Es war eine kühle Nacht Anfang November. Der Mond warf sein blasses Licht auf die Erde und der Wind wehte stark. Etwas unheimlich war es schon, nachts um 2, dachte Patrick Kelly. Er ging durch die Straßen von Köln. Er hatte den letzten Zug nach Gymnich verpasst und musste nun bis um 5 Uhr warten, bis er wieder einen kriegte. Im Schloss anrufen wollte er nicht, es waren ja nur Barby und sein Dad zu Hause, die könnten ihn ja nicht holen. Und Joey, Trisha oder Angelo wachklingeln wollte er nicht. Zu blöd, dass sein Auto gerade in der Werkstatt war, nachdem Joey damit an einer Ampel nicht aufpasste und einen Auffahrunfall verursacht hatte. Patrick wurde wieder sauer. Warum hatte er Joey auch den Wagen geliehen, obwohl er wusste, dass der mindestens einmal im Monat ein Unfall baute, weil er es immer eilig hatte. Aber insgeheim musste er schon über seinen Bruder lachen. Sowas konnte nur Joey passieren.
Patrick war in eine dunkle Gegend geraten, die er nicht kannte. Er hatte gar nicht auf den Weg geachtet. Diese Straße erinnerte ihn an die Gettos in New York City, die waren aber noch schlimmer. Er drehte sich um, um den Weg zurückzugehen, den er gekommen war, als er plötzlich ein leises Geräusch hörte. Als er nichts entdecken konnte, ging er weiter. Da war dieses Geräusch schon wieder. Patrick sah sich nochmal um, als er im Dunkeln etwas bemerkte. Langsam ging er in die Richtung eines Hinterhofes, wo er kaum etwas sehen konnte. Erst als er genau hinsah, entdeckte er ein Mädchen. Sie sah ziemlich verwahrlost aus. Die Klamotten waren schmutzig und hatten Löcher, das Mädchen selbst war schrecklich dünn. Sie saß an einer Hausmauer, die Knie angezogen und das Gesicht in den Händen vergraben. Unter ihrem Arm klemmte ein Teddy, der etwas schmutzig, aber sonst in einem guten Zustand war. Patrick wunderte sich ein bisschen darüber. Aber noch viel mehr wollte er wissen, was das Mädchen um diese Zeit in dieser Gegend zu suchen hatte und warum sie so vernachlässigt aussah. Sie schien ihn nicht bemerkt zu haben, sie hatte keine Reaktion gezeigt. Patrick kniete sich zu ihr hinunter. "Warum weinst du", fragte er leise. Das Mädchen zuckte zusammen und sah ihn an. Ihr Gesicht war schmal, große blaue Augen sahen ihn ängstlich an. "Wie heißt du", fragte Patrick vorsichtig weiter. Sie zitterte wegen der Kälte. "Juliet", antwortete sie leise und Patrick bemerkte ihren englischen Akzent beim Sprechen. "Aber du kannst Julie sagen. Wer bist du?" "Ich bin Patrick. Was machst du hier mitten in der Nacht bei dieser Kälte ganz allein?" Statt ihm zu antworten, stiegen ihr Tränen in die Augen. Patrick machte sich Sorgen um Julie. Er sah auf die Uhr. Kurz vor 4. "Komm, ich nehm dich mit nach Hause", sagte er. Julie sah ihn erstaunt an. "Ehrlich? Das hat bis jetzt noch keiner für mich getan. Danke!" Patrick gab ihr seine Jacke. "Du frierst doch, oder?" "Mhm. Danke." Patrick legte ihr einen Arm um die Schulter um sie zu wärmen, denn er hatte bemerkt, dass ihre Hände eiskalt und ihre Lippen auch leicht blau waren. Gegen dreiviertel 5 kamen sie beim Bahnhof an. Patrick kaufte in dem kleinen Kiosk mit Mini-Restaurant zwei Becher heiße Schokolade. Die beiden gingen zum Gleis, wo der Zug fahren sollte, setzten sich auf eine Bank und tranken. Nach einigen Schlucken sagte Julie: "Danke, dass du so nett zu mir bist." "Ist schon gut", winkte Patrick ab. Nachdem Julie ihren Becher leer hatte, hatte Patrick den Eindruck, dass sie wieder Farbe im Gesicht hatte. Er schätzte ihr Alter auf etwa 19. "Kommst du aus England", fragte er. "Irland. Du bist aber auch nicht aus Germany, oder?" "Nein, ich bin in Dublin geboren. Aber meine Familie ist sehr viel unterwegs gewesen, die meiste Zeit waren wir in Spanien und seit einigen Jahren wohnen wir jetzt hier in Köln. Und was tust du hier?" Julie sah auf die Bahngleise. "Ich möchte nicht darüber reden, verstehst du?" "Ist schon okay. Was ist das für ein Teddy?" "Den hab ich als kleines Kind geschenkt bekommen. Ich weiß nicht mehr, wo das war, ich war 2 Jahre alt damals. Es war in einer großen Stadt auf einem Platz. Ich hatte auf einmal meine Mama verloren und natürlich geweint. Dann ist da auf einmal eine Frau zu mir gekommen und hat gefragt, warum ich weine. Sie hat ein kleines Baby auf dem Arm gehabt, neben ihr waren noch zwei Kinder, ein blondes Mädchen und ihr kleiner Bruder. Und weiter weg waren noch andere Kinder, es waren alle Geschwister, die auf dem Platz Musik gemacht haben. Ich hab ihr gesagt, dass meine Mama weg war und da hat sie mich getröstet und mir diesen Teddy geschenkt. Das war das schönste Geschenk, das ich je bekommen habe, weil ich es aus Liebe und Fürsorge erhalten habe. Leider hab ich diese Familie seitdem nie mehr gesehen." Patrick konnte es kaum glauben - Julie beschrieb seine Familie! Es passte alles zusammen. Das Baby war Maite und die Geschwister müssten er und Barby sein. Er erinnerte sich ganz dunkel, wie seine Mama einen Teddy an ein weinendes Kind weiterschenkte. Da musste er sich bei Julies Alter wohl vertippt haben. Sie müsste dann etwa so alt wie er sein, vielleicht ´n paar Monate jünger. "Patrick?" Er schrak hoch. "Was ist?" "Ist das unser Zug?" Patrick sah auf die Uhr. "Ja", meinte er nachdenklich. Julies Erlebnis ging ihm nicht aus dem Kopf. Konnte das denn sein?
Im Zug waren kaum Leute. "Julie, diese Familie...ich glaub, du hast ein Mitglied vor dir." "Was? Du gehörst dazu? Dann warst du der kleine Bruder. Siehst ihm schon irgendwie ähnlich. Meinst du, ich kann mich bei deiner Mama bedanken?" Patrick´s Blick wurde traurig. "Nein...nein, das kannst du nicht. Mama ist tot. Als ich fünf war, ist sie an Brustkrebs gestorben." "Oh Patrick, es tut mir leid, ich wollte nicht..." "Nee, ist okay. Das konntest du ja nicht wissen." Julie drückte den Teddy an sich und starrte nachdenklich aus dem Fenster. Das hatte sie echt nicht gewollt, nachdem Patrick so lieb zu ihr war. Auch Patrick starrte aus dem Fenster. Jetzt wurde er schon wieder an den Tod von Barbara Ann erinnert, dabei versuchte er alles, um es zu verdrängen. Klar, er konnte Julie das nicht übel nehmen, woher hätte sie es auch wissen sollen aber die Erinnerung tat doch sehr weh. Die beiden schwiegen für den Rest der Fahrt.
Im Schloss zeigte Patrick Julie alles. "Wenn du willst, kannst du bei mir schlafen. Wenn du deine Ruhe haben willst, kriegst du das Gästezimmer", sagte Patrick. "Patrick, ich war so lange allein und einsam, da hab ich genug Ruhe gehabt. Kann ich bei dir schlafen?" "Natürlich. Ich hol dir von meiner Schwester ein paar Sachen. Barby ist auch die, die damals neben mir stand", erzählte Patrick. "Danke, Patrick. Du bist echt lieb! Solche Menschen wie dich gibt es nicht viele." "Ach was. Das ist mein Zimmer", sagte er etwas verlegen. "Ich hol dir schnell die Sachen", fügte er hinzu und schlich leise in Barbarinas Zimmer. Während er die Klamotten holte, beschloss er, Julie in seinem Bett schlafen zu lassen. Gott wusste, wie lange sie auf der Straße war. Als er wieder in sein Zimmer kam, saß Julie auf einem der beiden Stühle. "Hier. Müsste dir passen. Das Bad ist da drüben. Du darfst in meinem Bett schlafen." "Danke, das ist echt lieb von dir", sagte Julie und ging ins Bad. Patrick machte sich das Sofa zurecht. Sein Blick fiel auf Julies Teddy. Er nahm ihn und sah ihn nachdenklich an. Er setzte sich auf sein Bett und plötzlich kamen die Erinnerungen zurück. An seine Mama, wie sie zu Weihnachten mal Plätzchen gebacken hatte und Jimmy sie nachts heimlich alle gefuttert hatte. Barbara hatte ihn geschimpft, aber kurz darauf lachte sich die ganze Familie kaputt. Sie waren so glücklich damals. Und dann, zwei Jahre später, mussten sie Weihnachten zum 1. Mal ohne Barbara Ann feiern. Patrick stiegen Tränen in die Augen, er fühlte sich so einsam. Warum hatte seine Mama diese schlimme Krankheit bekommen? Warum seine geliebte Mama? Er verstand es einfach nicht. Sicher, jeder Mensch muss diese Welt mal verlassen, aber es war doch viel zu früh. Wie glücklich hätten sie alle sein können... Patrick liefen Tränen über die Wangen. Er drückte den Teddy an sich und ließ seinen Gefühlen freien Lauf. "Patrick, was ist denn? Was hast du?" Julie war aus dem Bad gekommen und sah ihn besorgt an. "Ach nichts..." Sie setzte sich zu ihm aufs Bett und sah ihn an, während er sich die Tränen aus dem Gesicht wischte, aber nicht aufhören konnte zu weinen. "Deine Mama", fragte sie ganz leise und er nickte. "Patrick..." Sie legte ihm eine Hand auf die Schulter. Lange saßen sie so da, bis Patrick sich beruhigte. "Es ist fast sechs Uhr. Lass uns schlafen", sagte er und gab ihr den Teddy. Dann legte er sich aufs Sofa. Auch Julie legte sich hin. "Schlaf gut, Patrick." "Du auch."
Als Barby am Morgen erwachte und sich ihre Kleider aus dem Schrank holen wollte, wunderte sie sich, dass ein paar Sachen nicht da waren. Sie nahm sich was anderes und ging ins Bad. Danach machte sie in der Küche Frühstück. Eine Weile später kam ihr Dad rein. "Morgen, Daddy!" "Morgen, Barbara. Ist Patrick noch nicht auf?" "Ich hab ihn noch nicht gesehen. Hast du ihn heute nacht noch gehört?" "Nein. Ist wohl spät geworden." Denn Patrick ist mit ´n paar Freunden zuerst ins Kino und dann noch in die Disco gegangen. "Ich weck ihn lieber, bevor der Kaffee kalt wird, das kann er doch nicht leiden", meinte Barby. Inzwischen war Patrick aufgewacht. Nachdem er im Bad war, sah er nach Julie. Sie schlief noch. Da es inzwischen kurz nach zehn war, weckte Patrick sie. Er rüttelte sanft an Julies Schulter. "Guten Morgen." Julie erwachte langsam. "Morgen, Patrick." "Hast du gut geschlafen", fragte Patrick. "Ich hab ewig nicht mehr so gut gepennt." "Komm, es gibt gleich Frühstück." Während Julie im Bad war, kam Barby ins Zimmer. "Ah, du bist wach. Frühstück ist fertig. Sag mal, hast du meine blaue Bluse und den schwarzen Rock irgendwo gesehen?" "Barby, ich hab gestern Nacht in Köln ein Mädchen in einer dunklen Seitenstraße gefunden und sie mitgebracht. Kannst du dich an diesen Teddy erinnern?" Er deutete auf sein Bett. "Hat Mama den nicht mal einem kleinen Mädchen geschenkt?" "Ja. Julie hat ihn von Mama bekommen. Deswegen sind auch deine Sachen nicht da. Ich hab letzte Nacht ein paar für Julie aus deinem Schrank geholt." "Wenn das so ist...", meinte Barby und ging wieder, um noch einen Gedeck mehr herzurichten. "Und, passt´s", wollte Patrick wissen, als Julie aus dem Bad kam. "Klein wenig zu groß, aber das geht schon", antwortete sie. "Komm, wir gehen runter."
