Das Verhängnis

by Hope   bunny2@matavnet.hu

 

"Aus Dir spricht die Wahrheit.
Du hältst es aus, wenn das Glück dich überwältigt, als es erscheint.
Und du lächelst, auch wenn du vor Schmerzen vergehst.
Du überraschtest dich mit mir.
Dein Geschenk ist eine schöpferische Liebe.
Nicht immer hält die Treue,
Dann wird sie zu Stein- aber sie lebt.
Und sie glänzt für immer und ewig.
Jetzt möchte ich kein Wort mehr sagen,
Ich bin glücklich müde."
(Ákos)


1.

Es war nur ein Augenblick. Alles passierte so schnell. Er sah wunderschön aus, und sie hat ihn auf den ersten Blick sehr lieb gewonnen. Sie wollte ihn kennenlernen, deshalb nahm sie den Videoclip der Band auf. DerVideoclip war nicht das Beste, aber es war für sie gut genug. Sie hörte tag und nachts dieses Lied, dieser Song war der Einzige, der ihr wirlich gefiel. Die Band war etwas Besonderes: Mädchen und Jungen mit langen Haaren, ihre Stimme klingen so, wie die Stimme der Engel.
- Wer ist sonst deine Lieblingsband?- fragte einmal Monica ihre Freundin, als sie mit ihr zusammen die Bravo las.
- Hier sind sie, die Kelly Family! - zeigte Kristin auf den Artikel über die Kellys.
- Oh, wirklich? - wunderte sich Monica. Und wer ist dein Liebling von ihnen?
- Er heisst Paddy Kelly! Er ist so süss!!- antwortete sie und errötete.
- Hast du schon das neue Album von den Kellys gehört?
- Nein, leider noch nicht…
- Ich habe das Album "Over the Hump" gekauft, und das ist echt megageil! Ich gebe es dir, wenn du möchtest…
- Gerne! Danke schön.
So begann es. Danach kamen die Videoaufnahmen, die Artikels, und die anderen CDs, Videos. Kristin war so begeistert, wie nie in ihrem Leben. Sie beschäftigte sich immer nur mit den Kellys, sie dachte immer nur an sie. Sie träumte oft davon, dass sie einmal mit Paddy zusammen sein wird. Paddy wird sich in sie verlieben, und sie werden heiraten. Paddy war der perfekte Mann für sie.
Mit Monica fantasierten sie oft darüber, was sie machen würden, wenn sie sich mit ihren Lieblingen treffen würden. Monicas Favesänger war Nick Carter, sie nannten sich Mrs. Carter und Mrs. Kelly. Sie respektierten ihre Lieblinge: Monica akzeptierte Paddy, und Kristin akzeptierte Nick. Manchmal machten sie miteinander Scherze darzu, aber sie waren beide Fans, sie hielten unbedingt zusammen. Sie haben darüber viel gelacht, wenn sie verschiedene Situationen einander erzählten:
- Stell dir vor! Die Kellys wollen aus Deutschland wegfahren, weil sie Probleme mit den Behörden und der Steuer haben! Der arme Paddy, ich habe ihn die ganze Nacht durch getröstet!
- Ach so, nur getröstet? Oder wie hast du ihn getröstet? Hat er es genossen? - grinste Monica lustig.
- Oh, siehst müde aus, Nica! Was hast du mit Nick am Abend gemacht, hää??
- Hey, das ist Privatsphäre! - lachte Nica laut. So ging es jeden Tag, bis die Kellys in der Nähe der Stadt ein Konzert gaben, wo Kristin lebte. Sie ging auf das Konzert, und es war ein super Erlebnis für sie! Das war ihr erstes Kelly Konzi, und sie hatte zuerst Angst vor den Fans, weil sie so gemein miteinander waren. Sie kreischten, und weinten, wurden schon vor der Konzert ohnmächtig. Kristin fühlte sich sehr fremd zwischen ihnen. Alle liebten nur die Kellys, und Paddy. Alle glaubten, dass Paddy zu ihnen gehört. Kristin konnte es kaum fassen.
"Wenn Paddy mich erblicken würde, sicher würde ich ihm gefallen. Ich bin keine fanatische Gans, wie sie. Sie sind wirklich verrückt!"
Auf dem zweiten Konzert stand Kristin in der ersten Reihe. Sie wollte unbedingt Paddy berühren, und es klappte. Sie riss fast Paddys Hemd ab. Sie flog in den siebten Himmel, und ihre Liebe wurde noch stärker. Sie liebte die Kellys leidenschaftlich. Jeden Tag hörte sie ihre Musik, und sah sich die Videos jeden Tag an. Und das war für sie einfach natürlich.
- Ich habe heute mit Jimmy gestritten. Ich werde ihm nie verzeihen!- klagte sie eines Tages Monica.
- Oh, was ist passiert mit Jim?
- Jimmy verliess die Band!! Boah, ich werde ihn töten, wenn ich mich mit ihm treffen werde. Ich fürchte, dass die Anderen auch aussteigen werden! Oh, Mann!
- Hey, sei ruhig. Paddy mag die Musik, er macht bestimmt weiter.
- Ich hoffe, du hast recht. Paddy ist der Wichtigste für mich. Er ist zu talentiert, er muss Musik machen!
Aber alles veränderte sich bei dem dritten Kelly Konzert. Das Benehmen der Fans wurde noch schlimmer. Kristin stand mehr, als 24 Stunden vor der Halle, und war auch so fast der Letzte. Sie versuchte noch irgendwie eine Nummer zu bekommen. Leider, denn die, die zu spät (zB am Morgen) kamen, bekamen keine Nummer. Die meisten Leute warteten schon seit 3-4 Tagen auf die Kelly Family. Kristins Brieffreundin fertigte sie eiskalt ab:
- Wenn du keine Nummer hast, musst du hinten stehen! - sagte sie eingebildet.
Das Mädchen war sehr überrascht. Sie war eine gute Brieffreundin - bis jetzt. Kristin fühlte sich verletzt, und ausgenutzt.
An dem Tag des Konzerts war trockene Hitze. Sie fühlte schon ihre Knochen nicht mehr, sie schmolzen am eisernen Gitter. Jimmy verschwand gerade im Backstage-Bereich. Die Fans kreischten und begannen wieder aneinander zu drücken, wie das ungezügelte Meer. Patricia, Maite, Joey und Paddy kamen aus dem Gebäude raus, aber nur Patricia und Joey gaben Autogramme. Paddy winkte, aber er war weit weit weg von dem Gitter. Ein Mädchen fragte Trish, warum Paddy nicht zu den Fans kommt.
- Wenn Paddy hier kommen würde, dann würden die Fans, die hinten stehen, euch zertreten. Kristine hatte grosse Angst. Sie sah überall hysterische, unbarmherzige Gesichter. Ihr Schweiss vermischte sich mit ihre Tränen.
- Ich liebe dich Paddy, komm hier!- schrie ein Mädchen. Die Fans, die schon Autograme bekamen, küssten die Papiere oder die Hefte.
Kristin fühlte sich klein, aber warum wurde sie so klein?
Ein Mädchen zog ihre Haare und versuchte sie aus der erste Reihe vor dem Gitter zurückzuziehen. Verrückt, verrückt. Kristin konnte ihre lange Haare aus den Händen des Mädchens freimachen, aber sie hat ihr in die Beine getreten.
Das war schrecklich, wie Kristins Körper das Gitter spannte. Sie sah Paddy. Er lächelte immer noch.
"Gibt er nur das? Ich leide hier, und dieses Lächeln ist der Dank dafür?" Sie zerrte an dem Gitter herum.
