Mordversuch mit Folgen

by Kristina   Johnlove@Kellylover.zzn.com

 

Es war einer dieser Abende, die ich hasste. Manuel kam von der Arbeit heim und war wieder mal schlecht gelaunt. Oh Mann, hoffentlich bekomme ich das nicht wieder ab... "HEY, was ist los? Wo ist mein Essen? JANE!!!" Er kam in die Küche und hatte wieder diesen elenden Alkoholgeruch an sich. Manuel kam auf mich zu, hielt mich grob fest und schlug mich. "Du elendes Miststück Wozu habe ich Dich denn wenn nie was zu Essen da ist? " Er nahm mich grob und drückte mich gegen den Schrank. Jetzt reicht es mir, nein das passiert mir nicht noch mal. Ich tastete vorsichtig auf die Ablage wo die Messer standen. Das erst beste schnappte ich mir und stach zu. Er sank einfach auf den Boden...

Ich rannte nur noch raus, schnappte meine wichtigsten Sachen und haute ab. Wußte nicht wohin ich lief einfach nur weg. Da stand ich nun am Bahnhof. Aber wohin? Ich sah, dass ein Zug Richtung Köln ging und überlegte, ob ich nicht meine Freundin (die ich per Chat kennengelernt hatte) besuchen sollte. Wir hatten uns noch nie gesehen, aber ich hatte ja ihre Handynummer. Gesagt getan und saß im Zug Richtung Köln. Am nächste Tag kam ich dort an und schrieb ihr eine SMS. Endlich aus dem vollen Bahnhof raus nahm ich ein Taxi und fuhr in die Innenstadt um mir erst mal ein neues Outfit zu verpassen. Zuerst ging ich zum Friseur und ließ mir einen Dauerwelle machen, dann kaufte ich mir ein paar neue Klamotten und ging einfach drauf los. Mit einem Mal stiegen mir wieder die Bilder von den gestrigen Abend auf . Was hatte ich gemacht? Warum? Hatte ich nicht falsch gehandelt? Hätte er sich nicht noch geändert? Auf einmal klingelte mein Handy. "Hi, hier ist Candy (wir kennen uns nur unter unserem Nickname) . Sorry, dass ich mich nicht früher gemeldet habe, aber ich hatte noch was zu tun. Bist Du schon in Köln? Wo denn?" "Äh hi. Wo bin ich? Warte da muss ich mal gucken. In der Innenstadt. Ah, da vorne ist der Dom." "Ah, o.k. ich kann mir denken wo Du bist. Ist da in der Nähe ein Eiscafé das Venezia heißt?" "Ja, ich sehe es." "Gut, dann setzt Dich mal da rein und ich bin in einer guten halben Stunde da. Bis dann! Ich freue mich schon, Dich in natura zu sehen."

Tja dann sass ich da in Gedanken versunken. Bevor ich mich in das Café setzte kaufte ich mir noch schnell eine Zeitung. Es stand aber nichts drin. Auf einmal kam ein großer gut aussehender Mann zu mir an den Tisch. "Entschuldigen Sie, aber es ist hier nirgendwo mehr frei. Dürfen wir, mein Bruder und ich , uns zu Ihnen setzten?" "Ja natürlich" Die beiden Männer sahen sich schon recht ähnlich, obwohl der eine kurze Haare hat und der andere lange ungefähr bis zur Hüfte. "Wir haben uns noch gar nicht vorgestellt. Ich bin James und das ist mein großer Bruder John" "Hallo, Ich bin Jane." Die beiden waren ganz nett, aber mir fiel auf, dass der ältere der beiden etwas weniger Sprach als der andere aber es konnte natürlich auch davon kommen dass James nur redete und das wie ein Wasserfall. Nach einer Dreiviertelstunde sah ich auf die Uhr und bemerkte, dass "Candy" noch nicht da war. Plötzlich kam eine sehr hübsche blonde Frau zu uns an den Tisch und begrüßte die beiden Männer. "Hey ihr zwei, was macht Ihr denn hier?" "Wir wollten die Sonne ausnutzen und haben dabei diese nette Dame kennengelernt. Das ist Jane" Sagte James und zeigte auf mich. "Und was machst Du hier? " "Ich wollte mich mit einer Freundin treffen. Weißt Du, die die ich aus dem Chat her kenne" "Entschuldigen Sie, aber meinen Sie "Tweety "? Mischte ich mich mal kurz ein. " Ja, woher wissen sie das? Oder bist Du etwa?" "Ja, ich bin es." "Wow, so schnell kann es gehen. Ich bin Patricia und meine beiden großen Brüder kennst Du ja bereits." Wir saßen noch ungefähr 1 ˝ Stunden dort und redeten. "Sag mal weißt Du schon wo Du wohnst?" fragte mich Patricia "Nein. Da muss ich mir noch was suchen, denn das war eigentlich eher eine spontane Idee hier her zu kommen." "Wenn Du willst kannst Du bei mir und meinem Mann wohnen. Aber er ist im Moment auf einem Seminar." "Wirklich?" "Ja, na los komm." "Dankeschön. Tschüß James, Tschüß John!" Rief ich den beiden zu und lief hinter Patricia her. Bevor wir in der Wohnung ankamen, mussten wir uns zuerst noch durch einen Schwarm von Fans kämpfen.
Endlich in der Wohnung angekommen fragte ich Sie: "Bist Du etwa DIE Patricia von der berühmten Kelly Family?" "Ja. Geschockt?" "Nein. Überhaupt nicht. Ihr habt eine schöne Wohnung." "Danke. Mach es Dir gemütlich." Den Rest des Nachmittags saßen wir zusammen und redeten über alles mögliche. "Sag mal, hast Du einen Freund? Oder so was?" "Äh nein. Eigentlich nicht. Warum interessiert Dich das?" auf diese Frage war ich gar nicht eingestellt, also antwortete ich schnell ohne Nachzudenken. Zum Glück klingelte das Telefon. Es war James, der fragte, ob wir heute abend weggehen wollen. "Klar, warum nicht!" antwortete ich.