Im Esszimmer saßen Dan und Barby am Tisch, als die beiden kamen. Barby hatte ihm natürlich alles erzählt. "Morgen, Daddy. Das ist Juliet. Ich hab sie in Köln getroffen." "Morgen, ihr zwei." Dan begrüßte Julie freundlich. "Nimm nur, es ist genug da", ermutigte er sie immer wieder, wenn sie ein Brötchen gegessen hatte, denn Julie sah nicht aus, als würde sie jeden Tag dreimal was essen. "Danke."
Nachdem Patrick seine Tiere gefüttert hatte, führte er Julie noch durch den ganzen Park, außer in die Nähe des Tores. "Sag mal, wer schreit denn da so?" Natürlich konnten sie die Fans hören. "Ach, das ist jeden Morgen so", murmelte Patrick. Er wollte nicht, dass Julie erfuhr, wer er war. Er führte sie auch durchs ganze Schloss. In einem Zimmer fragte Julie: "Was für Preise sind das?" Mist, das hatte Patrick vergessen! Die Goldenen Schallplatten und die anderen Awards. "Das sind Preise für unsere Musik. Ich wollte dir es eigentlich erst später sagen. Wir sind die Kelly Family, wir sind Stars hier in Europa. Wegen unserer Musik haben wir viele Fans. Die haben da vorhin auch geschrien. Jeden Tag das gleiche." "Ihr seid jetzt richtig berühmt?" "Ja, aber manchmal wünsche ich mir, dass es nicht so ist." "Wegen den Fans?" Patrick nickte. "Das tut mir leid", sagte sie mitfühlend. Die beiden gingen wieder in Patricks Zimmer. "Sag mal, was hast du denn jetzt vor", fragte Patrick mit besorgtem Blick. Julie zuckte mit den Schultern. "Julie, bitte sag mir, wieso du da auf der Straße warst." Patrick sah sie mit durchdringenden Augen an. Julie versuchte, seinem Blick auszuweichen, aber er fing sie immer wieder ein. "Ich will dir doch nur helfen, Julie." Sie zögerte. Patrick sah ihr tief in die Augen. "Bitte." Julie atmete tief durch. "Gut, du läßt mir ja eh keine Ruhe." Sie nahm ihren Teddy und sah ihn an, während sie anfing zu erzählen: "Meine Familie hatte schon immer Geldsorgen. Meine Mum nahm Drogen, deswegen hatten wir kaum Geld, weil sie alles für die Pillen ausgab. Mein Dad hatte einen Job, aber er verdiente nicht gut und arbeitete viel zuviel in diesem Bergwerk. Er bekam starke Rückenbeschwerden. Und da wir kaum Geld hatten, konnten wir keinen Arzt bezahlen. Mein Dad ist zwei Jahre nach meinem Treffen mit deiner Mum gestorben. Meine Mum rutschte daraufhin noch tiefer in den Drogensumpf ab. Wir verließen Irland und gingen nach Amsterdam, weil es dort für meine Mum mehr Möglichkeiten gab, sich zu Drogen zu verschaffen. Um Geld zu verdienen, musste ich mit vier Jahren bei einigen Leuten putzen, von morgens bis abends. Meine Mum fand eine Stelle als Kellnerin in einer Hafenkneipe. Und abends ging sie freiwillig auf den Strich. Mit diesen Jobs konnten wir uns eigentlich gut über Wasser halten, wir sparten halt hinten und vorne. Meine Mum hatte mich trotz ihres Drogenmissbrauchs immer noch sehr lieb, ich war immer das Wichtigste für sie, auch wenn sich das ziemlich absurd anhört. Mit den Jahren ist es schlimmer mit meiner Mum geworden. Als sie wegen der Drogen gefeuert wurde, sind wir nach Deutschland gegangen. Ich war 11 damals. Ich suchte mir in dem Ort einen Job, kam schließlich mit Babysitten, Hunde-Gassi-Gehen und Putzen über die Runden. Ab und zu konnte ich mir dann sogar etwas teueres kaufen. Meine Mum ging wieder auf den Strich, tagsüber auch Putzen. Aber eines Morgens, nachdem sie die Nacht über wieder unterwegs war, war sie plötzlich ganz anders. 13 war ich da. Meine Mum war total brutal und hat mich angeschrien, warum ich noch nicht bei der Arbeit war. Ich hatte den Vormittag aber frei an diesem Tag. Da packte sie mich am Arm und sagte, ich solle mitkommen, sie hätte Arbeit für mich. Wir gingen in eine abgelegene Kneipe. Meine Mum schob mich zu einem viel älteren Typen an den Tisch und flüsterte mir zu: "Du tust, was er von dir will, verstanden?" Meine Mum verlangte tatsächlich, dass ich auf den Strich gehe! Irgendwas war da, das hätte sie nie von mir gefordert. Der Kerl war so widerlich, und das war mein erstes Mal. Es war so beschissen, ich wusste ja nicht, was der wollte. Eigentlich könnte man fast sagen, dass er mich vergewaltigt hat, ich wollte das ja nicht. Erst viel später fand ich raus, dass Mum da mit den härtesten Drogen überhaupt vollgepumpt war. XTC, Marihuana und so. Seit dem hat meine Mum mich auf den Strich geschickt, das Geld hat sie kassiert. Die anderen Jobs musste ich aufgeben. Kurz nach meinem 16. Geburtstag ist sie an einer Überdosis gestorben. Ich kam in ein Heim, aber dort war es schrecklich. Schon nach einer Woche bin ich abgehauen. Seitdem lebte ich auf der Straße, bis ich mich mit 17 verliebt habe. Er hat mich auch sehr gemocht und ich durfte bei ihm wohnen. Aber nach einem Jahr haben wir uns getrennt. Ich hab mir wieder Jobs gesucht und kam ganz gut klar. Bis ich irgendwann verdächtigt wurde, eine fahrlässige Tötung verursacht zu haben, ich weiß auch nicht, wie das kam. Jedenfalls bin ich dann nach Köln abgehauen und seitdem hab ich hier auf der Straße gelebt. Ein paar Jobs hab ich gehabt, bin für alte Menschen einkaufen gegangen und so. Die waren froh, dass ich ihnen geholfen habe und ich durfte oft mit ihnen essen. Die sind aber vor ´n paar Monaten gestorben und seitdem bin ich ohne Job und auf der Straße. Der Teddy von deiner Mama war immer der einzige Trost für mich, er hat mir viel geholfen, diese Zeiten zu überstehen." Von den ganzen Erinnerungen hatte Julie angefangen zu weinen. Patrick schluckte hart. Er hatte auch feuchte Augen und einen richtigen Klos im Hals. Nach einer Weile sagte er: "Du kannst hier bleiben, wenn du willst." "Danke", sagte Julie leise und umarmte ihn kurz.
Barby und Dan saßen im Esszimmer. Sie sahen Julie draußen im Park mit Finbarr spielen. "Sie ist wirklich ein sehr nettes Mädchen", sagte Papa Kelly und Barby bestätigte: "Ja, das stimmt." Patrick kam rein und setzte sich zu ihnen. Barby sah seine geröteten Augen. "Was ist los, Patrick? Hast du geweint?" "Sie tut mir so leid", antwortete er. "Hat sie dir was erzählt", fragte Dan und Patrick nickte. Dann erzählte er seinem Vater und seiner Schwester, was Julie ihm erzählt hatte. Sein Blick war die ganze Zeit auf Julie gerichtet, die ein paar Gänseblümchen pflückte, die bei diesen warmen Temperaturen blühten. Auch Dan und Barby waren von Julies Schicksal betroffen. "Wenn Maite jetzt hier wäre, würde sie als erstens sagen: Los, iss mal ordentlich!" Patrick versuchte über seine Aussage zu grinsen, aber es klappte nicht so richtig. "Wisst ihr was? Wir versuchen, Julie glücklich zu machen. Dass sie wie andere Menschen leben kann und das Leben genießen kann! Was haltet ihr davon? Sie könnte doch hier bleiben", schlug Barby vor. "Super Idee, Barby! Was sagst du, Daddy?" "Dein gutes Herz hat dir deine Mutter weitergegeben, Barbara! Du versuchst wirklich, andere glücklich zu machen, ich bin stolz auf dich!" Dan liebte seine kleine Barby sehr. Sie war genauso wie seine Barbara Ann.
Etwa zwei Wochen später... Julie sah viel besser aus. Sie war nicht mehr so schrecklich dünn, sondern hatte eine tolle Figur bekommen. Barby ging neulich mit ihr shoppen und die Jungs hatten Julie ganz schön hinterher gestarrt. Barby entwarf ihr zu Weihnachten ein paar schöne Kleidungsstücke, die sich gut kombinieren ließen - ohne Julies Wissen natürlich. Die anderen Kellys lernten Julie inzwischen auch kennen und alle fanden sie sehr nett. Patricia lud sie natürlich zu ihrer Geburtstagsparty ein.
Am 25. 11. stand Julie in ihrem mittlerweile eigenen Zimmer und wusste nicht so recht, was sie anziehen sollte. Sie schnappte sich die aktuelle Bravo und sah nach, was gerade in war. Schließlich entschied sie sich für ein langes schwarzes Kleid mit Glitzer - Stickerei und Spaghettiträgern. In die langen dunkelblonden Haare hatte sie einzelne Strähnen mit silbernem Glitzergel aufgepeppt. Dazu noch ein paar trendy Haarspangen und damit die Haare nach Barby´s Tipp hochgesteckt - fertig. Patrick staunte nicht schlecht, als er Julie sah. "Du siehst super aus!" "Danke. Aber Barby hat mir gezeigt, wie das geht." "Los, kommt, sonst fängt die Party ohne uns an", sagte Barby, die ein lila Top und einen schwarzen Rock anhatte.
Bei Patricia war natürlich super Stimmung. Sie bekam von ihren Geschwistern und Freunden ein Ständchen gesungen und war voll happy. Julie war noch nie auf einer Party gewesen, sie kannte daher auch die blöden Anmachen mancher Typen nicht und war ziemlich verunsichert. Aber Patricia kümmerte sich ganz lieb um sie. Als gerade wieder einer bei Julie landen wollte, ging sie dazwischen. "Mike, ich glaub nicht, dass du sie interessierst!" Sie nahm ihn zu Seite: "Sie hat viel durchgemacht, bitte lass sie in Ruhe, okay?" "Okay." Trishas Freunde waren eigentlich alle ganz okay und verstanden das dann auch. Sie wollten Julie ja nicht verletzen. Die tanzte ab und zu mit Patrick oder Jimmy, dann saß sie wieder mit Barby an einem Drink oder quatschte mit ein paar Leuten. Patrick hatte den Eindruck, dass ihr die Party viel Spaß machte. Und auch auf Barby machte sie einen vergnügten Eindruck.
Kurz nach Mitternacht gingen Patrick, Barby und Julie wieder nach Gymnich zurück. "Und, hats dir gefallen", fragte Barby. "Ja, war nicht schlecht", murmelte Julie. "Klang nicht sehr überzeugend", meinte Patrick. "Doch, war echt nett..."
