dann nach unten auf die Straße. Adam zeigte ihr sehr viel. Als sie dann die ganzen Straßen durch hatten und Laura nun auch wusste, was sie wo günstig bekommen konnte, meinte Adam, dass sie vielleicht noch in einen Park gehen könnten. Er würde hier in der Nähe einen schönen kennen. Es dauerte auch gar nicht lange, bis sie dort ankamen. Sie traten durch das große silberne Tor und spazierten über einen gepflasterten Weg, vorbei an den Grünanlagen und den vielen Blumen, die sich auf den Wiesen befanden. "Ich wusste gar nicht, dass es so was auch in einer solchen Stadt wie dieser gibt.", sagte Laura. "Tja, hier steckt eben alles voller Überraschungen. Ich hätte jetzt Lust auf ein Eis. Willst du auch eins? Hier gibt es eigentlich recht gutes." "Ich weiß nicht." "Ach was, sag mir einfach was deine Lieblingssorte ist." "Eigentlich Joghurt, aber...." "Kommt sofort." "Aber ich möchte dir keine Umstände machen." "Laura, du machst mir echt keine Umstände. Sonst würde ich dich doch nicht fragen." "Aber....." "Kein >aber<. Warte einfach hier. Ich bin sofort wieder da." Also setzte sie sich auf eine der Parkbänke und wartete, bis er wieder zurück kommen würde. Ihr war das schon fast peinlich, ständig eingeladen zu werden. Jetzt war sie erst den dritten Tag hier und dann ist sie schon mit einem Typen unterwegs. Das wäre ihr früher nicht passiert. Aber vielleicht wollte er nur ein Kumpel sein. Das wäre Laura nur sehr recht gewesen. Da kam Adam auch schon nach kurzer Zeit wieder und setzte sich neben sie. Er drückte ihr eine der zwei Eistüten in die Hand und setzte sich dann neben sie. Die Beiden ließen sich das Eis schmecken. Es war wirklich sehr gut. "Langsam wird es doch wirklich sehr heiß. Denkst du, wir sollten zurück gehen? Die Wohnungen haben schließlich Klimaanlagen.", schlug er vor. "Ja, das wäre besser, denke ich." Die Beiden standen auf und machten sich auf den Weg zurück. Vor Lauras Türe blieben sie kurz stehen. "Und, was machst du heute noch so?", wollte er wissen. "Nun ja, ich denke, dass ich die Wohnung wohl fertig einräumen werde. Sonst werde ich nie fertig." Er nickte. "Ja, da hast du recht. Ich werde wohl heute Abend, wenn es kühler wird, noch in die Fußgängerzone gehen und noch etwas spielen." "Das würde ich ja gerne mal hören." "Wenn du möchtest, dann kann ich ja mal wieder vorbei kommen und ein kleines Extrakonzert geben, nur für dich und mich. Wie währe es?" "Hört sich nicht schlecht an." "Gut, wann kann ich mal wieder bei dir vorbei schauen?" "Ich bin eigentlich immer zu Hause." "Wenn es dir nicht zu aufdringlich ist; vielleicht heute Abend? Klingt nämlich am besten wenn ich gut eingespielt bin." "Stört das nicht die Nachbarn?" "Nein, die wissen was ich mache und man muss ja nicht so laut sein. Bisher habe ich noch niemanden gestört." "Okay, ab wann ungefähr kannst du kommen?" "Ich denke so ab 20 Uhr. Vielleicht auch ein bisschen später." "Das ist in Ordnung. Wenn du möchtest, dann kann ich uns ja noch eine Kleinigkeit kochen." "Das Angebot ist wirklich verlockend. Wenn es dir nichts ausmacht...." "Das macht mir nichts aus. Außerdem habe ich Spaß daran. Ich koche nämlich sehr gerne." "Okay, dann freu ich mich mal drauf." "Gut, bis dann." "Bis dann." Damit verschwand er die Treppe nach oben. Laura versuchte dann in der Zeit bis zum Abend noch ihre Wohnung so gut wie es ging einzurichten. Rein oberflächlich gesehen sah schon alles recht ordentlich aus. Aber manche Schränke mussten noch eingeräumt werden. Aber das konnte sie dann ja noch immer machen. Sie wollte ja noch damit anfangen, das Abendessen vorzubereiten. Sie entschied sich für einen vegetarischen überbackenen Nudelauflauf. Sie selbst war ja Vegetarierin. Aber das schmeckte vielleicht auch Adam. Da fiel ihr später nämlich erst ein, dass sie ihn gar nicht gefragt hatte, was er mochte. Trotz allem fing sie dann mal an. Sie kochte Nudeln ab, ließ das Gemüse aus der Dose abtropfen und gab dann beides immer schichtweiße in eine Auflaufform. Darüber kam noch Bechamelsoße und