Der zweite Engel

by Kimba   klimbimba@gmx.net

 

Die alte Frau sah den jungen Menschen entgegen, die sich langsam, fast wie Menschen ihres nun schon sehr hohen Alters, aufs Haus zubewegten, an ihrer Spitze ein gebrochener Mann. Der dichte graubraune Vollbart verdeckte zwar den größten Teil des Gesichts, konnte den Schmerz in den Augen des Mannes jedoch nicht verbergen.

Das Baby in ihren Armen weinte leise, fast als könnte es den Schmerz der Menschen spüren. Einen eigenen konnte es noch nicht als Gefühl empfinden, vielleicht lediglich als leere Stelle im Leben, wenn ihm statt der vertrauten weichen Mutterhände die rauhen schwieligen des Vaters seine Windeln wechselten oder ihm ein Fläschchen machten. Oder die noch etwas ungeschickten der großen Schwester, die zwar schon einige Säuglinge gewickelt, aber noch nie in ihrem Leben Mutterstelle vertreten hatte, so wie sie es jetzt tun musste. Gemeinsam mit dem Vater und den anderen Geschwistern.

Die Alte, die am Wegrand gestanden hatte, schloss sich dem kleinen Zug langsam an. Das leise Wimmern des Säuglings wurde nur vom Knirschen der Schritte auf dem Kies übertönt.

Nun waren sie elf Menschen, die der Mutter das letzte Geleit gaben.

Carolina war schon so lange in den Diensten der Familie, dass sie nicht einen Moment gezögert hatte, als ihre Freundin schwer krank wurde und die irdische Welt verließ. Sie würde bei den Menschen bleiben, die ihr mehr als alles andere eine Familie geworden waren. Sie fühlte sich in der kleinen Hütte mehr als zu Hause und las jeden Tag in den Augen der Kinder, die sie jetzt mehr denn je brauchten. Vor allem Kathleen, die jetzt, mit ihren sechzehn Jahren eigentlich hätte tanzen und sich amüsieren sollen, hatte eine schwere Last zu tragen; den Säugling, den manchmal doch sehr aufbrausenden Vater und ihre sieben anderen Geschwister, die trotz ihrer Trauer überaus lebhaft zu nennen waren. Da waren die täglichen Übungsstunden in Musik, der Schulunterricht, die kurzen Reisen, um auf den Straßen zu musizieren, der Antiquitätenhandel des Vaters, für den sie jetzt die Bücher führte - kurz: das Mädchen brauchte jede Unterstützung, die sie bekommen konnte. Auch wenn die Jüngeren im Haushalt mit anpackten und jeder seine angestammte Aufgabe hatte. Viel war durcheinander geraten und musste nun wieder ins Lot gebracht werden. Vor allem musste sie dafür Sorge tragen, dass der Kleine geschützt aufwachsen konnte und nicht immer nur "dazwischengeschoben" wurde, wenn ein paar Minuten Zeit übrig waren.

Sie war so in Gedanken versunken, dass sie nicht merkte, wie sie Daniel - der Vater der Kinder - von der Seite musterte. Erst als er sie leicht anstieß, fuhr sie in sich zusammen. "Was gibt es, mein Freund?" fragte sie mit ihrer alten brüchigen Stimme. Sie sah wieder den Schmerz in seinen Augen und versuchte ein tröstendes Lächeln, doch es wollte nicht so recht gelingen. Der bärtige Mann, der für seine Familie immer der Fels in der Brandung gewesen war, erwiderte den Versuch noch kläglicher. "Sie hätte nie gewollt, dass ich Dich an Deinen Vertrag binde. Carolina, du hast schon sie auf den Knien geschaukelt - bitte fühl dich nicht verpflichtet zu bleiben. Wenn du möchtest, geh zurück nach Finnland. Du musst das hier nicht tun!" Die Alte sah, wie der Mann mit den Worten rang, um nichts Falsches zu sagen. "Ich ... wir ... Sie hat dich geliebt und du sie. Du bist bei ihr geblieben, um ihr zu helfen, nicht um diesen Vertrag zu erfüllen. Es steht dir frei zu tun was du möchtest, Lina." Er benutzte die Koseform ihres Namens genauso wie Barbara Ann es getan hatte, doch tat er dies heute zum ersten Mal. Carolinas Lächeln war nun echter und wärmer, als sie erwiderte: "Daniel, mein Junge, ich habe keine Familie dort. Ich werde bei Euch bleiben, bis Ihr mich nicht mehr braucht. Und vielleicht noch länger." Liebevoll strich sie die Decke des Kinderbettchens glatt, das im großen Wohnraum aufgestellt war. "Das kann gut noch einmal mindestens achtzehn Jahre dauern." Sie schluckte an einem unverdauten Gefühl. "Barbara Ann ist von einem rotzfrechen Wirbelwind zu einer wundervollen Frau und Mutter geworden, die doch nie - wie so viele Frauen es tun - den Glauben an ihr eigenes Leben verloren hat. Sie hat all ihren Kindern das mitgegeben, mit dem sie am meisten anfangen konnte - den Glauben an die Zukunft und die Nächstenliebe. Und an die eigene Energie, die man nur richtig freisetzen muss. Und nun werde ich wohl aufpassen müssen, dass sie das auch nicht vergessen."

