" Mensch, Patrick! Du bist echt unfähig und faul auch noch dazu!" wetterte Vater Dan und seine Geschwister schauten Paddy vorwurfsvoll an.
"Aber ich hab’s doch nicht mit Absicht getan." Verteidigte er sich.
Dan schaute wütend in die Runde seiner Kinder, welche um den großen, ovalen Tisch im Wohnzimmer, saßen. Es hätte ein so gemütlicher Abend werden sollen: Joseph hatte den Kamin angeschürt und Maite Kekse gebacken.
"Wie könnt ihr nur wegen so einer Kleinigkeit so einen Aufstand machen?" Meckerte Paddy.
"Es geht nicht darum, daß du den Brief vergessen hast, abzuschicken, sondern darum, daß du er vertuschen wolltest." Mischte sich John, sein ältester Bruder, ein.
"Und zum größten Übel, hast du es dann noch abgestritten." Meldete sich Kathleen, das älteste Geschwisterteil, zu Wort.
"Und wolltest mir noch die Schuld in die Schuhe schieben!" Beklagte sich Maite.
"Ach...", murmelte Patrick und verschwand nach oben.
Angelo, daß Nästhäkchen wollte ihm noch hinterher laufen, aber Dan räusperte sich und Angelo setzte sich wieder hin.
Wutschnaubend rannte Patrick die Treppe zu seinem Zimmer hoch. Doch bevor er in seinen Flur einbog, schaute er die Treppe hinauf, die auf den Dachboden führte.
Hey, da war ich ja noch nie oben, dachte Paddy sich, während ihm seine Füße auch schon nach ober trieben.
An der großen, schweren Holztüre stoppte Patrick und zögerte noch kurz, bevor er die Pforte öffnete. Joseph, der ein Stockwerk über ihm hauste, erzählte ihm des Öfteren, daß er nachts merkwürdige Geräusche und knarren vernommen hatte. Jimmy entgegnete jedoch immer, daß einige Mäuse auf dem Boden ihr Unwesen treiben würden.
Mit lauten Knarren öffnete er die Türe und schlüpfte durch einen kleinen Spalt hinein. Spinnweben verdeckten ihm die Sicht in das Innere des Raumes. Patrick nahm einen alten Besen aus der Ecke und schob die Weben bei Seite, bevor er eine Kerze anzündete, die auf einer modrigen Kommode stand.
Im Schein der Kerze setzte er sich auf den Boden und reagierte sich an einen, von Mäuse zerfressenen, Teddy ab. "Blöde Sippe!" Fluchte er vor sich hin.
Ein Knarren riß ihn jedoch aus seinen Gedanken und er drehte sich ruckartig um. Paddy blickte ins Dunkel.
Er schnappte sich die Kerze, welche Flamme aufgeregt flackerte und schlich in den hinteren Teil des Speichers, wo noch Dinge des Vorbesitzers standen. Und wie es sein Glück wollte, stolperte er über ein verpacktes Kästchen und stürzte zu Boden. "Autsch!" Stöhnte er und rappelte sich auf. "Blöde Kiste!" Schimpfte er.
Die Neugierde verflog schnell und so wollte er den Speicher schon wieder verlassen. Doch irgendwie wollte er doch wissen, was in dem Kästchen war. So schnappte er es kurzerhand und stapfte hinab in sein Zimmer.
Unten angekommen setzte er sich auf sein hellblau- überzogenes Bett und riß hektisch das Papier auseinander. Zum Vorschein kam eine schwarze Holzkiste und ein alter, vergilbter Zettel. Patrick faltete das Papier vorsichtig auseinander, denn er hatte Angst, daß es zerreißen könne.
"Sei vorsichtig mit der Handhabung!
Denn schon viel wurde zerstört.
Und vergesse nie, daß keinem die Zukunft gehört!"
Komisch, dachte sich Patrick und hob den Deckel der Schatulle an. Darin befand sich ein kleines, rundes, aus Holz gearbeitetes etwas und obendrauf befanden sich vier Räder mit Zahlen. Außerdem noch zwei Knöpfe.
Paddy starrte das Objekt an. "Ob ich es den anderen zeigen soll?" Grübelte er. Dann beschloß der junge Mann, sein Schatz doch seiner Familie vorzuführen und ging runter ins Wohnzimmer. Als er die Türe öffnete, schauten ihn alle an.
"Na, Fehler eingesehen?" Stichelte Patricia.
"Ja, ja..." bemerkte ihr Bruder beiläufig.
"Ihr glaubt ja gar nicht, wo ich gerade eben war, und was ich gefunden habe!" Rief er euphorisch in die Runde. So laut, daß auch Vater Dan aus seinem Nickerchen erwachte.
"Sachte, sachte." Meinte dieser etwas grimmig und stand auf, um ins Bett zu gehen. Genervt von seinem unterbrochenem Schläfchen wünschte er seiner Kinderschaar eine gute Nacht und mahnte, daß sie doch nicht so lange auf bleiben sollten.
Nachdem der Vater zu Bett war, wollten natürlich die Geschwister wissen, was Patrick da in der Hand hatte.
