Warum Skinny Norris die Kelly Family hasst
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Amerika war etwas komplett neues für die singenden Geschwister, und ein Urlaub in den Staaten tat ihnen allen gut. Auch wenn sie oft Straßenkonzerte gaben, so verlieh ihnen das Flair der großen Freiheit doch Entspannung und ein Gefühl von Unabhängigkeit - noch stärker als in Europa. Die Familie war in einem großen Wohnmobil unterwegs, und unweigerlich kamen sie alle auch nach Californien. Der Ozean war atemberaubend, und nicht nur an einem Abend schliefen alle unter freiem Himmel im Sand. Als Domizil hatten sie sich eine kleine Stadt ausgewählt, die noch nicht von Wolkenkratzern und HotDog-Ständen überwuchert war. Auch der Name war eher natürlich als beispielsweise New York. Vielleicht werden viele von Ihnen, verehrte Leser, nicht glauben, was sich während dieses Aufenthalts ereignet hat, doch sei"s drum: Die Geschehnisse sollen hier Erwähnung finden. "Scheeeeeeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiißßßßßßßßßßeeeeeeeeeeeee!" brüllte Joey, der zu diesem Zeitpunkt vielleicht dreizehn oder vierzehn Jahre zählte. Er kam wütend wie ein Stier aus dem Wohnmobil gerannt und tobte geradewegs in die Sandburg, die Paddy, Barby und Maite bauten. Ein ohrenbetäubendes Geschrei erhob sich, und die Kleinen begannen heiße Tränen zu vergießen, und rasch eilte Kathleen zu ihren kleinen Geschwistern und versuchte sie zu beruhigen. Barby wollte sofort eine Prügelei mit Joey anfangen, doch der beachtete seine wütend nach ihm schlagende kleine Schwester gar nicht. Aufgebracht wandte er sich an seinen Vater. "Unser Zeug - unsere Instrumente - alles weg!" stieß er hervor. "Jemand hat die Tür aufgebrochen!!!" Der Vater sprang auf. "Nein!" rief er, doch Joey deutete nur atemlos auf den Weg, den er soeben in Rekordgeschwindigkeit zurückgelegt hatte. "Guck selbst! Jimmy ist noch im Wagen und passt auf, dass sonst keiner kommt und was klauen kann. Soll ich die Polizei anrufen?" fragte er dienstbeflissen, und sein Vater packte den Spross beim Arm. "Wenn du mich verschaukelst, mein Junge, kannst du was erleben!" drohte er mit brummender Stimme. Joey schüttelte den Kopf. "Nein, wirklich nicht!" beteuerte er immer wieder. Dan ließ den Arm seines Sohnes nicht los und schleifte ihn hinter sich her zum Wohnmobil. Jimmy saß auf den Stufen und blickte den beiden entgegen. Mit einem Blick erfasste Daniel die Situation. "Jim, ruf die Polizei an. Ich versuche zu retten, was zu retten ist. Joe, du gehst zurück zum Strand und sagst Kathy, dass sie die Oberaufsicht hat. Und schick mir Johnny - er soll mir helfen. Und du, Jim, kommst auch zurück, wenn du fertig bist. Klar?" Beinahe hätten die beiden strammgestanden, so resolut klang ihr Vater. Doch er sah sie so finster an, dass sie nur in zwei verschiedene Richtungen auseinanderstoben. Keine zwei Minuten später war John bei seinem Vater. Er warf einen Blick auf das Wohnmobil und runzelte die Stirn. Er machte nicht viele Worte, sondern begann gleich, die zerschlagene Tür auszuhängen und mit dem noch übrigen Werkeug zu reparieren. Daniel machte währenddessen eine Aufstellung der Dinge, die gestohlen worden waren. Zwischendurch fragte er sich, wo Jimmy wohl blieb. Es dauerte über eine halbe Stunde, bis er wieder auftauchte. Doch statt der Polizei hatte er ein paar ältere Jungen dabei - einen kleinen Dicken, einen sportlichen schlanken und einen mit Brille. Daniel kniff die Augen zusammen. Der Junge hatte doch nur Blödsinn im Schädel... "Papa, der Kommissar hat mir gesagt, das wäre ein Fall für die Versicherung. Er kommt später und nimmt die Anzeige auf," erklärte Jimmy, als er bei seinem Vater angelangt war. Daniel wurde langsam wütend. "Und kannst du mir verraten, warum du jetzt erst auftauchst, junger Mann?" bollerte er los, doch da trat der Dicke vor und reichte Daniel eine kleine Pappkarte. "Gestatten Sie: Kommissar Reynolds hat uns geschickt. Wir sind drei Detektive und würden uns gern mit Ihrem Fall beschäftigen." Daniel warf einen Blick auf die Karte: Die drei ??? 