Long time ago with mom

by Heidi   Kelly.Streetlife@t-online.de

 

"Wo bleibt sie denn? Ich habe ihr doch gesagt, dass wir gleich zu Abend essen wollen.", meinte Kathy. "Ich schau mal wo sie bleibt.", erwidert Patricia und steht vom Tisch auf. Ihre Schritte bewegen sich schnell die Treppe des großen Schlosses hoch, hin zu Barby’s Türe. Leise klopfte sie und öffnete die Türe einen Spalt. "Barby?" "Ja, was ist denn?" "Wir wollen zu Abend essen. Kommst du?" "Natürlich. Entschuldige bitte, aber ich war hier so in meine Arbeit vertieft. Ich wasche mir nur noch schnell die Hände." Barby öffnete die Türe und ging an ihrer großen Schwester vorbei ins Badezimmer. Ein paar Farbspritzer an Barbys rechter Hand hatte verraten, dass sie wohl wieder gezeichnet hatte. Patricia war schon ein bisschen neugierig, was ihre kleine Schwester da wieder gezaubert hatte. Schnell betrat sie ihr Zimmer um nur einen kleinen Blick zu tun. Mitten im Raum stand die Staffelei und darauf ein Bild. Patricia stellte sich davor um es genau in Augenschein zu nehmen. Das Bild zeigte eine lächelnde Frau auf einer grünen Wiese und um sie herum waren 10 Kinder zu sehen. Mutter......, ging es durch Patricias Gedanken. Ein bisschen schwelgte sie in alten Erinnerungen, als das Bild auf einmal zu glühen begann. "Was zum......" Patricia tat einen Schritt zurück. Das Glühen wurde immer stärker und erhellte bald das ganze Zimmer. Auf einmal tat es einen Sog und zog Patricia hinein.

Jemand rüttelte sie an der Schulter. "Junge Frau, wachen Sie doch auf.", sprach eine sanfte Stimme. Patricia öffnete ihre Augen. "Was ist passiert? Wo bin ich?" "Geht es ihnen nicht gut?" Wieder diese Stimme, die ihr irgendwie bekannt vorkam. Patricia blickte um sich. Sie lag auf einer grünen Wiese und um sie herum standen 10 Kinder, die sie anstarrten. "Wer ist das, Mama?", quäkte ein kleiner Knirps, der sich im Rockzipfel einer jungen Frau mit dunklen Haaren verbarg. Diese Frau.... sie sah aus wie Kathy. Patricia wendete ihren Kopf nun in die Richtung aus der die Stimme gekommen war. Sie blickte in das Gesicht einer Frau, die sie freundlich anlächelte. "Mama?"

© Magic Fairy


... Erstaunt blickte die Frau Patricia an.
"Aber nein, meine Liebe, ich bin nicht ihre Mutter!"
Doch dann erstarrte sie in ihrer Bewegung.
"Patricia, bist du es? Kann dass sein? Du warst schon so lange weg!"
Tränen stiegen der Frau in die Augen, während sie auf die Knie sank und Patricia in ihre Arme schloß.
Beide weinten, auch die dunkelhaarige Frau weinte, als sie Patricia erkannte.
Langsam richtete sich die ältere Frau auf und zog Patricia mit sich hoch.
"Kathy, schau doch, unsere Trisha ist wieder bei uns!", strahlte ihre Mutter während sie Patricia die Hände auf die Wangen legte.
Kathy konnte nichts sagen, die Tränen liefen ihr einfach über das Gesicht.
Ihr kleiner Sean nahm sie in den Arm und versuchte sie zu trösten.
"Mama", brachte Patricia schließlich hervor, "Ich bin so glücklich, dich nach so langer Zeit, endlich wiederzusehen!"
"Ich weiß mein Kind!", entgegnete Barbara, "lass uns ins Haus gehen, Papa ist leider nicht da, er besucht deinen Onkel Jim in Amerika, aber deine Geschwister werden sich bestimmt freuen, dich wiederzusehen! Kathy und John haben vor einigen Jahren geheiratet, Beide haben auch Kinder !Und wie ist es mit dir, wie geht es dir, was hast du in den letzten 4 Jahren gemacht, warum hast du nie geschrieben?"
Patricia wußte nicht so recht, was sie antworten sollte.
Sie konnte ja nicht einfach sagen > Mama, ich bin mit jetzt ein berühmter Star in Europa, jeder kennt mich, und dass nur, weil du vor 14 Jahren gestorben bist und "Keep on singing" deine letzten Worte waren<.
Also antwortete sie erst einmal nur mit einem knappen >es geht mir gut<, nicht zuletzt, weil sie erst einmal herausfinden mußte, wo sie war, wie sie hierher kam und was das alles zu bedeuten hatte.