"Ich war gerade auf dem Speicher und da habe ich ne´ Kiste gefunden und da war das drinnen!" Patrick öffnete das Kästchen und ließ seine Brüder und Schwestern den Inhalt sehen.
"Na toll, Paddy!" Rief James, "und was soll es dastellen?"
"Das wollte ich ja euch fragen." Erwiderte Patrick.
Joseph, der technisch Begabteste, bannte sich den Weg durch seine neugierigen Geschwistern. Er nahm das Individuum aus seiner Verpackung und drehte und wendete es.
"Bestimmt eine Art Vorgänger von einer Zeitschaltuhr`..." rätselte er.
Angelo entriß es jedoch seinem Bruder und drückte einen Knopf. Während dessen Kathy das Schimpfen anfing, begann das Teil zu blinken und die Räder drehten sich.
"Hey, hey!" Schrie Angelo aufgeregt.
Die Geschwister starrten das rotierende Gerät an. Plötzlich zuckten lilafarbene Blitze durchs Zimmer- Donner dröhnten in den Ohren der Staunenden.
Eine lauter Knall- und Stille. Gespenstische Stille...
-1-
"Was, was war das?" Stotterte Barbara Ann.
"Keine Ahnung, aber mich würde es mehr interessieren, wo wir sind!" Meinte Paddy und schaute über seine Schultern: eine Steppe! Kakteen und Sand war alles, was seine Augen erblickten.
"Ich glaube, es hat uns das Haus über den Kopf weggefegt." Fügte Jimmy, mit einem schelmischen Grinsen, über seinen stumpfsinnigen Satz, hinzu.
Die Geschwister schauten nach oben, in den freien Himmel. Die Sonne brannte ihnen auf ihre Häupter, obwohl es doch Winter, und zu dem Nacht war.
Aller Augen richteten sich auf die älteste Schwester Kathy. Doch auch sie wußte keine beruhigenden Worte in diesem Moment.
"Wo ist unser Haus, Vater und Sean?" panikte Maite Kelly.
"Sean und Vater sind im Bett. Aber wo unsere Haus ist..." Kathy stoppte.
Sie standen da und dachten nach, überlegten, nach einer logischen Erklärung für dieses Ereignis.
"Hey," unterbrach Patrick die Stille, "vielleicht ist das Ne Zeitmaschine!"
"Klar, und ich bin der Osterhase." Plärrte Maite.
Bevor jedoch diese Diskussion ausartete und wieder alle auf Paddy rummachten, unterbrach Kathleen ihre Geschwister. "Wir suchen jetzt am besten einmal einpaar Menschen. Vielleicht können wir sie fragen, was hier vor sich geht.
So maschierten die Neun nun los. Plötzlich hörten sie Hufschläge hinter sich und ein Reiter auf einem schwarzen Rappen hielt neben der Familie.
"Was wollt ihr hier?" Er schaute sehr finster in die Gesichter der Geschwister.
"Guten Tag," begrüßte Paddy den Reiter. "Mein Name ist Patrick Kelly und das sind meine Brüder und Schwestern."
Der Mann in der schwarzen Lederhose und dem Cowboyhut auf dem Kopf musterte alle der Reihe nach. Jimmy starrte auf seinen Revolver, der in seinem Gürtelhalfter steckte.
"Und was seit ihr für ein Verein? Gaukler?" Belustigend grinste er Paddy ins Gesicht.
"Wir wissen..." Patrick wollte gerade sagen, daß sie nicht wissen würden, wo sie seinen, als Joseph ihm auf dem Fuß trat und knapp "Gaukler" antwortete.
"Das habe ich mir schon gedacht, als ich eure Klamotten sah. Sicher wollt ihr in die nächste Siedlung, oder?"
Joey ergriff das Wort: "Ja, ja, wie gelangen wir denn dorthin?"
"Aber wo ist denn euer Planwagen?"
"Den haben uns solche Männer geklaut, als wir im See gebadet haben." Jammerte Joey. Jimmy schaute seinen Bruder verwirrt an.
"Naja, so ohne Pferd und Wagen seit ihr wie eine Herde Wildpferde.
"Hä?" Warf Maite ein.
"Schweige Weib!" der Fremde warf Maite einen bösen Blick zu.
"Ich werde euch eskortieren." Und schon gab er seinem Pferd die Sporen und trabte los. Die Kellys zuckten mit den Achseln und folgten schweigend dem Mann.
Nach einer guten halben Stunde betraten sie die Siedlung. Blockhütten, ein Salon und Männer, in Lederhosen und Frauen in langen Kleidern gingen über die Straßen und Pferdekutschen fuhren vorüber.
Als sie den Salon passierten, flog ein schmächtiger Mann durch die Schwingtüre und landete direkt vor Patricias Füßen. Die beugte sich natürlich sofort hinab um ihm aufzuhelfen, als ein starker, großgewachsener Mann aus der Türe trat: "Du wolltest Krieg, den kannst du haben! Tritt bei Seite, Frau!" Er zückte seinen Revolver und zielte auf den Mann, welcher im Staub lag.