geriebener Käse. Das ganze gab sie dann noch 20 Minuten in den Backofen, so dass der Käse schmelzen konnte. Es war 20:20Uhr, als es an der Tür klingelte. Es war Adam. "Hi!", begrüßte er sie. Er betrat die Wohnung und stellte seine Gitarre erst mal im Wohnzimmer ab. "Hey, hier sieht's jetzt noch besser aus, als heute Mittag. Du hast ja noch ganz schön was gemacht. Und riechen tut's auch lecker. Was gibt es denn?" "Es gibt überbackenen Nudelauflauf. Allerdings vegetarisch, weil ich kein Fleisch esse. Ich hoffe, dass dir das nichts ausmacht." "Nein, das macht mir nichts aus. Es riecht ja wirklich ganz gut, dann schmeckt es sicherlich auch so." Er kam zu Laura in die Küche. Sie war gerade damit beschäftigt, das gebrauchte Geschirr zu spülen. "Soll ich dir bei etwas helfen?" "Ach, das ist eigentlich nicht nötig. Ich bin gleich fertig." "Ich komme mir aber so untätig vor. Ich könnte ja abtrocknen." "Du bist Gast, also brauchst du keinen Finger krumm zu machen." "Du bist der Chef." Er ging wieder ins Wohnzimmer und sah sich ihre CDs an. Schon nach kurzer Zeit hörte er Laura. "Essen ist fertig. Kommst du?" "Bin schon bei dir." Er setzte sich an den Tresen und sie stellte den Auflauf auf einen Untersetzer, damit der Tresen nichts abbekam. "Entschuldige bitte, aber dem Tisch traue ich noch nicht so ganz. Der wackelt ziemlich und ich möchte nicht, dass alles auf dem Boden landet." "Ist der Tisch schon da gewesen, als du eingezogen bist?" "Ja." "Dann kannst du das ja melden, damit das ausgebessert wird." "Habe ich schon gemacht." Dann aßen die Beiden erst einmal miteinander. "Das ist echt klasse. Du kannst wirklich super kochen.", lobte Adam sie. Sie lächelte und bedankte sich. Zum Nachtisch gab es noch ein selbstgemachtes Schokoladenmousse. "Hey, willst du mich mästen?", scherzte Adam. Aber er genoss das Dessert. Er mochte Laura schon sehr. Und das nicht nur wegen ihrer Kochkünste. Sie gefiel ihm auch und ihre Art mochte er ebenfalls. Nach dem Essen setzte er sich auf die Couch im Wohnzimmer und nahm sich seine Gitarre. "Hast du irgendwelche besonderen Wünsche, was ich spielen soll?", fragte er. "Ach, spiel einfach mal, was du immer so spielst." "Magst du irische Musik?" "Sicher. Total gerne sogar." "Freut mich. Dann spiele ich >Will ya go Lassie go<. Kennst du das?" "Ja, das ist eines meiner Lieblingslieder. Hast du etwas dagegen, wenn ich dabei das Geschirr abspüle? Ich kann das nicht haben, wenn so viel rumsteht. Und die Geschirrspülmaschine funktioniert noch nicht." "Nein, ich habe nichts dagegen." Adam stimmte seine Gitarre und fing dann an zu spielen. Nach dem ersten Lied spielte er noch >Flames of love<. Laura hatte sich zu ihm gesellt. Sie hatte auf einem Sessel rechts von ihm platz genommen. Als er fertig war, sah er sie an. "Du hast wirklich eine wunderschöne Stimme.", sagte sie zu ihm. Und sie meinte es ernst. Er lächelte und bekam rote Wangen. Sonst wurde er nie rot, aber bei ihr war das was anderes. Er versuchte abzulenken und sah sie an. "Warum sitzt du denn so weit von mir weg? Komm doch zu mir." Laura wusste nicht so recht. Daher antwortete sie ihm nicht sofort. Aber schließlich hob er ihr seine Hand entgegen. Ihr blieb wohl nichts anderes übrig. Also legte sie ihre Hand in seine und er zog sie zu sich rüber auf die Couch. Da saßen sie nun und keiner der Beiden wusste, was er sagen sollte. Schließlich mussten beide fürchterlich anfangen zu lachen. Als sie sich langsam wieder ein bekamen meinte Adam: "Sag mal, warum lachen wir eigentlich?" "Keine Ahnung." Aber dann konnten sich beide doch wieder fangen und sahen sich an. Adam sah ihr genau in die Augen. "Du hast ein wunderschönes Lachen." Sie erwiderte darauf nichts. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie war sich unsicher. "Was ist denn los?", fragte er und setzte sich aufrecht hin. Seine Gitarre hatte er zur Seite gestellt und war ihr nun sehr nah. "Nichts.", sagte sie leise. "Wirklich?" Sie nickte. "Aber wenn du doch was hast, dann sag's, okay? Du kannst ruhig mit mir reden." Darauf nickte sie wieder nur. Wollte er sich ihr Vertrauen erkaufen? Nämlich irgendwie fand sie doch Gefallen an ihm. Aber sie war sich noch immer nicht sicher. Sie hatte einfach Angst, dass der selbe Alptraum von früher wieder beginnen würde. Unbemerkt war Adam ein Stückchen näher an sie heran gerückt. Sie saßen jetzt direkt nebeneinander. Aber er bemerkte, dass sie diese Nähe wohl irgendwie nicht so sehr mochte. Also stand er kurz auf und fragte: "Kann ich vielleicht mal kurz deine Toilette benutzen?" "Sicher. Gleich da hinten." "Danke." Damit verschwand er. Laura saß da wie versteinert. Sie wusste nicht, wie sie sich ihm gegenüber verhalten sollte. Jetzt würde er sie garantiert für blöde halten. Schon weil sie manchmal keinen Ton heraus brachte. Bald war er zurück. Er setzte sich aber nicht gleich wieder zu ihr. Er stand am Fenster und sah hinaus. "Du hast hier wirklich eine schöne Aussicht. Ich müsste eigentlich die Selbe haben, wenn ich öfters mal die Fenster putzen würde." Er grinste. Dann kam er wieder zu ihr und setzte sich. Er fuhr ihr durchs Haar. "Weißt du, solche Löckchen finde ich wirklich niedlich." Langsam und sanft glitt seine Hand über ihr Haar. Es war so weich. Laura saß noch immer wie versteinert da. Das fiel ihm auf. "Entschuldige bitte, ich wollte nicht aufdringlich sein. Tut mir leid." "Schon okay." Aber dennoch traute sich Adam. Er nahm Lauras Hand in seine und sah sie an. "Das hört sich jetzt vielleicht etwas aufdringlich an und vielleicht auch ein bisschen kitschig. Aber wir kennen uns ja erst seit gestern und....... also ich finde dich wirklich sehr nett. Und ich mag dich auch irgendwie...." Laura sah ihn an. Sie wusste nicht gleich, wie sie reagieren sollte. Zum Einen freute sie sich ja, dass er so offen zu ihr war, aber zum Anderen traute sie ihm nicht so ganz. Vielleicht wollte er sie ja auch nur fürs Bett. Aber anscheinend merkte er, was sie dachte. Er sprach: "Bitte denke jetzt nicht, dass ich hier irgendwelche Bettgeschichten anfangen möchte oder so. Mir geht es einfach darum, dass ..... also......... Ich sag es einfach frei heraus. Ich möchte dich gerne öfter sehen. Wenn du es auch möchtest." Er sah sie an. Laura überlegte einen Moment. Eigentlich hatte sie sich geschworen, nie wieder einem Mann zu vertrauen, aber Adam schien anders zu sein. Sie musste sich wirklich einen inneren Ruck geben. Aber dann meinte sie doch zu ihm: "Ich würde dich gerne auch öfters treffen." "Wirklich?" "Ja. Ich finde dich eigentlich auch recht sympathisch und charmant." Ein wunderschönes Lächeln zeigte sich auf Adams Gesicht. "Das freut mich echt." Die Beiden redeten noch viel miteinander. Hauptsächlich aber über Adam und sein Leben, weil von sich selbst wollte sie nicht reden. Als es dann doch spät wurde, so etwa kurz vor Mitternacht, verabschiedete sich Adam. Laura brachte ihn noch zur Türe. Sie sah ihn an. "Dann sehen wir uns morgen?" "Sicher. Ab wann bist du wach?" "Weiß ich noch nicht. Ich kann nämlich ein ziemlicher Langschläfer sein." "Okay, dann schaue ich mal so am Mittag bei dir vorbei. Was hältst du von 13 Uhr?" "Ja, das ist in Ordnung." "Okay. Dann schlaf gut." "Danke, du auch." Adam stand noch in der Türe und sah Laura etwas unbeholfen an. Aber dann traute er sich doch und gab ihr einen kleinen Kuss auf die Wange. Er lächelte sie noch einmal an und ging dann in seine Wohnung. Laura schloss die Türe hinter sich. Das war jetzt irgendwie seltsam für sie gewesen. Aber irgendwie fühlte sie sich gut. So ein Gefühl hatte sie in all den Jahren nicht zugelassen. Sie hatte nicht mehr daran geglaubt, dass Männer auch nett sein können. Aber anscheinend war Adam eine der Ausnahmen. Dennoch wollte sie noch vorsichtig sein. Man konnte nie wissen. Vielleicht würde er sich ja auch noch als völlig anderer Mensch entpuppen, als sie ihn bisher kannte. Sie musste wirklich noch darüber nachdenken, ob sie mehr von ihm wollte. Vielleicht eine Beziehung eingehen. Sie mochte ihn ja schon irgendwie und gerne würde sie sich öfter mit