"Warum ist dieses Gitter hier, ich möchte es durchstossen! Was würde ich damit aber erreichen? Paddy würde verzweifelt ins Gebäude mit den Secys zurück entfliehen und die Messe würde mich zertreten. Hoffnungslose Situation. Fruchtlos!"
Patricia kam zu ihr und gab ein Autogramm.
- Are you all right?- fragte Pat.
- Ja - lügte sie.
- Dies geht bald vorbei…- seufzte Trish tröstend und ging weiter. Kristin dachte nach.
"Patricias Seele ist so müde. Sie mag diese verrückten Leute auch nicht sehen"
Die Fans drückten aneinander wieder. Kristin schrie vor Schmerzen. Patricia beruhigte alle, dass sie allen Autograme geben werde.
- Hört auf, bitte! Alle werden an die Reihe kommen, aber in Ruhe!
"Ich glaubte, diese Menschen sind Engel. Sie strahlten Kraft, Energie, als wäre sie nicht von dieser Welt Als wären sie keine Menschen, sondern… Aber jetzt scheint alles ganz anders zu sein. Das ehrliche Lächeln und die gute Laune wurde unecht. Wir töteten die Engel? Das Licht mit den sie aus dem Himmel leuchteten wird bald sterben? Was mache ich eigentlich hier? Ich will sie nicht verletzen. Sie sind auch Menschen! MENSCHEN, wie ich und meine Familie..und… warum vergöttern wir sie denn?"
Joey stand vor ihr.
- Verzeih mir!- flüsterte Kristin in Joeys Ohren. Der Mann nickte und begann zu lächeln, weil die anderen Fans Fotos machen wollten. Sie sah einen Mann, der früher frei war, aber er wurde im Käfig eingeschlossen. Er war naiv, und glaubte nicht, dass die Liebe der Fans ihn gefangen nehmen könnten. Der Käfig wurde seine Zukunft.
Die Fans begannen sich wieder zu drücken. Die Kellys gingen ins Gebäude zurück. Alles passierte so schnell. Kristin schaute das Autogramm in ihrer Hand. Die Fans kreischten immer noch. Die Welt war so laut.
"Ich möchte weglaufen! Nur weg, weg, weg, weg!" Sie drehte sich um, und rannte schnell aus der Masse raus. Sie rannte und rannte. Sie wollte endlich reine Luft und Ruhe.
Nach dem Konzert spazierte sie müde aus der Halle. Sie legte sich ins Gras und hatte keine Kraft mehr.
"Er ging weg! Er ging weg…"- flüsterte sie. Plötzlich kamen eine Gruppe von Mädchen zum am Parkplatz stehenden Bus, und stiegen begeistert ein.
"Das ist nicht mein Platz. Diese Mädchen sind bösartig! Alle wollen eins: Paddy berühren und mit ihm schlafen. Alle sind bescheuert. Warum mache ich das? Was suche ich hier?" Sie bekam Ekel vor ihnen." Paddy gehört mir! Nur mir! Ich bin keine fanatische Schlampe… ich muss ihn kennenlernen…"- entschied sie.
Die Zeit verging schnell, und Kristin wurde verschlossener und verschlossener. Ihre Stimmung war jeden Tag anders, mal war sie lustig, mal stinksauer. Wenn sie einen schlechten Tag hatte, war sie nervig und wollte mit niemandem sprechen. Monica verstand diese Veränderung nicht.
- Du benimmst dich echt merkwürdig. - sagte sie immer.
- Darf ich keine schlechte Stimmung haben? Ich fühle mich nicht so wohl, ich kann nicht immer lustig und froh sein!!- rief Kristin und Monica schüttelte ihren Kopf.
Das Schlimmste waren die Streitereien mit den Eltern. Wenn Kristin etwas nicht gelang (zum Beispiel verpasste sie eine TV-Sendung), hat sie getobt und geweint.
- Immer nur die Kelly Family! Für dich zählt nur die Kelly Family! Als deine Grossmutter starb, hast du nicht so stark geweint, wie jetzt! Wegen dieser Scheiss-Band! - schrie ihr Vater.
- Das ist nicht wahr! Warum kannst du mich nicht verstehen?
- Doch, doch! Du bist nicht mehr normal! So kann man eine Popband nicht lieben!
- Echt? Denn du kennst die anderen Fans nicht! Sie sitzen Monate durch vor dem Schloss und ihre Eltern klagen nicht! Nur ihr seid so streng, weil ihr diese Liebe nicht verstehen könnt! Ihr wisst nicht, was Paddy Kelly für mich bedeutet: er ist mein Leben, mein Retter! Wenn ich ihn sehe oder höre, es geht mir besser! Er hilft mir aus dem Tiefpunkt rauszukommen!
- Tiefpunkt! Was bedeutet Tiefpunkt in dem Leben eines Teenager Mädchens? Bald wirst du erwachsen sein, dann erfährst du gleich, was der Tiefpunkt ist! Die Flegeljahre,oh, Kinder! Aber wenn du Hilfe brauchst, hier sind wir und deine Freunde!
- Die Freunde! Ach… sie sind alle scheinheilig, sie zeigen, dass sie mich mögen, aber sie sind froh, wenn etwas mir nicht gelungen ist. Und ihr… ihr streitet mit mir immer… warum sagt ihr denn, dass ihr mir helft??!!!!
Die Eltern waren geschockt.
Kristin nahm aber die Schule ernst, sie lerne fleissig und hart, weil sie Journalistin oder Moderatorin werden wollte. Sie interessierte sich für die Stars, alle Stars der Welt! Die Stars, die ihr gefallen, waren für sie so, wie gute Freunde, obwohl sie sie privat nicht kannte. Sie kannte die Stars nur aus ihren Träumen.
Es war eine Zeit, als sie die Kellys im Stich liess. Sie kaufte die Zeitungen, die CDs immer noch, aber sie liebte Paddy nicht mehr so heftig, wie früher. Sie ging auf kein Kelly Konzert, sie wollte mit diesen Fans in einer Halle nicht zusammen sein. Deshalb hat sie fast alle Konzerte auf Video gekauft. Ihr Taschengeld verbrauchte sie nur dafür. Mit diesen Cassetten konnte sie das fehlen von Paddy überleben. Diese Dinge waren für sie so, wie die Drogen oder der Alkohol. Wenn sie etwas Interessantes verpasste, war sie ausser sich. Sie wusste alles über Paddy, wo er gerade ist, was er gesagt hat…usw…usw..
Als sie Stundentin an einer Universität war, schloss sie mit allen Freundschaft, die reich und gute Beziehungen hatten. Diese Freunde luden sie auf alle "Starparties" ein, woran verschiedene Sänger und Schauspieler teilnahmen. Kristin verzauberte jeden Mann, in den sie sich "verliebte". Das war aber keine echte Liebe, nur eine Begeisterung, oder eine Besitzer-Begierde. Sie wurde aber leicht dieser Männer überdrüssig. Sie fand keinen, der in Paddys Fussstapfen treten konnte. Von den Männer hat sie Geld bekommen, alle Prüfungen hat sie geschafft. Aber lange Zeit konnte sie sich nicht in den Spiegel sehen. Nach der ersten Nacht, die sie mit einem fremden Mann verbrachte, hat sie viel geweint. Nach der zweiten Nacht versuchte, sie sich sauber zuwaschen. Nach der dritten Nacht schämte sich sehr und hatte ein schlechtes Gewissen. Diese Schmerzen und Gefühle gingen aber plötzlich weg. Sie machte alles aus Routine. Sie nahm Paddy aufs Korn. Sie hat alles für Paddy getan. Diese Männer konnten sie reich und schön machen. Sie waren Mittel zum Zweck, wodurch sie in Paddys Nähe kommen konnte. Paddy war ihre einzige Liebe. Diese Liebe half ihr im Leben zu bleiben.