"Stop!" Brüllte der Fremde auf dem Pferd. "Was ist hier los? Mitch, laß McArthur in Ruhe!"
Der Große steckte seinen Revolver in den Halfter und murrte: "Sheriff, sie müssen mich versehen..."
"Mitch, du solltest besser nach Hause gehen. Deine Ranch leidet unter deiner Sauferei und deine Frau und die Kinder ebenfalls." Bestimmte der Sheriff. "Und du, McArthur, machst auch, daß du Heim kommst!" Der Liegende rappelte sich auf und ging in die Stallung, um sein Pferd zu satteln. Die Kellys schauten sich daß ganze mit Unbehagen an.
"Kommt, ihr Barden, ich lade euch auf einen Whiskey ein und die Damen zu einer Limonade."
Die Geschwister folgten dem Sheriff in den Salon. Der blaue Dunst stand förmlich im Saal. Frauen, mit bunten, weit ausgeschnittenen Kleidern brachten den Cowboys Bier und Schnaps. Einige von ihnen saßen auch auf den Schößen der Männer...
"Ich glaub, wir sind hier in nem Puff." Flüsterte James zu John.
"Nee, daß war doch damals immer so in den Kneipen." Erklärte sein Bruder.
"Damals?" Fragte Jimmy etwas ängstlich.
John zuckte mit den Achseln. "Ich glaube, es war wirklich eine Zeitmaschine..."
Und schon setzte sich eine füllige, bunt geschminkte Lady auf John´s Schoß, der unter dem Gewicht der betagten Dame, bald zusammenzubrechen schien. Mit Müh und Not versuchte er die Alte abzuschütteln, jedoch ohne Erfolg. Die anderen mußten sich heftigst das Lachen verkneifen.
"Los, stoßen wir an! Weib, verschwinde, wir haben keine Zeit für dich!" Brüllte der Sheriff und Johnny´s Flamme verabschiedete sich mit einem innigen Kuß von ihrem Opfer. Der Ärmste wurde darauf hin kreidebleich und schaute ganz wirr.
"Ich gebe eine Runde aus! Endlich mal wieder Gaukler in der Stadt." Er kippte seinen Whiskey und schaute James an: "Was für eine Show bietet ihr denn? Ein Kind mit einem Arm? Einen Kleinwüchsigen?"
"Nein, wir singen." Antwortete Jim knapp.
"Und was?"
"Unsere Weißen?!" Jim drehte sich genervt weg. Er hatte andere Probleme, als sich mit dem Typ zu unterhalten.
"Der Kerl spricht wohl nicht mit jedem, was? Aber egal. Ich muß nun wieder weiter. Sagt mir doch bitte Bescheid, wann und wo ihr singt."
Die Kellys bedankten sich und der Sheriff ging. Nun steckten die Geschwister ihre Köpfe zusammen.
"Das muß eine Zeitmaschine sein." Stellte Kathleen fest.
Und Paddy warf ein: "Vielleicht können wir sie ja wieder aktivieren und nach Hause kommen?"
Angelo kramte die ovale Maschine aus seiner Hosentasche und drückte wieder einige Knöpfe. Wie zu Hause im Wohnzimmer, fingen die Rädchen das Rotieren und die Lichter zu Blinken, an. Diesmal zuckten grüne Blitze über ihren Köpfen hinweg.
-2.-
"Und? Sind wir zu Hause?" Wollte Patricia wissen.
Doch als sich die Geschwister umschauten, sah es nicht gerade nach der Heimat aus. Sie standen vor einem prächtigen Springbrunnen, aus dem hohe Wasserontainen aufstiegen. In der entgegengesetzten Richtung, erstreckte sich ein wunderschöner Park.
"Wow!" Staunten die Geschwister, als eine junge Frau, in einem weiten Rokoko aufgeregt angerannt kam: "Oh Marquise, oh Marquise!" Sie ließ sich auf die Knie fallen. "Ich habe sie schon überall gesucht!" Sie nahm Kathleens Hand und deutete einen Handkuß an. Kathy schaute die Frau fragend an.
"Aber welch Kleider trägt Marquise? Wißt Ihr nicht, daß heute des Königs Geburtstag sei und er daher einen großen Ball geben wird?"
"Nein, nicht daß ich wüßte." Meinte Kathy baff.
"Soll euer Gefolgsleut euch auf euere Gemächer geleiten?"
"Ja, bitte." Sie schaute ihre Brüder und Schwestern ratlos an.
Plötzlich kam ein prunkvoll gekleideter Mann heran geeilt. Er verbeugte sich tief. "Aber Lady Desarut," er schaute die Dame empört an, "erkennt ihr denn nicht die Frauen und Männer? Das sind Earl Semour," er sah Joseph an, danach schweiften seine Blicke auf Maite und Barbara,"Marquise Ditrouat, Gräfin Bernstein von Österreich, Lord Balltimour, "ein Fingerzeig auf James, " Lady Herrington und ihr Gemahl Graf Herrington mit dem Erstgeborenem," er deutete auf John, Patricia und Angelo. "Und Sir Pomerout." Daß sollte Patrick sein.