ihm treffen. Und das bot sich ja geradezu an, weil er ja nur ein Stockwerk über ihr wohnte. Laura dachte an diesem Abend noch viel über Adam und die Männerwelt nach. Doch schließlich fand sie doch noch ihren Schlaf. Am folgenden Morgen wachte sie durch die Sonnenstrahlen, die in ihr Zimmer fielen, so gegen 10 Uhr auf. Sie war sofort gut gelaunt und hüpfte erst einmal unter die Dusche. Danach zog sie sich an und schminkte sich noch schnell. Dann aß sie eine Kleinigkeit und machte sich dran, noch die letzten Sachen aus den Umzugskartons in den Schubladen und Schränken einzuordnen. Im letzten Karton fand sie dann auch endlich ihre geliebten Zeichenmaterialien. Das Malen und Zeichnen hat schon immer zu ihren Hobbys gezählt. Auch ein paar Arbeiten von ihr lagen dabei. Sie sah sie sich an und legte sie dann erst einmal beiseite. Gegen 13 Uhr klingelte es an ihrer Türe. Das musste Adam sein. Sie öffnete ihm. Irgendwie war es komisch, aber in den letzten Jahren hatte sie sich noch nie so sehr gefreut, einen Mann zu sehen. "Hi!", begrüßte Adam sie. Er trat in die Wohnung und ging erst einmal geradeaus ins Wohnzimmer. "Langsam wirst du ja fertig mit dem ganzen Einräumen und so.", meinte er. "Ja, zum Glück.", antwortete sie. Adam grinste ein wenig. Aber dann lüftete er das Geheimnis auch schon. Er zog einen Korb hinter seinem Rücken hervor. "Was hältst du davon, wenn wir heute noch mal in den Park gehen, auf ein kleines Picknick?" "Das ist eine super Idee." Laura gefiel das. Sie war eh so ein Naturmensch. Nun ja, soweit man das in einer Stadt eben sein konnte. Aber sie kam eben vom Land. "Wartest du? Dann mache ich mich nur noch ein bisschen frisch.", sagte sie. Adam nickte und Laura verschwand schnell im Badezimmer. Er sah sich ein wenig um. Dabei entdeckte er Lauras Bilder, die sie noch auf dem Sofa liegen hatte. Er sah sie sich lange an. Da kam Laura dann auch schon wieder. "Laura, hast du diese Bilder gemalt?" "Ja." "Malst du viel?" "Ja, eigentlich schon. Malen und Zeichnen sind eigentlich meine Hobbys, neben Lesen." "Die Bilder sind gut. Sie gefallen mir." Er legte sie wieder hin und lächelte Laura an. Dann machten die Beiden sich auf den Weg in den Park. Adam hatte auch schon einen ganz besonderen Platz im Auge gehabt. Auf der grünen Wiese unter einem großen alten Baum. Dort hatten sie Schatten und es war auch schon irgendwie romantisch. Solche Sachen mochte Laura sehr und Adam war damit auf dem besten Wege, ihr Herz für sich zu gewinnen. Als sie dann so da saßen, wusste Laura nicht so recht, was sie sagen sollte. Also versuchte Adam ein Gespräch anzufangen. "Sag mal, malst du eigentlich schon lange?" "Ja, kann man eigentlich schon sagen. Ich habe schon als kleines Kind gerne gemalt. Mit dem Jahren habe ich mich immer mehr damit auseinander gesetzt und nun bin ich bei dem Punkt von Zeichnen und Malen angelangt, wo du jetzt eben solche Bilder vorhin gesehen hast." "Hier gibt es manchmal Ausstellungen von Hobbykünstlern. Da könntest du dich sicher auch mal melden. Die würden dich bestimmt nehmen." "Ach was." "Sicher. Da sind schon so einige Leute entdeckt worden. Und mir gefallen deine Arbeiten wirklich sehr. Ich bin zwar kein Kunstkenner, aber ich sage das jetzt auch nicht einfach so. Ich hör mich mal um, wann wieder was ist." "Wenn du meinst." "Sicher meine ich das so." Adam rückte etwas näher an sie heran, dass sie jetzt direkt nebeneinander saßen. "Und bei der nächsten Ausstellung gewinnst du dann den ersten Preis." Beide lächelten. Laura wohl mehr, weil sie das für Unsinn hielt. So gut war sie nun wirklich nicht. Außerdem konnte sie sich das alles gar nicht vorstellen. Sie hing wohl ihren Gedanken nach, als sie plötzlich Adams Hand auf ihrer spürte. Wieder durchströmte sie dieses ungute Gefühl, aber dann ließ sie es doch zu. Sie drehte ihren Kopf wieder zu Adam. Er sah ihr direkt in die Augen. Mit einem Mal schossen tausend Gedanken durch ihren Kopf. Aber da passierte es auch schon. Adams Lippen nährten sich langsam den ihren. Er hatte