Another World
(Kapitel 1)

by Bastet   silvia@marcotec.de

 

1. Das Konzert

"Juana kommst du endlich?" Maria schaut in den Spiegel, oh wie sie diesen Namen hasste Juana Maria Patricia, dreimal konnte sie raten nach wem sie benannt war, wie sie ihr Leben hasste, Anna kommt in das Bad gestürmt "Juana" "ich heiße Maria, ist das klar" Anna zuckt zusammen, Maria hatte ziemlich laut gesprochen "tschuldige, aber du weißt, dass ich den Namen nicht mag" "ja, aber kommst du endlich Mama wartet schon und wenn du weiter so trödelst, dann kommen wir mit Sicherheit nicht in die erste Absperrung"
Maria seufzt, sie wollte überhaupt nicht in die Absperrung, sie wollte nicht mal auf dieses dämliche Konzert, viel lieber wäre sie im Hotel geblieben, aber ihre Mutter würde wahrscheinlich wieder wochenlang nicht mit ihr reden, wenn sie sich weigern würde mitzukommen. Oh wie sie ihr Leben manchmal hasste, seid sie denken konnte hatte sie ihre Mutter auf Konzerte dieser Kelly Family gezogen. Als Kind fand sie das toll, aber jetzt mit 16 war es ihr einfach zu viel. Sie verstand nicht, was die anderen so toll an dieser Familie fanden, sie hasste sie regelrecht. Jedes mal wenn sie etwas verbockt hatte oder etwas nicht tun wollte bekam sie zu hören, dass die Kelly Kinder ganz anderes mitmachen mussten und sie sollte sich doch ein Beispiel an ihnen nehmen.
Ihr blick fällt auf eine Schere, sie nimmt sie und ist versucht ihre Haare abzuschneiden, aber dann schüttelt sie den Kopf, das einzige was sie damit erreichen würde, wäre ihre Mutter wütend zu machen, außerdem waren sie wirklich schön. Anna schaut sie erschrocken an, ihre kleine Halbschwester war im Gegensatz zu ihr total begeistert, aber das lag vielleicht auch daran, dass sie erst 6 Jahre war und ziemlich an ihrer Mutter hing.
"Ju..., Maria nicht deine schönen Haare" Annas Haare waren auch ziemlich lang, aber ihre gingen ihr über den Hintern und wenn sie einen Zopf machte, dann hatte er dein Durchmesser ihres Handgelenks, da konnte Anna nicht mithalten. Sie lächelt die kleine an "nein, meine Haare bleiben dran!"
Marias Mutter war gerade mal 17 Jahre als sie zur Welt kam, wer ihr Vater war hatte sie ihr bis heute verschwiegen, als sie 9 war hatte sie dann Jochen geheiratet und ein Jahr später kam Anna auf die Welt. Am Anfang wollte sie jeden Tag mindestens einmal ausreißen, 9 Jahre lang hatte sie ihre Mutter für sich und auf einmal waren nur noch Jochen und Anna wichtig, aber mittlerweile hatte sie sich damit abgefunden zweite Geige zu spielen und Jochen war gar nicht so übel, wahrscheinlich mochte er sie sogar, aber sie konnte sich einfach nicht mit ihm anfreunden, auch wenn er es immer wieder versuchte, er tat ihr sogar den Gefallen und nannte sie Maria.
Sie seufzt "na komm lass uns gehen" ihre Mutter schaut sie schon vorwurfsvoll an "wo bleibst du denn so lange" Maria schüttelt den Kopf, wie konnte man sich in dem Alter nur so aufführen! Manchmal hatte sie das Gefühl ihre Mutter war ein Teenager und nicht sie. Maria beschließt, dass es besser ist nichts zu sagen, sie wollte nicht schon wieder streiten. Sie schaut auf die Uhr es war halb sechs Uhr morgens und andere weniger verrückte lagen jetzt noch in ihrem Bett und schliefen, die hatten es alle gut, die konnten ihre Ferien so verbringen, wie sie es wollten. Maria seufzt und steigt in das Auto ein.