"Ein gelungenes Späßchen sich als Mob zu verkleiden, aber ihr solltet euch nun für den Ball Kleiden. Ich werde die Hoheiten auf ihre Gemächer geleiten. Dort werden ihre Kleider bereit liegen.
Verwirrt schauten die Kellys dreien, als auch schon der Page loslief. Natürlich folgten die Geschwister den Herren, vorbei an englischen Rasen, in Figuren geschnittenen Buchsbäumen, der Stallungen, in denen reger Betrieb herrschte, bis zu dem Eingang ins Schloß.
"Das ist doch Versailles!" Stoß Maite aus.
"Oh, sie sind zu spaßig, Marquise Ditrouat!" Kicherte der Mann und öffnete die Pforte. Sie betraten nun den Empfangssaal, in welchem reger Betrieb herrschte. Männer und Frauen mit Silbernen Tabletts und edlen Stoffen ranntet hektisch umher, als plötzlich alles still würde und die Diener auf die Knie sanken. Eine männliche Stimme ertönte: "Eure Königliche Hoheit- Ludwig der Sonnenkönig!" Auch die Kellys ließen sich auf die Beine fallen, man wollte ja nicht negativ erscheinen. Der König, mitseiner weißen Perücke Schreitete auf die Kellys zu.
"Ich freue mich sehr, euch auf Versailles begrüßen zu dürfen!" Er ging weiter auf Barby zu: "Gräfin Bernstein von Österreich," er gab ihr einen Handkuß und forderte sie zum auftehen auf. "Sie sehen, wie immer, umwerfend aus. Sogar in diesen Armutslumpen. Aber eine Perle wie sie, Gräfin, würde ich sogar im tiefsten Sande wieder finden." Er blickte Babs tief in die Augen und ließ ihre Hand sinken.
"Ich freue mich sehr, euch alle heute abend auf meinem Feste begrüßen zu dürfen." Mit diesen Worten verabschiedete er sich. Während die anderen schon wieder aufstanden, kniete James noch mit offenem Mund am Boden: "Ich fasse es einfach nicht! Da erlaubt sich irgend jemand einen schlechten Scherz mit uns."
"Das ist kein Scherz, Jimmy, daß ist die Realität." Stammelte Patrick. "Weißt du nicht mehr die Worte auf dem Zettel?"
"Welcher Zettel?"
Ohjeh, in all der Aufregung hatte Paddy das Stück Papier auf seinem Bett liegen lassen. Während der Page die Geschwister auf ihre Zimmer brachte, erklärte Paddy seinem Bruder, was auf dem Brief geschrieben stand.
"Und stand da noch mehr drauf?" Drängte James.
"Nein."
"Nicht so eine Art Gebrauchsanweisung?"
"Nein!" Zischte Patrick so laut, daß sich der Diener umdrehte und fragte, ob es irgendwelche Streitigkeiten gäbe und ob er die Sitzfolge ändern lassen solle. Die Kellys verneinten und so weiß der Mann die Geschwister in ihre Zimmer ein. Als letzter war James an der Reihe. Der Diener betrat mit Jimmy die Gemächer.
"Lord Balltimour," redete er ihn an. James reagierte erst nicht. Der Gefährte räusperte sich.
"Hä, ist was?" Jim drehte sich vom Fenster um.
Der Diener schaute zu Boden, der aus hellbraunen Parkett gearbeitet war. "Lord Baltimour, ich möchte euch warnen..."
"Vor was?" Fragte James betroffen.
"Ludwig weiß von ihrem Plan!" Flüsterte er. "Er wird die Musketiere heute Nacht, wären das Feuerwerk betrachtet wird, auf euer Gevolk hetzten."
"Und was bedeutet das nun für mich?" Er setzte sich an den Sekretär und betrachtete seinen Gegenüber scharf.
"Wenn ihr eure Leute nicht warnt, wird die Revolution niemals stattfinden!"
"Welche Revolution denn?!" James wurde lauter und unruhig.
Der Page trat näher an ihn heran: "Na, die Monarchie zu stürzen. Lord, ich bin eingeweiht!"
James überlegte: Paddy erklärte ihm, daß die Vergangenheit nicht verändert werden dürfe. Aber gab es überhaupt irgendwann eine Revolution, die von einem Lord Baltimour angeführt wurde? Würde er jetzt seine Leute warnen, würde sie stattfinden. Falls er sie nicht warnen würde, dann würden alle in den Kerker geworfen und gefoltert werden...
"Ich muß zu Patrick!"
"Zu wem?" Staunte der Mann.
"Äh, ich meine Sir Pomerout. Bitte bringen sie mich zu ihm."
"Aber wollen Lord nicht erst diese," er schaute ekelerregt, "Bettelsmannkleider ablegen?"
"Von mir aus, für ihren Seelenfrieden." Antwortete James
"Lord Baltimour beliebt zu scherzen- sogar in den ausweglosesten Situationen." Der Diener kicherte. "Ist Sir Pomerout auch eingeweiht?" Wollte er noch wissen.