1. Detektiv Justus Jonas "Wollt Ihr mich veräppeln?" brummte er und wollte dem Jungen die Karte zurückgeben, doch der hob abwehrend eine Hand. "Oh nein Sir, wir meinen es völlig ernst. Wir arbeiten schon seit Jahren mit der Polizei von Rocky Beach zusammen und haben einige Erfolge vorzuweisen. Außerdem kennen wir die Halbstarken, die meinen, wenn sie ein paar Instrumente in der Hand haben, können sie sich Band nennen." John war zu seinem Vater getreten und musterte die Jungs aufmerksam. Die Polizei würde sicher nur einen Versicherungsfall aus der Sache machen, doch alte und geliebte Instrumente konnte man nicht so einfach ersetzen. Er wusste, dass sein Vater gerade in diesem Moment über diese Tatsache nachdachte. "Tricias erste selbstgebaute Trommel ist dabei, Papa. Lass sie es doch versuchen." Daniel sah seinen Sohn aus immer noch ärgerlichen blauen Augen an. Dann wandte er sich an die drei Jungen. "Was habt Ihr denn für Gehaltsvorstellungen?" fragte er dann. Der bebrillte Junge lächelte höflich. "Soviel wie Sie zahlen möchten, wenn wir den Fall zu Ihrer Zufriedenheit gelöst haben!" erwiderte er und steckte die Hände in die Taschen seiner Jeans. Daniel wiegte bedächtig den Kopf. Schließlich nickte er. "Also gut, meinetwegen. Seht zu, dass Ihr unsere Instrumente wiederbeschafft - dann reden wir weiter!" John streckte den Jungen die Hand zum Abschied hin. "Alles klar - wenn Ihr 'ne Liste braucht - ich kann sie Euch abschreiben!" bot er den dreien an. Der erste schüttelte den Kopf. "Wenn wir sie für eine halbe Stunde ausleihen könnten, würden wir sie kopieren. Wir bringen sie Ihnen dann wieder her. In Ordnung?" John und Jimmy ackerten noch den ganzen Nachmittag an dem zerwühlten Wohnmobil, bis es wieder einigermaßen zivilisiert aussah. Als endlich wieder alles an seinem Platz stand, gab John seinem kleinen Bruder einen Schubs. "Jetzt hau schon ab und erzähl es den anderen brühwarm, du machst dich ja sonst noch nass!" rief er und scheuchte Jimmy hinaus. Der rannte schnurstracks zum Strand, wo Joey damit beschäftigt war, Patrick im Sand einzugraben. Er berichtete allen von den drei Privatdetektiven, die den Auftrag hatten, die Instrumente wiederzubeschaffen. Doch nur Joey und Patrick waren wirklich beeindruckt. "Wir bieten ihnen unsere Hilfe an, wenn sie morgen früh kommen!" beschloss Joey schließlich und malte mit dem Finger drei Fragezeichen in den Sand. Patrick zappelte wie wild herum; so langsam wurde es ihm doch etwas mulmig im Sand. Also gruben sie ihn wieder aus. Justus, Peter und Bob waren inzwischen durch sämtliche Freizeitzentren und Übungskeller der Stadt getingelt und hatten nach den verlorenen Instrumenten Ausschau gehalten - vergebens. Ratlos hockten sie in der Zentrale und wussten erstmal nicht, wie sie weiterarbeiten sollten. Auch eine Telefonlawine hatte nicht den erwünschten Erfolg. "Vielleicht sollten wir nach Hause gehen. Ich bin so müde, ich kann kaum noch gucken!" meinte Bob schließlich. Justus nickte. "Und ich könnte jetzt was zu kauen vertragen. Lasst uns aufräumen!" Als er die durcheinandergeworfenen Papiere zusammenlegen wollte, fiel ihm die Liste in die Hände. "OOOPS, wir haben total vergessen, die Liste zurückzubringen. Kannst du das erledigen, Peter? Du wohnst doch in der Nähe!" Sein Freund nickte. Er steckte sich die Liste in die Jackentasche und verabschiedete sich von den beiden, die nun ebenfalls aufbrachen. Mit dem Rad war er blitzschnell am Wohnmobil angelangt. Drinnen sah er durch Kerzenschein betonte Silhouetten von zehn Menschen, groß und klein. Leise klopfte er an. Als sich die Tür öffnete, bekam er jedoch plötzlich keinen Ton mehr heraus. Das Mädchen, das vor ihm stand, lächelte ihn freundlich an. "Was möchtest du?" fragte sie höflich; dann fiel ihr Blick auf die Liste. Sie