. . .

Patricia stellte fest, daß ihre Familie hier in einem schönen großen Haus lebte, mit einem schönen großen Garten.
Nun saß sie mit ihrer Mutter, Kathy ihrem Mann Maximillian und ihren Kindern Sean, Beth und Baby Babsi, auch John war mit seiner Frau Anna, einer Österreicherin, und seinem Sohn Danny, der gerade 15 Monate alt war, anwesend sonst waren noch Joey, Jimmy, Paddy, Maite, Angelo und die jüngsten Geschwister Rose, Lilly und Tony im großen Wohnzimmer des Hauses.
Eigentlich, da Patricia in dieser Zeit nur 4 Jahre nicht bei ihrer Familie gewesen war, müßte sie ihre drei jüngsten Geschwister und ihre älteste Nichte Beth kennen, doch dass tat sie ja nicht.
Patricia sah sich die jüngsten der Geschwister genau an.
Rose Maria wurde 1983 geboren, José Antonio 1986 und die jüngste, Angelika Maria erblickte 1988 das Licht der Welt, wo wußte Patricia allerdings noch nicht.
Fragen konnte sie auch nicht stellen, dass würde zu sehr auffallen und noch etwas war ihr sehr merkwürdig, in dieser Zeit war Kathy nicht mit Vincent verheiratet.
Langsam zweifelte Patricia an ihrem Verstand, nicht hier entsprach der Wirklichkeit, Nichts war wie ihr zu Hause und trotz der beruhigenden Aura ihrer Mutter, die neben ihr saß und ihre Hand hielt begann sie zu frösteln.
Patricia wurden viele Fragen gestellt, wo sie war, was sie machte, ob sie einen Freund hatte, warum sie weg war, warum sie sich nie meldete,... , sie kam sich wirklich, wie in einem albernem Interview mit einem Bildreporter vor, doch sie konnte es diesen Leuten nicht verübeln, schließlich hörten sie lange nichts von ihr.
Geschickt antwortete Patricia, den ihr gestellten Fragen, überspielte geschickt ihr Unwissen über die letzten Jahre, in der sie , angeblich hier gewesen sei, bevor sie eines Tages einfach verschwand, wich aber trotzdem nie ganz der Wahrheit aus.
Sie erzählte aus ihrem Leben, mied aber zu erwähnen, dass sie sehr bekannt war, sie wußte ja nicht welche Auswirkungen ihre Vergangenheit auf diese Zeit machen würde.
Nach einiger Zeit fiel Patricia auf, dass Barby nicht anwesend war, doch bevor sie fragen konnte öffnete sie die Tür und kam lächelnd auf sie zu, in der Hand hielt sie ein Bild, vermutlich hatte sie es gerade erst gemalt.
Barby nahm Patricia ohne ein Wort zu sagen in die Arme, dann gab sie ihr das Bild.
Es zeigte Eine Frau umringt von 10 Kindern, es sah genauso aus, wie das Bild ihrer echten Schwester in Gymnich.
Ohne etwas zu sagen setzte sich Barby auf die Lehne der großen Couch neben Jimmy, der gerade von seinem Aufgabenbereich, als Manager der Band erzählte.
Kathy informierte Patricia, dass nur noch sie selbst , Barby, Joey, Jim, Patrick, Maite, Rose und Lilly als Band auftraten, dass sie ihre eigenen Songs schreiben und mit den Jahren rockiger geworden wären, den großen Durchbruch wollten sie mit ihrer nächsten Platte schaffen.
Patricia freute sich und erzählte, dass sie nie mit der Musik aufgehört habe und noch heute Lieder schreibt.
Ihre Mutter Barbara freute sich das zu hören und fragte:
"Möchtest du wieder mit deinen Geschwistern auftreten, es würde dir sicher viel Spaß machen?"
"Natürlich!", freute sich Patricia.
"Wann gebt ihr denn euer nächstes Konzert?"
"Morgen um fünfzehn Uhr, in Trier.", antwortete Joey, wie aus der Pistole geschossen.
"Das ist aber ne ganze Ecke von hier aus Bad Grund (Harz) nach Trier!", stellte Angelo fest.
"Dann heißt es morgen früh aufstehen und heute abend früh ins Bett!", lächelte Barbara ihren Sohn an.
"Mama", unterbrach Kathy sie, "Es ist bereits halb 10, wir sollten als spätestens um 10 im Bett sein, damit wir morgen früh los können!"
"Du hast recht, Liebes! Also, wer noch hunger hat, macht sich bitte jetzt etwas!", riet Barbara ihrer Familie und wandte sich dann an Patricia.
"Wenn du keinen hunger hast, zeige ich dir jetzt dein Zimmer, ich habe es nach deinem Geschmack eingerichtet, weil ich wußte, dass du wieder zu uns zurückkommen würdest!"
Patricia lächelte, erhob sich mit Barbara zusammen und folgte ihr in das Zimmer, in dem sie schlafen sollte.