2.

Nach 2 Jahren berichtete eine Zeitung eines Tages über das Ende der Band Kelly Family. Die Teenager Mädchen weinten, die Anderen waren nur traurig. Alle fühlten sich leer, sehr sehr leer. Als wenn sie ein Teil ihres Körpers, ihres Lebens verloren hätten. Die Hysterie begann kleiner zu werden. Die Fans gingen vom Schloss Gymnich weg, es gab keine Konzerte mehr. Keine News, keine Bilder, gar nichts! Die Kellys verschwanden aus der Öffentlichkeit. Die Hoffnung nach ihnen blieb, vielleicht macht später jemand ein Soloalbum. Und die Fans werden darauf warten. Sie werden für immer und ewig auf ihre Lieblinge warten.......
In dieser Zeit geriet Kristin mit sich selber in Konflikt, sie verlor ihren inneren Halt. Ihre Freunden bemerkten gar nichts, sie zeigte ihre Schmerzen nicht nach aussen. Nur dann, wenn sie zu Hause war, flippte sie ganz aus. Sie schlug um sich herum im Bett, und sie wurde fast verrückt von ihren Gedanken. Sie fürchtete, dass sie Paddy niemals in ihrem Leben treffen würde.
"Es ist schon zu spät, zu spät" - weinte sie in ihrem Zimmer bitterlich, und schmiss alles durch die Gegend Sie konnte allein in einer leeren Wohnung nicht weiter machen.
In den Ferien fuhr sie zu ihren Eltern aufs Land. Sie wollte nur ihre Ruhe. Sie packte ihre Kelly Family- Sammlung zusammen, und sie legte die vollen Kartons auf den Dachboden. Sie packte alles gründlich und sauber ein: die Cassetten, die tausende von Fotos, die Zeitungsartikel…usw….
Als sie fertig war, hockte sie noch lange Zeit auf dem schmutzigen, warmen, dunklen Dachboden.
Monica hörte von der Auflösung der Kellys und besuchte ihre Freundin. Sie freute sich darüber, dass sie Kristin wieder sehen konnte. Obwohl sie vor Kristins Abfahrt viel gestritten haben, Kristin war immer noch ihre beste Freundin.
Als Nica Kristin erblickte, konnte sie fast kein Wort sagen:
- Hi… Kristin- versuchte sie, zu lächeln.- Wie geht es dir? Wir haben uns so lange Zeit nicht gesehen. Du siehst echt…. gut aus… - Kristin schaute nicht auf. Ihre Augen starrten ins Leere. Monica hörte nicht auf:
- Ich habe die Nachricht in den Zeitungen gelesen…oh, Kristin, es tut mir voll leid.
- Alles ist Ordnung, Nica. Nichts Schlimmes passierte mit mir. Mir gehts gut- sagte sie, aber ihre Stimme klang heiser und kalt. Sie war blass und ihr Gesichtsausdruck war angespannt und zugleich teilnahmslos.
- Dann freue ich mich. Früher haben wir gemeinsam so viel gelacht, erinnerst du dich daran, als wir aus der Schule rauskamen, und riefen den Namen unserer Lieblinge, oh Mann, die ganze Stadt hat es gehört! Und…- Kristin sprang nervös auf, und schaute böse in Nicas Augen.
- Nein, ich erinnere mich nicht daran! Warum hast du so gute Laune, hä? Oh, ich weiss es schon! Du warst immer eifersüchtig für die Kellys, und mich! Weil du auf keinem Konzert warst, und du hast deinen Nick nicht LIVE gesehen! Jetzt wurde dein Traum wahr! Die Kellys hörten auf, und ich bin zusammengebrochen. Was willst du mehr? Du lachst ständig in meine Augen, raus aus meinem Haus! Ich will dich nicht mehr sehen! Geh zurück zu deinem Nick, und sei froh mit ihm! - schrie Kristin laut. Monica war geschockt. Sie war verletzt, und ihre Augen waren voll von Tränen.
"Ich wollte sie doch nur wieder froh und lustig haben. Mich interessiert Nick Carter seit langer Zeit nicht mehr…Aber sie ist immer noch diese Teenager Girl… sie tut mir leid…"-trocknete sie ihre Augen und rannte weg. Kristin blieb noch ein bischen oben und versteckte eine Kette mit einem Paddy-Medallion in ihre Hosentasche.
"Vielleicht war ich zu streng zu Nica. Morgen besuche ich sie…nein, nein! Ich hatte recht. Sie nutzte mich nur aus. Sie wollte auch mit mir kommen und einen reichen Mann kennenlernen….vielleicht wollte sie auch in Nicks Nähe kommen…. Oh, aber ich bin nicht blond! Ich durchschaue sie, sie wird mich nicht an der Nase herumführen!
Oh, Paddy, Paddy! Warum liesst du mich allein?? Du bist egoistisch! Ich liebte dich, ich schadete dir nicht! Wie konntest du es mir antun? Ich hasse dich! Ich hasse dich!"