An der Stille im Raum erkannte Carolina, dass sie wohl etwas zu laut gesprochen hatte. Alle sahen sie gebannt an, teilweise mit Tränen in den Augen, teilweise mit roten Wangen, teilweise fragend und niedergeschlagen und verständnislos. Carolina fühlte wieder Tränen in sich aufsteigen, die sie tapfer schluckte, und sie begann, die alte Geschichte zu erzählen, die die Kinder noch nicht gekannt hatten. "Als Eure Mama so alt war wie Euer kleiner Bruder hier, hatte ich gerade auch ein kleines Baby bekommen. Ich habe bei einer Frau gearbeitet - als Reinemachfrau - die fast genau zur selben Zeit ein Baby bekam wie ich. Doch sie hatte keine Milch für das kleine Mädchen, und ich hatte mehr als genug für zwei. Deshalb habe ich beide gestillt. Und die beiden Mädchen sind zusammen aufgewachsen. Ich war irgendwann die Kinderfrau der Kleinen geworden, und so konnten die beiden immer zusammen spielen. Sie haben ihre ganze Kindheit zusammen verbracht, und als sie dann langsam erwachsen wurden, haben sie zusammen an der Hochschule für Tanz studiert. Sie waren die besten Freundinnen. Bis sich meine Kleine dann verliebt hat - in einen Amerikaner. Sie ging mit ihm zusammen nach Amerika, und ich verlor die Tochter meiner ehemaligen Arbeitgeberin aus den Augen.

Bis ich eines Tages Urlaub in Pamplona machte und eine runde fröhliche Frau beim Einkaufen mit dem Wagen rammte! Sie drehte sich um und -" Carolina schluckte wieder, "Eure Mom stand vor mir. Zusammen mit diesen beiden Bengeln." Sie deutete auf die beiden Brüder Jimmy und Joey, die dicht aneinandergedrängt dasaßen und lauschten. Sie sahen sich fast so ähnlich wie Zwillinge. Beide hatten - wie alle ihre Geschwister - strahlend blaue Augen, die normalerweise immer verschmitzt dreinblickten, heute und seit einiger Zeit jedoch verstört und kalt wirkten. Sie hatten sich gegen die restliche Welt abgeschottet.

Carolina dachte zurück und schüttelte den Kopf. "Das war so vor ungefähr fünf Jahren. Ich bin eigentlich nur zum Kaffee gekommen, habe dann jedoch gesehen, wieviel Arbeit Barbara Ann und Daniel hatten. Da habe ich mich entschlossen zu bleiben. Und das werde ich tun."

Nach der langen Rede war sich Carolina klar darüber, dass ihre Zukunft hier lag; auch der Blick der beiden Jungen hatte sie tief im Innern berührt. Sie spürte den dankbaren Händedruck von Daniel und nickte.


Carolina schlief in dieser Nacht sehr schlecht. Sie wälzte sich unruhig hin und her und dachte nach, über den Entschluss, den sie gefasst hatte und ihre Zukunft, so kurz diese sich auch gestalten mochte. Erst gegen Morgen fiel sie in einen leichten Schlaf, aus dem sie jedoch nach kurzer Zeit erwachte, als das Baby schrie. Mit steifen Gliedern erhob sie sich und hob ihn aus seinem Bettchen. Große blaue Augen blickten sie an, als sie ihm das Fläschchen gab, Augen, die sie vor so vielen Jahren aus einem ganz anderen Gesicht angesehen hatten. Sie merkte, dass ihr Tränen übers Gesicht liefen, als sie so ganz allein auf dem Stuhl in der Küche saß, ohne Rücksicht nehmen zu müssen auf die Trauer der Familie, Tränen, die sie lange zurückgehalten hatte und die nun endlich kamen. Kinder sollten alte Menschen überleben, das war sicher richtig. Aber vor allem sollten die eigenen Kinder schon alt genug sein um zu verstehen was da geschehen war.

Als der Kleine satt war, begann Carolina mit den täglichen Arbeiten in der Küche. Mechanisch bereitete sie das Frühstück vor, fegte den Boden und deckte den Tisch. Bald war es an der Zeit, die Kinder zu wecken. Sie sollten so schnell wie möglich wieder ins normale Leben zurückkehren.