Anna und ihre Mutter sind ziemlich aufgeregt und sie bekommen noch ziemlich niedrige Nummern, Maria schaut auf ihre Hand, wo einer vom Nummernteam eine 57 drauf geschrieben hatte, sie blickt sich um, es wimmelte schon von Mädchen in ihrem Alter. Sie verstand es einfach nicht, sie würde nie freiwillig auf die Idee kommen vor einer Bühne zu übernachten. Aber vielleicht lag das daran, dass diese Mädchen nicht dazu gezwungen wurden wie sie. Freudig begrüßt ihre Mutter eine ihrer Freundinnen, Maria verdreht die Augen, Lisa ihre Tochter, war genauso alt wie sie und fand Paaaaadiiiiie ja so toll.
Maria konnte sie nicht leiden, überhaupt fand sie so ziemlich alle Kellyfans abartig. Sie hasste diese Menschenmassen, die immer nach vorne drängten, eigentlich war sie ganz froh, dass sie eigentlich immer in der ersten Absperrung standen, da konnte sie wenigstens nach Hinten gehen und wurde nicht erdrückt.
Sie setzt sich auf den Boden und schaltet ihren Diskmann, auf einmal tippt sie jemand an "was hörst du da?" Maria dreht sich um und natürlich es musste ja Lisa sein, wahrscheinlich hatte ihre Mutter ihr gesagt, dass sie sich etwas um sie kümmern sollte. "Peer Gynt" "wer ist das denn?" Maria seufzt, Lisa hatte keine Ahnung "Per Gynt ist eine Oper von Edvard Grieg" "und wer ist das?" "ein Komponist" "Noch nie gehört" "das denke ich mir, der ist schon gestorben aber Morgenstimmung kennst du bestimmt" "ne, sagt mir nix" Maria lässt sie die ersten paar Takte hören "ach das ist doch irgend eine Werbung, Bier oder so" Maria nickt traurig. "Mineralwasser"
Sie setzt sich die Kopfhörer wieder auf und beginnt zu schreiben, sie hatte vor einem halben Jahr auf einem Konzert damit angefangen und seid dem schrieb sie daran immer um die Zeit zu überbrücken. Lisa schaut ihr interessiert zu "was ist das?" "Papier" "ja, sehe ich auch" Lisa lies sich nicht so schnell abwimmeln "und was für Papier" "eine Geschichte!" "echt darf ich mal lesen?" "Nein" Lisa zuckt mit den schultern, Maria war und blieb eine unfreundliche Nuss, sie ging wieder zurück zu ihren Freundinnen und Maria denkt sich nur, ja diskutier nur über deinen Paddy, dieses Geschwätz war einfach nicht zum aushalten, hatten die keine anderen Probleme, ob Angelo und Kira nun streiten oder ob Paddy in Irland, Spanien oder weiß der Geier wo war. Manchmal hatte sie echt das Gefühl sie war in eine Horde schnatternde Gänse geraten. Sie war ja heilfroh, dass die Kellys jetzt eine Pause machen würden, noch zwei Konzerte und dann hätte sie es hoffentlich für eine lange Zeit geschafft.
Maria schaut auf die Uhr, es war mittlerweile irgendwie zehn geworden, auf dem Platz vor dem Eingang ist schon die Hölle los, überall laufen sie herum und wollen Fotos verkaufen, Gott war das Ätzend, die hatten echt kein Respekt vor der Privatsphäre anderer Menschen, schon wieder kommt eine zu ihr her "magst du Fotos, sind von Trullas Wohnung" "ne danke, behalt diesen Schwachsinn für dich" sie schaut das Mädchen giftig an und steht auf, sie hielt es hier keine zehn Minuten länger aus. Sie behaupteten immer, dass sie ihre Stars liebten und doch behandelten sie, sie als ob sie Affen im Zoo wären.
Sie selber war ein wahnsinniger Pur Fan und hatte die Band sogar schon mal getroffen und das war einfach toll, sie hatten Witze gerissen und Fotos gemacht, es war einfach schön, auch auf den Konzerten waren die Fans ganz anders. Maria war nicht sehr groß und einmal stand ein Riese vor ihr und als sie spaßeshalber gesagt hat, dass sie es hasst als Zwerg geboren zu sein hat er sich umgedreht und sie vorgelassen, das würde ihr bei dein Kellys in hundert Jahren nicht passiert.