nahm sie ihm aus der Hand und lächelte wieder. "Danke schön, bis morgen!" sagte sie nur und machte die Tür wieder zu. Peter stand da wie ein begossener Pudel. Was war das gewesen??? Er war versucht, noch einmal zu klopfen, um zu sehen, ob die blonde Schönheit wirklich existierte, doch er wagte es nicht. Also schwang er sich wieder auf sein Rad und verschwand in der Nacht. Am nächsten Morgen machten sich Jimmy, Patrick und Joey auf die Suche nach der auf der Karte angegebenen Adresse. Sie fanden - einen Schrottplatz. Patrick jedoch - nicht schüchtern - ging gleich auf einen der beiden rothaarigen Arbeiter zu und sprach ihn an. "Wer bist du?" wollte er wissen, und der junge Mann lachte. "Ich heiße Patrick. Das ist mein Bruder Kenneth. Und wer bist du?" Patrick grinste. "Ich heiße auch Patrick. Aber du kannst mich Paddy nennen!" sagte er gönnerhaft. Dann kam Jimmy hinzu. Er reichte dem Mann die Karte. "Wir suchen die drei ???," erklärte er. "Wir sind ihre Auftraggeber!" fügte Joey wichtig hinzu. Patrick lachte schallend. "Ken!" rief er dann. "Hast du die drei Jungs heute schon gesehen?" Der andere, der Patrick wie aus dem Gesicht geschnitten war, schüttelte den Kopf. "Sie wollten heute zum Pfandleiher, und ich glaube, sie haben sich gleich da getroffen." Joey verzog enttäuscht das Gesicht. Er hätte die drei Detektive zu gern aus der Nähe gesehen, ebenso wie Patrick. Währenddessen wunderten sich Justus und Bob, wie abwesend ihr Zweiter heute war. Er war kaum ansprechbar und summte dauernd irgendwelche komischen Melodien, die absolut keinen Zusammenhang ergaben. In der Pfandleihe standen ebenfalls keine Musikinstrumente. Mürrisch zogen die drei wieder ab und machten sich auf den Weg zur Zentrale. Dort sahen sie Patrick und Kenneth in ein Gespräch mit drei Jungs vertieft. Einer von ihnen war Jimmy. Justus ging gleich zu ihnen. "Tut mir leid, Jungs, aber bisher haben wir nichts gefunden, was euch weiterhelfen könnte." Patrick staunte die drei mit offenem Mund an. Das waren die drei Detektive??? Er klammerte sich an Jimmys Hand fest. "Wir - wir würden euch gern helfen!" sagte er dann und grinste verlegen. Justus lächelte. "Das ist toll, Kurzer. Aber im Moment wissen wir selbst nicht, wo wir anfangen sollen. Tut mir leid, Ihr werdet Euch gedulden müssen!" Jimmy runzelte die Stirn. "Es ist verdammt wichtig, dass Ihr wenigstens die Trommel wiederfindet. Sie ist selbstgebaut!" betonte er und sah die drei ernst an. "Meine Schwester hängt sehr an dem Ding!" fügte er noch hinzu. Peter zuckte zusammen. In dem Moment beschloss er , diese Trommel zu finden, egal was passierte. Wenn dieses blonde Mädchen die Schwester war, von der Jimmy sprach... Nach dem Mittagessen fuhren die drei wieder hinaus zum Strand. Daniel saß mit seinen Kindern im Sand und baute eine neue Sandburg für Barby und Maite. John, Kathy und Paricia waren schwimmen gegangen. Als Daniel die drei Detektive in Begleitung seiner Söhne kommen sah, stand er auf und ging ihnen entgegen. "Na, schon was aufgetauch?" fragte er, und die Jungen schüttelten den Kopf. Bis auf Peter, dessen Blick in die Ferne schweifte. Ein paar Minuten später kamen die drei Schwimmer aus dem Wasser. Patricia schüttelte ihre blonde Mähne und lächelte die drei an. An Peter blieb ihr Blick am längsten hängen. Ihr Herz klopfte eine Nuance schneller. "Wollt Ihr euch nicht eine Weile mit dazusetzen?" fragte John dann, der den Blickwechsel seiner Schwester sehr wohl mitbekommen hatte. Die drei nickten und gingen mit zu dem Platz, an dem Barby gerade begonnen hatte, Maite einzugraben, die wie am Spieß schrie. Kathy nahm ihr die Schaufel weg. "Das Gesicht gräbt man nicht ein!" schimpfte sie und zog Maite auf ihren Schoß. John grinste. Er beobachtete, wie Patricia und -Peter?