- Wie gehts dir? Alles okay? Du rufst uns so wenig an…- klagte Kristins Mutter am Abend.
- Oh, Mutti! Warum fragen mich alle 'wie gehts'?? Es nervt mich! Wir haben es so oft besprochen. Ich muss viel studieren, ich habe fast keine Zeit, du weisst…
- Oh ja, ja , ja…Aber du hast Zeit, am Wochenende ins Theater zu gehen, nicht wahr?
- Hey, das ist meine einzige Unterhaltung, seitdem die Kellys… Ich kann nicht immer aus den Lehrbüchern 100 Seiten büffeln und lesen. Ich brauche ein bischen Erholung und Relax!
- Ich verstehe dich- seufzte die Mutter und schaltete den Fernseher ein. Sie guckten still fern, aber Kristin rief plötzlich:
- Wer ist dieser Mann?
- Wer? Ach ja, im Fernseher…. Ich kenne ihn nicht. Sicher ein Schauspieler.
- Ich habe ihn noch nirgendwo gesehen - Kristin hörte aufmerksam zu, und schaute die Show-Sendung weiter. Der Schauspieler erzählte über seine Kindheit, seine Erfahrungen, und Gefühle. Kristin war erstaunt. Als wenn der Mann aus ihrem Herz gesprochen hätte. Dieser fremde Mann war so ähnlich, wie sie. Er war so… intelligent, und seine Gefühle, seine Träume… er war Kristins "Seelenfreund"
"Diesen Mann muss ich kennenlernen."

Sie fuhr schon an dem nächsten Tag in die Stadt zurück. Ihre Mutter war traurig bei dem Abschied
"Sie verliess uns wieder wegen eines Traummannes! Ach, ich kann sie nicht mehr zurückhalten"
Kristin sammelte alle Informationen über diesen Schauspieler ein. Sie surfte im Netz und sie erkundigte sich bei ihren Freunden nach ihm. Sie bekam neue Kraft und Begeisterung. Sie schaute sich alle Theaterstücke von ihm an, aber sie hatte keinen Mut, mit ihm zu sprechen. Als sie aber ihre Leidenschaft nicht mehr kontrollieren konnte, wollte sie ihn irgendwie treffen.
Andreas, in dem sie früher auch verliebt war, arbeitete schon seit langem mit ihm, aber er warnte sie:
- Marc passt nicht zu dir. Glaub mir! Ich kenne ihn besser, als du…
- Stop, Andreas, stop! Sei ruhig, ich will von ihm gar nichts! Ich will nur ihn kennenlernen, das ist so einfach! Ich bin neugierig auf seine Gedanken, seine Meinungen, über das… Theater, über die Musik…alles! Bitte, führ uns zusammen, bitte!!!- flehte sie enttäuscht.
- In Ordnung, in Ordnung. Aber ich habe ernst gesagt: er passt nicht zu dir!- Andreas schaute tief in Kristins Augen- Hast du mich eigentlich geliebt?
- Ja… aber… - begann Kristin unsicher- Deine Austrahlung war nicht stark. Du warst mir nicht gut genug. Es tut mir leid.- sie küsste Andreas Wange, und verliess ihn aufgeregt. Andreas gab ihr eine Einladung zu einer Premier- Party eines Theaterstückes. Nach der Aufführung fuhren die Gäste in einen Restaurant, wo alle den Schauspielern gratulieren konnten, und danach wurde noch gut gegessen.
Marc war aber nicht da, Kristin sah ihn nirgendwo. Am Anfang diskutierte sie mit Andreas und mit der Hauptdastellerin über eine Szene, wo die Schauspielerin mit ihrem erotischen Tanz ihren erkalteten Mann wieder verführt.
"Wenn ich beginne an dem Tisch zu tanzen, vielleicht werden alle hierher kommen und ich finde so Marc."
Sie sprang auf den Tisch und tanzte heftig. So erotisch, dass die Luft wärmer wurde. Die Männer öffneten ihren Münder und bekamen kaum Luft. Kristine bewegte ihre Hüfte frech, und zwinkerte zu den Männern. Ihre langen, braunen Haare flogen zerzaust in ihrem Gesicht. Sie keuchte ständig, weil die Musik immer schneller und schneller wurde. Ihr Herz klopfte in ihrem Hals. Ein Mann schaute sie auch so frech und lüstern an, wie Kristin ihn. Sie ging vor ihm nieder aber sie stolperte wegen des hohen Absatzes ihres Schuhes und fiel in die Hände des Mannes. Alle klatschten, und pfiffen. Langsam beruhigten sich alle und setzten ihre privaten Diskussionen fort. Kristins Plan hatte keinen Erfolg. Marc liess sich nicht blicken. Kristin war enttäuscht, und böse. Deswegen nahm sie das Angebot des Mannes, in dessen Armen sie fiel, und ging mit ihm in seine Wohnung. Sie wollte eigentlich keine neue Beziehung haben, aber sie konnte nicht widerstehen. Der Mann hiess Oliver Schneider und war ein berühmter Opernsänger. Kristin liess sich verführen. Oliver schickte ihr jeden Tag einen Rosenstrauss, und rief sie ständig an. Er schenkte ihr kleine wertvolle Schmuckstücke: Ringe, Armbänder, Ketten…
- Du bist die seltsamste Frau, die ich in meinem Leben traf. Du bist so attraktiv, nett und lieb. Oh, du bist beautiful! Ich will dich verwöhnen, du bist meine einzige Königin, meine Königin…