Mama ich geh ne runde spazieren ok" ihre Mutter nickt "tu was du nicht lassen kannst" Anna springt auf "nimm mich mit!" Maria seufzt die kleine liebte sie abgöttisch und sie wusste nicht mal warum, weil eigentlich verhielt sie sich immer recht kühl ihr gegenüber. "Anna ich möchte allein sein" Anna bricht in Tränen aus "bitte nimm mich mit" Maria seufzt, na ja was soll’s der Tag war eh im Eimer "na gut dann komm mit"
auf der Stelle hörte Anna auf und nimmt ihre Hand, zu zweit gehen sie zur S-Bahn und fahren in die Innenstadt, Maria war schon oft in Berlin gewesen, hatte aber noch nie die Gelegenheit sich die Glaskuppel auf dem Reichstag anzusehen, das würde Anna sicher auch gefallen, die beiden stellen sich an und kommen dank der recht frühen Uhrzeit schon ziemlich schnell nach drinnen. Auf dem Dach lehnt sich Maria an ein Geländer und blickt über die Stadt. Anna hatte seid sie von der Bühne weggefahren waren kein einziges Wort gesagt auf einmal schaut sie Maria an "schau mal, da ist die Charité, da ist Sean geboren" Maria seufzt, gerade hatte sie die Kellys aus ihrem Gedächtnis verdrängt "schön Anna, aber es gibt auch noch wichtigere Dinge als die Kellys glaub mir" "für Mama nicht" Maria nickte das stimmte, für ihre Mutter nicht
"du Maria?" "was denn?" "Papa hat vorgestern zu Mama gesagt, dass es mal langsam Zeit wird, dass du erfährst, wer dein richtiger Vater ist, was hat sie damit gemeint, Papa ist doch dein Papa!" Maria schaut Anna an "wann hat er das gesagt?" Vorgestern Abend ich hätte schon längst im Bett sein sollen, aber ich hatte Durst und war in der Küche und Mama und Papa waren im Esszimmer und da hab ich es gehört, Maria aber du bist doch meine Schwester?" Tränen sammeln sich in Annas Augen und sie hält sich an ihrem Arm fest. Maria seufzt "doch natürlich bin ich deine Schwester, du brauchst nicht weinen" langsam entspannt sich Anna wieder "dann ist es ja gut und was ist mit Papa" "er ist nicht mein richtiger Papa" "wer ist es dann?" Maria denkt sich, dass wenn ich wüsste und zuckt mit den Schultern "das weiß ich nicht"
Für Anna ist das Thema nun gegessen sie zieht an Marias Hand "lass uns in die Kuppel gehen" Maria nickt und die beiden gehen bis nach oben. Maria ist mit ihren Gedanken beschäftigt. "sie sah ihrer Mutter überhaupt nicht ähnlich, ob sie wohl das Gesicht ihres Vaters hatte, ihre Musikalität hatte sie wohl von ihrer Mutter, die war immerhin Konzertpianistin, aber arbeitete nicht mehr. Maria denkt weiter eigentlich durfte sie sich nicht beschweren, ihre Großeltern waren ziemlich reich und hatten sich um sie und ihre Mutter gekümmert, bis sie Jochen geheiratet hatte und auch er verdiente als Physiker nicht gerade schlecht, ihr hatte es nie an etwas gefehlt, zumindest nicht materiell. Sie schaut Anna an, am Anfang hatte sie sie regelrecht gehasst, aber schon seid sie ein kleines Kind war hing Anna an ihr, wenn sie in der Nacht Angst hatte kam sie immer zu ihr ins Bett gekrochen und ihre Probleme erzählte sie immer als erstes ihr. Maria wusste nicht, woher das kam, aber irgendwie hatte sie die kleine doch wahnsinnig lieb gewonnen. Sie seufzt sie hatte schon öfters überlegt, ob sie nicht wieder zu ihren Großeltern ziehen sollte, aber das würde Anna wohl das kleine Herz brechen und das wollte sie nun wirklich nicht.
"Maria gehen wir in den Dom?" "Was willst du denn im Dom?" "weißt du, da kann man bestimmt Kerzen anzünden" "für wen möchtest du eine Kerze anzünden?" "du kennst doch Helena aus meiner Klasse" "und" "na ja sie hat mir erzählt, dass sie und ihre Mama jeden Tag eine Kerze in der Kirche für ihren Bruder anzünden und ich hab ihr versprochen, dass ich wenn ich es schaffe in Berlin eine für ihn anzünde" Maria lächelt, Anna war ein kleiner Goldschatz, Helenas Bruder war ein Opfer von den Heckenschützen in Ex Jouguslavien und es war wirklich rührend, wie sich Anna um Helena die mit ihrer Mutter nach Deutschland geflüchtet war kümmerte. "natürlich können wir zum Dom Fahren, aber ich glaub ich weiß was passenderes"