- sich unterhielten. Seine kleine Schwester wollte also einen kleinen Ferienflirt. Na, sollte sie. Er gönnte es ihr. "Wir wollten eigentlich heute abend bei so einer Talentshow als Pausenact auftreten!" erklärte Kathy gerade. "Aber ohne Instrumente..." Justus unterbrach sie. "Wer organisiert denn das Ganze? Und wo soll es stattfinden?" "Im Steps, das ist 'ne kleine Disco. Wir haben sie uns schon angeguckt. Ziemlich miefiger Laden!" antwortete Jimmy. "Der Mann, der das organisiert, passt da genau rein. Aber ich hab keine Ahnung, wie er heißt." "Smitherson," fiel John ihm ins Wort. "Ihm gehört der Laden!" meinte Justus und begann mit den Händen im warmen Sand zu wühlen. "Bob, fahr doch mal zur Zeitung und besorg das Programm. Ich hab so das Gefühl, dass gewisse Nachwuchstalente noch keine Instrumente hatten, als sie sich angemeldet haben!" Nach einer weiteren Stunde war Bob zurück und zog ein zusammengefaltetes Stück Papier aus der Tasche seiner Shorts. "Hier, du wirst es nicht glauben, Just". Die "Flying Judges" treten auf. Und rate mal, wer da Gitarre spielt???" Justus riss seinem Freund das Blatt aus der Hand. Dann glitt ein Schimmer des Begreifens über sein Gesicht. "Okay, nun müssen wir sie nur noch ertappen. Wir brauchen unverkennbare Merkmale der Instrumente; etwas, das versteckt ist und das nur Ihr kennt!" Als der Abend anbrach, waren Peter und Patricia schon soweit, dass sie händchenhaltend die Disco betraten, in der die Talentshow stattfinden sollte. Er nickte unauffällig dem Kommissar zu, der am Tresens stand und ein Bier trank. Justus und Bob folgten ihm in Jimmys Begleitung. Kathy und John hatten Patrick in ihre Mitte genommen, der schon ganz müde war. Joey ging an der Seite seines Vaters - das erschien Daniel sicherer. Die Kleinen und Barby schliefen schon; Justus' Tante hatte sich als Babysitter angeboten. Die zehn mussten sich eine ganze Menge schlechter Bands anhören, bis endlich die Flying Judges angesagt wurden. Bob legte Justus eine Hand auf die Schulter. "Da ist er - Skinny Norris!" flüsterte er. Peter sah Patricia fragend an. "Ist das deine Trommel?" fragte er leise. Sie nickte. Peter gab den beiden ein Zeichen. Langsam, in Dreierreihe, schritten sie zur Bühne und stiegen hinauf. Skinny sah sie misstrauisch an. "Was wollt Ihr Pappnasen denn hier?" höhnte er, und Justus nahm ihm die Gitarre aus der Hand. "Skinny, verrat mir doch mal, woher du das Lied Danny Boy kennst?" fragte er. Der Angesprochene kniff die Augen zusammen. "Was soll das? Das kennt doch wohl jeder!" Justus nickte. "Da hast du recht. Johnny, komm doch mal hier rauf!" rief er dann, und der junge Mann kam ebenfalls auf die Bühne. "Was ist das Besondere an dieser Gitarre?" fragte er, und John räusperte sich leise. "Ich kann mir die Griffe nie merken, also hab ich sie hier ganz klein reingeritzt." Er kam näher und deutete auf kaum sichtbare Kratzer auf dem Hals der Gitarre. Justus grinste. Dann ging er zum Trommler. "Patricia - würdest du bitte auch hier raufkommen?" Sie kletterte ebenfalls auf die Bühne. "Du behauptest also, du hast diese Trommel selbst gebaut, ja?" Sie nickte und spürte plötzlich den leichten Druck von Peters Hand. "Und wie kannst du das beweisen?" Sie nahm dem jungen Mann, der völlig perplex war, das Instrument aus der Hand. Dann drehte sie es um. "Auf der Innenseite des Fells steht mein Name!" erklärte sie und zeigte Justus den Schriftzug. Skinny Norris war kurz davor, auf Justus loszugehen, doch er überlegte es sich anders und trat die Flucht nach vorne an. Gerade als er jedoch aus der Tür stürmen wollte, klickte es schon. Kommissar Reynolds grinste ihn breit an. "So, junger Mann, dann zeig uns mal den Rest deiner Beute." Von diesem Augenblick an hasste Skinny Norris die Kelly Family.
Die Geschichte ist unglaubwürdig? Sie endet zu plötzlich? Aber eins hat sie, was andere Geschichten über die Kelly Family nie haben werden: Außerdem liebe ich die drei Fragezeichen!!! © Kimba (Mal was total anderes...)
Dieses Gift hat Kimba für ihre Geschichte Danke schön!!! |
Last update: 13/09/2000
(Online since: 13/09/2000)