Abends holten uns James, John und Patrick ab mit Patricia´s jüngeren Schwestern Barbara und Maite. Zuerst gingen wir Essen. Sie fragten mich aus, woher ich käme, wie ich Patricia kennengelernt hätte usw. John war Anfangs wie am Mittag etwas zurückhaltender, aber nach einiger Zeit taute er allmählich auf und ich verstand mich besonders gut mit ihm. Nach dem Essen gingen wir in einen Club in der Nähe in den James und Patrick unbedingt wollten. Ich genoss den Abend, denn ich war schon seit ungefähr 3 Jahren nicht mehr aus (in der Zeit in der ich mit Manuel verheiratet war).
Am nächsten Morgen trafen wir uns alle in einem Café zum Frühstück. Als Patrick die Zeitung las meinte er: "Hört mal. Hier hat eine Frau versucht ihren Mann umzubringen." "Ach ja, les mal vor " meinte Barbara

"Duisburg. Gestern Abend wurde der Rettungsdienst in die Wohnung des 28 jährige M. gerufen. Sie fanden ihn in seiner Küche mit Messerstichen im Brustbereich. Er wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und operiert. Er hat überlebt. Wahrscheinlich war es ein Mordversuch seiner Frau. "Sie hatte es so gut bei mir. Ich habe alles für sie getan. Aber auf einmal drehte sie durch. Ich wollte Sie zur Begrüßung umarmen, aber da schnappte sie sich ein Messer und stach zu. Und verschwand." sagte M. zu der Presse."

" Was meinst Du dazu?" "Naja, Pad wer weiß, vielleicht hatte sie ja einen bestimmten Grund warum Sie das gemacht hat." "Ach Barby, ich weiß nicht. Ich finde es schon schlimm. Hätte sie nicht einfach abhauen können?" "Du weißt aber nicht wie der Mann reagiert hätte. Es gibt doch manche, die sich dann auf die Suche nach Ihrer Frau machen um sie zurückzuholen und dann wird es für sie noch schlimmer. Wer weiß das schon. " meldete sich John zu Wort. "Jane? Alles klar? Du bist so blass geworden. " "Oh entschuldige. Aber mir geht es nicht gut. Ich ..ich muss mal kurz weg. O.k. Wir sehen uns dann nachher. Ciao!" sagte ich und legte das Geld auf den Tisch, ging in den Park und setzte mich an den kleinen See.