die beiden gehen aus dem Reichstagsgebäude und steigen in die U-Bahn "wo fahren wir hin?" "zum Kuhdamm" "was wollen wir denn da?" "da wollen wir zur Kaiser Willhelm Gedächtniskirche" "aber die ist doch kaputt" "na ja kaputt ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, aber sie wurde im Krieg zerstört und die neue Kirche ist noch ziemlich ganz, da können wir eine Kerze anzünden".
Als die Beiden in der Kirche stehen ist es ziemlich ruhig. Maria wirft Geld in den Opferstock und nimmt sich zwei Kerzen "hier zündest du von mir auch eine an?" Anna nickt zündet die beiden Kerzen an und stellt sie zu den anderen "Hallo Alecs, die zwei Kerzen sind von Helena und Maria, damit du weißt, dass sie immer an dich denkt" Maria drückt Anna an sich.
Die beiden stehen da noch eine Zeitlang und dann dreht sich Maria um und will gehen, auf einmal brüllt Anna quer durch die ganze Kirche "schau mal Juana das ist Paddy" der dreht sich erschrocken um und schaut die beiden an und Maria sieht trotz des dunklen Lichtes, dass er sich am liebsten in Luft auflösen würde. Anna will losrennen und Maria erwischt sie gerade noch am Ärmel. "nicht!" "warum nicht?" Maria spricht betont leise "siehst du nicht, dass er betet, dabei wollen wir ihn doch nicht stören, oder?"
Paddy mustert sie von oben bis unten und Maria kann sich gut vorstellen was für einen Eindruck sie auf ihn machen musste mit ihren langen Haaren, er dachte sich sicher oh mein Gott schon wieder so ein durchgeknallter Fan und obwohl sie ihn nicht besonders leiden konnte, fühlte sie sich doch irgendwie unwohl.
Sie grinst ihn gequält an und zuckt entschuldigend mit den Schultern und nimmt Annas Hand und zieht diese fast schon gewaltsam aus der Kirche "warum sind wir nicht zu ihm hin" "er wollte mit Sicherheit nicht gestört werden" "aber er hätte doch gleich weiterbeten können" "Anna, er wird ständig belästigt, lass ihm die Ruhe, ok! Magst du ein Eis?" Anna nickt begeistert, wenn sie was noch mehr mochte als die Kellys dann war das Eis. Zur Versöhnung kauft ihr Maria ein besonders großes und die beiden setzen sich auf eine Bank. Dann schaut sie auf die Uhr, oh mein Gott es war schon Mittag, vielleicht sollten sie langsam mal zurückfahren.