Doch es dauerte nicht lange, bis die Kleinste in die Küche gewackelt kam, mit viel zu großen Strümpfen an den Füßen und einer dicken Windel. Rasch wischte Carolina sich die Tränen ab und lächelte die Kleine an, bevor sie sie auf die Arme nahm und mit ihr ins Bad ging, um sie zu waschen und anzuziehen. Die Kleine strahlte sie an und spritzte sie mit Wasser nass, bis Carolina selbst laut auflachte. Das seit Tagen nicht gehörte Geräusch erschreckte sie bis ins Mark, und schnell streifte sie der Kleinen einen dicken gestrickten Pullover über und setzte sie auf dem Boden ab. Carolina streckte den Rücken. "Wo ist Paddy, Kleines?" fragte sie das Mädchen. Maite reckte sich ebenso wie die alte Frau und nahm den Finger aus dem Mund. "Paddy Papa schläft," antwortete sie, stolz auf die drei Worte. "Barby auch!" fügte sie noch hinzu, und Carolina nickte. "Na gut. Komm mit, wir wecken die anderen." Doch das hätte sie nicht vorschlagen müssen, denn Maite hatte es schon erledigt. Sie war das einzige der Kinder, das heute schon wieder fröhlich sein konnte. Sicher, auch sie war verwirrt und fragte oft nach ihrer Mama, doch der Verlust war für sie noch nicht messbar. Erst später würde sie erfahren, was sie an diesem Tag verloren hatte. Patrick, der von allen nur Paddy genannt wurde und Barby, die eigentlich den Namen ihrer Mutter trug, waren die beiden, die der Verlust am deutlichsten traf. Keine Nacht verging, in der sie nicht zu ihrem Vater ins Bett krochen und sich dort vor der Welt versteckten und lange weinten, bis sie endich einschliefen.

Sicher war der Schmerz für die anderen Kinder genauso groß. Doch gerade die Älteren konnten ein wenig Trost in dem Glauben finden, dass die Erlösung von den Schmerzen wichtiger für die Mutter war und auch besser als ihre Anwesenheit auf Erden. Dennoch fanden auch sie oft keinen Trost,wenn sie nach dem Warum fragten. Carolina musste wieder an Joey und Jimmy denken, die sicher noch nicht bereit waren, ihre Mama der Erlösung zu schenken, anders als Johnny, Patricia und Kathy, die der Vernunft näher standen.

Die alte Frau seufzte leise, während aus dem Badezimmer das Plätschern des Wassers drang. Vorher - den Gebrauch dieser Floskel hatte sie sich angewöhnt - war das Gekreisch stets unerträglich gewesen, wenn die Kinder sich beim Waschen regelrechte Wasserschlachten geliefert hatten, doch jetzt war es die Stille, die sie frösteln ließ. Rasch goss sie heiße Milch in bereitgestellte Becher und schnitt das süße Weißbrot auf, das die Kinder so gern aßen. Dazu wollte sie frische Butter haben und schickte Joey deshalb zum Bauern, der gleich nebenan ein kleines Geschäft führte, seit sein Sohn den Hofbetrieb übernommen hatte. Jimmy ließ sie eine Einkaufsliste schreiben. Sie wollte sehen, ob die beiden Jungen getrennt voneinander vielleicht jemanden an sich heranließen. Doch sie hatte keinen Erfolg. Eher das Gegenteil war der Fall; beide sahen sie während des gesamten Frühstücks nicht an und verließen sofort danach das Haus, um vor dem Abendbrot nicht mehr zu erscheinen.

Daniel wollte erst am Nachmittag seinen Laden öffnen, um länger für seine Kinder dasein zu können. Er saß bei ihnen am Frühstückstisch und versuchte sie ein wenig aufzumuntern. Johnny forderte er auf, ihm bei der Auflistung einiger Posten Steinfiguren zu helfen, die schon lange im Lager vor sich hinstaubten, und Paddy wollte er mit zu seinen Erkundungsfahrten nehmen. Ihm waren die Jungen stets näher gewesen als seine Töchter, und er ließ die Mädchen gern in Carolinas Obhut, wo er sie "sicher verwahrt" wusste.


So vergingen die Tage, Wochen und Monate. Carolina war jedes Mal froh, wenn sie ein kleines Lächeln oder ein leises Lachen hörte, war überglücklich, wenn Patrick oder Barby eine Nacht durchschliefen, was seit kurzem wieder fast jede Nacht der Fall war. Dennoch hing immer noch ein großer Schmerz über dem Haus der Familie, der wohl auch nicht so schnell vergehen würde. Das war klar, und sie erwartete auch gar nichts anderes, aber dennoch schien das Leben wieder langsam Einzug zu halten; wie die Schwalben, die jedes Jahr wiederkehrten und langsam ihre verlassenen Nester restaurierten. Carolina war froh, als sie sie in diesem Jahr hörte und begann gleich, einen großen Kuchen zu backen; den ersten seit - vorher.