Als Julie später ins Bett ging, klopfte es an der Tür. "Komm rein!" "Stör ich", fragte Patrick und streckte seinen Kopf rein. "Nee, was gibts?" Patrick setzte sich zu ihr aufs Bett. "War die Party nicht so toll", fragte er. "Naja, ich kenn die ganzen Leute doch gar nicht. Und manche von diesen Typen haben mich voll blöd angemacht, als ob sie wüßten, dass ich mal auf den Strich gegangen bin. So eindeutige Angebote hab seit Jahren nicht mehr gehabt." "Das tut mir leid. Wir wollten doch nur, dass du Spaß hast." "Das war echt lieb von euch. Andererseits war die Party ja echt toll, die Musik und so, aber das andere hat mich halt an früher erinnert und das wollte ich doch vergessen." "Tut mir ehrlich leid." "Du kannst doch nichts dafür. Ihr habt es ja nur gut gemeint." "Vergessen wir´s einfach. Gute Nacht, Julie!" "Nacht, Patrick, schlaf gut." "Du auch", sagte Patrick und ging aus dem Zimmer.
Etwa eine Woche später ging Patrick mit Finbarr im Park spazieren. In zwei Tagen würde er 23 Jahre alt werden. Maite würde ihren Geburtstag in den USA feiern, er würde sie morgen anrufen. Er musste lächeln. Seine kleine mollige Schwester, die anfangs des Erfolges so schüchtern war, hatte sich in eine hübsche selbstbewusste junge Frau verwandelt, die genau wusste, was sie wollte. Er beneidete Maite ein bisschen um ihre Freiheit da drüben und ihr normales Leben. Ja, Maite war sehr glücklich in den USA. Patrick musste an Julies traurige Augen denken. Er hatte echt nicht gewollt, dass sie auf der Party mit den Typen schlechte Erfahrungen gemacht hatte . Aber er würde alles tun, damit sie wieder lachen konnte, das schwor er sich. Julies strahlende Augen, wenn sie lachte, sie blitzten vor Glück. Dieses Strahlen in ihren Augen möchte er ihr zurückgeben, aber wie? Wenn sich einer daneben benimmt, ist die Bescherung groß. Aber er konnte nicht all seinen Freunden von Julies Vergangenheit erzählen, das wollte er auch gar nicht.
Finbarr bellte und Patrick wurde aus seinen Gedanken gerissen. "Was ist, Finbarr?" Er sah sich um. Durch die Bäume hindurch sah er Julie am See. Die offenen Haare verdeckten ihr Gesicht. Sie hatte etwas in der Hand, sah aus wie ein Block und ein Stift. "Na, Finbarr, sollen wir rüber gehen?" Der Hund bellte. Patrick sah, wie Julie etwas schrieb. Langsam ging er durch die Bäume und auf die anschließende kleine Wiese. Er hielt Finbarr kurz am Halsband fest. "Pscht!" Finbarr wurde ganz leise. Patrick ging auf Julie zu. Hinter ihr blieb er stehen. Er sah die ersten Zeilen, die sie geschrieben hatte. "Hi, Patrick! Wollte mich nochmal ganz herzlich bei dir bedanken, dass du mich damals mitgenommen hast. Alles Gute zum Geburtstag. Ich hoffe dir gefällt mein Geschenk. Ich..." Weiter sah er nicht. Oops, jetzt hatte er wohl ein Geburtstagsgeschenk gelesen. Er ging ein paar Schritte zurück und tat so, als würde er eben erst kommen. "Hi, Julie!" Sie schrak hoch und versteckte den Brief schnell. "Hallo, Patrick." "Was machst du da", fragte er und setzte sich zu ihr. "Ich? Äh... Einkaufszettel schreiben." "Hier draußen?" "Na und? Was dagegen", gab sie ein bisschen pampig zurück. "Nee, nee. Weißt du denn auswendig, was wir brauchen?" "Klar." "So siehst du aus", meinte Patrick. "Haha, ich lach mich tot." Die beiden sahen sich in die Augen und mussten loslachen. Plötzlich sah Patrick sie ernst an. Auch Julie wurde ganz still. Patrick näherte sich langsam. Er streichelte ihre Wange, dann küsste er sie zaghaft auf den Mund. Julie erwiderte den Kuss. Die beiden küssten sich lange. Als sie sich voneinander lösten, sagte Patrick leise: "Ich glaub ich hab mich in dich verliebt, Julie." "Ich liebe dich auch, Patrick." Er strahlte sie an und küsste sie. Wie lange hatte er sich nach diesem Gefühl gesehnt, nach Liebe, nach einem Mädchen, das ihn verstehen würde und ehrlich zu ihm war. Er sah Julie lange in die blauen Augen. Julie hatte das Gefühl, in seinen tiefblauen Augen einen See voller Hoffnungslosigkeit, Sehnsucht und Einsamkeit zu erkennen, dessen trübes Wasser jetzt zu glitzern begann, bis es richtig leuchtete. Patrick spürte, dass sie in seine Seele sah, deswegen sagte er: "Es wird jetzt alles anders, Julie! Es wird nicht mehr voller Einsamkeit sein, endlich hab ich dich gefunden." Julie spürte, wie sie rot anlief. Sie sah auf den See. Patrick merkte, dass sie unsicher war und nahm sie einfach fest in die Arme. Julie lief ein Schauer über den Rücken, wie sehr hatte sie solche Umarmungen vermisst. Die beiden saßen lange so am Ufer des kleinen Sees und Finbarr hatte sich daneben gelegt.
Später saßen sie in Julies Zimmer neben der Adventskerze. "Freust du dich schon auf Weihnachten", fragte Patrick. "Ich weiß nicht...ich hab eigentlich noch nie richtig Xmas gefeiert. Aber so wie´s hier aussieht, wirds bestimmt schön. Und dich hab ich ja auch noch", antwortete sie und die beiden küssten sich zärtlich. "Ich liebe dich, Julie!" "Ich dich auch!"
Am nächsten Tag rief Patrick Maite an: "Kelly?" "Hi, Maite! (singt) Happy Birthday to you...Alles Liebe zum Geburtstag, kleine Schwester!" "Danke, Patrick, vielen Dank! Wie gehts dir?" "Ganz gut und dir?" "Mir gehts blendend! In unserer Schule ist so ein Typ, der ist soo süüß!" "Dich hats auch erwischt?" "Wieso auch? Hat Barby endlich wieder einen Freund?" "Nee, aber ich hab jetzt eine Freundin - Julie!" "Echt? Das ist das Mädchen von der Straße, nicht?" "Ja, ich hab mich total in sie verliebt." "Och Patrick, das freut mich für dich." "Wie heißt denn der Typ?" "K.C. Leider hab ich noch nie mit ihm gesprochen. Aber am Freitag ist Disco in der Schule. Ich hoffe, dass er auch kommt!" "Viel Glück, Maite! Julie, Barby und Papa wollen auch gratulieren. Ich geb dir jetzt Julie. Tschüs!" "Bye, Patrick!" Patrick gab Julie das schnurlose Telefon. Dann setzte er sich auf einen Stuhl und wartete, bis alle fertig waren. "Maite hat sich sehr gefreut, dass ihr zusammen seid", sagte Dan. "Ja, stimmt", bestätigte Barby. Patrick und Julie grinsten sich an.
Am nächsten Morgen wurde Patrick von einer leisen Stimme, bzw. Melodie sanft aus dem Traumland geholt. Er schlug langsam die Augen auf. Barby, Julie und Dan standen an seinem Bett. Barby spielte Gitarre und alle sangen ihm ein leises "Happy Birthday" vor. "Alles Gute, kleiner Patrick", sagte Barbarina sanft und gab ihm ein Geschenk. "Vielen Dank!" Patrick strahlte über beide Ohren und riss neugierig das Geschenkpapier weg. Es war ein kleines Buch, in das Barby Gedichte reingeschrieben hatte und auf der letzten Seite hatte sie auch noch einen Song ganz allein für ihn geschrieben. Das ganze hatte sie mit Blütenblättern und kleinen Zeichnungen verziert. "Danke Barby, vielen Dank!" Patrick war total gerührt und drückte seiner Schwester einen dicken Kuss auf die Wange. "Ich hab auch was für dich", sagte Julie und gab Patrick ein kleines Päckchen. Darin waren eine neue Bommelmütze, ein Umschlag und Süßigkeiten. "Ist das Teil witzig", lachte Patrick und zog sie gleich auf. "Und", fragte er. "Steht dir richtig gut", meinte Barby. "Danke, Julie", sagte Patrick und gab ihr einen Kuss. "Du weißt ja, was du von mir kriegst, gell", fragte Dan. "Ja, lebenswichtige Ratschläge, wie jedes Jahr", grinste Patrick. "Der Kandidat hat 99 Punkte! Bei 100 hätten sie eine Gitarre gewonnen", witzelte Dan. Patrick guckte auf einmal ganz verdattert. "Du kennst mich einfach zu gut, Patrick, ich kann dir echt nichts verheimlichen", meinte sein Vater und ging kurz aus dem Zimmer. Kurz darauf kam er mit einem Gitarrenkoffer wieder. "Los, mach auf!" Neugierig öffnete Patrick den Koffer. "Wow", staunte er leise vor sich hin. Eine nagelneue Akustik - Gitarre im modernsten Stil hergestellt. "Oh Papa, vielen Dank!" Patrick fiel seinem Vater um den Hals. "Gern geschehen." Vorsichtig nahm Patrick die Gitarre aus dem Koffer. Dann fing er an, "Thanking blessed Mary" zu spielen. "Die ist super! Ich bin so happy! Danke, Papa!" "Ist schon gut."
Den ganzen Tag spielte Patrick Gitarre. Die anderen langweilten sich schon, weil mit ihm nix mehr anzufangen war. Am späten Nachmittag ging Julie zu Patrick, der gerade die Melodie von "Looking for Love" spielte. Sie umarmte ihn von hinten und legte ihren Kopf auf seine Schulter. "Ich kann ja verstehen, dass du dich über die Gitarre freust, aber können wir jetzt nicht mal was zusammen machen?" Sie sah ihn bittend an. Patrick küsste sie. "Ja, du hast recht. Ich hock hier schon den ganzen Tag rum." Die beiden machten einen Spaziergang durch den Park. Natürlich hörten sie auch die Fans. Aber heute war Patrick alles egal. Er genoss seinen Geburtstag. Auf der kleinen Brücke blieb er plötzlich stehen. "Was ist, Patrick?" "Nix. Aber..." Er nahm Julie in die Arme und küsste sie leidenschaftlich. Patrick fuhr mit seinen Händen über ihren Rücken. Lange standen sie so da, bis sie sich voneinander lösten. "Ich liebe dich, Julie! Mehr als alles andere!" "Ich dich auch, Patrick!"
Gegen halb sieben kamen die restlichen Geschwister und Freunde aufs Schloss. Sie gratulierten Patrick, der allen stolz seine neue Gitarre zeigte. Es stellte sich heraus, dass Barby und Jimmy eine kleine Tanznummer eingeübt hatten, die sie zu spanischen und irischen Liedern vorführten. Patrick war begeistert. "Vielen Dank euch allen!"