So verbrachten sie zusammen 2 Wochen mit Liebe, Romantik und viele Reisen. Für Kristin war diese Beziehung nur ein Abenteuer. Oliver war ganz sympatisch für sie, aber nichts Besonderes. Er war groß, hatte ein durchnittliches Gesicht. Er trug immer einen Anzug, er hatte goldene Ringe an seinen Fingern. Für die Dame war er eher ein Freund, als ein Geliebter. Das benehmen des Mannes fand sie aber ein bischen merkwürdig. Er war so zart und feinfühlig. Er hatte einen guten Geschmack in Kleidungsdingen, sie gingen oft zusammen einkaufen.
In ihrer Freizeit konnte Kristin nur an Marc denken. Wenn sie Olli küsste, küsste sie Marc. Wenn sie auf den Strassen spazierte, sie hat sich vorgestellt, dass Marc bei ihr ist. Er geht neben ihr, er umarmt sie und… Aber Marc war nicht da. Und diese Sehnsucht machte Kristins Liebe immer stärker und stärker. Sie liebte ihn leidenschaftlich, ohne ihn zu kennen. Sie betrachtete verliebt die Fotos von ihm. Es war eine unbeschreibliche Anziehung, was sie ständig zu Marc zog. Ähnliches spürte sie bei Paddy.
"Nein, nein, Paddy war ganz anders, als er. Marc ist ein offener, ehrlicher Typ, Paddy hat mich nur belogen…"- dachte sie traurig.
An einem Morgen passierte aber etwas Unerwartetes.
- Wir können uns morgen nicht treffen…
- Oh, warum, mein Schatz? - fragte Kristin Olli, ihre Wörter waren so süss, wie der Honig.
- Ach, ich muss zu einer Pressekonferenz nach Frankreich fahren. Aber ich werde dich jeden Tag anrufen… - lächelte Oliver, und küsste die Dame. Plötzlich trat jemand ins Zimmer.
- Marc? - wunderte sich Oliver.
- Bist du schon hier? Ich glaubte, dass du erst morgen ankommen wirst - schluckte Olli.
Marc konnte kein Wort sagen, er stand unbewegt in der Tür mit seinem Koffer.
- Ist Marc vielleicht dein Bruder? - fragte Kristin ihn mit zitterner Stimme.
- Nein - schluckte er und konnte weder Kristin noch in Marcs Augen sehen.
- Du hast eine Geliebte, ich verstehe schon - Marc's Augen waren voll von Tränen- Aber… weisst du, was ist in dieser Situation so pikant? Das sie eine Frau ist! - rief er, und lief weg. Oliver rannte verzweifelt nach ihm her.
Kristin sass allein in dem Wohnzimmer, und versuchte, diese Szene zu deuten. Als alles für sie endlich klar wurde, konnte sie nur lachen. Sie legte sich auf das französische Bett und lachte bitter.

- Olli, Olli, weine nicht, bitte! Bald ist alles vorbei, ich liebe dich, du weisst…
- Ich… ich… ich kann nicht entscheiden. Ich liebe dich und Marc auch. Ich brauche euch…- Kristin nahm Olli auf ihren Schoss, streichelte seine kurzen Haare.
- Ich glaube es nicht. Das ist unnormal! Ein Mann kann auch eine Frau und auch einen Mann nicht lieben! Du musst zwischen uns wählen!
- Bitte, sag es nicht! Ich bin nicht fähig. Ich liebe Marc. Er ist ein wunderbarer Mann, wir haben eine schöne Zeit zusammenverbracht, ich will ihn zurückbekommen! Aber er will mit mir nicht sprechen! Ich werde verrückt!
- Tss, tss und wie hast du dich mit mir gefühlt?? Ich bedeute für dich gar nichts? Nur eine Nacht vielleicht? Eine Nacht, wann du mit einer Dame geschlafen hast?
- Du weisst, dass ich in dich verliebt bin, wie in Marc.
- Marc ist noch ziemlich jung, er findet schnell einen Anderen. Du bist ein bischen älter, als er. Aber du bist mein perfekter Mann!- log Kristin und veruchte, Oliver zu überzeugen. Sie begann aber schon Oliver zu hassen. Er war ein Nebenbuhler und Kristin hat es nicht gemocht, wenn jemand ihre Pläne verhinderte…

Oliver lebte ein doppeltes Leben. Er versuchte Marc zurückzubekommen, und er gab in dieser Zeit Kristin seine männliche Liebe.
An einem Abend klopfte aber jemand an der Tür des Büros, wo Kristin als Werbungsfachmann arbeitete. Die Dame sah überrascht aus, als sie Marc sah.
- Hey, was für eine Überraschung! - sagte sie ironisch - Was möchtest du?
- Lass uns in Ruhe!- rief Marc heftig, aber er zitterte dabei.
- Marc, Marc, Marc…tz…tz…tz… Du denkst es nicht im Ernst, oder? Kannst du einen Mann weiterlieben, der dich mit einer Frau betrogen hat? Ich glaub nicht…
- Vielleicht liebst du ihn deswegen nicht, aber ich ja! Hau ab!
- Wie kannst du ihn immer noch lieben? Er hat dich und mich auch betrogen, und uns belogen - sagte sie sicher und bald setzte sie fort - Das kann man niemandem verzeihen!
- Wenn du ihn richtig lieben würdest, könntest du ihm verzeihen!
- Du hast recht. Ich liebe Oliver nicht. Ich brauchte ihn, um dich zu finden.
- Wie? - wunderte er sich.
- Ich liebe DICH, Marc. Du bist meine einzige Liebe! Als ich Olli kennenlernte, suchte ich in erster Linie dich… und jetzt fand ich dich endlich!
- Quatsch!
- Ich will es dir beweisen… ich habe ein Angebot für dich.
- Was für ein Angebot?
- Du bekommst Olli zurück, wenn du mit mir eine Nacht verbringst…oder zwei..oder drei.. mal sehen!
- Das ist unglaublich, du bist verrückt! Du bist ein Teufel! - schrie Marc ausflippend.- Ich will es nie machen! NIE! Verstehst du mich? - und er verliess nervös das Bürö.
- Olli fährt bald weg! Mal sehen, was du ohne ihn machst! - rief sie ihm hinterher.

Eines Tages packte Oliver seinen Koffer zusammen und verabschiedete sich von Marc.
- Ich brauche Zeit, ich möchte von meinem hektischen Leben weggehen, und über alles nachdenken.
- Ich verstehe dich, ich werde auf dich warten - umarmte Marc Olli warm.
Kristin kam zum Ziel.