Später würde sie sich nächtelang fragen, was sie dazu gebracht haben konnte, so nachlässig zu sein, so gedankenlos und gefühllos. Sie hatte keine Erklärung dafür und konnte Gott nur immer wieder um Vergebung anflehen für ihre und auch Daniels Nachlässigkeit.

Es war der Nachmittag des ersten Mai, als Carolina den Kuchen auftischte. Wieder einmal waren Joseph und James nicht dabei, doch mittlerweile hatten sich alle so an ihre Abwesenheit gewöhnt, dass niemand fragte. Daniel war im Geschäft, und Patricia bot sich an, ihrem Vater ein Stück Kuchen hinüberzutragen. Sie nahm Maite an die Hand, als sie aufgegessen hatte und stapfte los. Doch schon nach fünf Minuten war sie zurück, das hübsche Gesicht tränenüberströmt und die kleine Schwester auf den Armen. Sie schluchzte und brachte kaum ein verständliches Wort hervor. Auch die Kleine weinte laut. Kathy nahm sie ihr ab und beruhigte sie rasch, während Johnny Patricia auf einen Stuhl drückte und sie bei den Schultern packte. "Was ist passiert?" fragte er ruhig, und nicht zum ersten Mal fiel Carolina diese Gelassenheit an dem knapp Fünfzehnjährigen auf, der so abgeklärt und viel älter wirkte. Patricia schluchzte noch ein letztes Mal, dann begann sie hastig zu berichten. "Jimmy und Joey - sie haben - sie sind im Gefängnis!" brachte sie heraus. Alle erstarrten. "Bitte wiederhol das!" forderte Carolina sie auf, und Patricia schluckte. "Sie haben geraucht, hinter diesem leeren Fabrikgebäude. Die Zigaretten haben sie gestohlen sagt der Mann von der Süßigkeitenbude. Und dann hat ein kleiner trockener Busch angefangen zu brennen und kurz drauf das ganze Gebäude. Die Feuerwehr hat alles wieder gelöscht, aber der Sergeant hat die beiden ins Gefängnis gesteckt. Weil sie Feuer gelegt haben! Die Frau vom Süßigkeitenmann hat gesagt, sie können froh sein, dass niemand - dass niemand im Feuer ge..." sie rang nach dem für alle so schrecklichen Wort, doch Carolina nahm sie tröstend in die Arme. "Weiß Euer Vater Bescheid?" fragte sie, und Patricia schüttelte heftig den Kopf. "Es ist besser, wenn es es nicht erfährt!" sagte Kathy, und Johnny nickte zustimmend. "Der Sergeant wird die beiden nur ein bisschen erschrecken wollen. Ich gehe gleich und rede mit ihm. Wartet hier. Kathy und Johnny, passt auf die Kleinen auf. Ich hoffe, ich bin bald wieder da. Mit den beiden Brandstiftern!" versuchte sie einen Scherz, der jedoch kläglich scheiterte.

Der Weg zur Polizeistation war nicht weit; bald hatte Carolina das Büro des Sergeanten erreicht. Energisch öffnete sie die Tür zum Büro. In den fünf Jahren, die sie jetzt hier lebte, hatte sie das Innere dieses kleinen Gebäudes noch nie gesehen.

Ein großer Schreibtisch stand in der Mitte eines verhältnismäßig kleinen Büros; der Wimpel des Ortes steckte in einem durchgeschnittenen Gummiball. Auf dem gesamten Tisch waren Papiere verstreut. Am Stirnende des Raums lag eine Panzertür, die vermutlich zu den Zellen führte. Carolina schluckte. Dann trat sie vor den Sergeanten, einen gemütlichen stämmigen Mann, der allerdings aussah, als würde er in gewissen Situationen keinen Spaß verstehen. Die Kelly-Kinder mochten ihn sehr gern, weil er immer zu einem Schwätzchen aufgelegt und auch manchmal zu einem kleinen Lied bereit war, doch momentan war sein Gesichtsausdruck alles andere als fröhlich. Seine Stirn furchte sich noch mehr, als er Carolina erkannte.

"Wollen Sie die beiden Brandstifter abholen? Daraus wird leider nichts, Senora." Bedauernd sah er die alte Frau an, die sich fühlte, als würde sie gerade für alle begangenen Sünden abgeurteilt. "Warum?" krächzte sie heiser. "Sie können doch die beiden Jungs nicht einsperren. Sie sind neun und elf Jahre alt; sie - das kann doch nicht Ihr Ernst sein. Ich bin sicher, dass wir eine Einigung finden. Die Versicherung-" "Die Versicherung ist mir völlig egal. Die beiden haben Eigentum der Stadt angezündet und einen Ladenbesitzer bestohlen. Ich musste als erstes ihren Vater benachrichtigen. Die kleine Patricia hat nur noch den Rest von allem mitbekommen. Senora, ich habe die beiden an den Ohren hierhergeschleift und sie eingesperrt, bis ich Dan alles berichten konnte. Danach hätte ich sie sofort wieder laufenlassen - ich darf sie gar nicht festhalten. Obwohl sie es wirklich verdient hätten!" Er zwinkerte Carolina kurz zu.

