Uns alle berührt das Schicksaal der Mutter Kelly. Wir verspüren Trauer, obwohl wir nicht einmal eine Gelegenheit hatten, sie persönlich kennen zu lernen. Ihr Leben war leider viel zu kurz, dass man kaum etwas über sie weiß, und doch hat sie eine so große Bedeutung für uns.
Wo kam diese Frau her? Wann wurde sie ein Teil der Familie? Ich habe nachgeforscht.
In eine kleine Geschichte verpackt, findet ihr all die Antworten auf eure Fragen.
Geboren wurde sie in Fichtenberg/Massachusetts/USA, am 02. Juli 1946. Ihre Eltern waren: Mutter Barbara Ann aus Finnland Vater Victor aus Tirol
In Fichtenburg ist sie aufgewachsen und ihrer Leidenschaft dem Ballett verfallen.
Als sie 18 Jahre alt, wurde sie als Haushaltshilfe bei Daniel Jerome und Joanne Kelly eingestellt. Ihre Aufgabe war es, neben Putzarbeiten, sich auch um deren vier Kinder, Paul, Danny, Caroline und Kathleen Ann, zu kümmern. Sie war sehr fleißig und so für Joanne eine große Hilfe. Durch ihre unbeschwerte Art, war sie auch bei den Kindern sehr beliebt. Dan war das ganz recht und so half sie ihm jetzt auch bei seinem Antiquitätenhandel.
Als die Familie 1966 nach Camonal/Spanien umzog, war es keine Frage Barbara mitzunehmen. Diese wurde allerdings von Dan schwanger und so kam es, dass sich Daniel und Joanne trennten. Die Kinder blieben jedoch bei Dan und seiner neuen Freundin Barbara Ann Suokko.
Mit gerade mal 20 Jahren brachte sie zu Hause, am 8. März 1967, ihren ersten Sohn, Juan Miguel Suokko (Johnny) zur Welt. Obwohl Dan 16 Jahre älter als Barbara war, führten sie eine glückliche Beziehung.
2 Jahre später, am 25. November 1969, wurde das zweite gemeinsame Kind, ebenfalls eine Hausgeburt, geboren. Der Name des kleinen Mädchen: Maria Patricia (Patricia).
Am 6. November 1970 gingen Barbara Ann Suokko und Daniel Jerome Kelly den Bund der Ehe ein. Geheiratet wurde in New York. Ab diesem Tag hieß jedes Familienmitglied Kelly.
Da Barbara wieder schwanger war, und die Familie bald neun köpfig sein würde, mussten sie ihr Haus verlassen und in ein größeres ziehen, das für alle genug Platz und für die Kinder sogar einen Hinterhof zum spielen hatte. Schon drei Monate später, nämlich am 18. Februar 1971, war es dann soweit. Ein weiterer Nachwuchs war geboren. Die Eltern einigten sich auf den Namen James Victor, Victor vom Vater Barbaras abstammend. Der kleine Jimmy war der Erste, der in einer Klinik in Talavera auf die Welt kam.
Ihr Leben war aus finanzieller Hinsicht wirklich nicht einfach. Jedoch waren sich die beiden einig, dass sie das schon schaffen würden, da ihr Wunsch nach weiteren Kindern groß war. So dauerte es nicht lange, bis der nächste Kellyjunge, Josef Maria (Joey), am 20. Dezember 1972, das Licht der Welt erblickte. Da wurde die Familie doch von der Armut heimgesucht, sodass sie ihr Zuhause in Camonal verlassen mussten. Barbara fiel es schwer, da sie schon wieder schwanger war.
Die Kinder hatten nach Dans Ausraster viel Neues gelernt, darunter einige Instrumente. Was ihnen jetzt half Geld zu verdienen. Unter dem Namen "Kelly Kids" gaben sie ihre ersten Straßenkonzerte. Als sie in finanzieller Hinsicht wieder stabil waren, beschlossen sie wieder sesshaft zu werden. Sie kauften sich erneut ein Haus, im Bergdorf Belascoain. Barbara fühlte sich im neuen Heim sehr wohl.
Endlich gebar sie wieder ein Mädchen, das sie getreu nach ihrer Urgroßmutter, Großmutter, Mutter bzw. sich selbst nannte, Barbara Ann (Barby).
Da viele auf den Geschmack der Kelly Musik gekommen waren, und die Familie immer öfter auf Festen, Hochzeiten etc. spielte, beschlossen sie ihre einzige Einnahmequelle zu erweitern. Sie kauften sich einen Wohnwagen, mit dem sie einen Teil der Welt bereisen und für die Menschen dort spielen/singen wollten. Schließlich gelangte die Familie nach Irland, wo Barbara einen weiteren Sohn, am 5. Dezember 1977 in Dublin, zur Welt brachte. Michael Patrick (Paddy) kam in einer stürmischen Nacht, im Wohnwagen, dank Dans Hilfe zur Welt.
Der Erfolg wuchs. Sie gaben erste Fernsehauftritte und produzierten ihre ersten Platten. Mit ihrem verdienten Geld, kauften sie sich einen Doppeldeckerbus, mit ihm waren sie schneller unterwegs. Wohn- und Schlafbereich waren zu trennen.
Am 4. Dezember 1979 kam ein weiteres Kind, in Berlin zur Welt. Da sie zu dieser Zeit schon sehr berühmt waren, nannten sie das kleine Mädchen Maite Star (Maite).