Doch Jimmy verbat sich diese Fragerei: "Seien sie nicht so neugierig!"
"Natürlich, Hochwürden! Ich bringe geschwind eure Gewänder." Schon rannte er aus dem Zimmer. Nun konnte sich James die Zeit nehmen, um den Raum etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Prunk war unfaßbar: Nur alleine mit dem Diamant- besetzten Kronleuchter hätte er sich ein neues Auto leisten können. Und erst die Deckenfresken... der Teppich... und das Bett, überzogen mit glänzender Saite...
Er klopfte an der Türe.
"Ja?" Wollte Jimmy wissen, wer an der Türe steht.
"Pimpernelle!" Flüsterte eine männliche Stimme hinter der Pforte.
James wußte nicht so recht, was er mit dem Wort anfangen sollte. Die Türe öffnete sich und herein kam ein Bote.
"Lord, es schickt mich Earl Flemming. Er hat Kunde von Bonaparte. Hier, Lord." Er reichte Jimmy einen Zettel. Mit Feder geschrieben stand: "Lord, heute Nacht, zur 11. Stunde am Triumphbogen."
Der Bote wollte schon wieder gehen, doch James hielt ihn auf: "Moment, ich muß nur mal schnell etwas klären. Haben sie ein Momentschen Zeit? Dann warten sie hier bitte auf mich."
Jimmy flitzte hinaus. Dort hielt er einen Pagen auf. "Wo finde ich Sir Pommerout?"
"Oh, Lord Baltimour!" Er beugte sich nieder. "Welch eine Ehre...!"
"Ja, ja, ja! Bitte bringen sie mich sofort zu Paddy- ich mein zum Lord!" Unterbrach ihn James.
Schon eilte der Bedienste vor ihm her und brachte ihn durch einen langen Gang, welcher mit roten Teppichen ausgelegt war, zu seinem Bruder. Der Mann klopfte an seine Türe und Patrick bat herein zu kommen.
James knallte dem Pagen die Türe vor der Nase zu. "Mensch, Paddy, ich Hab ein Problem!"
Erst jetzt bemerkte er, welch prunkvolle Kleidung sein Bruder trug: Eine Hose, aus rot und goldfarbenen Fäden gewebt. Ein weißes Hemd, mit Rüschen auf der Brust, ein goldener Kummerbund und die dazupassende Jacke.
"Was gibt’s?" Bemerkte Patrick mehr oder weniger beiläufig, während er sich selbstverliebt im Spiegel betrachtete.
James schritt auf ihn zu, packte ihn an den Schultern und schüttelte ihn kräftig durch. "Hast du überhaupt gehört, was ich sagte? Ich habe ein Problem!!!"
"Deshalb brauchst du mich nicht so anzuschreien, ich höre auch so noch ganz gut. Was ist denn?"
Jimmy erklärte Paddy seine Misere.
"Oje!" Stöhnte Patrick. "Also, die Französische Revolution ging von Napoleon aus. Aber ob du- äh, ich meine Lord Baltimour dabei eine Rolle gespielt hat..." beide grübelten stirnrunzelnt über der Situation. "Am besten ist, wir verhalten uns so unauffällig wie es geht. Und heute abend, zur 11. Stunde gehst du zum Triumphbogen." Paddy schaute seinen Gegenüber ängstlich an.
"Könntest du nicht vielleicht mitkommen?" Fragte James etwas kleinlaut.
"Aber wer weiß, ob, meine Person überhaupt damit etwas zu tun hatte." Sein Bruder nickte.
"Wo sind eigentlich die Anderen?" Fügte er nach einem tiefen Seufzer hinzu.
"Wenn ich daß wüßte... dann wäre ich garantiert nicht zu dir gekommen. Aber ich konnte mir die Namen nicht merken." Jammerte Jim über sein Elend.
"Geht mir genauso. Aber beim Ball sehen wir sie bestimmt." Und im gleichem Atemzug sinnierte er: passt diese Schleife nicht herrlich zu meinem Kastanienbraunen Haar?"
"Oh Mann!" Zischte sein großer Bruder und verließ das Zimmer.
Durch die Gänge wandernd, suche er erfolgreich seine Gemächer auf. Dort wartete auch wieder dieser aufdringliche Diener mit seinen "Gewändern" auf Jimmy. Später stellte sich auch heraus, daß dieses "lästige Anhängsel" Jim´s Leibeigener war.
Auch er wurde prächtig ausstaffiert: In weißen Hosen, an der Seite güldene Streifen. Goldglänzendes Hemd, weiße Bolerojacke, Gold abgesteppt. Und: Eine schwere, weiße Perücke.
"Na, sauber!" Entwischte es James, als der Untertan im dieses Monstrum auf den Kopf setzte.
"Wie meinen Lord?"
"Nix."
*
Es wurde später Nachmittag und James nahm noch Kekse mit Milch zu sich, bevor ihm sein Bediensteter anhielt, sich nun in den Ballsaal zu begeben. Aufgeregt und unsicher, bahnte er sich den Weg durch die Fremden Gesichter.