. . .

"Ich hoffe die gefällt das Zimmer!", sagte Barbara, während sie die Lampe im Zimmer anschaltete.
"Es ist wunderschön!", entgegnete Patricia und schloß ihre Mutter in die Arme.
"Ich werde jetzt Rose, José und Lilly ins Bett bringen, auch wenn sie nicht mehr so klein sind, ich kann’s eben nicht lassen!", lachte Barbara, wünschte ihrer Tochter noch eine gute Nacht und verließ das Zimmer.
Neugierig sah Patricia sich in ihrem Zimmer um, dann öffnete sie die Tür zum Balkon und trat hinaus.
Eine kühle Brise wehte ihr entgegen und Patricia entschloß sich doch lieber wieder hinein zu gehen.
Sie nahm ein Buch aus dem großen Bücherregal und setzte sich in einen blauen Sessel.
Bald wurde es still im Haus und Patricia sah auf die Uhr.
Es schlug gerade Mitternacht, als es an der Tür klopfte.
"Herein!", bat Patricia.
Die Tür öffnete sich und Barby trat herein.
Lächelnd ging sie auf Patricia zu und setzte sich in den 2. Sessel.
"Du hast also auch hergefunden, Schwesterherz! Es ist wie in einem Traum, nicht wahr? ", stellte Barby fest.
"Wie, hergefunden?", fragte Patricia, völlig verdutzt.
"Woher weißt du eigentlich, dass ich nicht von hier komme?"
Barby lächelte immer noch.
"Na, glaubst du etwa, ich kenne meine eigene Schwester nicht?", entgegnete sie.
"Doch schon, aber... ."
Weiter kam Patricia nicht.
"Nun sei mal nicht so perplex! Ich bin deine Barby, kannst es mir ruhig glauben!", beruhigte Barby Patricia.
Diese wußte jetzt allerdings gar nicht mehr, was sie glauben sollte und saß einfach nur mit offenem Mund da.
Barby stand auf, ging zum Sessel ihrer Schwester herüber, setzte sich auf die Lehne und nahm ihre Hand.
"Jetzt sei mal ganz ruhig! Wir befinden uns in einem Paralelluniversum (Star Trek läßt grüßen*g*)! Hier lebt unsere Mama noch, sie bekam nie Krebs, wir haben noch 3 Geschwister und hier sind wir immer noch Straßenmusiker!"
Langsam kam Patricias Stimme zurück.
"Aber wie kamen wir hierher, weiß Mutter das Wir nicht wir sind, wie kommen wir wieder zurück?"
"Du bist durch mein Bild, zu Hause, in Gymnich hierher gelangt, ich bin dir gefolgt.
Schon seit einigen Jahren komme ich ab und zu hierher, immer, wenn es mir besonders schlecht geht!"
"Du hast also das Bild gar nicht vorhin gemalt?"; fragte Patricia.
"Nein, ich habe es auf die Staffelei gestellt, weil ich wußte dass du es dir ansehen wirst, wenn du mich zum essen holst, und da es dir so schlecht ging, wollte ich dass du mein Geheimnis mit mir teilst, damit es dir besser geht!"
"Du bist so lieb!", flüsterte Patricia und nahm ihre kleine Schwester in die Arme.
"Ist schon gut, aber wir müssen morgen Mittag bereits zurück!", erklärte Barby.
"Ja?", Patricia sah sie traurig an.
"Wir sind nicht nur hier, damit es uns besser geht, wir sind hier um zu verhindern, dass unsere Geschwister morgen nach Trier fahren!"
"Aber warum denn, es geschieht ihnen doch nichts, oder!?"
"Wenn wir morgen fahren, werden sie in einen schweren Unfall verwickelt, bei dem Jim, Maite, José und Rose ums Leben kommen werden!", erklärte Barby.
"Aber woher weißt du das?", fragte Patricia ängstlich.
"Wir können uns die Zeit, über das Bild zu Hause, aussuchen, wann wir hier herkommen wollen.
Also können wir, mit Hilfe des Bildes, das gesamte Leben unserer Familie, hier, anschauen, deshalb weiß ich auch, was morgen geschehen wird!"
"Barby, um Himmels Willen, dann müssen wir sofort etwas unternehmen! Wir müssen zu Mutter und es ihr sagen!"
"Nein, dass geht nicht! Wenn unsere Familie, in diesem Universum, herausfindet, dass wir nicht wirklich zu ihnen gehören, wird das die Zeitschleifen sprengen und beide Universen, diese hier und unsere zu Hause, werden in eine katapultiert ! Nicht wäre mehr so, wie es war, wir würden aufhören zu existieren, im schlimmsten Falle!!!"
Während Barby ihrer Schwester alles erklärte sprang sie von der Sessellehne auf und begann mit Händen und Füßen zu reden.
"Jetzt beruhige dich!", Patricia stand auf und strich ihrer Schwester liebevoll übers Haar. "Ich weiß schon, was mir machen!"
"Was, hast du vor!", wollte Barby wissen.
"Du weißt doch noch, dass Joey uns mal erzählt hatte, da waren wir noch klein, dass er einem Mann in Pamplona Zucker in den Tank geschüttet hat, weil er ihn nicht leiden konnte."
"Ja, und das soll uns helfen?"
"Natürlich, wenn man Zucker in den Tank gibt streikt der Motor, aber das weißt du doch!".
Patricia lächelte Barby an.
"Gut dann lass uns mal machen, der Bus steht hinterm Haus!", stimmte Barby Patricias Plan zu.