Etwa ein Monat später. Patrick wollte mit Julie ins Kino gehen. Mit Spiro fuhren sie zum Tor. Haufenweise kreischende Fans saßen da, erkannten aber zum Glück nur Spiro. Im Cinedome gingen sie erst rein, als die Vorschau schon lief. Keiner bemerkte sie. Nach dem Film gingen sie als letzte raus. Alle fanden den Film toll, vor allem Spiro quatschte die besten Szenen nochmal auf. Als sie aus dem Gebäude kamen, war es dunkel, deshalb legte Patrick Julie einen Arm um die Taille. Niemand war zu sehen. Als die drei beim Wagen ankamen, rannten plötzlich mehrere Kreischies zu ihnen. In Sekundenschnelle waren sie von Fans umringt und standen mitten im Blitzgewitter. Patrick drückte Julie an sich, damit die Fans ihr Gesicht nicht erkennen konnten. Spiro sprach wieder ein paar Machtworte - die leider nichts nutzten. Die Lage schien aussichtslos. Patrick hatte Angst. Jetzt wussten sie auch von Julie, sie würden sie fertig machen. Er konnte einfach nicht mehr. Tränen stiegen ihm in die Augen. Er bat die Fans, aufzuhören, aber sie knipsten weiter. Patrick liefen langsam Tränen über die Wangen. Als die Fans das sahen, fotografierten sie noch mehr. Patrick weinte. Aber nicht aus Angst, sondern aus Wut. Warum ließen die Fans ihn nicht in Ruhe? Warum verfolgten sie ihn ständig? Plötzlich hörte er eine Stimme aus der Fanmenge. "Hey, du Schlampe! Lass meinen Paddy in Ruhe! Er gehört uns, kapiert?!" Das war zuviel! Patrick kochte vor Wut und brüllte: "Ich gehöre euch gar nicht! Lasst mich endlich in Ruhe, mein Leben geht euch einen feuchten Dreck an! Und meine Freundinnen bestimme ich immer noch selber, ihr habt mir gar nichts zu sagen! Ihr kotzt mich an, lasst meine Geschwister und mich endlich in Frieden!" Gelähmtes Schweigen entstand. Spiro nutzte die Gelegenheit. Er drängte Patrick und Julie durch die verdutzten Fans und schloss den Wagen auf. Er schob sich vor die beiden, damit sie nicht mehr auf die Fotos kamen. Dann schrie er die Fans an, sie sollten endlich verschwinden, sie hätten schon genug Mist gebaut. Dann stieg er in Auto und raste los. Erst, als er auf die Autobahn gelangte, fuhr er wieder ruhiger. Julie saß wie versteinert neben Patrick, nicht die kleinste Bewegung zeigte sich. Patrick legte seinen Arm um sie und streichelte ihre Hand. "Alles in Ordnung", fragte er leise. Julie beantwortete seine Frage mit einem kurzem Nicken.
Als Spiro vor der Haustür anhielt, stand Barby da. Spiro erzählte ihr, was passiert war, während Patrick und Julie ausstiegen. Barby war total erschrocken und versuchte, ihren Bruder und Julie aufzuheitern. "Danke für deine Hilfe, Spiro", sagte Patrick noch leise. "Ist schon gut, Patrick!" Spiro verstand Patrick gut. Er wusste ja auch, wie nervend diese Verrückten waren. Barby begleitete Julie und Patrick hoch und versuchte ihnen zu helfen. Als die beiden wieder alleine waren... "Es tut mir so leid, Julie!" Sie legte ihm den Finger auf den Mund. "Du kannst doch nichts dafür", sagte sie sanft. "Ich spüre es irgendwie, Patrick. Bald ist der Stress vorbei. Ich weiß auch nicht, warum, aber ich hab so ´n komisches Gefühl." "Wenn der Stress vorbei sein soll, ist es ja gut", murmelte Patrick, weil er nicht so richtig wusste, was er antworten sollte.
Am nächsten Tag saß Patrick mit Barby zusammen. "Es tut mir alles so leid, ich bin schuld an allem. Barby, ich halt das einfach nicht mehr aus, was soll ich denn nur tun?" "Patrick, dich trifft keine Schuld, das weißt du ganz genau..."- "Doch, ich trage die Schuld. Hätte ich doch bloß nie "An Angel" geschrieben, wäre ich doch bloß nie geboren worden! Wäre ich nicht, wären die Fans nicht..." Barby erschrak über Patricks Worte. "Patrick, hör sofort auf damit! Du kannst nichts dafür, dass die Fans sich so benehmen." "Fans?! Nee, das sind keine Fans, das sind Verrückte, sie machen unser Leben kaputt, sie zerstören alles, was uns glücklich macht. Ach, Barby, warum ist das alles so schwer?" "Ich weiß es nicht, Patrick. Aber es wird alles anders, irgendwann wird sich alles ändern, glaube mir."
In den nächsten Wochen musste sich jeder Kelly, der einen Fan traf, die gleichen Fragen anhören: Hatte Paddy eine Freundin? Wie hieß sie? Wer war sie? Wo wohnte sie? Keiner der Geschwister beantwortete diese Fragen. Wenn Patrick mal wieder von Fans umringt war, wurden ihm von machen Fans böse Bemerkungen über Julie an den Kopf geworfen: "Na, Paddy, wo hast du die Heulsuse gelassen?" Er tat so, als hätte er nichts gehört, aber tief in seinem Inneren spürte er Tausende Stiche in sein Herz, in seine Seele. Gerne wäre er weggerannt, irgendwohin, wo ihn keiner kannte. Er vermisste seine Mama, am liebsten hätte er seinen Kopf auf ihrem Schoß und nur geweint, den ganzen Tag lang, bis er nicht mehr konnte. Oft stand er mitten in der Nacht auf, weil er nicht schlafen konnte. Dann nahm er seine Gitarre und spielte "Mama", immer und immer wieder, bis er dabei einschlief.
Als er eines Nachts wieder mit der Gitarre auf seinem Bett saß und mit Tränen in den Augen "Mama" spielte, hörte er plötzlich eine Stimme: "Bitte sei nicht traurig, mein kleiner Patrick. Ich bin immer bei dir, auch wenn du mich nicht sehen kannst." Dann sah er einen Engel vor sich, hell leuchtend. Dann sah er ihm ins Gesicht und erkannte seine Mama. "Mama? Bist du´s wirklich?", fragte er verdattert. Barbara lächelte ihn an. "Ja, mein kleiner Patrick. Du und Julie - ihr werdet für immer glücklich sein, bis an euer Ende. Patrick, mach dir keine Sorgen. Das Leben ist nun mal so, niemand kann den Weg des Schicksals steuern. Aber glaub mir, Patrick, es wird anders und du genieße jede einzelne Minute, deines Lebens, zum Grübeln ist es zu kurz. Sei fröhlich und lache, kleiner Patrick, und vergiss diese Worte niemals, hörst du?" "Versprochen, Mama!" "Ich muss jetzt wieder gehen, kleiner Patrick. Leb wohl, mein Kleiner." "Mama, bitte geh noch nicht, bitte bleib bei mir!" "Ach Patrick. Mach dir keine Sorgen, ich liebe dich und ich sehe dich immer und überall. Ich bin bei dir, wenn du mich brauchst, daran musst du denken. Übrigens: Danke für das schöne Lied, das du für mich geschrieben hast. Machs gut, Patrick!" "Wiedersehen, Mama!" Barbara schwebte aus dem Fenster. Patrick öffnete es und sah hinaus. Er merkte, wie der Engel seiner Mama immer blasser wurde. "Machs gut, Mama, ich liebe dich", rief er in das Dunkel hinaus. "Lebe wohl, kleiner Patrick..." Dann war alles still und finster. Patrick stand noch lange da und sah dahin, wo er Barbara Ann das letzte Mal sah. War das Wirklichkeit gewesen oder hatte er geträumt? Jedenfalls behielt er diese Worte in seinem Herzen.
Am nächsten Morgen, als er aufwachte, fiel ihm das Erlebnis wieder ein. Er hörte die Worte seiner Mum ganz deutlich. Nein, das kann kein Traum gewesen sein, nicht das. Er starrte nachdenklich auf seine Gitarre. "Ich werde immer bei dir sein." Nachdem er sich angezogen hatte, nahm er sich vor, das Leben zu genießen, solange er es noch konnte. Plötzlich klopfte es an der Tür und Julie kam rein. "Morgen mein Schatz", sagte sie und gab ihm einen Kuss. "Morgen, Süße", antwortete er und nahm sie in den Arm. "Konntest du letzte Nacht wieder besser schlafen", wollte sie besorgt wissen. Patrick nickte nur. "Und du", fragte er. "Nicht so gut. Aber egal. Komm mit", sagte sie sanft und nahm ihn an der Hand. Julie zog ihn in den Park. "Hey, nicht so schnell, wohin rennen wir überhaupt", fragte Patrick. Da blieb Julie stehen und sah ihm in die Augen. Sie küsste ihn leidenschaftlich und meinte dann: "Wirst du schon sehen." Patrick platzte fast vor Neugier, er wollte immer alles wissen. Die beiden gingen weiter bis zu einer alten Trauerweide an dem kleinen Bach. Julie setzte sich ins Gras und zog Patrick mit runter. "Und jetzt", fragte Patrick neugierig. Sie legte ihm den Finger auf die Lippen und sagte leise: "Patrick, versprichst du mir was?" "Klar. Was denn?" Julie kuschelte sich an ihn. "Bitte, lass mich nie alleine, bleib immer bei mir, okay?" Patrick küsste sie zärtlich. "Natürlich bleib ich immer bei dir, versprochen. Ich kann gar nicht anders, dafür liebe ich dich zu sehr." Er umarmte sie fest und die beiden küssten sich lange. Patricks Blick fiel auf den Stamm des Baumes und plötzlich hatte er eine Idee. Aber er sagte Julie nichts davon.
Am Nachmittag war ein Interview im Kölner Hyatt Hotel angesagt. Julie ging mit Uschi als Stylistin durch und Katrin von POPCORN merkte nichts. Nach dem Interview gingen Patrick, Barby und Julie noch ein bisschen bummeln. Die Secs folgten ihnen unauffällig. Spiro war natürlich auch dabei. Als die drei in einem kleinen Café etwas trinken wollten, hielt Spiro Patrick kurz zurück: "Die Mädels dahinten verfolgen uns schon seit ´ner Viertelstunde. Lass uns lieber zurückgehen." Da Patrick Barby und Julie sowas ersparen wollte, meinte er: "Ja, ist bestimmt besser so." Sie gingen weiter die Straße entlang. Spiro hatte einen Kollegen angerufen, er solle sie in dieser Straße abholen. Da das Hotel, wo der wartete, nicht allzu weit weg war, wurden sie in guten 5 Minuten abgeholt. "Das war knapp", murmelte Barby.
Am frühen Abend holte Patrick Julie zu einem Spaziergang im Park ab. Er führte sie zu der Trauerweide, wo sie heute Morgen schon waren. "Unser Versprechen, weißt du noch", sagte er und holte ein Taschenmesser aus der Tasche. "Was hast du vor, Patrick?" "Wart´s ab", murmelte er, während er anfing, in den Baumstamm zu ritzen. Zuerst ein Herz und seinen Namen. "Dein Name machst du selber", sagte er und gab ihr das Messer. "Du bist so lieb, Patrick", antwortete sie und küsste ihn, bevor sie ihren Namen einritzte. "Sieht irgendwie total niedlich aus", meinte sie, als sie fertig war. "Aber nur, weil du so süß ritzen kannst", gab Patrick als Antwort und küsste sie.
Nach dem Abendessen gingen die beiden in Julies Zimmer. Patrick küsste sie und sagte dann: "Weißt du, wie glücklich ich mit dir bin?" "Ich bin jedenfalls sehr glücklich mit dir, mein Schatz!" Patrick strahlte sie an und küsste sie. Nach einigen Sekunden wurden die Küsse immer heftiger und leidenschaftlicher. Patrick begann vorsichtig, sie zu streicheln, aber als er ihr unters Shirt ging, nahm sie seine Hand weg. "Patrick, es tut mir leid, aber ich bin noch nicht soweit", sagte sie leise. Patrick streichelte ihre Wange. "Ist nicht schlimm. Ich versteh dich ja ´n bisschen." "Du bist nicht böse?" "Natürlich nicht, meine Süße." Er küsste sie lange. Die beiden redeten noch lange und kuschelten eine Weile. "Sag mal, wann geht ihr wieder auf Tour?" "Puh...keine Ahnung, im Frühsommer, wahrscheinlich ab Mitte Juni. Warum?" "Ich würde euch gerne mal on stage sehen. Nimmst du mich mit?" "Sicher", sagte er. "Danke."
Am nächsten Tag fragte Julie Barby: "Kann ich mal mit dir reden, Barby?" "Klar. Komm, wir gehen in mein Zimmer." Dort saßen die beiden zusammen. "Also, worum gehts?" "Naja, wegen Patrick. Wir waren gestern zusammen und haben gekuschelt. Naja, er wollte halt mehr..." "Und du wolltest nicht, stimmts?" "Ja. Mir kommen dann immer die Erinnerungen an den Strich hoch." "Patrick versteht das. Er läßt dir alle Zeit, die du brauchst. Ihr beide müsst es wollen und das weiß er auch. Er liebt dich. Deswegen gibt er dir die Zeit. Du musst keine Bedenken haben." "Meinst du", fragte Julie unsicher. "Natürlich. Du wirst schon sehen." "Danke, Barby." "Gern geschehen."