Oh, dort vorne, beim König stand Babsi. Genervt dreinschauend erklärte ihr der König, welch seltene Perle sie doch sei.
"Königliche Hoheit," James verbeugte sich tief, "erlauben eure Gnaden, daß ich dies reizvolle Geschöpf (er mußte sich daß Lachen sehr verbeißen) euch für einen Tanz raube?" Gütig nickte der würdige Herr.
"Lord Baltimour, euch einen Wunsch abzuschlagen scheint mir sehr schwer." Schnell zog James Barby weg von ihrem neuen Verehrer.
Kurz und bündig erklärte er ihr, daß schnell alle Geschwister zusammen getrommelt werden müssen- worauf Barbara auch gleich losspurtete.
Es war harte Arbeit, sich durch die Maßen zu schlängeln. Vor allem für Barby, die durch ihen hellgrünen Reifrock sehr gehandikapt war. Doch nach ungefähr einer Stunde waren sie alle Vereint. Eilig erklärte Jimmy, daß sie her schnellstens verschwinden müssen, da sonst die Geschichte in Gefahr sei.
Auf das Drängen der anderen, zog Angelo mißmutig die Zeitmaschine aus seiner Tasche. Ihm hatte es sehr gut bei Lui am Hof gefallen: Er war den ganzen Mittag reiten. Doch auch er sah die mißliche Lage ein und drückte den Start- Knopf. Schnell erleuchteten rote Blitze durch den prunkvollen Ballsaal, geschmückt mit Gemälden Geschichtlicher Helden.
-3-
Ein lautes Pfeifen dröhnte in Josephs Ohren. Gefolgt von einem so gigantischen Schlag, daß die Erde bebte.
"Leutnant Rimes, melde Gehorsams: der Funk ist ausgefallen!" Bevor Joey überhaupt registrieren konnte, daß er sich in einem Schützengraben befand, flog auch schon die nächste Granate knapp über ihren Köpfen hinweg und detonierte sehr nahe.
"Leutnant, so setzten sie doch ihren Helm auf!" Joe drehte sich um und schaute in das Gesicht eines jungen, ausgezehrten Soldaten. Er befolgte den Rat.
"Leutnant, alles klar mit ihnen? Geben sie mir doch bitte einen Befehl, was ich tun soll."
Joseph begriff die Welt nicht mehr. Doch schnell wurde ihm klar, daß er sich in der Schlacht an der Normandie befand. Seiner Uniform nach zu urteilen, gehörte er zu der US- Einsatztruppe.
"Kämpfen bis zum Letzten." War das einzigste, was er herausbrachte.
Eine MG- Salve rauschte über ihn hinweg. Hinter sich hörte er seine Schwestern weinen und bei jedem Einschlag aufschreien. Neben ihm saßen Angelo und Patrick, beide mit weitaufgerissenen Augen. John und Jimmy hockten im Graben vor ihm.
Josph sah, wie ein Panzer direkt auf den Schützengraben vor ihm, zufuhr.
"Schnell, Angelo!" Er zerrte seinen geschockten Bruder am Ärmel, "Mach das Ding an, schnell!"
Mit zittrigen Händen betätigte Angelo die Maschine. Über der Front erleuchteten blaue Blitze...
-4-
"Herold, reiche mir doch mal bitte die Butter." Patrick griff zu der Dose und reichte sie einer betagten Dame. Ihr weißes Haar hatte sie mit einem Kamm, am Hinterkopf, hochgesteckt hatte. Sie trug ein weites, cremefarbenes Kleid. Als Paddy an sich runterschaute, erschrak er: einen edelen Smooking. An der festlich gedeckten Tafel saßen auch seine Geschwister. Seine Schwestern hatten weite Röcke, in bunten Farben an. Und seine Bruder trugen Anzüge, waren geschniegelt und sahen einfach "gut" aus.
Ein farbiger trug die feinsten Köstlichkeiten auf. Es saßen auch noch andere, feine Herren und Damen an der Tafel.
"Den Yankees werden wir es zeigen!" Plärrte einer der Männer quer über den Tisch.
"Bitte, Steffen," die Alte blickte böse zu dem Mann, "nicht bei Tisch!"
"Verzeihen sie, Mam, ich wollte sie nicht empören. Doch eines möchte ich noch wissen: Werden ihre Söhne auch für unser Land kämpfen?"
Sie schaute die Brüder an. Schon war es klar: die Kellys waren in die Rolle der Kinder von der Mam getaucht.
"Das muß ich mir noch überlegen, denn ich brauche die Jungs für die Plantagen. Wer soll denn sonst die Sklaven beaufsichtigen?" Sie steckte sich ein Stück Roastbeef in den Mund.
"Ja, das ist richtig, denn trotz der Yankees muß unsere Wirtschaft weiter blühen."