sie kaum berührt, da flog den Beiden auf einmal ein Ball in den Schoss. Verwirrt setzte Adam sich wieder aufrecht hin und sah sich um. Da kam auch schon ein kleiner Junge angelaufen. "Entschuldigung, das wollten wir nicht. Könnten wir unseren Ball bitte wieder haben?" "Sicher, Kleiner." Adam war dem Jungen den Ball wieder zu und dieser lief wieder zu seinen Spielkameraden zurück. Anscheinend hatte Adam das jetzt gar nicht gepasst, aber Laura war das dann doch irgendwie schon recht gewesen. Sie wusste nicht, ob sie so viel Nähe schon ertragen konnte. "Hast du Hunger?", fragte Adam sie schließlich. "Ein bisschen." Die Decke hatte er ja schon vorhin ausgebreitet; darauf saßen sie ja gerade. Jetzt musste er nur noch das Essen auspacken, was er dann auch tat. "Mach mal die Augen zu.", meinte er schließlich. "Warum?" "Mach es einfach mal." Also schloss sie ihre Augen. "So, jetzt kannst du sie wieder aufmachen.", hörte sie schließlich seine Stimme, nach einigen Sekunden. Sie öffnete ihre Augen wieder und vor ihrer Nase befand sich eine Rebe Trauben. Und sie liebte Trauben! "Magst du die?" "Und wie ich die mag." "Na dann, Mund auf." Und Adam begann Laura mit Trauben zu füttern. Manchmal alberten die Beiden auch einfach miteinander herum. Zum Beispiel zog Adam dann Laura immer die Traube weg, kurz bevor sie zubeißen konnte. Aber trotzdem bekam Laura dann doch immer noch die Traube. Adam wollte sie ja nicht "verhungern" lassen. Natürlich hatte er noch mehr Leckereien mitgebracht. Aber hauptsächlich Obst. Gegenseitig fütterten sich die Beiden mit den Früchten. Als sie fertig waren, legten sich Beide auf die Decke und genossen das schöne Wetter. "Hättest du Lust mal schwimmen zu gehen?", fragte er. "Schwimmen? Also..... Ich gehe nicht gerne schwimmen. Das habe ich das letzte mal gemacht, da war ich 10 oder 11 Jahre alt." "So lange ist das schon her? Und warum bist du sonst nicht mehr schwimmen gewesen?" "Mir ist das irgendwie peinlich, vor anderen im Badeanzug aufzukreuzen." "Frauen....." "Was hast du gesagt?" "Nichts!" Ein kühler Wind begann zu wehen. Laura hatte ihre Augen geschlossen. Sie konnte den Wind auf ihrer Haut spüren. Es war ein sehr angenehmes Gefühl. Wieder konnte sie Adams Hand auf ihrer spüren. Er umfasste sie und ihre Finger fassten ineinander. Laura war es inzwischen doch recht und so blieben Beide noch eine Weile liegen. Aber anscheinend schlief Laura wohl irgendwie ein. Sie wurde erst wieder wach, als Adam ihr behutsam über die Wangen streichelte. Wie von weit her, hörte sie seine sanfte Stimme, der sie erst wieder aus dem Schlaf zurück holte. "Hey du Maus! Aufwachen. Ich glaube wir sollten langsam mal nach hause gehen." "Was ist denn los?" "Es bewölkt sich. Wahrscheinlich gibt es bald Regen. Und ich glaube kaum, dass wir uns eine Erkältung holen möchten." Sie sah zum Himmel. In der Tat. Er war schon reichlich dunkel. Obwohl es erst kurz vor 17 Uhr war. Während sie zusammenpackten und sich auf den Weg machten, fragte Laura Adam: "Warum hast du mich denn nicht schon vorher geweckt? Dir muss doch in der Zwischenzeit langweilig gewesen sein." "Oh nein, ganz im Gegenteil. Ich habe dir beim Schlafen zugesehen." "Ja, das kann ich gut. Schlafen. Aber wie kannst du das stundenlang machen?" "Du hast so zufrieden ausgesehen. Wie so ein kleiner Engel. Richtig süß. Oder eine kleine Fee." Sie gingen die Straße entlang, zu ihrem Hochhaus hin und er legte seinen Arm um sie. "Meine kleine Fee. Du hast mich sofort verzaubert." Er gab ihr einen kleinen Kuss auf die Wange. Kaum waren sie beim Hochhaus angekommen, begann es auch schon zu regnen. Als sie vor Lauras Wohnung standen meinte Adam: "Ich muss dann noch ein Tape aufnehmen. Habe gerade ein paar neue Ideen für ein paar Songs. Und wenn es aufhört zu regnen, dann spiele ich vielleicht noch in der Fußgängerpassage. Sehen wir uns morgen?" "Sicher, wenn du möchtest." "Und ob ich das möchte. Da du ja länger schläfst als ich schlage ich vor, dass du vielleicht mal zu mir hoch kommst, wenn du wach