Patrick spielte gerade "Looking for Love", als Julie an seine Tür klopfte. "Hi." "Na?", fragte Patrick und nahm sie in den Arm. Die beiden küssten sich lange. "Tut mir übrigens leid wegen gestern. Ich hätte eigentlich wissen müssen, dass es zu früh ist. Es ist halt mit mir durchgegangen", sagte Patrick und strich über ihre Wange. "Ist schon vergessen. Andere Mädchen machen bestimmt nicht solche Zicken wie ich." "Ach was. Julie, du hast eine schwere Vergangenheit, es ist doch verständlich, dass du mehr Zeit brauchst." "Danke, das du mich verstehst, Patrick." Die beiden küssten sich lange.
Einige Monate später gingen die Studioaufnahmen los. Die Kellys flogen nach Spanien um dort in Ruhe die Songs aufzunehmen. Für Julie war das anfangs sehr aufregend, sie kannte das ja nicht. Zuerst wurde der Sound aufgenommen. Das dauerte über eine Woche, bis alle Songs fertig waren. Dann kam der Gesang dran. Das dauerte fast drei Wochen. Immer wieder wurde etwas verändert, probiert und wieder geändert. Meistens arbeiteten die Kellys bis spät abends. Julie versuchte, mit Patrick zu reden. "Patrick, ich würde gerne mal wieder was mit dir unternehmen. Lass uns doch heute mal an den Strand gehen." "Julie, ich muss arbeiten, die Platte muss fertig werden. Ich kann nicht." Patrick war immer sehr ehrgeizig, wenn es um die Musik ging. Er wollte nie was anfangen und dann eine Pause machen, so nach dem Motto "Ganz oder gar nicht". "Ach, Patrick, wir haben kaum Zeit für uns. Dauert es noch lange?" "Ich streng mich an, okay? Dann gehts höchstens noch ´ne Woche - wenn die anderen nicht so viele Fehler machen." "Hoffentlich."
Nach weiteren fünf Tagen waren die Songs fertig. Jetzt musste nur noch die Reihenfolge festgelegt werden. "Ich denke, wir sollten ´ne Uptemponummer als erstens nehmen, oder", meinte Joey. Die anderen stimmten ihm zu. Dann kam ein Maites "So many things" und dann eine Ballade von Jimmy. Dann was von Patricia und hinterher ein Song von Barby und Patrick. Dann ein Song von Angelo, dann Kathy und John. Dann was von Joey und Maite und danach ein Lied von allen. Dann was von Barby und danach was von Patricia und Jamie und dann noch was von Angelo und Patrick. Vorletztes war ein Song von John und zum Schluss "Tanking blessed Mary." "Hört sich ganz gut an, ne?!", grinste Patrick. "Ja, es ist okay", stimmte Kathy ihm zu. "Oder", rief sie in die Runde. Die anderen klatschten. "Okay, dann machen wir das so", meinte John, der die Aufnahmen mit der Videokamera gefilmt hatte. So wurden die Songs in dieser Reihenfolge auf ein neues Band aufgenommen und dann war die Studioarbeit beendet. Am Abend stießen alle auf der kleinen Fiesta, die gerade stattfand, auf die gelungene Arbeit an. Danach war Tanzen angesagt. Patrick und Julie tanzten ausgelassen miteinander, beide waren froh, dass sie wieder mehr Zeit füreinander hatten. Spät abends gingen alle in ihre Hotelzimmer zurück. Am nächsten Morgen pennten alle bis nach Mittag. Als Patrick erwachte, schlief Julie noch. Ihr Kopf lag auf seiner Brust und ihre Arme umarmten ihn. Patrick lächelte. Sie sah so süß aus, wenn sie schlief. Er streichelte leicht über ihren Kopf. Nach einer Weile wachte Julie auf. "Morgen, meine Kleine." "Morgen, mein Schatz." "Na, gut geschlafen?" "Und wie!" "So, heute können wir an den Strand gehen, wenn du willst." "Natürlich, Patrick!" Die beiden küssten sich lange. Dann standen sie auf, zogen sich an und wollten gerade zu Frühstück, als Patricks Handy klingelte. "Ja?" "Guten Morgen, hier ist Kathy. Komm, beeil dich, ich hab beim Frühstück noch was zu besprechen!" "Wir wollten gerade aus dem Zimmer gehen." "Gut, bis gleich." Patrick und Julie küssten sich und gingen dann runter. "Morgen", sagte Patrick, als sie am Tisch ankamen. "Morgen, ihr zwei", grüßte Barby zurück. "Geht und holt euch, was ihr wollt. Wenn alle da sind, kann ich viel besser reden", sagte Kathy. Als alle mit ihrem Frühstück am Tisch saßen, begann Kathy: "Also, jetzt haben wir zwei Wochen frei, da könnt ihr machen, was ihr wollt. Am 16. Juni treffen wir uns auf Gymnich wieder. Am 17. geht die Promo-Tour für die neue Single los. Dass ihr auch alle da wieder zurück seid. So, jetzt esst in Ruhe weiter. Guten Appetit." "Danke, gleichfalls", kam es von einigen zurück. "Barby, wir gehen an den Strand, kommst du mit", fragte Julie. "Gerne." "Kann ich auch mitkommen?" Jimmy setzte einen flehenden Blick auf. "Klar, Jimbo", rief Patrick. "Möchte noch jemand mit", rief Patrick in die Runde. "Ich komme mit!" "Ich auch", riefen Maite und Angelo. "Gut, dann packt jeder nachher zusammen, was er braucht und um..." Patrick sah auf die Uhr. "...und um halb zwei treffen wir uns in der Lobby, okay?" "Okay!"
In ihrem Zimmer suchten Patrick und Julie ihre Sachen zusammen und stopften sie in eine Sporttasche. Dann zogen sie sich um. Danach hatten sie noch Zeit. "Patrick, ich bin so froh, dass ich dich habe", sagte Julie leise. Patrick legte seine Arme um ihre Taille. "Weißt du, wie einsam ich ohne dich war?" Sie legte ihre Arme um seinen Hals und die beiden küssten sich leidenschaftlich. "Ich liebe dich, Julie", flüsterte er ihr ins Ohr. "Ich dich auch, Patrick", antwortete sie und küsste ihn, bis Patrick auf seine Uhr sah. Er küsste Julie und meinte dann: "Ich glaub, wir müssen mal los." "Okay", sagte Julie. Die beiden küssten sich nochmal. Dann schnappte Patrick sich die Tasche und die beiden gingen runter. Alle außer Maite waren schon da. Aber die kam kurz nach Patrick und Julie. Die sechs gingen noch kurz in den kleinen Supermarkt um die Ecke und besorgten sich Getränke und ´n paar Kekse und Stieleis. Maite hatte ihre kleine Kühlbox dabei, da wurden die Sachen verstaut. Dann gings ab zum Strand. Die grüne Flagge war gehisst, also null Gefahr beim Baden. Die sechs suchten sich ein schönes Plätzchen und Barby breitete eine Riesendecke aus, die sie dabei hatte. Jamie besorgte einen Sonnenschirm, während die anderen ihre Handtücher auspackten oder Luftmatratzen aufpumpten, - bliesen. Als Patrick Angelos Matratze sah, bekam er einen Lachkrampf. Pferdeform in Ferrari-Rot. Vor allem dass dieses Pferd so "BSE - dämlich" guckte, wie Patrick fand. "Halt doch die Klappe, du Penner", rief Angelo und lachte kurz darauf selber los. Barby, Maite und Julie waren schon fertig und beschlossen, ohne die Jungs ins Wasser zu gehen. Es war nicht kalt, aber auch nicht zu warm. Gerade richtig zu den 27° C Lufttemperatur. "Schluck nicht soviel Salzwasser", meinte Barby zu Julie. "Okay. Ist das super! In Holland war´s echt zu kalt." Die drei schwammen und plantschten vergnügt ihre Runden, während Jimmy und Patrick immer noch Linos Luftmatratze auf dem Kicker hatten. Der hatte es jetzt satt und ging ins Wasser, da merkten die anderen zwei erst, dass die Mädels schon drin waren. Sie rannen Angelo nach und machten ein Riesengeplantsche, als sie mit dem Jüngsten gleichzeitig ins Wasser rannten. Es war ein lustiger Nachmittag, alle alberten ausgelassen herum. Ab und zu saßen alle zusammen auf der Decke, tranken Limo oder Cola und spielten Flaschendrehen. Als es Patrick erwischte, verlangte Maite, er solle ´n heißen Strip hinlegen. "Du spinnst wohl", meckerte Patrick und zeigte ihr einen Vogel. "Mach schon", sagte Maite. "Nee, da mach ich lieber 50 Liegestützen." "Genau, mach das. Und Maite sitzt auf deinem Rücken", rief Jimmy. "Wollt ihr mich umbringen?!" "Manchmal würd ichs gern tun", meinte Jamie grinsend. "Haha." "Na gut, dann trag halt Julie. Wir verschonen dich nochmal." "Wenns sein muss", stöhnte Patrick und ging in den Sand. "Mann, bist du hart", beschwerte sich Julie. "Ich leg mich lieber auf dich, das ist doch viel bequemer." "Für dich vielleicht", maulte Patrick. Er schlug sich wacker, aber nach 31 Liegestützen war er fertig. "Ich kann nicht mehr, mir reichts!" "Hätte nicht gedacht, dass du soweit kommst", sagte Jamie ehrlich. Sie setzten sich alle wieder hin und Patrick drehte die Flasche. Sie blieb bei Julie stehen. Patrick grinste sie an. "Deine Aufgabe gefällt mir." "Was denn?" "Gib mir ´nen Kuss!" Die anderen fielen aus allen Wolken, das hatten sie natürlich nicht erwartet. "Die gefällt mir auch", sagte Julie und die beiden küssten sich leidenschaftlich. "Muss Liebe schön sein", meinte Maite und grinste sich einen ab. Beim nächsten erwischte es Jimmy. "Du machst jetzt noch mal den sterbenden Schwan wie auf der Loreley 2000!" "Wenns sein muss", meinte Jimmy, stand auf und fing an, Pirouetten zu drehen. Die anderen lachten sich halbtot, vor allem Barby und Julie. Die sechs spielten noch eine Weile, dann gingen sich nochmal schwimmen und dann packten sie ihre Sachen zusammen. Auf dem Weg ins Hotel küssten sich Patrick und Julie oft, sodass sie bald einige Meter hinter den anderen hingen. Aber das konnte ihnen nur recht sein.
Als Patrick und Julie die Zimmertür schlossen, warfen sie ihre Sachen erstmal in die Ecke. Patrick legte seine Arme um Julie. "Können wir meine Aufgabe von vorhin wiederholen?", fragte Julie und küsste ihn. Patrick antwortete ihr mit leidenschaftlichen Küssen. Die beiden sanken aufs Bett und Patrick streichelte sie zärtlich. "Ich liebe dich", sagte er leise und küsste sie. "Ich dich auch." Nach einer kurzen Pause fragte Julie: "Du hast jetzt zwei Wochen frei, nicht?" "Ja." "Was machen wir da?" "Wir könnten irgendwohin fahren, wenn du willst." "Nach Irland. Da war ich seit Ewigkeiten nicht mehr." "Das wäre mein erster Vorschlag gewesen", antwortete Patrick und küsste sie.
Am Abend packten alle ihre Sachen zusammen, denn am nächsten Tag würden sie wieder nach Köln fliegen. Die Ankunft dort war ruhig, denn es war Schule an diesem Vormittag, also null Fans. Und vorm Schloss auch nicht. Patrick begrüßte erstmal Pumbaa, Günther und Co., dann gingen er und Julie in ihre Zimmer und pennten ´ne
Runde. Am späten Nachmittag war Julie zuerst auf und ging zu Patrick ins Zimmer. Der ratzte natürlich noch ( wäre ja ein Wunder, wenn der schon auf wäre). Julie ging zu ihm ans Bett. Sie strich ihm zärtlich eine Strähne aus dem Gesicht und streichelte seine Wange. Dann gab sie ihm einen zärtlichen Kuss. Der ideale Wecker für Patrick, der kurz darauf erwachte. "Na, hast du gut geschlafen", flüsterte Julie und küsste ihn. "Ja und du?" "Auch." Später packten die beiden ihre Sachen für die Irland- Reise zusammen, die sie am nächsten Tag antreten wollten. Patrick hatte bei der Ankunft in Köln gleich gefragt, ob noch Plätze für den 11:53 Uhr- Flug nach Dublin frei waren und die Tickets gleich reserviert.