Die S-Bahn ist schon recht voll und als sie ankommen schaut sie manche Fans ziemlich giftig an, weil sie einfach an der Schlange vorbeilaufen und erst als Maria ihren Ärmel hochkrempelt und man die Nummer sieht geben sie Ruhe. "Juana, Anna wo wart ihr denn so lange? Wollt ihr nichts essen?" "Mama, wir haben Paddy gesehen" "wirklich, erzähl" "ach es war in einer Kirche, aber Maria hat gesagt, wir sollen ihn beten lassen, also sind wir Eisessen gegangen" "wieso seid ihr nicht hingegangen" ihre Mutter schaut Maria an und die blickt sie nur verachtungsvoll an "er wollte seine Ruhe, verstehst du das nicht, was kommt als nächstes? Setzt du dich vor eine Wohnung und belagerst sie?"
Maria dreht sich um und rennt weg, sie wollte nur noch weg, keinen mehr sehen, am allerwenigsten ihre Mutter, sie verstand das einfach nicht, wieso konnte sie nicht wie jede normale andere Mutter sein, die sich aufregt, wenn ihre Tochter zum hunderttausendsten mal auf ein Konzert der Kelly Family wollte, aber es war alles umgekehrt, alles war verdreht. Sie rennt ohne darauf zu achten wo hin, Anna verfolgt sie eine Zeitlang, aber Maria ist schnell, sie lief oft stundenlang durch den Wald, doch sie hatte nicht mit der Zähigkeit von Anna gerechnet verbissen verfolgt versucht sie dranzubleiben.
Auf einmal schreit sie auf, "Juana" Maria ist versucht weiterzulaufen, aber Anna brauchte sie. Sie dreht sich um Anna war gestolpert und lag ein gutes Stück weiter hinten auf dem Boden und weinte. Maria rennt los, aber bevor sie bei ihr ist, hilft ihr schon jemand hoch "langsam junge Dame, das kann ungesund sein, hast du dir weh getan?" Anna starrt den Fremden an und sagt kein Wort mehr, als Maria näher kommt weiß sie auch warum, es war tatsächlich Paddy Kelly persönlich, der sich da über ihre kleine Schwester beugte
"nimm die Finger von meiner Schwester" erschrocken schaut er sie an und auch Anna schaut sie an "er will mir doch nur helfen" "tschuldige" Maria war etwas verwirrt "aber sie ist ...... ach vergiss es" sie macht sich daran Annas Knie zu untersuchen "alles in Ordnung mit dir?" sie schaut ihre Schwester an. Vorsichtig tritt sie auf das rechten Fuß auf "bin umgeknickt" "dein rechter Fuß?" Anna nickt, Maria seufzt "tut mir leid" "du kannst doch nichts dafür" "ich hätte nicht weglaufen sollen, ich weiß doch wie hartnäckig du bist" Paddy schaut zwischen den beiden hin und her und versteht kein Wort "darf ich fragen was los ist"
Maria sagt kein Wort, sie kann ihn nicht mal anschauen, irgendwie hat sie so einen Hass auf ihn, weil im Grunde war ja er an allem Schuld aber Anna plappert munter drauf los "ach Juana hat sich mit Mama gestritten, wegen dir und sie ist davon gelaufen und ich wollte sie zurückholen" Maria ist das alles nur noch peinlich und am liebsten würde sie wieder wegrennen "wegen mir?" "ach vergiss es" sie schaut Anna beschwörend an
"hey euch zwei kenne ich doch, ihr wart vorhin in der Kirche nicht wahr?" Anna nickt "darf ich dich was fragen?" "was denn?" Paddy schaut sie grinsend an "krieg ich ein Autogramm, weißt du mir ist das nicht so wichtig und Juana sagt immer, dass dich das bestimmt nervt" Paddy schaut sie forschend an und Maria läuft knallrot an Herrgott das war ja nun wirklich zu peinlich "aber sonst streitet sie wieder mit Mama und das will ich nicht" Paddy schaut Maria immer noch an und die beschließt es einfach über sich ergehen zu lassen. "Klar kriegst du eins", er wühlt in seinen Taschen und zieht einen Stift heraus "hast du vielleicht einen Zettel oder so was" Anna schüttelt den Kopf und fängt ihrerseits in ihrer Brusttasche zu wühlen und hält ihm dann ein Foto hin, dass sie ihrer Mutter mal abgebettelt hatte, weil da Paddy so alt war wie sie jetzt, der schaut das Bild an und dann sie "woher hast du das?" "Mama ist schon ganz lange Zeit Fan von euch sogar noch bevor ich geboren bin und sie hat es mir mal geschenkt" Paddy lächelt und signiert es "wie heißt du?" "Anna" er drückt ihr das Bild in die Hand "geht ihr auf das Konzert?" er schaut Maria an und die nickt nur, dann nimmt sie Annas Hand "bedank dich" "oh ja, dankeschön" sie schaut das Foto an und versucht es zu lesen, dann schaut sie ihn an "kannst du nicht deutlicher schreiben?" Paddy fängt zum lachen an und ließt es ihr vor "für die kleine Rennmaus Anna love Paddy Kelly" er gibt es ihr wieder "Juana was heißt love" "liebe" "ui" mit großen Augen schaut sie Paddy an "das ist aber lieb von dir" Paddy schaut Juana an "du auch" "ne bestimmt nicht, tschüss"
Er mustert sie von oben bis unten schüttelt den Kopf und schaut ihr dann mit einem seltsamen Blick direkt ins Gesicht "schau nicht so bescheuert, sonst bleibt es dir noch" sie dreht sich um und zieht Anna hinter sich her die ruft ihm noch mal Danke zu und winkt ihm. Maria war auf hundertachtzig, was bildete sich dieser Kerl eigentlich ein. Sie wollte ganz sicher kein Autogramm von ihm, was wollte sie mit einem Zettel auf dem sein Name stand, sich einrahmen, super und dann starrte er sie auch noch an, als ob hinter ihr ein Ufo gelandet wäre, erst jetzt merkt sich, dass Anna neben ihr herhinkt
"hast du dir sehr weh getan?" Anna schüttelt den Kopf "das Gelenk ist schon wieder gut, ich hab meine Schiene an, aber ich hab mir glaub ich das Knie aufgeschürft "lass mal sehen" "ne geht schon, sagen wir Mama nichts davon, ok! Wir sind einfach gerannt, bis du dich wieder beruhig hast" Maria drückt Annas Hand, sie konnte es einfach nicht ertragen, wenn Maria mit ihrer Mutter stritt. Als sie zurück kommt schaut sie ihre Mutter an "Na haben wir uns wieder abgeregt?" Maria seufzt ihre Mutter würde es wahrscheinlich niemals verstehen. "ja ich hab mich wieder abgeregt, zufrieden" Maria macht sich wieder über ihre Geschichte her und hoffte inständig, dass dieser Tag vorübergehen möchte.


© Bastet (Tolle Idee!)


[ 2. Die Wahrheit ]


Bar Letter

Last update: 26/04/2001

(Online since: 10/11/2000)


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