bist und so. Was meinst du?" "Okay, ich komme dann hoch. Bis morgen dann." "Bis morgen." Er nahm Laura noch einmal kurz in den Arm. So gerne hätte er sie geküsst. Aber irgendwie benahm Laura sich seltsam, als er ihr versuchte näher zu kommen. Als er den Kopf ein wenig drehte, um sie zu küssen, erwiderte sie den Kuss nur sehr leicht. Sanft strich Adam mit seiner Hand über Lauras Wange und seine Lippen berührten sanft ihre. Gerne hätte er sie lange geküsst. In ihm brannte solch ein Feuer, dass er die Leidenschaft nur durch einen Kuss zurückhalten vermochte. Doch irgendwie verwehrte ihm die junge Frau das. Vielleicht ging es ihr auch nur zu schnell. Das musste er respektieren. Er wollte sie zu nichts drängen, was sie nicht wollte. Er wollte sie nicht schon wieder verlieren; vor allem nicht jetzt, wo noch alles so frisch war. Er schenkte ihr noch einmal sein wundervolles Lächeln, dann ging er nach oben in seine Wohnung. Er freute sich schon richtig darauf, wenn er sie wieder sehen würde. Aber es war schon irgendwie komisch. Er freute sich, sie wiederzusehen und hoffte, dass das bald sein würde, obwohl sie nur ein Stockwerk unter ihm wohnte. Er würde heute sogar noch zwei mal an ihrer Wohnungstüre vorbei laufen. Wenn er auf die Straße ging, um zu spielen, und später, wenn er wieder zurück kam. Er suchte noch einige Sachen zusammen und als es aufhörte zu regnen und die Sonne wieder schien, machte sich dann bald auf den Weg, auf der Suche nach einem guten Platz in der Fußgängerpassage. Als er ankam, baute er alles nötige auf. Einige Leute blieben schon stehen, da sie ihn kannten und wusste, was für ein guter Musiker er war. Schon bald waren dann auch schon die Straßen von Adams wundervoller Stimme erfüllt und die Menschen lauschten ihm andächtig. Er spielte bis es anfing dunkel zu werden. Im Vorrübergehen hatten ihm viele Leute Geld in den Gitarrenkoffer geworfen und Adam hatte ihnen immer wieder freundlich zugenickt und sich somit bedankt. Zurück in seiner Wohnung nahm er sich das Telefonbuch und suchte eine Nummer heraus. Er wählte sie und führte dann ein kurzes Telefonat. Als er den Hörer wieder aufgelegt hatte lächelte er zufrieden und ging dann erst mal unter die Dusche. Danach machte er sich noch etwas zu Essen, denn er hatte doch ganz schönen Hunger bekommen. Schließlich hatte er seit dem Picknick von heute Mittag nichts mehr gegessen. Also belegte er sich noch zwei Brötchen und setzte sich noch etwas vor den Fernseher. Aber auf die Sendung "Stern TV" konnte er sich nicht so recht konzentrieren. Die ganze Zeit drehten sich seine Gedanken um Laura. Was sie wohl gerade macht? Am liebsten hätte er sie jetzt ganz nah bei sich. Er wollte einfach nur ihre Nähe spüren, ihre Hand halten, sie einfach nur bei sich haben. Aber morgen endlich wieder. Adam war wirklich sehr müde geworden. Da dauerte es auch nicht lange, bis er auf der Couch einschlief. Aber gegen 2 Uhr in der Früher schreckte er hoch. Draußen donnerte es und Blitze zuckten über den nachtschwarzen Himmel. Der Fernseher war aus und auch als Adam aus dem Fenster sah, brannte auf der Straße keine Laterne. Also musste wohl der Strom ausgefallen sein, denn als er den Lichtschalter drückte, passierte wiederum nichts. Er tastete sich langsam durch seine Wohnung, hin zu seinem Schlafzimmer. Dort hatte er eine Taschenlampe. Die würde fürs erste sicher aushelfen. Nach etwas Suchen und nachdem er sich den rechten Zeh an der Kommode angeschlagen hatte, hatte er endlich die Taschenlampe in der Hand. Er knipste sie an. Zum Glück waren die Batterien nicht leer. Abermals donnerte es sehr laut. Das Gewitter musste wohl über dem Haus sein. Was Laura wohl gerade macht? Adam konnte sich nicht vorstellen, dass sie bei dem Getöse schlafen könne. Und sie hatte ja vielleicht noch nicht alle Kartons ausgeräumt und stand jetzt völlig im Dunkeln. Also ließ Adam es sich nicht nehmen, doch noch nach ihr zu sehen. Vorsichtig ging er die Treppen zu dem unter ihm liegenden Stockwerk hinunter und stand schließlich vor