Don't be so unhappy
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Weinend packe ich meine letzten Klamotten in meine Reisetasche und blicke mich unsicher in der kleinen Wohnung um. Es ist vorbei, es ist aus! Der schönste Traum meines Lebens einfach zerplatzt, wie eine Seifenblase. Ich hätte von Anfang an wissen müssen, dass das nicht gut gehen kann. Jeder hat es gewusst. Eine taube Frau kann nicht mit einem Vollblutmusiker zusammen sein! Das geht einfach nicht. Wir leben in zwei verschiedenen Welten in die der jeweils andere nicht hineindringen kann. Und dabei hatte alles so schön angefangen, damals, vor zwei Jahren in dem kleinen Café in der Kölner Innenstadt. Ich hatte, wie so oft, an dem kleinen Tisch in der Ecke gesessen und in meinem Buch gelesen, als auf einmal ein junger Mann ins Café gestürmt kam und meinen Tee vom Tisch gefegt hatte. Ich war so in mein Buch vertieft gewesen, dass ich davon gar nichts mitbekam, erst als er mir auf die Schulter tippte, habe ich ihn angeschaut. Noch heute kann ich mich an seinen erschrockenen Gesichtsausdruck und die wilden Gesten erinnern. Er schien schon eine zeitlang auf mich eingeredet zu haben, denn er sah ziemlich verzweifelt aus. Er fing wieder an etwas zu reden und ich zeigte ihm an, langsamer zu sprechen, so dass ich zumindestens wusste, dass er sich für seine Ungeschicklichkeit entschuldigen wollte. Noch heute muss ich bei dem Gedanken an unser erstes Aufeinandertreffen lächeln. Doch sofort bilden sich wieder Falten auf meiner Stirn, es hätte alles so schön sein können, wenn da nicht dieses kleine Problem gewesen wäre. Ja, Problem, so hat meine Mutter es immer genannt. Für sie war ich einfach nur ein Problem, eine einzige Belastung und vor allem war ich eins: Anders als andere Kinder! Patrick war das egal, jedenfalls hat er das immer behauptet und trotzdem habe ich immer gewusst, dass es ihm nicht egal sein kann. Er liebt seine Musik, er kann nicht ohne sie leben, aber ich, ich habe nie Zutritt zu dieser Welt gefunden. Noten sind für mich kleine Zeichen auf Papier, nicht mehr und nicht weniger, sie haben keinerlei Bedeutung für mich, ich kann sie mit nichts verbinden. Wenn er mir mit leuchtenden Augen von einem neuen Lied, einer neuen Melodie erzählt, dann kann ich zwar lächeln und mit dem Kopf nicken, aber ich habe keine Ahnung, wovon er redet. Musik bedeutet mir nichts, weil ich sie nicht hören kann! Klar, er hat sich immer Mühe gegeben, hat versucht, in meine Welt zu gelangen, er hat die Gebärdensprache gelernt, um sich mit mir verständigen zu können und hat sich Videos mit Untertitel angeschaut, anstatt ins Kino zu gehen, aber das kann nicht ewig so gehen. Ich liebe ihn, da besteht kein Zweifel, ich liebe ihn mehr als alles andere auf dieser Welt und deswegen muss ich jetzt gehen. Ich muss jetzt gehen, wo ich noch die Kraft dazu besitze. Ich werde sein Leben so plötzlich verlassen, wie ich es betreten habe und es wird für uns beide besser sein. Er wird eine Freundin finden, die hören kann, die die Freude an der Musik mit ihm teilt. Die versteht, was er mit seinen Liedern ausdrücken will. Sadly Long before my love was gone Don't be so unhappy © JoJo (Danke schön!) |
Last update: 24/04/2004
(Online since: 24/04/2004)