Die Gesellschaft aß zu Ende. "Jungs, nun zieht euch um und dann schaut mal nach der Ernte." Die Dame zeigte auf die Türe und die Kellys gingen nach oben. "Wo sind denn unsere Zimmer?" Fragte Angelo. Schon kam eine alte Negerin auf ihn zu: "Das ganze Yankeegerede hat den kleinen ganz durcheinander gemacht. Ihr könnt doch den Engel nicht mit so etwas belasten!" Sie strich Angel durch seine Mähne und meinte: "davor, mein Engelchen. Und ihr Barbaren," sie schaute auf die Männer, "schert euch ihm nach!" Zum Glück deutete sie in die Richtung eines Flures, indem fünf Türen waren. So konnten es nur die Räume der Brüder sein. Geschickt warteten sie, bis die Negerin ihres Weges ging und verschwanden dann in die Zimmer- nicht das sie noch Verdacht geschöpft hätte, wenn die Geschwister in die falschen Türen maschiert wären.
Derweil saßen die Schwestern am Tisch der alten Dame und lauschten ihren wirtschaftlichen Diskussionen mit den Männern, die keineswegs erfahrener waren, als sie.
Als Angelo, John, James, Patrick und Joseph die Treppe herunter kamen und der Aufseher die Männer gleich ins Schlepptau nahm, schloß sich Patricia unauffällig dazu.
"Aber Amy, du kannst doch nicht..." wollte die Dame schon los schimpfen, als Patricia ihr ins Wort fiel: "M- M- Mutter," (sie tat sich sehr schwer damit, eine Fremde so zu nennen) "ich werde schon auf mich aufpassen. Und irgendwann muß ich doch auch mal die Plantagen sehen und kennenlernen!"
"Plantagen sind nichts für zierliche Frauen. Aber mach nur, du wirst sicher bald kein Vergnügen mehr dabei empfinden, stinkige Sklaven zu beobachten."
Patricia zuckte mit den Schultern und verschwand den Brüdern nach. Der Aufseher führte die Geschwister durch das Hohe Eisentor des Anwesens, auf welchem in großen Lettern: "Silent- Island" stand.
"Und sie sind sich sicher, Mam," der Aufseher schaute Patricia von oben bis unten an, "uns zum Slavenslum zu begleiten?"
John mischte sich ein: "Natürlich, warum sollte sie nicht?"
"Ich hoffe nur, daß das hübsche Fräulein sich nicht den edlen Stoff ihres feinen Kleides zerreißt!" Tricia schaute an sich herab und bemerkte, daß sie ein wunderschönes, fliederfarbenes Gewand anhatte. An ihren Füßen trug sie weiße Schühschen. Dennoch stiefelte sie entschlossen den Männern hinterher.
Währenddessen informierte der Vorarbeiter die Geschwister über die Bilanzen der Erträge, Ernte- und Aussahtzeiten. Sie passierten eine Staubige Straße und nach ungefähr 20 Minuten waren sie am Ziel: Auf einem riesigen Baumwollfeld ackerten die Neger unter der Glut der brennenden Sonne.
Patricia ließ ihre Blicke über das Feld gleißen und plötzlich sah sie, daß einer der Sklaven zusammen brach. Sofort eilte sie zu ihm hin, ließ sich auf die Knie sinken und wedelte ihm Luft zu.
"Schnell!" Rief sie den anderen Sklaven zu, die staunend daneben standen: "holt einen Eimer kaltes Wasser und ein Tuch!" Ihre Brüder kamen zusammen mit dem Aufseher dazu.
"Aber Mam!" schrie dieser, "sie können doch nicht..."
"Was kann ich nicht!?" Wirbelte Patricia rum.
"Den Neger, ich meine, er ist doch ein Sklave!" Empörte er sich.
"Und ein Mensch dazu!" Tricia spannte ihren fliedernen Sonnenschirm auf und positionierte ihn so, daß der Schatten auf das Gesicht des Mannes fiel.
"Er hat einen Sonnenstich. Paddy, gib mir bitte deine Jacke. Ich werde seine Beine hochlegen."
"Paddy?" Der Vorarbeiter musterte Patrick.
Doch der konterte: "Nur so ein Spitzname."
Ein junges, schwarzes Mädchen kam mit einem Eimer voll Wasser und einen Lumpen darin, angerannt.
"Papa, Papa!" Schrie die kleine aufgeregt.
"Dein Papa ist ganz schnell wieder gesund!" tröstete sie Patricia
"Wir müssen weiter, Miss Malone." Unterbrach der Aufseher den Trostzuspruch.
"Ja, ja!" Bekam dieser zu Antwort. Tricia legte dem Mann noch das feuchte Tuch auf die Stirn und gab seiner Tochter noch Instruktionen, was sie tun solle. Den Schirm ließ sie da...
"Mam, sie sollen doch nicht mit den Negern sprechen. Die haben Typhus und all diese Sachen, die sie nicht gebrauchen können!" Er schaute Patricia streng an.
Ihre Brüder sagten gar nichts zu der Sache. Sie spazierten weiter, bis sie an eine Hütte kamen.
"Mr. Malone," er schaute Joseph an. "Hier ist der Neger drin, der Miss Melanie das Kleid beschmutze. Sie wollten ihn doch auspeitschen."
"Ich?" Stoß Joey aus.