Nach ein paar Tagen stürzte Marc ins Kristins Wohnungszimmer.
- Willst du mich?? Willst du wirklich mich, hä?? Dann bin ich hier! Ich gehöre dir!- rief er, und stiess die Dame an die Wand- Willst du mit mir ficken? Dann los!
Er zog den Reissverschluss seiner Hose runter und hielte Kristins Hände nieder. Er hat sie mehrmals wild geküsst. Kristin hat sich Marc und der Begierde überlassen.
- Das ist okay, ich liebe dich, Marc! Sei endlich ein Mann!
Plötzlich hielt der Mann an.
- Was ist los mit mir? Oh, mein Gott, ich bin nicht normal!- liess Marc die Dame los.
- Hey, du hast nicht beendet, was du begannst! Liebe mich! Liebe mich, mein Schatz! - zerrte sie an seinen Mantel herum. Marc geriet in Wut und er griff Kristins Kopf mit voller Kraft seiner Hand und presste verzweifelt ihren Hals mit seinen Fingern. Kristin erstickte fast und konnte sich nicht von dem Mann befreien.
Plötzlich wurde Marc bewußt, was er gerade tat, und er wankte hin und her. Er atmete schwer, seine blonden Haare waren zerzaust. Kristin lag am Boden und hustete stark und weinte fast. Aber Marc beschäftigte sich nicht mehr mit der Frau.
- Olli schrieb MIR - sagte er wie im Rausch. Sein Gesicht war rot wegen der Aufregung.- Er hat niemanden von uns beiden ausgewählt. Er verliess… uns…für immer !!!
Kristin keuchte, sie sass immer noch am Boden. Beide schwiegen lange Zeit.
- Ich mache alles für dich! - schluckte sie und hielt ihren Kopf hoch.
- Wenn du mich geliebt hättest, hättest du mich mit Olli in Liebe und Ruhe gelassen -sagte der Mann gefährlichen Tonfalls und ging weg.
Kristin konnte sich wegen dem Geschehen kaum bewegen. Langsam erhob sie sich mühsam. Aus der Tasche ihres Hausrockes fiel das Paddy-Medallion aus. Sie betrachtete das Bild lange Zeit hasserfüllt.
"Was hast du mit mir gemacht?….Wo bist du jetzt?" - fragte sie sich und seufzte. Plötzlich hörte sie grosses Geschrei. Sie erblickte auf der Strasse einen kleineren Auflauf. Marc hatte sich aus dem Fenster eines Zimmers gestürzt. Kristin fiel in Ohnmacht.


3.

Nach Marc's Tod bekam Kristin einen neuen Job in Köln, bei Kel-Life GMBH. Sie freute sich über die neue Arbeit, sie konnte nicht mehr in dieser Stadt leben, wo Marc gestorben war.
Die Kel-Life Firma beschäftigte sich gerade mit Paddys Soloalbum. Kristin war sehr überrascht, sie hoffte sehr, dass Paddy vielleicht wieder singen wird. Sie war die Designerin, die den Umschlag des Albums plante.
Sie sprach oft mit Patricia und Joey Kelly, die sehr viele verschiedene Verantwortlichkeiten bei ihrer Firma hatten. Sie gewonnen Kristin lieb, und natürlich war sie auch bei der Pressekonferenz und der Vorstellung des Albums eingeladen.
Da lernte sie Paddy kennen, sie unterhielten sich viel und amüsierten sich super zusammen. Als Paddy auf Tour ging, begleitete sie ihn manchmal. Paddy hatte geheiratet, seine Frau Nadine arbeitete im finanziellen Geschäft, so waren sie unter der Tour weit weit weg von einander. Für Kristin war Paddys Frau überhaupt nicht sympatisch, sie hielt sie für eine eingebildete reiche Dame, die Paddy nicht mit vollem Herz liebt. Das konnte sie selbst sehen, als sie Paddy und Nadine an einem Nachmittag besuchte. Viele Abend verbrachte sie gemeinsam mit Patrick, und sie kamen sich eines Tages näher.
Sie waren bis über beide Ohren ineinander verliebt. Sie benahmen sich zusammen so, wie richtige Kinder. Sie lachten viel, machten lustige Sachen miteinander: sie tanzten im Regen, wälzten sich im grünen Gras herum, und Paddy gab Kristin abends eine Serenade. Er stand vor der Wohnung der Dame mit seiner Gitarre und sang ihr romantische Lieder. Dann kletterte er einen Baum hinauf, und er war Romeo, und sprang auf dem Balkon. Kristin schloss auch mit den Fans Freundschaften. Ihre Beziehung war ein offenes Geheimnis, und die Fans feierten sie mit vollem Herz. Kristin redete sehr gern und oft mit ihnen, und ihre
Meinung über die Fans wurde ganz anders, wie es früher war. Die Fans wurden für sie nette Freunde. Sie geben Kristin und Paddy eine Menge Liebe, Geschenke und Unterstützung. Für die Dame wurde es klar, dass sie damals, als sie alle Fans verureilte, sich geirrt hatte.
Nach der Tour ging Paddy zu seiner Frau zurück, aber er gab der Dame sein Herz. Er war richtig verliebt in sie, und wollte seine Frau verlassen- für immer und ewig. Er hätte für seine Geliebte alles getan. Er war schon Kristins Gefangene.
Sie zogen zusammen, und lebten glücklich in ihrer unverletztbaren Welt. Kristin strahlte vor Freude, sie wurde noch hübscher und gesunder, als sie früher war. Sie fühlte sich endlich happy. Sie fand ihre grosse Liebe. Ihr Traum wurde wahr. Paddy gehörte ihr. Sie liebte Paddy leidenschaftlich, sie vergass fast ihre Vergangenheit. Nur nachts hatte sie manchmal Alpträume: sie flog, aber sie hatte Angst vor dem Fliegen. Sie hatte Angst, dass sie herunterfallen wird. Sie hatte in ihren Träumen immer Todangst. Und sie fiel immer runter.
Nach einem Jahr verschwanden aber die Alpträume.
- Oh, Paddy, stell dir vor! Ich…ich… - berichtete sie Paddy. Sie konnte vor Freude kaum sprechen. - Es ist mir gelungen!
- Was, meine liebe Freundin? - lächelte Paddy beim Frühstück.
- Das Fliegen! Ich flog in meinem Traum! Ich flog! Und ich hatte keine Angst davor, ich fiel endlich nicht zu Boden! Danke, Paddy, danke, danke, danke! - küsste sie ihren Freund.
- Was habe ich gemacht?- lachte Paddy weiter.
- Du hast mich geheilt. Du hast mich geheilt. Oh, Paddy! Ich habe gewusst, dass ich nur mit dir froh sein kann. Ich liebe dich! - streichelte sie Paddys Haare und umarmte ihn fest.
- Ich liebe dich auch. Und ich bleibe mit dir ewig! Du bist meine Traumfrau!