"Warum weinst Du? Dürfen wir uns zu Dir setzen?" fragte eine tiefe Stimme. Als ich mich umdrehte sah ich John mit einem Riesenhund und James mit einem Boxer. "Ja, wenn ihr mögt." "Das ist Finbar. Sie ist einen Irische Wolfshündin." "Und das ist mein Boxer. Er heiß Cuba" Die beiden nahmen mich in die Mitte und liessen die Hunde von der Leine. "Warum bist Du denn so schnell verschwunden? Haben wir irgendwas gemacht oder gesagt? " "Nein. Ihr habt überhaupt nichts gemacht. Keine Sorge. Ich bin an allem Schuld" "Warum Du??" "Ich weiß nicht ob ich es euch erzählen soll, denn ich kenne euch erst seit kurzem und..." "CUBAAA!!!!!!!! HALT!" James sah wie sein Hund hinter einer Collie Hündin her rannte die von einem netten Frauchen geführt wurde. "Wie es aussieht sind wir jetzt alleine. Denn der kommt nicht so schnell wieder." sagte John und grinste. "Ah warte mal ich habe eine Idee. Pass mal auf Finbar auf. Ich bin gleich wieder da." Jetzt sitze ich alleine hier an einem Teich irgendwo in Köln mit einem Irischen Wolfshund , einem sehr netten Mann und überlege wie mein Leben weiter gehen soll, ob ich das richtige getan habe, ob ich das falsche getan habe, ob ich zur Polizei gehen soll... aber John riss mich aus meinen Gedanken "So läßt es sich besser reden." er gab mir ein Eis und holte eine Tüte zum Vorschein. Daraus zauberte er etwas zu trinken, belegte Brötchen, Gummibärchen und Schokolade und sah mich erwartungsvoll an. Ich konnte nicht anders und liess alles über die letzten 3 Jahre raus... nachdem ich geendet hatte sah er mich an und meinte "Das bekommen wir schon hin. Keine Angst. Ich passe auf Dich auf...." "Aber Du kennst mich doch erst seit 2 Tagen und..." "Ja aber ich denke, dass ich Dich seit heute ganz gut kenne nach unserem Gespräch. Und damit Du mich auch ein wenig besser kennenlernst erzähle ich Dir auch was von mir..." über die Zeit in Spanien, wie er den Tod seiner Mutter überwunden hat, was ihm manchmal fehlt, was ihn nervt, seine Träume, seine Trennung mit Maite.....

"Da sind wir wieder! Also, nun mal raus mit der Sprache. Was ist los Jane!" James und Cuba kamen angerannt und setzten sich zu uns. "Ähm während Ihr mit euren Weibchen beschäftigt wart, haben wir uns unterhalten.." "Hey Brüderchen Du willst mir doch nicht sagen, dass ich schon alles verpasst habe, oder?" "Tut mir leid Jimmy." "Daran war nur Cuba schuld. Wenn er nicht hinter dem Collie her gerannt wäre dann..."

Wir packten unsere Sachen und gingen zurück. "Kommst Du erst mal mit aufs Schloß oder soll ich Dich zu Patricia bringen?" "Also ich würde lieber erst mal mit aufs Schloß" im Schloß angekommen versuchte mich James auszufragen während John im Arbeitszimmer verschwand. "Jane, ich habe unseren Anwalt angerufen. In einer Stunde ist er da. Er wird mit Dir die wichtigsten Sachen durchgehen und wird Dich vor Gericht verteidigen." "Aber John, ich...... Danke!" sagte ich und fing an zu weinen. John kam zu mir nahm mich in den Arm und streichelte mir über die Haare und den Rücken. "Was ist denn hier los? " Patricia kam in den Raum und sah uns an. "Ich weiß auch von nix. Jane und John wollten mir nichts erzählen.." fing James gleich an und rannte auf seine Schwester zu. "Um was geht es denn?" fragte sie John. "Darf ich es Ihr erzählen oder willst Du?" Nein, mach Du nur. Ich weiss nicht ob ich das noch mal kann...." John erzählte Patricia und James die ganze Geschichte.

Eine Stunde später kam der Anwalt und wir berieten was zu tun sei. Er schlug vor, dass ich mich stelle und dann auf Notwehr plädiere. Ich verabschiedete mich von den Kellys und fuhr zur Polizei. Ich hatte totale Angst. Dort angekommen erzählte ich ihnen was ich getan habe und wurde erst einmal in eine Zelle gebracht. Eine Stunde später kam mein Anwalt und erklärte mir was zu tun sei. Er habe bereits Bewährung bis zum Prozess beantragt und diese wurde zum Glück statt gegeben.

Also konnte ich bald wieder zu Patricia in die Wohnung, in der Sie und die anderen mich fröhlich empfingen. "Na ja, für´s erste haben wir Dich ja wieder!" meinte Barbara. "Ja und jemand bestimmtes hat Dich auch ganz schön vermisst. Derjenige will es aber nicht zugeben" meinte James zwinkernd und blickte zu John der nun auf mich zu kam. "Na alles in Ordnung? Wie geht´ s Dir? Wann ist der Prozeß ?" Er überhäufte mich mit Fragen die ich ihm gleich beantwortete.