Dann fuhr er fort. "Nun, Dan war kurz hier. Er hat mir eine Vollmacht gegeben, die Kinder bis morgen früh wie normale Gefangene hierzubehalten. Dann kümmert er sich wieder um sie.

Aber ich kann Ihnen sagen, Senora: Sitzen und auf dem Rücken liegen können die beiden heute nacht bestimmt nicht!"

Carolina fühlte, wie ihre Knie versagten. Der Sergeant schob ihr rasch einen Stuhl hin, und sie ließ sich dankbar darauf nieder. "Warum lässt er das zu?" flüsterte sie leise, in Gedanken bei ihrer Ziehtochter, die niemals zugelassen hätte, dass ihr Mann so etwas tat. Niemals. Nicht so. Sie merkte erst, dass sie leise vor sich hinmurmelte, als der Polizist sie unterbrach. "Carolina," sagte er sanft, "Dan hat nicht gewollt, dass die Familie es erfährt. Er wollte nicht, dass Sie sich Vorwürfe machen. Die beiden Jungen - nun, meine Liebe. Es war nicht das erste Mal, dass ich sie bei kleineren "Dingern" erwischt habe." Carolina war froh, dass sie sitzen konnte, und sie starrte den Sergeanten aus schreckgeweiteten Augen an. "Nicht das-" "Nein. Es war schon das fünfte Mal. Sie klauen, fahren mit "geborgten" Mofas und verprügeln andere, die allein irgendwo spielen. Die beiden brauchen eine feste Hand.

Ich habe lange gezögert, doch heute ist das Maß voll. Wie leicht hätte das Feuer sich ausbreiten können? Wie gefährlich ist diese Raucherei? Senora, ich weiß, dass Ihr Haus noch immer sehr unter dem Verlust leidet. Jeder hier fühlt mit Ihnen, Daniel und den Kindern. Doch die Beschwerden häufen sich von Tag zu Tag. Sogar Touristenkinder haben sie schon bedroht und verhauen. Es geht so nicht mehr weiter. Daniel muss sie fester an die Kandare nehmen, und diese Maßnahme heute ist zumindest ein Anfang. Er hat mir in die Hand versprochen, dass die beiden nicht mehr auffallen werden. Ich hoffe, Sie unterstützen ihn, Senora."

Bei diesen Worten war Carolina heiß geworden. Daniel musste noch hilfloser sein als sie gedacht hatte, wenn er dem Polizisten gewissermaßen versprach, seine Söhne regelmäßig zu verprügeln. Sie strich sich eine graue Strähne aus der Stirn. "Kann ich sie sehen?" fragte sie leise. Der Sergeant nickte und nahm einen großen Schlüsselbund aus der Tasche. Als die beiden die Panzertür hinter sich schlossen und in einen engen kleinen Flur traten, erschrak die alte Frau. Nur aus einem winzigen Fenster drang ein wenig Tageslicht herein. Leises Schluchzen war zu hören. Der Sergeant ließ sie allein. Im Dämmerlicht konnte sie die groben Umrisse einer Gittertür erkennen, hinter der sich zwei kleine Bündel befanden. Die Jungen. Sie trat näher und konnte nun hören, dass einer der beiden sprach. Jimmy tröstete seinen Bruder, der schon immer Angst vor der Dunkelheit gehabt hatte. Sie hörte wie er begann, Joey ein leises Lied vorzusingen, das ihm die Mutter immer gesungen hatte, wenn er im Dunkeln nicht schlafen konnte, "jeden Morgen geht die Sonne auf". Seit Monaten war einer der beiden endlich bereit zu weinen und der andere, ihm Trost zu spenden.

Als sie vor der Tür stand, fuhren die beiden hoch. Joey kam gleich zur Tür gerannt und steckte seine Arme hindurch. "Holst du uns raus?" fragte er hoffnungsvoll und versuchte Carolina zu umarmen. "Sergeant!" rief sie, und der Polizist kam herein. "Lassen Sie mich in die Zelle!" verlangte sie. Der Mann schloss schweigend die Tür auf und ließ die Frau hinein. Hinter ihr schloss er wieder ab. Endlich konnte sie den Jungen richtig in die Arme nehmen. Sie flüsterte ihm immer wieder tröstende Worte zu, doch sein Schluchzen wollte nicht verstummen. Zu heftig waren die Gefühle, die plötzlich über den Jungen hereingebrochen waren. Endlich konnte er weinen, der Schock über das Feuer und die Schläge des Vaters hatten die Mauer eingerissen, die er aus Angst vor dem Schmerz in sich errichtet hatte.