Paddys Frau, Nadine hat sich endlich zur Trennung entschlossen. Sie hatte aber gehofft, dass sich nichts ihrem Glück in den Weg stellt. Paddy war für Nadine vielleicht nicht so wichtig, aber diese Beziehung mit Kristin verletzte ihr Selbstgefühl und ihre Eifersucht wurde grösser.
Kristin kam glücklich vom Einkaufen zurück, als sie in dem Postkasten einen Brief von Nadines Rechtsanwalt fand. Sie rannte begeistert in die Wohnung zu Paddy, und fiel ihm um den Hals:
- Du wirst es nicht glauben! Endlich können wir heiraten. Du bist bald frei!!! Nadine will sich von dir scheiden! Yeppiiii!!!! - lachte sie laut. Paddy sass aber unbeweg vor dem Tisch Er hat nicht auf die Nachricht reagiert.
- Was passiert mit dir? Hm?? Hey, Paddy baby, freust du dich nicht darüber? - Kristin erblickte einen Brief in Paddys Hand. - Ach, ich weiss schon. Du hast auch einen Brief von dem Rechtsanwalt bekommen! Du weisst es schon…- versuchte sie rauszufinden, was der Grund ist, dass Paddy schlechte Laune hat. Paddy wollte sprechen, aber sie schnitt ihm die Rede ab- Hey, ich bin ganz blind! Du bist mir immer noch böse wegen dieses Buches… antworte nicht, ich weiss es! Ich war blöd, ich verlor meinen Kopf. Aber dieses Buch bedeutete mir sehr viel! Und diese moderne Buchhandlungen! Boah, da befinden sich hundertausende von Büchern, aber die Verkäufer, anstatt zu suchen, was ich möchte, sagen sofort 'leider können Sie hier dieses Buch nicht kaufen'… ich wurde richtig böse. Troztdem hatte ich recht, dass ich dieses Buch durch diesen frechen Verkäufer suchen liess. Und was für ein Wunder: er hat das Buch gefunden! Nur war er zu faul, es zu suchen!- quatschte Kristin, als sie die verschiedenen Obstsorten, und die verschiedenen Lebensmittel aus ihrer Einkaufstasche auf den Küchentisch auspackte.- Aber du kennst mich schon. Vielleicht war ich ein bischen zu gewalttätig und arrogant. Ich kann es kaum fassen, wenn ich etwas nicht bekomme..
- Hast du schon jemand nicht bekommen? - fragte Paddy. Kristin kam in Verlegenheit.
- Sicher schon… - versuchte sie zu lächeln.
- Warum war dieses Buch so wichtig für dich?
- Ähm… weil…weil ich früher ein Theaterstück sah, es gefiel mir sehr gut. Ich will es auch lesen…
- Ein Theaterstück? Wer spielte die Hauptrolle? Marc Dechsler?
Kristin liess aus ihrer Hand die Orange fallen. Als hätte sie einen Geist gesehen, so schaute sie Paddy an.
- Kristin. Wir… wir können nicht heiraten.
- Wie?- wunderte sich die Dame - Okay, wenn du nicht möchtest, es ist keine Verpflichtung, Joey und Tanja heirateten auch nicht… - lenkte sie ab.
- Bitte, Kristin, lass mich sprechen. Das ist für mich sehr schwierig…
- Paddy…
- Ich habe vorige Woche diesen Brief bekommen.
- Und? Was geht mich das an? Du benimmst dich so geheimnisvoll. Du erschreckst mich…
- Diesen Brief hat Oliver Schneider geschrieben…
Kristin wurde blass vor Schreck.
- Wer?
- Bitte, tue nicht so, als würdest du nicht wissen, über wen ich spreche! Hier ist der Brief, lies und weine!
Kristin nahm das Papier in ihre zitterne Hand. Sie las laut den Brief:
- "Geehrter Herr Kelly! Mein Name ist Oliver Schneider. Sie kennen mich sicher nicht. Ich möchte mich deshalb vorstellen: ich war früher der Geliebte Ihrer heutigen Freundin Kristin. Ich muss aus Pflichtgefühl Ihnen meine Beziehung mit Kristin erzählen…"- Kristins Augen waren voll von Tränen. Sie konnte den Brief nicht weiterlesen. Sie kannte die Fortsetzung. Nach dem Schock las sie weiter.
- "… Ich bin nicht böse auf Kristin. Ich trage die Schuld. Ich habe geglaubt, dass sie mich wirklich liebt. Ich kannte die Liebe einer Frau nicht. Ich habe geglaubt, dass Kristins Liebe wahr ist. Ich war so blöd! Aber sie verzauberte mich, mit Bann und Zauber! Ich habe vorher noch nie so ähnliches gespürt… Ich will Ihre Beziehung mit Kristin nicht zugrunde richten. Diese Dame kann so heftig lieben, dass man den Verstand verliert und man dadurch nur noch mehr Probleme hat "
- Paddy… das ist alles nur Lügen! Glaub mir…
- Bemüh dich nicht, Kristin. Letzte Woche fuhr ich nicht zu meiner Schwester Barby, sondern nach England…zu Oliver. - Kristin sank verzweifelt auf den Stuhl neben Patrick nieder.
- Hast du ihn geliebt? - fragte Paddy mit starker Stimme. Kristin schwieg.
- Ich… - sie atmete tief- ich glaube, ich habe Marc geliebt, ja.
- Und Oliver?
- Nein. Er war mein bester Freund. Ich habe ihn belogen. Ich liebte ihn nicht. - Ihr Gesicht war ermattet. Sie wurde in diesem Moment immer älter und älter.
- Und die Anderen?
Kristin schüttelte ihren Kopf.
- Du kannst es dir nicht vorstellen! - zog sie gegen ihn los- Ich habe dich geliebt, mit echter Liebe! Ja, ich war dein Fan. Fan!! Schlechtes Wort, ich hasse es. Ich… als ich aber erfuhr, was diese fanatischen Mädchen mit dir machen, ich hörte auf Fan von dir zu sein. Ich wollte nicht in einen "Traum" verliebt sein, sondern in einen wahren Mann! Ich konnte es kaum fassen, dass ich mich mit Tausenden dich teilen muss. Deshalb ging ich nie in deine Nähe. Ich sass zu Hause, und guckte ständig die Videos, während ich mich mehr und mehr in dich verliebte. Und diese Liebe war schon fast tödlich. Ich spürte sie in meinem ganzen Körper, in meine Venen, in meinem Blut.
- Hör auf! Ich kann es nicht weiterhören! - schrie Paddy ausser sich und hielt seine Ohren zu. - Ich will dich nicht hören! Du bist schlimmer, als die Fans, die vor unserem Schloss und vor unseren Wohnungen sassen, und immer kreischten und …und…
- Das wirst du nie verstehen. Du warst nie ein Fan! Die Menschen….die Menschen haben nur über mich gelacht! 'oh, meine Güte, die Arme, sie ist ein Fan einer beschissenen Band!'sagten sie immer ironisch. -schrie Kristin bitter.
- Du bist krank!… es ekelt mich vor dir !!!
- Ich habe alles nur für dich gemacht! Nur für dich! Ich… ich erinnere mich immer noch klar an diese Nächte mit den anderen Männer… ich spüre manchmal immer noch den Geruch ihres Deodorants! Ich musste mich stundenlang duschen, so konnte ich mich von diesen Gerüchen frei machen. Frei werden? Ich spüre ihn immer noch… Diese Gerüche durchtränkten meine Haut für immer. - sie schauerte davor- Sie sagten mir, dass sie mich lieben. Sie wollten nur meinen Körper besitzen, jede Nacht… jede Nacht… jede verdammte Nacht! - weinte Kristin. -Aber Oliver war anders, als die anderen Schweine. Er behandelte mich, als eine Frau. Ich war wirklich die einzige Dame in seinem Leben. Olli und Marc waren so edel. Sie liebten einander so sehr… mich liebte kein Mann so, wie diese Beiden einander. Ich habe es verdorben. Ich habe Marc mit meiner Liebe getötet! Als Marc gestorben war, ich fühlte mich so, als wäre ich kein Mensch, keine Frau mehr. Ich habe geglaubt, dass ich von dem Kummer sterben werde. Dann bist du gekommen. Ich wollte dich kennenlernen, weil ich wusste, dass wir zusammengehören, ich wusste es!
- Du lügst! Verstehst du mich nicht? Alles ist vorbei! Ich gehe zur Nadine zurück.
Kristin bekam kaum Luft, die Welt drehte sich um sie.
- Du darfst mich nicht verlassen! Ich lebe für dich! Vergessen wir die Vergangenheit, kennst du die Verzeihung nicht?? Ich versuche alles gut zu machen, ich liebe dich Paddy! Wir werden glücklich, wie damals! Verlass mich nicht, bitte! - fiel sie weinend in die Knie.
Paddy liess sich nicht beeindrucken. Sein Gesicht zuckte von dem Schmerz.
- Steh auf, Kristin, bitte. Du überlebtest Marc's Tod, du wirst auch diese Trennung überleben. Ich verzeihe dir.
- Du verzeihst mir - flüsterte sie.- Wenn du jemand wirklich liebst, du kannst verzeihen. Oh, Marc, verzeih mir!
- Wie konntest du Marc und mich so lieben? Und warum?
- Marc und ich waren einheitlich, gleichdenkend. Du und ich waren gegenteilig.
- Woher hast du es gewusst, wenn du uns nicht kanntest? Das war nur deine Phantasie!!
- Nein, nein. Du würdest es nicht denken: ihr habt über eure Persönlichkeit so viel verraten, so viel. Ich kannte euch!
- Sowas gibts nicht! Wir waren nur Ideale und Wunschbilder! Kristin, unsere Beziehung war ärgerlich perfekt! Du lebst in einer Traumwelt, wo alles schön und gut ist. Du hast mich immer gelobt, und hast mich verwöhnt. Oh, mein Gott: ich habe fast geglaubt, dass wir ein perfecktes Paar sind… Niemand durfte diese Welt verletzen! Kristin, so kann man nicht leben!
- Doch! Paddy, ich bin nur in meiner Traumwelt! Von der Realität bekam ich nur Ohrfeigen und Unglück. Wenn ich in dieser Traumwelt bin, bin ich happy! Das ist mein Leben. Nach dem Schluss der Kelly Family blieb ich zwischen dem Traum und der Realität stecken. Ich musste wählen. Aber ich fühlte mich in der Realität so scheisse… dann kam Marc. Und ich habe mich entschieden…
Sie schwiegen ein bischen. Kristins Augen baten Paddy für das Verbleiben.
"Ich muss stark sein. Diese Dame passt nicht zu mir… oh, wie schön ist sie! Aber sie ist krank, sehr krank. Und ich kann ihr nicht helfen. Ich muss stark sein. Noch ein paar Tritte und ich erreiche die Tür." Und Patrick ging weg.
- Du bist nicht stark, du bist feige!- rief sie ihm nach, als hätte sie in seinen Gedanken gelesen. Aber ihr Schrei wurde ein leises Gestöhne.
Kristins Tränen flossen reichlich. Ihr Zustand war aussichtlos.
"Ich kann noch einen Abschied nicht verkraften …" Sie nahm eine ganze Schachtel Medikamente ein, legte sich aufs Bett und fiel in tiefen, ewigen Schlaf.