Lauras Wohnungstüre. Er horchte erst, ob er etwas hören konnte. Nicht, dass er sie mitten in der Nacht aus dem Schlaf reißen wollte. Aber da hörte er auch schon, dass sich in der Wohnung jemand bewegte. Also klopfte er an ihrer Türe. Nach dem ersten mal passierte nichts, also klopfte er ein zweites mal. "Wer ist da?", hörte er ihre Stimme. "Ich bin es, Adam. Der Strom ist ausgefallen und ich wollte sehen, ob es dir gut geht." Da konnte er auch schon das Klicken des Türschlosses hören und es wurde ihm geöffnet. In Lauras Wohnung war es ebenfalls stockfinster. "Brauchst du vielleicht Hilfe?", fragte er sie und hob die Taschenlampe hoch. "Das ist lieb, dass du extra runter gekommen bist, aber ich habe mir schon selbst geholfen." Sie deutete in ihr Wohnzimmer, wo Adam jetzt doch ein leichtes Lichtflackern wahrnehmen konnte. Er und Laura gingen hinein. Sie hatte in ihrem Wohnzimmer viele Kerzen stehen und sie brannten. Das leichte Flackern, das diesen Raum erhellte war wirklich wunderschön. Adam sah Laura an. Sie trug einen blauen Morgenmantel aus Satin mit chinesischem Muster. Das schwache Licht, welches die Kerzen von sich gaben, warf kleine Schatten auf ihr Gesicht. Adam sah sie an. Er konnte seinen Blick nicht von ihr lassen und diese Atmosphäre hier....... "Du siehst wunderschön aus....", flüsterte er ihr zu. Laura sah ihn an, konnte aber nichts sagen. Adam merkte das und meinte dann: "Tut mir leid. Ich wollte nicht aufdringlich wirken." "Schon gut." "Also bei dir ist alles in Ordnung?" "Ja, alles im grünen Bereich." Wieder war ein lauter Donner von draußen zu hören. Laura erschrak sich und zuckte ein bisschen zusammen. "Hast du Angst vor Gewittern?" "Nein, eigentlich nicht, aber......." "Aber?" "Nun ja, vor den Blitzen habe ich eigentlich mehr Angst." "Soll ich vielleicht hier bleiben? Natürlich nur, wenn es dir nichts ausmacht. Ich kann ja auf der Couch übernachten. Dann bin ich auch gleich da, wenn was sein sollte." Laura wusste nicht so recht, ob sie auf Adams Angebot eingehen sollte. Eigentlich wäre sie schon froh, wenn sie jetzt jemanden bei sich hätte. Eigentlich hatte sie ja wirklich keine Angst vor Gewittern, aber da sie hier in einer neuen Wohnung, in einer ihr unbekannten Umgebung und ihr alles hier noch fremd war, wäre sie wirklich froh gewesen, wenn sie jemand bei sich hätte. Aber alleine mit einem Mann in einer Wohnung..... Das war ihr natürlich nicht geheuer. Aber er konnte ja wirklich auf der Couch schlafen und sie könne ihr Schlafzimmer abschließen. So müsste es eigentlich gehen. "Wenn du möchtest, dann kannst du hier bleiben.", gab sie ihm zur Antwort. Adam freute das natürlich. Laura holte ihm noch ein Kissen; eine Decke wollte er nicht, da es eh so warm war. "Bist du müde?", wollte er von ihr wissen. "Nicht mehr. Jetzt bin ich erst mal wach, wegen dem Gewitter." "Geht mir genauso." Laura war ans Fenster getreten. "Der Mond scheint heute so schön." Adam wusste nicht, was ihn dazu trieb, aber er trat hinter sie und umarmte sie von hinten. "Du hast recht. Er ist wirklich schön. Aber du gefällst mir noch besser." Laura kam sich wie gefangen vor. Es war ihr unangenehm, dass er ihr so nah war. Sie mochte ihn ja, aber er erinnerte sie somit einfach zu sehr an ihre schlechten Erfahrungen. So wie immer, wenn man ihr zu Nahe kam, verkrampfte sich Laura total. Sie konnte seinen Atem in ihrem Nacken spüren. Am liebsten hätte sie um sich geschlagen, aber er konnte auch nichts dafür. Er wusste ja von nichts. Und inzwischen glaubte sie nicht, dass er ihr auch so weh tun könnte. Seine Worte rissen sie aus ihren Gedanken. "Hey, du bist ja völlig verspannt. Komm, leg dich hin. Ich massiere dich ein bisschen." Er führte Laura zur Couch, legte ihr den Morgenmantel ab und begann ihren Rücken und ihre Schultern zu massieren. Anfangs hatte sie Angst, dass sie ihm jetzt ausgeliefert wäre. Aber mit der Zeit legte sich das und sie wurde etwas entspannter und irgendwie gefiel es ihr auch. Adams Hände glitten mit sanftem Druck über ihre