Es schienen Stunden vergangen, als sein Weinen leiser wurde und Joey sich aufrichten konnte. Carolina sah Jimmy an, der mit um die Knie geschlungenen Armen an der Wand kauerte und zu Boden starrte. Einsam. Carolina erhob sich, wobei ein stechender Schmerz durch ihren Rücken fuhr, wie immer wenn sie lange gehockt hatte. Sie ließ sich neben Jimmy nieder und nahm seine Hände in ihre. "Das hast du gut gemacht," sagte sie aufmunternd. "Pass gut auf deinen Bruder auf. Deine Mama ist sicher stolz auf dich!" Sie wollte noch etwas hinzufügen, doch da war Jimmy schon aufgesprungen. Seine Augen blitzten dunkel und verletzt. "Niemals!" rief er laut aus. "Niemals wird sie stolz sein. Sie wird gar nichts mehr sein, weil sie nicht mehr da ist. Und sie kommt nichtmal zurück um zu schimpfen oder sich zu freuen. Weil sie für immer tot ist! Und ich kann machen was ich will. Weil sie sowieso weg ist!" Wütend trat er gegen die Gittertür und hämmerte mit den Fäusten dagegen. Carolina ließ ihn gewähren, so lange, bis er erschöpft innehielt. Seine Fäuste umklammerten das Gitter. Carolina löste sie sanft und pustete dagegen, wie bei einem Kleinkind, das sich geklemmt hatte. "Oh doch, sie wird stolz sein. Und schimpfen. Du wirst es nie wieder hören und sie nie wieder sehen, aber sie wird es tun. Ganz sicher. Und Jimmy wird sie denken Jimmy wird es irgendwann verstehen, wenn er nicht mehr den ganzen Tag schreien und schlagen muss. Sie fragt sich bestimmt auch, wer Euch das beigebracht hat, denn sie oder Euer Vater waren es bestimmt nicht." Carolina verstummte, als sie spürte, wie Jimmys Widerstand ein wenig nachließ. Endlich kam in seinen Augen wieder das Kind zum Vorschein, das er in Wirklichkeit war.

Tränen schimmerten in den großen blauen Augen und rollten langsam seine Wangen hinunter. Die alte Frau lächelte schmerzerfüllt. Ein kleiner Schritt war getan.

Sie saß noch lange bei den Jungen und schickte nur zwischendurch den Sergeanten nach Hause, um sich entschuldigen zu lassen. Erst als die beiden auf den Behelfspritschen in tiefen Schlaf gefallen waren, verließ sie die beiden.

Als sie Daniel unbefangen inmitten seiner Kinder erblickte, wurde sie wütend. Niemand hatte das Recht, seine Kinder zu schlagen. Niemand. Sie winkte ihm zu und ging nach nebenan in ihre kleine Kammer. Dort schob sie Daniel einen Stuhl hin. "Die Jungen leiden, Daniel. Joey hatte einen Weinkrampf, als ich bei ihnen war. Sie haben Angst, dass sie Dich jetzt auch noch verlieren."

Der bärtige Mann hörte ihr geduldig zu und nickte dann behäbig mit dem Kopf. "Ich liebe meine Kinder wirklich. Alle. Doch manchmal weiß ich nicht, was ich tun soll. Die beiden Jungen sind mir plötzlich so fremd geworden. Sie waren völlig verändert. So - kalt und gefühllos. Ich weiß nicht, was da heute mit mir vorgegangen ist. Ich hätte sie nie schlagen dürfen. Carolina, ich schwöre dir, das werde ich nie wieder tun. Meine Kinder bedeuten mir mehr als mein Leben, und das weißt du. Aber ich war plötzlich so wütend!" Carolina sah, wie es in ihm arbeitete. "Ich hole sie ab. Warte bitte bei den Kindern und erzähle ihnen, was vorgefallen ist. Ich habe ihnen nur die halbe Wahrheit erzählt. Sie sollten wissen, dass ich die Beherrschung verloren habe. Es wird nie wieder passieren." In seiner Stimme klang ein nie gehörter Ernst mit, und Carolina hoffte nur, dass er dieses Versprechen seinen Kindern gegenüber einhalten würde.