"Das Leben ist so merkwürdig."-seufzte Paddy, als er durch die Strasse ging-" Die Menschen ringen mit Liebe und Hass. Hm, wie der Fluss. Einige lieben, die Anderen hassen. Und einmal verschmelzt die Liebe und der Hass, und man kann schon nicht entscheiden, was er möchte. Man versucht jemanden zu lieben, und man versucht jemanden zu hassen. Aber es gelingt ihm nicht. Nennt man das die Leidenschaft? Die Leidenschaft, die in uns ein Unglück anrichtet. Unglück? Warum fühlen wir denn uns so glücklich in der Leidenschaft? Weiss es überhaupt nicht. Wie kann man jemanden ohne Grenzen lieben. War ich vielleicht noch nie verliebt? Kristin, Kristin. Ich habe sie geliebt. Warum verliess ich sie denn? ? Ich denke nach und denke nach, aber ich finde den Antwort nicht. Sie hat mir gezeigt, wie unglücklich ich mit Nadine war…
Ich gehe nur zum Ufer des Rheines und sehe die Menschen. Sie sind voll von Vorurteilen. Sie höhnen einen, wenn jemand sich anders benimmt. Egal, wie. Egal, wo sie sind: in Albanien, in England, und was sie machen: Prostitution, oder Journalistik. Sie sind katholisch oder jüdisch, sie mögen die Männer oder die Frauen. Wenn jemand unbedingt anders sein will, dann ist er darauf stolz, er will in der Masse nicht verschmelzen. Aber die Leute sind in der Masse mehr, als sie, die anders sind. Die "anders" Leute kämpfen und kämpfen gegen die Masse, aber es war ihr Verderben. Sie wurden später auch solche Menschen, wie sie, die in der Masse sind. Denn es ist soviel einfacher ein Teil der Masse zu sein. Dabei gehen die Träume verloren und das eigene "Ich" bleibt auf der Strecke.
Ich sehe immer nur den Streit, die Schadenfreude, den Tadel, den Krieg. Aber wenn ich in die Augen eines Kindes sehe, erfahre ich den Frieden, das Glück und die Liebe. Hm. Wo das Dunkel ist, da ist das Licht. So müssen wir leben. Und wo die zwei Teile des Flusses zusammenfliessen, da ist der Horizont. Im Horizont können wir uns endlich erholen. Dort können wir unsere Vorurteile ausziehen. Hm… leider erreichte noch niemand den Horizont. Wäre es das Verhängnis der Menschen?"- stellte Paddy die poetische Frage und spazierte bis früh am Morgen am Ufer des Rheines. Und ging, ging... ganz..... ganz in der Nähe des Horizontes.


(Mit dieser Story möchte ich niemand verletzen, besonders nicht die Fans! Das ist nur eine "Geschichte", und ich hoffe, niemand nimmt sie zu persönlich. Meine Worte sprechen zu den, den sie berührt. -- Hope)


© Hope (Danke!)


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Last update: 08/05/2001

(Online since: 08/05/2001)


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