Am nächsten Tag verabschiedeten sie sich von Dan, Barby, Patricia, Joey und Kathy, der Rest kam mit zum Flughafen, weil sie auch wegfliegen wollten. Jimmy flog auch nach Irland, aber nach Cork, Angelo und Kira wollten nach Griechenland fliegen, Maite in die USA und John war gar nicht erst mit nach Köln gekommen, sondern zu seiner Freundin nach Spanien geflogen.
Als Patrick und Julie den Flughafen in Dublin verließen... "Bin ich froh, endlich mal wieder hier zu sein", sagte Julie. "Ich auch." Patrick hatte einen Mietwagen organisiert und sie fuhren zu dem Campingplatz, wo Patrick geboren wurde. Sie ließen den Wagen stehen und gingen über den Platz, wo jetzt im Sommer viel los war. Patrick sah sich ein paarmal um, ob es auch die richtige Richtung war. Schließlich sagte er: "Hier war es. Hier stand der Wohnwagen." Plötzlich stiegen ihm Tränen in die Augen. "Verdammt, manchmal wünsche ich mir, ich wäre nie geboren worden, wegen mir sind diese Verrückten immer da und machen unser Leben kaputt!" Dann wurde er plötzlich ganz leise: "Barby erzählte mir mal, dass ich Mama´s Liebling gewesen sei, ich dachte immer, es wäre Johnny gewesen. Tut mir leid, Mum, ich dürfte das nicht sagen", meinte er, während er zum Himmel sah. "Patrick, du bist hier, du hast dein Leben, eine Aufgabe auf dieser Welt, sonst wärst du nicht hier." "Die Aufgabe, für diese Verrückten den Clown zu spielen?!" "Ach Quatsch! Was wäre zum Beispiel ich ohne dich? Oder Barby? Patrick, du machst uns alle glücklich, ohne dich wäre alles so trostlos..." "Nein, ich mach euch nicht glücklich, ich bring euch Unglück!" "Ach Patrick..." Plötzlich war es Patrick, als hörte er im Wind eine Stimme: "O Patrick, hast du denn dein Versprechen schon vergessen? Kannst du dich nicht erinnern, als ich eines Nachts bei dir im Zimmer war?" "Mama", fragte er ganz leise, damit Julie es nicht hörte. "Ja, Patrick. Du wirst glücklich sein, glaube mir. Du glaubst manchmal nur, keinen Ausweg zu finden, aber bis jetzt ist doch fast alles zu einem guten Ende gekommen, nicht wahr?" Patrick nickt kaum merkbar. "Sei nicht traurig, Patrick. Es wird alles gut, es wird auch nicht mehr lange dauern. Ich muss jetzt wieder gehen. Eure neuen Lieder gefallen mir übrigens sehr." "Danke Mama", dachte Patrick. "Es wird alles gut. Machs gut, mein kleiner Patrick! Leb wohl!" "Mama, was heißt `Leb wohl ´?", dachte er. "Du wirst bald wissen, was ich meine. Machs gut, mein kleiner Patrick. Ich hab dich lieb!" "Mama, ich dich auch! Goodbye!", rief er mit Tränen in den Augen. Julie fragte sich, was in Patrick vorging, aber sie fragte nicht. Patrick wischte sich die Tränen ab und wandte seinen Blick vom Himmel ab. "Komm Julie, lass uns gehen", sagte er fröhlich und legte einen Arm um sie. Als sie beim Auto ankamen, fragte Patrick: "Wo hast du denn gewohnt?" "In der Cork Street." "Okay", sagte Patrick.
Als die beiden in der Cork Street waren... "Hier irgendwo war es, es ist auch schon lange her. Ich glaub da ist es." Sie deutete auf ein Reihenhaus und jetzt liefen ihr Tränen über die Wangen. Patrick umarmte sie und wischte ihr die Tränen ab. Nach einigen Minuten gingen sie wieder. "Wohin jetzt", Julie. "Ich denke, wir essen jetzt irgendwo zu Mittag und machen uns dann auf zu unserer Pension, oder?" "Okay." Die beiden gingen zu Mc Donald´s und fuhren danach ca. eine Stunde, bis sie die Pension am südöstlichen Stadtrand erreichten, in der Nähe des Meeres. Sie ruhten sich erstmal eine Weile aus und verstauten ihre Sachen in dem Schrank. Etwa eine Stunde später machten sie einen Spaziergang zum Meer. Danach gingen sie in die Pub um die Ecke und aßen zu abend. Etwa um halb zehn fielen sie müde ins Bett, der Tag war anstrengend gewesen.
Patrick träumte in dieser Nacht. Er sah Julie am Strand. Plötzlich stürmten viele Fans auf Julie zu und beschimpften sie und fingen an, sie zu schlagen. Patrick wollte hinrennen, aber er konnte sich nicht bewegen. Wie gelähmt stand er da und musste sich das alles mit ansehen. Es tat so weh. Patrick, versuchte mit aller Kraft, die er hatte, los zu laufen. Er sah, wie Julie zu Boden ging. Er wurde wütend und plötzlich konnte er laufen und er rannte so schnell er konnte, zu Julie. Als die Fans ihn sahen, hörten sie auf, Julie zu schlagen und zu fotografieren und richteten die Objektive auf ihn. Patrick achtete nicht darauf, drängte sich durch die kreischenden Fans zu Julie und nahm sie in den Arm. Aber Julie war bewusstlos, sie hatte eine große Platzwunde an der Stirn. Patrick drehte sich um und wollte die Fans anschreien, aber die waren wie vom Erdboden verschluckt. Auch recht. Er wandte sich wieder Julie zu, streichelte sie und redete mit ihr. "Patrick...", hörte er sie auf einmal leise sagen. "Das hat deine Mama gemeint, Patrick. Bald ist alles gut. Jetzt werden wir glücklich sein, Patrick." "Wie meinst du das, Julie?" Sie streichelte seine Wange. "Ich liebe dich, Patrick." "Ich dich auch Julie." "Wir sehen uns wieder, Patrick. Goodbye, my love." "Julie? Was soll das?" Julie drückte seine Hand und schloss die Augen. Patrick spürte, wie der Druck nachließ. Ihm stiegen Tränen in die Augen. "Julie...", sagte er leise. "Julie NEIN!!!" Er schrie seinen Schmerz aus seiner Seele und drückte Julie fest an sich. Er sah zu Himmel. "Mama...sag, dass das nicht war ist, bitte!" Er wollte ohne Julie nicht mehr leben. Er holte sein Taschenmesser aus der Hosentasche. "Mama, es tut mir leid, aber kann nicht anders." Er schloss die Augen und schnitt sich die Pulsadern an seinem Handgelenk auf...
Mit Schweißperlen auf der Stirn schrak Patrick hoch. Verwirrt sah er sich um. Was hatte dieser Traum zu bedeuten? Er sah Julie neben sich schlafen. Sie erwachte langsam. "Was ist los, mein Schatz?", fragte sie verschlafen und kuschelte sich an ihn. "Nichts, ich hab nur geträumt", antwortete er und gab ihr einen Kuss. Dann warf er einen Blick auf die Uhr an der Wand. Halb acht. Er kuschelte sich nochmal in sein Kissen und kurz darauf war er wieder eingeschlafen. Als er später aufwachte, war Julie nicht da. Er sah sich etwas erschrocken um. Nach einer Weile kam Julie mit dem Frühstückstablett ins Zimmer. "Guten Morgen, mein Schatz!" "Morgen, Kleine." "Ich hab frische Brötchen geholt." Sie stellte das Tablett auf den Nachttisch und setzte sich zu Patrick aufs Bett. Die beiden frühstückten und packten dann ihre Sachen, denn sie wollten ja eine Inselrundfahrt machen. Sie bezahlten das Zimmer und fuhren dann nach Süden, immer an der Küste entlang. Sie genossen bei den Pausen die Aussicht, die frische Luft, die Ruhe und die Freiheit.
Am vierten Tag kamen sie in Cobh bei Jimmy an. "Hi, ihr zwei, kommt rein." Patrick ging sofort in Richtung des Gästezimmers, er kannte sich bei Jimbo ja aus. "Machts euch gemütlich", rief Jimmy. Nach dem Mittagessen, gingen Patrick und Julie in die kleine Stadt, Patrick wollte Julie alles zeigen, schließlich hatte er ja mal hier gelebt, er hatte eine starke Verbindung zu diesem Städtchen. "Hier haben wir meistens eingekauft. Und dort drüben im Pub haben wir oft gespielt, keiner wusste, dass wir Stars sind, aber unsere Musik hat allen gefallen." "Schön." Die beiden gingen die Straße entlang, sie führte aus Cobh raus. Etwa eine Viertelstunde, nachdem sie aus dem Örtchen hinaus gegangen waren, kamen sie bei einem großen schönen Haus an. "Das ist East Grove. Hier hab ich mal gewohnt", sagte Patrick. "Hier war ich glücklich", murmelte er und sah versunken in die Landschaft und nach East Grove. Da das Grundstück ja eingezäunt war, ging er mit Julie außen herum, bis sie am Strand waren. "Wir sind immer mit kleinen Booten rausgefahren und haben geangelt. Einmal hat Jimmy einen riesigen Brocken an der Angel gehabt, aber er hat ihn nicht rausgekriegt und ist ins Wasser gefallen", sagte Patrick und musste plötzlich loslachen. Es war eines dieser Lachen, die er fast schon verlernt hatte. Seit dem großen Erfolg lachte er nur noch selten so aus seinem Herzen. "Das beste war", kicherte Patrick, "als er sich in der Angelschnur verfing. Er plantschte im Wasser rum, wie Seannys Enton. Weißt du doch, als wir mit ihm mal Pokémon gucken mussten, die eine komische Ente, die dauernd Kopfweh hat." "Ach so die! Was, so sah das aus? Das kann ich mir echt nicht vorstellen. Ehrlich jetzt?" "Klar. Du, das war zu Brüllen! Maite, Barby, Angelo und ich haben uns nicht mehr gekriegt vor Lachen, das war so genial!" Patrick bekam kaum Luft vom vielen Erzählen und Lachen. Auf einmal sah er, dass Julie Tränen in den Augen hatte. Warum hatte sie sowas nie erlebt? "Julie, ich..." Sie tat ihm so leid, das hatte er echt nicht gewollt. Sie hatte kein schönes Leben hinter sich.