Johnny erwachte am nächsten Morgen sehr früh, als es draußen noch fast dunkel war. Wie so oft in den letzten Wochen stieg er aus dem Bett, zog sich leise an und verließ dann das Zimmer, das er sich gewöhnlich mit Jimmy und Joey teilte. Ihn zog es hinaus, dorthin, wo er die Sonne aufgehen sehen konnte. Als er am Zimmer seiner großen Schwester Kathy vorbeiging, hörte er unterdrücktes Schluchzen. Erschreckt hielt er inne. Die Tür war nur angelehnt, und so konnte er sehen, wie das Mädchen im Bett lag und das Gesicht in den Kissen vergraben hatte. Noch nie hatte er seine Schwester so verzweifelt gesehen. Leise betrat er das Zimmer. "Kathy?" flüsterte er leise, und sie fuhr hoch. Gerötete Augen blickten ihn erschrocken an. Ihre schwarzen Haare waren zerzaust, und sie schien völlig verzweifelt. Dennoch versuchte sie sich zu fangen. "Oh. Was gibt's denn so früh?" fragte sie ihn mit heiserer Stimme, die von langem Weinen zeugte. Johnny setzte sich an ihr Bett. Er wusste nicht, was er sagen oder tun konnte. Lange schwiegen die beiden, er drückte lediglich sanft ihre Hand. Schließlich erhob er sich. "Komm mit mir," sagte er und lächelte sie an. Kathy runzelte die Stirn. "Wohin denn?" wollte sie wissen, und er hob die Schultern. "Irgendwohin, wo es schön ist. Ich warte draußen."

Die beiden wanderten ein Stück aus dem Dorf hinaus, einen kleinen Hügel hinauf, gerade rechtzeitig, um die Sonne aufgehen zu sehen. Beide saßen im noch feuchten Gras und schwiegen lange. Kathy hing ihren Gedanken nach und empfand die Nähe ihres Bruders als so tröstlich, dass ihr wieder die Tränen in die Augen stiegen. Johnny legte ihr den Arm um die Schultern. "Wein ruhig. Das hier ist genau der richtige Ort dafür, Große!" sagte er leise. Auch er hatte stets einen Kloß im Hals, wenn er hier saß. Er wusste genaus, dass seine große Schwester eine viel schwerere Last zu tragen hatte als er, der gerade fünfzehn geworden war, und dennoch hatten sie beide oft das Gefühl, die einzigen zu sein, die kein Recht auf ein "sichgehenlassen" hatten. Ihre Vernunft musste für alle Geschwister reichen. Das war oft schwer, vor allem in so langen Nächten, wenn plötzlich alles so still und unerträglich kalt war ohne sie.

Johnny und Kathy blieben noch lange, nachdem die Sonne aufgegangen war, dort sitzen. Erst als die Turmuhr der kleinen Kirche acht Uhr schlug, stiegen sie den Hügel wieder hinunter und gingen nach Hause, wo sie schon brennend erwartet wurden. Vor der Haustür nahm Kathleen seine Hand. "Danke," sagte sie schlicht. Johnny nickte nur.

Drinnen saßen schon alle um den Früstückstisch; der Kuchen vom Vortag, der durch den Gefängnisaufenthalt der beiden Rebellen keine Würdigung erhalten hatte, kam jetzt voll zu seinem Recht. Die drei Kleinen kauten mit vollen Backen, während Jimmy das Baby fütterte und sich nebenbei immer ein Stück Kuchen in den Mund schob. Er strahlte, wenn der kleine Angelo ihn anlächelte und schien darüber alles andere - bis auf seinen Kuchen - zu vergessen.

Johnny durchfuhr ein Gefühl der Wärme, als er die alte Kinderfrau seiner Mama zwischen Patrick und Maite sitzen und über das ganze runzlige Gesich lächeln sah. Wie wäre es nur ohne sie weitergegangen? Er vermochte es sich nicht vorzustellen, als er sich zwischen seine Geschwister setzte und sich und Kathy einen Becher Milch einschenkte.

Von nun an ging er oft mit seiner älteren Schwester spazieren, zeigte ihr die schönsten Stellen, die er hatte finden können; oft sahen sie die Sonne gemeinsam aufgehen. Sie gaben sich gegenseitig die Kraft, die sie brauchten, um sie den anderen weiterzugeben und entwickelten eine enge Beziehung zueinander, die auch Carolina nicht entging. Die alte Frau war glücklich darüber; so hatte sie zumindest zwei Kinder, die sich selbst zu helfen wussten. Sie hatte mit den anderen Kleineren oft genug zu schaffen, wenn Daniel im Geschäft war und die noch frische Trauer wieder hervorbrach.