2 Wochen später in Köln. Heute ist der Tag an dem der Prozess ist. "Jane, warte mal. Ich muss Dir noch schnell was geben bevor wir da rein gehen" sagte John steckte mir einen Zettel zu und ging rein. Bevor ich mit Herr Lorenz (mein Anwalt) rein ging las ich noch schnell auf dem Zettel.

Liebe Jane,
Ich wünsche Dir alles gute und hoffe dass Du (wir) gewinnst (gewinnen), denn ich möchte Dich wieder in meine Arme schliessen und Dir sagen, dass ich Dich sehr sehr gern habe. Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Wir schaffen das!! Ich glaube an Dich! Und falls Du (wir) es doch nicht schaffst (schaffen) werde ich Dir jeden Tag schreiben, Dich besuchen und an Dich denken und vor allem auf Dich warten...
Dein John

Der Anwalt meines Mannes versuchte mich nach allen Regeln der Kunst als die Verrückte hinzustellen und Ihn als den lieben und einsichtigen Mann. Herr Lorenz bemühte sich sehr. Plötzlich meinte er, dass er noch einen Zeugen hat, der gegen Manuel aussagen würde. Lisa, meine Freundin (der ich immer alles erzählt habe und die mich sogar wegen Manuels Schlägen mal ins Krankenhaus gefahren hatte..)kam herein und erzählte alles was sie wußte. Das Gericht verschob die Verhandlung auf den nächsten Tag...

Den Rest des Tages war ich nicht zu gebrauchen. Ich sass nur in der Ecke und starrte vor mich hin aus dem Fenster. James und John wollten mich zu einem Spaziergang mit den Hunden überreden, aber ich wollte nicht, dazu war ich zu aufgeregt...

Die Nacht verbrachte ich auf Schloß Gymnich. Ich sass in meinem Bett und konnte nicht schlafen. Plötzlich klopfte es an der Tür und John kam herein. "Hey, darf ich rein kommen?" "Ja ich kann so wieso nicht schlafen. Komm nur rein." Er kam mit seiner Gitarre rein setzte sich zu mir aufs Bett und fing an zu singen:

Maybe we should cry, maybe should smile, maybe we should going and find another place...

Too many ways, too many sights, too many words too many dreams....

Es war einfach schön nur neben ihm zu sitzen und ihm zu zuhören. Als er fertig war kroch er zu mir unter die Decke nahm mich in den Arm und sang mich in den schlaf. Zwischendurch wachte ich auf, aber er war immer noch da und hielt mich fest. Er streichelte mir über das Haar und flüsterte mir zu dass alles wieder gut wird und er mich nie verlassen würde und während ich in einen leeren Traum versank hörte ich ihn noch wie er sagte "Ich liebe Dich".

Am Morgen wachte ich auf und John stand neben dem Bett mit Frühstück und einer roten Rose...und sah ihm in seine wunderschönen blauen Augen in denen ich sah, was ich in der Nacht noch gehört hatte und wonach ich mich immer gesehnt hatte...LIEBE.

Im Gericht war ich total aufgeregt und vor allem weil ich noch keine Gelegenheit gefunden hatte mich bei den Kellys zu bedanken. Ich suchte immer wieder den Blickkontakt mit John.

"Meine Damen und Herren, hiermit verkünden wir das Urteil. Wir sprechen Frau Jane Smith frei aber sie muss Schadenersatz von 10.000 DM bezahlen. Da aber Herr Manuel Smith gegenüber seiner Frau handgreiflich wurde übernimmt er die Anwaltskosten auf beiden Seiten und zahlt ihr Schmerzensgeld in Höhe von 3500DM."

Das war zwar nicht viel, aber ich hatte es geschafft!! Ich war überglücklich und fiel Herrn Lorenz um den Hals und rannte raus um nach John zu suchen. Als ich ihn und seine Geschwister sah rannte ich auf ihn zu. In dem Moment als ich los lief sah er mich an und kam mir entgegen. Wir fielen uns in die Arme und küßten uns. Es war ein langer und zärtlicher Kuss... "Na endlich haben die beiden auch das geschafft!" hörte ich James zu den anderen sagen.


© Kristina (Ganz lieben Dank!)

 

Bar Letter

Last update: 03/04/2001

(Online since: 03/04/2001)


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