Barbara besaß, was sich viele Frauen nur erträumen können. Sie hatte einen Mann, der sie liebte, sowie viele Kinder. Eben eine glückliche Familie. Jeder hatte Lust an der Musik gefunden und man empfand es als wunderschön, gemeinsam Geld zu verdienen, die Welt zu bereisen und Menschen mit ihren Liedern glücklich zu machen.
Doch dann kam ein großer Schicksalsschlag. Bei einer Voruntersuchung wurde festgestellt, dass sie an Krebs erkrankt war. Jeder Arzt, den sie aufsuchten, konnte nur die Diagnose stellen, dass der Krebs schon zu weit fortgeschritten sei und dass man sie nicht mehr retten könne. Sie kündigten alle Verträge und zogen sich zurück. Sie wollten ihrer Mutter die Zeit so schön wie nur möglich machen und so zogen sie wieder zurück nach Belascoain, dorthin wo die Familie einst so glücklich war.
Durch all die Unterstützung, Liebe und Hoffnung, auch der Wunsch noch einem weiteren Menschen das Leben zu schenken, verbesserte sich ihr Zustand und sie gebar ihr letztes Kind, am 23. Dezemeber 1981, per Kaiserschnitt, in einer Klinik in Pamplona. Barbara empfand sein Ansicht glich eines Engels, deswegen wurde er auf den Namen Angelo Gabriel (Angelo) getauft.
Die Geburt setzte ihr schwer zu und die Krankheit breitete sich aus. Obwohl sie liebevoll versorgt wurde, konnte sie das Haus nicht mehr verlassen. Alles fiel ihr schwer. Sie ahnte ihren Tod, doch sie hatte noch einen letzten Wunsch, sie wollte ein letztes gemeinsames Video aufnehmen. Mit letzter Kraft stellte sie sich vor die Kamera, immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht, so wie man sie kannte. Bei den letzten Liedern saß sie auf einem Stuhl, nicht mal mehr ihren kleinen Angelo konnte sie halten.
Ja, sie hatte Recht. Schon zwei Wochen später musste sie ihre Familie auf ihren Tod vorbereiten. Jeden Abend saßen die Kindern an ihrem Bett und Barbara erkläerte ihnen was geschehen wird: "Der Tod ist ein Teil unseres Lebens. Der Tod gehört einfach dazu. Bitte singt mir ein Lied." Wie tapfer die Kinder doch sein mussten um ihr ihr gewünschtes Lied zu singen.
Sie ruhte auf weißen Leinenkissen. Manchmal trug ein sanfter Windhauch den Duft von nassem Laub in ihr Zimmer. Die Kinder sangen für die sterbende Mutter und gaben ihr ihre sanften Stimmen mit auf den Weg.Ihre Worte an Kathy waren: "Ich übergebe dir Angelo"
Sie verabschiedete sich mit den Worten: "KEEP ON SINGING"
Am 10. November 1982 erlag sie dem Krebs. Am 10. November 1982 starb Barbara Ann Kelly, in dem Haus, in dem sie immer glücklich war...im ersten Stockwerk, in einem Zimmer mit Balkon und schmiedeeisernem Gitter...
Eisiger Wind trägt sanfte Kinderstimmen durch das Dorf Belascoain.
Auf dem Friedhof neben der Kirche, auf einem Hügel, wird Barbara Ann beerdigt.
"Sie hatte ein weißes Tuch über ihrem Gesicht und sah wunderschön aus", erinnerte sich Maite.
Das ganze Dorf war zusammen gekommen, um Barbara auf ihrer letzten Reise zu begleiten. "Sie war ein Engel", sagten viele.
"Als der Sarg hinabgelassen wurde, begannen alle Kinder wie auf Knopfdruck zu weinen. Es war schrecklich", erinnerte sich ein Nachbar. Ihr Tod riss ein Loch in die Familie, in das Dorf, in das Leben. "Belascoain ist wie ein Stück Himmel für unsere Familie", sagte sie immer. Wie schön konnten die Weinberge von Belascoain sein, wie schön die Stille und die frische Luft, wenn man sie nicht mit der eigenen Mutter teilen konnte? Plötzlich war der Himmel weit entfernt...
Die Inschrift des Grabes:
Barbara Ann Kelly
10. November 1982
Mother of Fourteen
(gefolgt von 14 handgemalten Herzen)
All with her mother
All the children of the World
(darunter "Papa", die 12 Namen der Kinder, Maribel, Bob und Linda, und zum Schluss Dans persönliche Botschaft an die Mutter)
All my sufferings of my whole body to her as a sacrifice
(Bei ihrer heiligen Mutter und allen Kinderseelen dieser Erde, mein ganzes Leiden als Opfer für sie)
In die Grabplatte der Mutter haben die Kellys, sowie Maribel, Bob und Linda, mit bloßen Fingern und dünnem Reisig ihre Namen eingeritzt.
ENDE
written by Kelley am 27. November 2004
So ich hoffe euch hat die Geschichte gefallen. Sie ist nicht ausgedacht. Es könnte aber sein, dass ein paar wenige Fehler drinne sind, es ist nicht so leicht, etwas über Barbara Ann herauszufinden.
Ich habe es geschrieben, weil es mich sehr berührt und weil ich weiß wie es ist, eine Mutter zu verlieren.
Ihr könnt mir auch gerne Mails schicken, meine Adresse:
Ukthaarlammert@aol.com