Es dauerte lange, bis das erste Kind wieder ein Musikinstrument zur Hand nahm und fast schüchtern eine Melodie zu spielen begann. Es war Patricia, die ein eigenes Lied geschrieben hatte, zum Andenken an ihre Mama. Alle schienen den Atem anzuhalten, als sie es vortrug, nur mit ihrer Gitarre und der klaren Stimme. Jimmy, der sich seit seinem Gefängnisaufenthalt zwar nichts mehr hatte "zuschulden kommen lassen", aber dennoch immer noch verschlossen und unzugänglich war, saß in seinem Zimmer und schnitzte, als er das Lied hörte. Er wollte die Tür zuschlagen. Als er jedoch hörte, wie seine Schwester zu singen begann, war er wie gelähmt. Stumm hockte er allein auf seinem Bett und konnte sich nicht regen. Als das Lied vorbei war, empfand er fast körperlichen Schmerz, weil es alle Trauer in ihm wieder zum Vorschein gebracht hatte. Tapfer versuchte er, den Kloß in seinem Hals herunterzuschlucken, doch es wollte ihm nicht gelingen. Die Kehle war ihm wie zugeschnürt, und das einzige, das er hervorbrachte, war ein trockenes Schluchzen. Erschreckt darüber rannte er aus dem Haus, rannte und rannte, bis er völlig außer Atem war. Erschöpft ließ er sich auf ein Stück Rasen fallen, das gut verborgen hinter einem nicht mehr gebrauchten Heuschober lag. Dort brach alles aus ihm hervor, und er weinte, wie er es noch nie gekonnt hatte. Die Tränen liefen ihm über das Gesicht, und nun war es ihm völlig gleich, wer ihn sah und ob er jemals wieder aufhören könnte. Wütend trommelte er mit den Fäusten aufs Gras, strampelte mit den Füßen und schluchzte seine ganze Trauer hinaus.

Als ihn Kathy und Johnny fanden, war er eingeschlafen. Sie sah seine geschwollenen Augen und die geröteten Wangen. In den Händen hielt er einige Büschel Gras. "Er konnte so lange nicht weinen. Ich hoffe so sehr für ihn, dass er es jetzt wieder kann!" sagteKathy leise, während ihr Bruder den Kleineren auf die Arme nahm und nach Hause trug. Dort legte er ihn in sein Bett, und er schlug nur einmal kurz die Augen auf und schlief dann sofort wieder ein. Kathy strich ihm sanft übers Gesicht. Erschrocken sah sie Johnny an. "Ich glaube, er hat Fieber. Hol schnell das Thermometer. Und sag Papa Bescheid!" flüsterte sie, um Jimmy nicht zu wecken. Der Junge rannte los und kam kurz darauf mit seinem Vater zurück. "Ich habe den Arzt angerufen. Was ist denn passiert?" fragte Daniel besorgt, als er seinen Sohn schlafend im Bett fand. Kathy berichtete ihm kurz, was vorgefallen war, und er nickte bedächtig mit dem Kopf. "Vielleicht ist das seine Art, damit umzugehen, Kinder. Es wurde Zeit. Lasst ihn schlafen, bis der Arzt kommt. Ich gehe nur schnell und schließe den Laden!" Er wollte sich schon abwenden, als Johnny ihn am Arm festhielt. "Lass nur, wir sagen Dir Bescheid, wenn es schlimmer wird. Du musst das Geschäft offenlassen, Papa. Wir kommen schon zurecht. Und Carolina ist ja auch noch da. Geh nur!" Er drängte seinen Vater fast zur Tür, doch er ließ sich schließlich überreden.

Der Arzt war der gleichen Meinung wie Daniel und riet dem Jungen zu viel Ruhe. "Drängt Euch ihm nicht auf. Es war gut, dass er jetzt geweint hat, doch jetzt muss er den ganzen großen Schock, den Ihr alle Stück für Stück erlitten habt, verarbeiten. Jimmy gehört zu den Menschen, die so etwas ganz allein durchstehen müssen. Er kann mit Eurem Mitgefühl nicht viel anfangen, weiß der Teufel warum. Der Bengel war schon immer ein Dickkopf, und die einzige, die ihn bändigen konnte, war Eure Mama." Er bekreuzigte sich rasch. Dann warf er einen Blick auf den schlafenden Jungen. "Wartet nicht darauf, dass er zu Euch kommt. Er kämpft sich da allein durch. Das Fieber ist auch nur eine Art, sich abzuschotten. Vielleicht hilft es ihm sogar." Kopfschüttelnd ließ er seinen Blick von Johnny zu Kathy schweifen. "Ihr beide seid eigentlich noch zu jung, Euch mit solchen Phrasen auseinanderzusetzen. Ich gehe gleich zu Eurem Vater." Bevor er sich jedoch abwandte, legte er beiden eine Hand auf die Schultern. "Großartige Kinder," brummelte der alte Mann und verschwand dann eilig. Johnny und Kathleen lächelten sich an und setzten sich wieder an Jimmys Bett.

Als er wieder erwachte, waren John und Kathy gegangen, und stattdessen saß Patricia an seinem Bett. Sie sagte nichts, sondern begann nur, leise das Lied zu spielen, das ihn so aufgewühlt hatte. Der Junge sah sie an, und ein seltsamer Frieden überkam ihn, als sie zu singen begann. Doch seine Augen glänzten endlich fieberfrei.


...ohne ende...


© Kimba (Lieben Dank!)

 

Bar Letter

Last update: 07/07/2000

(Online since: 07/07/2000)

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