Schultern, ihren Nacken und ihren Rücken. Auch Adam genoss es. Er mochte das Gefühl, wie seine Hände über ihre Haut glitten und er mit den Fingern leicht ihre Wirbelsäule nachfuhr. Das Licht der Kerzen flackerte noch immer und warf ein weiches Licht in den Raum. Es war doch schon irgendwie romantisch. Und der Augenblick wäre jetzt so passend, dachte er. Leicht strich er Lauras Haar zur Seite, so dass ihr Nacken frei lag. Laura hatte die Augen geschlossen als sie plötzlich Adams Lippen auf ihrem Nacken spürte. Sanft und wie kleine Schmetterlinge huschten seine Lippen über ihre Haut. Sie bekam eine Gänsehaut. Da spürte sie schon Adams Hände an ihren Schultern und er drehte sie auf den Rücken, dass sie ihn ansehen musste. Die Beiden sahen sich einfach nur an, ohne dass einer ein Wort sagte. Diese unglaublich blauen Augen dieses Mannes hatten Laura sofort in ihren Bann gezogen. Sie war wie in Trance. Ihre Lippen kamen sich immer näher und verschmolzen schließlich zu einem langen Kuss. Erst als sie seine Zunge sanft spürte, kam sie wieder zu sich. Was sollte sie jetzt tun? War das wieder der Anfang vom Ende? Sie konnte wieder die Panik spüren, die in ihr aufstieg. Oder..... Eigentlich war er ja wirklich sehr nett gewesen in den letzten Tagen. Vielleicht war er wirklich ein ganz lieber Mensch; für einen Mann. Und vielleicht meinte er es wirklich ernst mit ihr. Sie musste dieses Risiko einfach eingehen, sonst würde sie es nie erfahren. So ließ sie diesen Kuss doch zu und erwiderte ihn. Und es wurde doch sehr schön. Adam war sehr sanft und zärtlich. Sanft strich seine rechte Hand über ihre Wange, als sie sich langsam wieder voneinander lösten. Sie sahen sich noch einen Moment lang in die Augen, als plötzlich wieder ein lauter Donnerschlag ertönte und ein Blitz die Nacht erhellte. "Denkst du, dass das noch lange anhält?", fragte er. "Ich glaube nicht. Es wird schon leiser und ich glaube, dass das Gewitter schon weiterzieht." Sie saßen noch eine Weile auf der Couch, bis Laura dann schließlich doch meinte: "Ich werde dann mal ins Bett gehen. Ich bin doch etwas müde." "Okay, dann schlaf schön." "Danke, du auch. Und wenn was ist oder du was brauchst, dann klopf einfach an meine Schlafzimmertüre." "Werde ich tun." "Falls du Hunger bekommen solltest, bedien dich. Wo der Kühlschrank ist weißt du ja." "Danke. Gute Nacht." Damit war Laura dann auch schon verschwunden und schloss die Türe hinter sich. Adam legte sich zurück und dachte nach. Über sich, über Laura, den Kuss, ihre Beziehung zueinander, ..... Einfach über alles. Er mochte sie wirklich sehr und glaubte, in ihr das gefunden zu haben, was er schon so lange Zeit gesucht hatte. Auch Laura lag noch lange Zeit wach. Sie dachte ebenfalls nach. Trotz allem fühlte sie sich zu diesem Mann da draußen hingezogen. Vielleicht sollte sie sich doch überwinden und versuchen eine richtige Beziehung aufzubauen. Wenn sie immer wieder bei ihren inneren Barrikaden Halt machen würde, dann könnte sie sich ihm nie ganz öffnen. Aber dann fiel ihr doch wieder ein, wie sie sich gefühlt hatte, als er auf einmal hinter ihr stand. Aber im nächsten Moment holte sie der Gedanke ein, wie sanft er war, als er sie massiert hatte. Und der Kuss. Vielleicht war Adam wirklich eine Ausnahme und wollte wirklich eine Beziehung zu ihr aufbauen. Laura hoffte es wirklich sehr. Auch wenn es sie viel Überwindung kostete, sie wollte es wirklich mit Adam versuchen. Dann schlief sie doch einigermaßen zufrieden ein. >Meinen Namen habe ich in dieser Geschichte selbstverständlich geändert und Adam (Kelly) steht hiermit nur stellvertretend für die gesamte Männerwelt, wie ich und andere Frauen und Mädchen sie sich vielleicht wünschen würden. Aber dennoch würde ich mich freuen, wenn ich Meinungen zu dieser Geschichte geschickt bekommen würde, auch wenn sie noch nicht ganz fertig ist. Aber der zweite Teil wird in Kürze folgen.< © Magic Fairy (Vielen Dank für diese außergewöhnliche Geschichte!) [ Teil 2 ] |
Last update: 26/04/2001
(Online since: 22/05/2000)