Am Abend gingen sie mit Jamie in die Pub. Sie setzten sich an einen Tisch. Während sie auf ihre Bestellung warteten, kam einer von Jims Kumpels an den Tisch. "Hey, Jim, wie gehts?" "Gut und dir?" "Kann mich nicht beklagen. Ist das dein Bruder? Ihr seht euch so ähnlich." "Ja, Jack, das ist mein jüngerer Bruder Patrick und seine Freundin Julie." "Hi! Ich bin Jack", sagte Jimmys Kumpel und gab beiden die Hand. Er blieb bei den dreien sitzen und sie quatschten über Irland. Nach dem Essen wollten Patrick und Julie gehen. "Hier habt ihr den Schlüssel. Ich bleib noch. Es kann spät werden, außerdem hab ich ´nen Ersatzschlüssel", sagte James und gab Patrick den Schlüssel. "Nacht, Jim", sagte Patrick. "Schlaf gut, Jimmy", sagte Julie und die beiden verließen die Kneipe. James Bude war nur zwei Straßen weiter. "War ein netter Abend, Patrick", sagte Julie leise und schmiegte sich an ihn. "Ich fands lustig, was Jack so erzählt hat", kam die Antwort. "O ja, das war der Hammer!" In Jimmy´s Bude angekommen, hängten die beiden ihre Jacken auf die Garderobe. Patrick nahm Julie in den Arm. "Du bist echt toll, Julie! Ich liebe dich!" "Ich liebe dich auch, Patrick!" Die beiden küssten sich leidenschaftlich. Patrick umarmte sie fest. Langsam ging er in Richtung Gästezimmer und zog Julie sanft mit. Patrick ließ sich aufs Bett fallen und zog Julie mit sich, während sie sich heftig küssten. Unter heißen Küssen begann Patrick, Julie zärtlich über den Rücken zu streicheln, zuerst mit den Klamotten. Ein wenig später ging er ihr vorsichtig unters Sweatshirt. Ihre Haut fühlte sich so gut an. Langsam zog er ihr das Shirt aus, während sie ihm das Hemd aufknöpfte und ihn mit Küssen beglückte. Es war ein schönes Gefühl, seine Hände auf der Haut zu spüren. Sie zog ihm das T-Shirt, das er drunter anhatte, aus und küsste ihn wieder. Die anfänglichen Zweifel, die sie Patrick nicht gestanden hatte, waren gewichen und in beiden brannte das Feuer der Leidenschaft. Sie verbrachten die schönste Nacht ihres Lebens miteinander.
Am nächsten Morgen erwachte Patrick als Erster. Julie lag mit ihrem Kopf auf seiner Brust. Patrick lächelte, sie sah so süß aus, wenn sie schlief. Vorsichtig stand er auf, damit er sie nicht weckte. Er zog seine Boxershorts wieder an und wäre, als er zur Tür rausging, beinahe über etwas auf dem Boden gestolpert, was da stand. Patrick sah, dass es ein Tablett mit Frühstück war, Jimmy hatte einen Zettel dazugelegt: "Bin schon unterwegs, bin zu Mittagessen wieder da. Na, Romeo, wie war denn deine Nacht? Ziemlich heiß und anstrengend, ne? James" "Haha, Jimmy, echt witzig", murmelte Patrick ironisch und grinste. Das war sein Bruder! Er trug das Tablett ins Zimmer und stellte es auf den Nachttisch. Er schlüpfte wieder unter die Bettdecke. Er streichelte Julie sanft über die Wange und küsste sie zärtlich. "Morgen, meine Kleine." Julie erwachte. "Morgen, mein Schatz", sagte sie leise und er küsste sie. Sie legte ihm den Finger auf den Mund und sagte: "Patrick, es war die schönste Nacht meines Lebens!" Patrick strahlte sie an und küsste sie. "Jimbo hat uns Frühstück gemacht, er ist schon auf Achse." "Das ist aber nett von ihm!" Patrick holte das Tablett zu sich und die beiden frühstückten gemütlich.
Später gingen sie spazieren, Patrick wollte Julie seinen Lieblingsplatz zeigen, wo er einige Lieder geschrieben hatte. Sie gingen durch das irische Hochland. Nach einer Weile mussten sie einen kleinen Hügel hochgehen und als sie oben waren, erstreckte sich eine wunderschöne Aussicht über weite grüne Wiesen, auf denen Connemara Ponys und Schafe grasten. Und ganz hinten am Horizont breitete sich der riesige Ozean aus. "Es ist wunderschön hier, Patrick", sagte Julie. Patrick umarmte sie von hinten. "Hier hab ich einige Songs geschrieben, die nur ich kenne. Keiner meiner Geschwister hat sie je gehört. Nur Barby kennt ein Teil davon." "Ich glaub, ich weiß warum du sie nicht rausbringst. Es sind Songs über Sehnsucht und Freiheit, nicht wahr?" Julie sah ihn abwartend an. "Ja, stimmt. Sie sind einfach zu persönlich, ich werde sie nie veröffentlichen", antwortete Patrick. "Mama ist zwar auch so ein Song, aber es war so eine Art Hilfeschrei, damit die Fans kapieren, was sie uns mit ihren Aktionen antun. Es hat aber leider kaum was bewirkt, das ist sehr schade. Ich hoffte, dass sie uns endlich verstehen würden, aber es ist teilweise noch schlimmer geworden", fuhr er fort. "Das tut mir leid, Patrick." "Ist schon gut, Julie, du kannst ja eh nichts dafür." Er küsste sie lange. Sie blieben noch eine Weile, ehe sie sich auf den Heimweg machten.
Als alle anderthalb Wochen später wieder auf Schloss Gymnich waren, erzählten alle in den verschiedensten Sprachen von ihren Ferien, bis Kathy "Ruhe!!!" brüllte. Schlagartig war es still. "Schon besser." Die Älteste nickte zufrieden. "Also morgen treffen wir uns um halb acht beim Frühstück, um halb neun ist Abfahrt. Packt eure Sachen zusammen. Noch Fragen?" "Nee!" "Gut." Eigentlich war es keine richtige Promotour, es standen auch schon richtige Konzerte auf dem Plan. Eines davon würde vom Südwestdeutschen Rundfunk live im Fernsehen übertragen werden, das Konzert in Karlsruhe.
Am nächsten Morgen kamen alle etwas mehr oder weniger verschlafen zum Frühstück. "Morgen", murmelte Jimmy, als er ins Esszimmer kam. "Morgen, Jamie", sagte Patricia. "Tja, Jim, wärste früher ins Bett gegangen", grinste Angelo. "Halt die Klappe, Kleiner!", rief Jimmy verärgert. "Du oller Morgenmuffel! Nicht mal Patrick ist so schlimm wie du", sagte Angelo und nahm einen Schluck Kaffee. "Was soll das heißen", rief Patrick, der jetzt, nach drei Tassen schwarzem Kaffee, langsam aufwachte. Alle fingen an zu lachen.
Als sie gegen halb zehn im Kölner Hyatt zur Präsentation der neuen Platte ankamen, standen viele Fans vor dem Hotel. Patrick seufzte. Wie hatten sie das rausgefunden, es war alles so geheim abgesprochen worden und trotzdem. Er hatte Angst um Julie. In den letzten Monaten war es ruhig gewesen, aber jetzt, wo sie wieder auf Tour gingen, würde es wieder losgehen. "Was machen wir denn jetzt mit Julie? Die Fans werden sie erkennen", sagte Barby. "Ich nehm sie mit", sagte Uschi, die Stylistin. "Komm Julie! Lass dich von diesen Kühen nicht einschüchtern!" Julie nickte nur. Dann verließ sie mit Uschi den Bus. Patrick hörte, wie das Kreischkonzert losging. Er hoffte, dass die Fans seine Freundin nicht erkennen würden. Julie sah die ganze Zeit auf den Boden. Einige Fans beschimpften sie. Also doch! Uschi legte ihr einen Arm um die Schulter. "Nimms nicht so schwer. Sie sind es nicht wert." Dann waren sie im Hotel. Kurz darauf ging das Gekreische wieder los. Als Patrick hörte, wie die Fans über seine Freundin schimpften, senkte er den Kopf und setzte ein gequältes "Paddy Kelly-Lächeln" auf. Dabei war ihm echt nicht danach. Er ging schnell an den Fans vorbei. Im Hotel waren etliche Reporter und Journalisten. Patrick schnaubte verächtlich. Jetzt konnte er nicht mal seine Freundin trösten. Seine Schwester Barby sagte leise zu ihm: "Es wird alles gut, Patrick. Ich weiß es." Patrick erschrak. Diese Worte hatte er doch schon mal gehört. In Irland af dem Campingplatz, da war es. Ihm stiegen Tränen in die Augen, aber er wusste, er durfte nicht weinen, nicht jetzt und hier. Er schaltete seinen Verstand von traurig auf stur und ging mit fast trotzigem Blick an den Reportern vorbei in die Maske, wo Uschi ihm eine halbe Dose Puder Make-up ins Gesicht pinselte, damit man seine glühend roten Wangen nicht sah. Julie war auch da. "Die gehen mir auf den Wecker", meinte Patrick sauer. "Ach lass die doch, Patrick. Sei so wie du bist." Patrick war stolz auf Julie, dass sie das alles scheinbar so wegsteckte. Er wusste, er war stark genug, um alles negative zu ignorieren und das tat er auch. Als Uschi mit ihm fertig war, konnte die Präsentation endlich beginnen. Patrick stellte fest, dass die Stimmung gar nicht so schlecht war, wie er dachte, im Gegenteil, alle waren sehr ausgelassen. Die Kellys beantworteten die Fragen von BRAVO- Reporterin Wilma, POPCORN- Redakteurin Kathrin und anderen Journalisten. Die Songs wurden am Abend auf dem Konzert in der Kölnarena vorgestellt.
Eine komplett neue Show erwartete die Fans, die sich vor Beigeisterung die Kehlen aus dem Leib schrieen. Patrick hatte gute Laune, das lag nicht zuletzt an Barby, die ihn den Nachmittag über im Backstage aufmunterte und während des Konzerts sogar mal wieder wie eine Elfe über die Bühne schwebte. Die Stimmung war toll und Patrick entschloss sich spontan, "Thanking blessed Mary", das nicht auf dem Album war, als Zugabe zu spielen. Die Fans waren hin- und weg von diesem wunderschönen Lied und Patrick freute sich, dass sie nicht dazwischen kreischten, so wie sie es bei "Mama" oft taten. Als letzten Song wurde "Let it shine" gespielt. "Let it alone shine for Barby now!" Patrick brüllte ins Mikro, damit die Fans genauso laut zurück schrieen. Barby bekam an diesem Abend tosenden Sonderapplaus, weil sie so schön getanzt hatte. Unter dröhnendem Applaus und Gekreische verließen die Geschwister zufrieden gegen halb zehn die Bühne, sie hatten ja auch schon um sieben angefangen. Im Backstage wurde Patrick erst mal von Julie begrüßt: "Das war eine tolle Show!" "Danke", antwortete Patrick und die beiden küssten sich lange. Kurz darauf, nachdem die Fans alle weg waren, ging´s wieder on stage, um die restlichen Fragen der Journalisten zu beantworten. Als das erledigt war, stiegen die Geschwister in den schwarzen Nightliner und fuhren nach Dortmund weiter. Dann gings zu Bravo TV und "Wetten dass...?" Danach standen Konzerte in Karlsruhe, Basel und Wien auf dem Plan. Alle waren Open- Air, darauf freuten sich die Geschwister besonders. Den ganzen restlichen Juni waren sie unterwegs, dann gab´s ´ne Woche Pause. Dann traten sie in Spanien und Portugal auf, von dort gings nach Irland und dann kam als letztes Deutschland- Konzert vor der Pause für die Wintertour das Kultkonzert auf der Loreley und das gleich zwei Tage hintereinander!
Am zweiten Loreley-Konzert saßen Julie und Patrick backstage und redeten miteinander. "Freust du dich auf die Show? Die von gestern war einfach gigantisch!" "Klar freu ich mich! Loreley war schon immer was besonderes! Aber noch viel mehr freu ich mich auf die Pause bis zur Wintertour. Da haben wir endlich wieder Zeit füreinander!" "Oja, ich auch." "Ich liebe dich, Julie!" "Ich dich auch, Patrick!" Die beiden küssten sich leidenschaftlich. Als Barby, die Patrick zum Auftritt holen wollte, die beiden sah, räusperte sie sich. "Sorry, Julie, aber ich muss ihn auf die Bühne entführen!" "Bis nachher, meine Süße!" "Bis später, mein Schatz!" Die beiden küssten sich noch mal und dann ging Patrick mit Barby und den anderen on stage. Julie ging in den Catering - Bereich, um sich was zu trinken zu holen. Dort saß auch Uschi. "Na, alles klar bei dir", fragte sie Julie. "Im Moment ja", sagte Julie, während sie sich eine Cola holte. "Ich bin schon lange bei den Kellys und glaub mir, ich weiß, wie einen dieser Stress mit den Fans mitnimmt", sagte Uschi. "Barby hatte mal während der ganzen Tour geheult und immer wieder gesagt: `Ich pack das alles nicht! Am liebsten wär ich tot!` Wenn Patrick nicht gewesen wäre, wäre sie innerlich wohl ganz zerbrochen, wenn sie das nicht schon ist." Julie sah Uschi schweigend an. Sie lauschte der Musik der Kellys, sie spielten gerade Johns neuen Song.