. . .

"So eine scheiße, der Bus springt nicht an!", fluchte Joey, als er um kurz vor neun in die Küche kam.
"Aber warum denn das?", fragte Kathy.
"Irgendein Idiot hat Zucker in den Tank getan!", fauchte Joey.
"Nanana, benimm dich, setz dich hin und iss was!", tadelte ihn seine Mutter.
"Dann werden wir uns einem Kleinbus mieten müssen!", warf Patrick ein.
"Du bist gut! Heute ist Sonntag, du glaubst doch wohl selber nicht, dass dir heute irgendwer ein Auto vermietet!", entgegnete Angelo.
"Dann müssen wir das Konzert in Trier wohl absagen!", schlug scheinheilig Barby vor.
"Sieht so aus!", stimmte Jimmy ihr zu und ging ins Wohnzimmer um zu telefonieren.
"Dann spielen wir heute eben an der Tropfsteinhöhle, wie wär’s!?, schlug Maite vor.
"Hey, gute Idee! Also holt eure Instrumente, wir gehen gleich los!", pflichtete ihre Mutter bei.
"Patricia, ich habe noch deine selbstgemachte Trommel in meinem Zimmer!"
"Wirklich!", strahlte Patricia.
"Das ist aber schön!"

. . .

Um halb elf kamen die Kellys an der Iberger Tropfsteinhöhle an und begannen sofort mit ihrem unplugged Konzert.
Viele Songs kannte Patricia gar nicht, aber das verübelten ihr ihre Geschwister nicht.
Als Kathy meinte Patricia solle doch auch einmal ein paar ihrer Lieder singen.
Nachdem sie sich an "The Rose" und "au soco dita" gesanglich beteiligt hatte, hatte Kathy bemerkt ,dass ihre Schwester eine unvergleichlich schöne Stimme hat, Patricia sag ihre Lieder "First Time", "life" und "It´s okay now".
Danach ging das Konzert normal weiter und sogar Barby tanzte ausgelassen über den Schotterweg.
Um kurz vor zwölf ging José mit dem Hut durch die Zuschauer, da die Sonne schien, besuchten viele Touristen die Höhle, dann verabschiedeten sich die Kellys und setzten sich auf ein kleines Grasfleckchen, wo sie Mittagessen wollten.
"Mama, ich möchte mit Patricia etwas spazieren gehen, ist das in Ordnung?", fragte Barby nachdem sie ihr Brötchen gegessen hatte.
"natürlich, Liebes, geht nur!", strahlte Barbara sie an. "Bleibt aber nicht zu lange weg, wir wollen in dreissig Minuten wieder spielen!"
"Ist gut Mama!", rief Barby ihr zu.
Barby ging mit Patricia zu einem Wäldchen, von woraus sie ihre Familie beobachten konnten.
"So, dass wäre geschaffte!", meinte Barby und seufzte erleichtert.
"Jetzt wird ihnen nichts mehr geschehen!"
"Ja, du hast recht! Werden wir Mama je wiedersehen?", fragte Patricia mit tränenerstickter Stimme.
"Natürlich!", Barby nahm ihre Schwester in den Arm.
"Und wenn nicht hier, dann in einer anderen Welt! Jetzt komm, gehen wir nach Hause!"
Beide gingen noch ein Stück in das Wäldchen hinein, bevor sich wieder der Nebel, der Beide hierher brachte, umschloß um sie nach Hause zu bringen.


Text © by Heidi/ 21st-26th October 2000


© Heidi (Total schön!)


Bar Letter

Last update: 22/11/2000

(Online since: 22/11/2000)


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