Schon stürmte der Vorarbeiter in die klapprige Hütte und zerrte einen ängstlichen Sklaven heraus. Nun band er ihn brutal an einen Pfahl, schlug ihm ins Gesicht und schrie ihm böse Dinge ins Gesicht. Als er auch noch erniedrigend wurde und dem zitternden Mann ins Gesicht spuckte, stellte sich James vor ihn, plusterte sich auf und mahnte: "Genug!" Schon wich der Bösewicht zurück.
Paddy stürmte zu dem Sklaven und band ihn los. Der Schwarze blickte Patrick verwundert mit großen Augen an.
"Er ist genug bestraft." Sprach Joey. Der Aufseher zuckte mit den Achseln.
"Und?" Sprach der Vorarbeiter und schaute Patricia skeptisch an, " sind sie zufrieden mit der Bewirtschaftung ihres Landes?" Patricia wollte Luft holen, um dem Mann gehörig die Meinung zu sagen, jedoch unterbrach sie James und meinte: "Meine Schwester ist ganz und gar zu frieden."
Es war sehr gut, daß Jimmy sich in die Sache mit einmischte, denn Patricia hatte schon genug in der Vergangenheit aufgemischt, indem sie dem Neger Wasser bringen ließ. Wer weiß, ob daß sich daß damals so zugespielt hatte...
Nun traten die Männer, samt Tricia, die ganz und gar nicht glücklich dreien schaute, den Heimweg an. Auf der Veranda des weißgetünschten Hauses, saß Mama Malone im Schatten einer großen Eiche und blickte ihren Kindern entgegen.
"Und, Melanie? Hat dir der Ausflug auf die Plantagen zugesagt?"
"Naja..." antwortete Patricia. "Was machen die anderen?"
Ihre Stirn schlug Sorgenfalten, als sie sprach: "Deine kleinen Schwestern Betty und Linda wollten unbedingt dem Küchenpersonal zur Hand gehen. Sally bringt gerade ihren Sohn zu Bett." Mit flatternden Röcken stand die Dame aus ihrem Sessel auf und deutete ihren Kindern ins Haus.
"Macht euch jetzt bitte frisch für das Abendbrot."
Die Kellys liefen die geschwungene Treppe hinauf. Einige Sklaven trugen Bettwäsche und wieder andere Silberbesteck hinab. Immer bedacht darauf, den Blick zu Boden zu halten.
Die Geschwister schauten einander merkwürdig an. Keiner von ihnen fühlte sich wohl bei dem Gedanken, daß hier Menschen für sie, unter Zwang, arbeiteten.
Nach dem frisch machen liefen sie wieder hinab an die reich gedeckte Tafel. Gerade, als sie sich zum Essen setzten, drang Hufschlag von draußen in den Raum. Durch das Fenster konnte man Männer, in weißen Kutten und spitzen Kappen erkennen. Sie hatten Fackeln in der Hand und schleiften den einen bewustlosen Schwarzen hinter sich her. Für alle stand fest: Es waren die Anhänger des Kuck- Klugs- Clans, die sich an der Familie rechen wollte, weil Patricia dem kranken Mann auf dem Feld geholfen hatte.
Große Aufregung herrschte im Haus. Angelo erkannte den Zeitpunkt und rannte die Treppe hinauf, in sein Zimmer. Dort holte er, unter seiner Bettdecke, die Zeitmaschine heraus und sprang schnell wieder zu seinen Geschwistern. Noch warf er einen fragenden Blick zu Kacheln, die das Gesicht des weinenden Seans an ihre Schulter preßte. Ein Nicken von ihr, war die Bestätigung seiner unausgesprochenen Frage. Er drückte schnell einige Knöpfe und schon zuckten pinke Blitze durch den Raum.
5.
"Patrick? Patrick? Alles klar bei dir?" Patricias zarte Hände schlugen leicht auf Paddys Wangen. Dieser zwinkerte und schaute seiner Schwester ins Gesicht.
"Oh, mein Kopf!" Stöhnte der, am Boden liegende Patrick. "Was ist passiert? Wo bin ich?" Er setzte sich auf.
"Naja, es tut uns allen mächtig leid, daß wir in der letzten Zeit so auf dir herum gehackt haben. Jetzt wollte ich mich- im Namen der Familie- bei dir entschuldigen. Und als ich dich so im ganzen Hause suche und den schwarzen Fußstapfen am Boden folge," dabei schaute sie etwas finster, "fand ich dich hier im Speicher am Boden liegend und neben dir ein Balken. Der muß wahrscheinlich aus seiner Verankerung, und auf deinen Kopf gefallen sein."
Patrick erinnerte sich, daß er etwas herumgestöbert hatte und dabei an das Regal, mit den Balken darauf gestoßen war...
Gott sei Dank, war alles nur ein böser Traum.
Patricia half ihrem benommenen Bruder auf die Beine und schaute sich noch etwas auf dem Boden um. Was da alles für Gerümpel herumstand... unter anderem eine schwarze Holzkiste. Patricia wollte sie aufheben, doch Paddy schob sie schnell weiter, Richtung Türe.