Als das Konzert fertig war, und die Kellys backstage kamen, umarmte Julie Patrick. "Ihr habt schön gesungen." "Danke!" Die beiden gingen was trinken. Auf dem Weg zu Catering geschah etwas, was alles verändern sollte: Eine Gruppe von Fans hatte es geschafft, während den letzten Songs in den Backstage zu kommen. Jetzt standen sie wütend um Patrick und Julie herum. "Hey, verschwindet, klar?!", rief Patrick sauer. "Du hast uns gar nichts zu sagen", schrie ein Mädchen zurück. Patrick wollte Julie gerade fest an sich drücken, als einige Mädchen sie von ihm losrissen und wegzerrten, während die anderen Patrick zurückhielten, ihnen nachzulaufen. "Lasst sie sofort los!", schrie er und schlug völlig außer sich um sich. Aber die sechs Mädchen ließen ihn nicht los und die anderen vier Julie schon gar nicht. Sie zogen Julie weiter weg. Irgendwann stürzten sie sich auf sie und begannen, sie zu schlagen. Patrick versuchte mit aller Kraft sich loszureißen, aber es ging nicht. Er weinte vor Wut und Verzweiflung. Er konnte es nicht ertragen, zuzusehen, wie seine geliebte Julie geschlagen wurde. Er sank weinend zu Boden.
Währendessen, bei den anderen... "Wo bleiben die denn nur", fragte Jimmy. "Ach, wahrscheinlich knutschen sie in ´ner ruhigen Ecke", meinte Joey. Barby hörte nicht zu, sie hatte so ein komisches Gefühl. Irgendwas war mit Patrick, sie spürte es. Plötzlich sprang sie auf. "Was ist Barby?" "Irgendwas stimmt mit Patrick nicht, ich spüre es. Ich muss sofort zu ihm!" Sie rannte los in Richtung Catering, die anderen folgten ihr.
Als Barby Patrick sah, hatte sie nur einen Gedanken: Er musste hier weg! "Was fällt euch ein?! Lasst ihn sofort los!" "Du kannst uns mal, du Möchte - gern -Ballerina!" Barby spürte einen Stich in ihrer Seele, aber im Moment war ihr Patrick wichtiger. Da kamen die anderen mit den Secs, die die verrückten Fans von Patrick reißen wollte, aber er sagte: "Zuerst Julie!" Erst jetzt sah Barby Julie und war schockiert. Die Secs befreiten sie und warfen die vier Mädchen gleich raus. Die anderen halfen Patrick, der sofort zu Julie rannte, die bewusstlos am Boden lag. Patricia holte schnell die Sanis, die Julie gleich versorgten. Sie baten Patrick und die anderen, vor dem Zelt zu warten. Patrick saß weinend am Boden in Barbys Armen. Sie strich ihm über den Kopf. Tausende Gedanken schossen durch Patricks Kopf: Was hatte Julie? Wie geht es ihr? Musste sie ins Krankenhaus? Wie würde sie damit nur fertig werden? War ihr Leben nicht schon schlimm genug? Hatte sie so was verdient? Alles Fragen, auf die er keine Antworten wusste. Die anderen standen oder saßen schweigend da. Auch Barby machte sich Sorgen. Wie die beiden das wohl durchstehen würden? Was ihre Mama wohl sagen würde? Barby stiegen Tränen in die Augen. Was hatte Patrick verbrochen, dass ihm immer so wehgetan wurde? "Barby, kleine Barby!" Barby sah auf. Aber keiner ihrer Geschwister hatte was gesagt. "Barby, ich bins!" "Mama?", dachte sie in Gedanken. "Ja, meine kleine Ballerina. Hör zu Barby: Du musst deinem Bruder und Julie helfen, okay?" "Ja! Mama, womit hat er das nur verdient? Bitte sag`s mir!" "Das kann ich nicht. Barby, sag ihm noch mal, dass alles gut wird. Du hast es Patrick schon mal gesagt. Bitte tu´s noch mal!" "Na gut..." "Es wird alles gut, es dauert nicht mehr lange, Barby!" "Wie lange?" "Das darf ich dir nicht sagen, aber es ist bald soweit. Bitte unterstütze Patrick und Julie, okay?" "Versprochen Mama!" "Danke Barby! Ich muss jetzt wieder gehen." "Machs gut Mama! Hab dich lieb!" "Ich dich auch, meine kleine Barbarina!" Barby kehrte in die Realität zurück und hörte Patricks Schluchzen. Sie streichelte ihm über den Kopf und den Rücken. "Es wird alles gut, Patrick. Bald ist alles gut!" "Ach Barby, ich halt das nicht mehr aus! Warum tun die Fans so was?" "Ich weiß es nicht Patrick. Aber es wird alles gut, glaube mir!" Patrick nickte. Da kam einer der Sanis aus dem Zelt. Patrick sprang auf. "Wie geht es ihr?" "Sie hat ein paar Prellungen und Blutergüsse, aber das ist bald in Ordnung. Mehr Sorgen macht uns ihr psychischer Zustand. Sie hat einen schweren Schock." "Darf ich zu ihr?" "Natürlich." Patrick nahm Barby mit ins Zelt. Julie lag auf einem Feldbett. Langsam ging Patrick zu ihr. "Julie", sagte er leise. "Wie geht's dir?" "Naja, wie´s einem halt so geht." Julie drückte sich an ihn. "Patrick, ich halt das nicht mehr aus! Ich versteh das einfach nicht!" "Ich auch nicht, Julie! Aber wir stehen das durch, bald ist alles gut." "Hoffentlich."
Später war Julie allein. Sie saß auf ihrem Feldbett und schrieb etwas. Dabei liefen ihr die Tränen über die Wangen. Als sie mit dem Brief fertig war, ließ sie ihn liegen und ging nach draußen. Niemand war zu sehen. Sie ging in Richtung des Loreley-Felsen-Abgrunds.
"Wie es ihr wohl geht?", fragte Patrick Barby, die auf dem Weg zu Julie waren. "Hoffentlich besser." Sie gingen ins Zelt und erschraken, als Julie nicht da war. Barby fand den Brief und gab ihn Patrick.
"Lieber Patrick,
es tut mir so leid, dass ich jetzt gehe, aber ich kann einfach nicht mehr, ich kann und will nicht mehr leben, verstehst du? Der Druck ist einfach zu groß.
Patrick, ich liebe dich und werde dich immer lieben, ich werde immer auf dich achten. Bitte verzeih mir! Ich liebe dich...für immer...
Deine Julie"
Fassungslos starrte Patrick auf diese Zeilen. "Was ist, Patrick?" Wortlos reichte er Barby den Brief. "Patrick, such sie und halte sie auf!" "Bitte hilf mir, Barby! Ich könnte es nicht ertragen, wenn sie..." "Natürlich Patrick!" Die beiden suchten auf der Bühne, im ganzen Backstage und auf den Tribünen. Sie waren schon ganz verzweifelt, bis Barby plötzlich einfiel: "Der Abgrund!" Patrick sah sie erschrocken an, dann rannte er los. Er rannte um das Leben von Julie, um seine große Liebe, um sein eigenes Leben. Barby konnte ihm kaum folgen. Jimmy sah die beiden durch die Zuschauerränge rasen. Er rief die anderen und rannte hinterher.
Barby und Patrick kamen beim Abgrund an. Langsam gingen sie die Felsen entlang. Patrick war total verzweifelt, bis er etwas an einem großen Stein sah. "Barby!" Er rannte los. Als er ankam, sah er Julie. Sie war bewusstlos. Ihm stiegen Tränen in die Augen. "Julie! Julie wach auf, bitte!" Er nahm sie in die Arme. Sie ließ sich so leicht bewegen, dass es Patrick Angst und Bange wurde. "Julie, verdammt, wach auf bitte", rief er verzweifelt, während ihm die Tränen übers Gesicht liefen. Als Barby Patrick sah, rannte sie sofort zu ihm. "Patrick, was ist?" "Barby, ich... du musst ihr helfen...ich weiß auch nicht..." Patrick war total verwirrt. Barby fühlte Julies Puls. "Sie lebt, Patrick. Aber nur ein bisschen." Barby rief mit ihrem Handy die nächste Nummer die ihr einfiel: Patricia. "Trisha? Du musst sofort einen Notarzt holen! Julie hat wohl versucht, sich umzubringen! Wir sind auf dem Felsen beim Abgrund. Bitte mach schnell!" Sie legte auf. Patrick hatte Julie im Arm und drückte sie an sich, während er weinend zum Himmel sah. "Mama, bitte hilf uns! Bitte!" Barby sah ihren Bruder mitleidig an. Er tat ihr so leid, aber was sollte sie tun? Sie ging zu ihm und umarmte ihn. Plötzlich fing es an zu regnen. Aber das war beiden egal. Plötzlich meinte Patrick, Julie hätte sich bewegt. Er sah sie an. Nichts. Er streichelte ihre Wange, ganz lange. Und plötzlich öffnete Julie die Augen. "Julie?", fragte Patrick. "Patrick,...was...wo..." "Scht, nicht reden", sagte Patrick, während ihm Freudentränen übers Gesicht liefen. Auch Barby war erleichtert. "Patrick...es tut mir leid. Bitte verzeih mir!" "Ist schon gut, Julie! Ich liebe dich!" "Ich dich auch, Patrick!" Er küsste sie zärtlich. "Patrick, verzeih mir, aber ich muss..." Ihre Stimme versagte. "Ich muss jetzt gehen. Ich...ich wollte mich noch mal bei dir bedanken. Danke für alles! Barby, danke, dass du immer für mich da warst." "Gern geschehen, Julie", sagte Barby leise, und ihr liefen Tränen übers Gesicht. "Julie, du darfst nicht gehen. Ich brauch dich doch!" Patrick war verzweifelt wie noch nie. "Patrick... ich liebe dich! Danke für alles!" Julie lächelte ihn an und es war das schönste Lächeln, das Patrick je bei ihr gesehen hatte. Er lächelte zurück, er war froh über dieses Lächeln. "Ich bin mir sicher, das wir uns bald uns bestimmt bald wieder sehen ...irgendwann!" "Goodbye, my love", flüsterte Patrick und küsste sie. Dann sah er wie Julie die Augen schloss. In diesem Moment zerbrach ein Teil seiner Seele. Er weinte und Barby mit ihm. Lange saßen die beiden so da, bis Barby nach einer Weile aufstand, um Patrick alleine zu lassen. Patrick sagte noch leise: "Danke, Barby! Hab dich lieb!" "Ich dich auch, Patrick!" Sie drehte sich um und ging. Patrick betrachtete Julie. Nein, er wollte und konnte nicht ohne sie leben. Er zog sein Taschenmesser aus der Hosentasche. Langsam öffnete er die Klinge und setzte sie an seinem Handgelenk an. "Es tut mir so leid, Barby!"
Als Barby später mit den anderen kam und das Blut an Patricks Handgelenk sah, brach sie weinend in Patricias Armen zusammen. Jimmy ging mit Tränen in den Augen zu Patrick, der immer noch Julie im Arm hatte. Er drehte sich zu den anderen um und schüttelte den Kopf. Barby ging langsam zu ihrem kleinen Bruder. "Du bist so gemein, Patrick! Du hast aber trotzdem das Richtige getan. Ich bin stolz auf dich", sagte sie leise, während ihr Tränen übers Gesicht liefen. Sie küsste ihn auf die Wange und flüsterte ihm zu: "I´m sure we´ll meet again!"
Ich hoffe, dass Patrick seine große Liebe bald findet und dass sie nicht so enden wird wie diese Geschichte!
Diese Geschichte ist Barby & Patrick gewidmet und allen, die die Kellys verstehen und sie so mögen wie sie sind!
Oktober 2000 bis 18. 2. 2001
© Jutta (Dank an Dich!)
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