Barby und die Ballettschule

by Barby K.

 

Barby saß an dem Laptop ihres Bruders Jimmy und suchte im Internet nach einer Ballettschule, die sie besuchen könnte. In Köln gab es mehrere und so wollte sie sich ein wenig darüber in formieren. Allerdings wollte der Computer nicht so, wie sie wollte, und so musste ihr Bruder immer wieder mit seiner Hilfe zur Seite stehen. Da er sich mittlerweile im Internet so gut auskannte, wie in seiner Westentasche tat er das gerne und Barby war ihm wirklich dankbar. Auf einer Seite, wo sich eine Ballettschule in Köln vorstellte, sah sie, wie schön diese gelegen waren und dass dort wirklich qualifizierte Lehrer waren. Sie entschied sich, dort einmal hinzugehen und sich zu erkundigen, wie teuer dort die Stunden sind und wann die wären. Jetzt, wo sie nicht mehr mit den anderen auf Tour ging, hatte sie genug Zeit sich weiterzubilden, und sie wollte diese Zeit auch nutzen. Da sie aber immer in Deutschland war, würde sie nicht unbedingt regelmäßig zu den Stunden gehen können. Das müsste in der Schule akzeptiert werden und Barby entschloss sich, es selbst vor Ort zu klären und nicht am Telefon, was sie immer sehr unpersönlich fand. Und so könnte sie sich die Schule gleich schon mal anschauen.
Am nächsten Tag ließ Barby sich zu der Schule fahren. Sie machte mit ihrem Bruder ab, dass er sie nach einer Stunde wieder abholte, und im Notfall rief sie halt an, und holte ihn eher wieder her. Sie verabschiedete sich und stieg die große Treppe vor der Schule hinauf.
Vorne beim Empfang saß eine alte Dame. Barby hatte im Internet gelesen, dass dort auch andere Tanzstiele neben dem Ballett unterrichtet wurden, hatte aber nicht gewusst, dass das ganze so groß war. Sie war überrascht.
"Hallo! Ich wollte mich mal nach Ballettstunden erkundigen.", sagte sie zu der älteren Dame und diese sah sie prüfend an.
"Haben sie denn schon Erfahrung, oder Anfänger?"
"Ich hatte früher drei Jahre lang Ballettunterricht. Jetzt seit einiger Zeit nicht mehr, ich tanze aber privat."
"Dann müsste man sehen, was sie können und einzuschätzen, in welche Gruppe sie könnten."
Gruppe? Barby wollte nicht in einer Gruppe tanzen, es war ihr zu heikel, dass sich dann dort auch Fans anmeldeten, das wollte sie beim besten Willen nicht.
"Nein, ich möchte Einzelunterricht haben. Es ist egal was es kostet, ich möchte nur nicht in einer Gruppe tanzen."
"Oh", die Frau schaute verwundert, "Einzelunterricht. Das wird aber teuer."
Barby nickte und sie bekam einen Termin für die erste Stunde. Zufrieden ließ sie sich dann noch durch die Schule führen und sah eine Weile bei einer Unterrichtsstunde für Kinder zu. Die Lehrerin gefiel ihr, sie stellte sich kurz vor und ging dann wieder nach draußen, um auf ihren Bruder zu warten.
Ein paar Tage später war es so weit und Barby ging zu ihrer ersten Ballettstunde seit langem. Sie freute sich sehr darauf und hoffte, dass sie durch die Jahre nicht allzu viel verlernt hatte. Immerhin waren ihre letzten Stunden schon eine ganze Weile her, und wenn man dann keinen Unterricht mehr hatte, wurde man in vielen Bewegungen ein wenig nachlässiger.
Barby ließ sich wieder von ihrem Bruder fahren, der sie auch nach der Stunde wieder abholen sollte.
Dort angekommen wurde sie in eine Umkleidekabine geführt und sie zog ihre Sportsachen an. Die Ballettschuhe waren schon alt, was aber für Ballettschuhe eher gut ist, weil sie dann schon weich getanzt sind. Sie zog sie über und schnürte die Bändchen fest zu.
Die Lehrerin empfing sie im Saal und Barby schaute sich um.
Sie bemerkte, wie die Lehrerin sie musterte. Wahrscheinlich achtet sie auf meinen Gang, dachte sie und ließ es geschehen.
Nachdem die Lehrerin sich vorgestellt hatte, forderte sie Barby dazu auf, einmal ein wenig aus dem Gefühl zu tanzen, damit sie feststellen konnte, wie weit sie war und wo sie beginnen sollten.
Barby gehorchte, aber sie fand es nicht gerade angenehm, so beobachtet zu werden. Auf der Bühne hatte sie auch stets getanzt, aber dort waren auch keine Profis gewesen, die ihren Stil am Ende beurteilten.
Aber sie schloss die Augen und lauschte der Musik, die ein Pianist auf dem Klavier spielte. Sie drehte ein paar Pirouetten und hörte, wie die Lehrerin nach einer Weile ihren Namen rief.
"Frau Kelly, hören sie bitte auf. Es tut mir sehr leid ihnen das sagen zu müssen, aber das ist kein Ballett, was sie machen. Man müsste vorne wieder anfangen und alles neu erlernen, sie sind derart nachlässig mit ihren Bewegungen geworden. Möchten sie nicht lieber in die Modern-Dance-Gruppe gehen? Da würde ihr Stil gut reinpassen, denn sie haben sehr weiche Bewegungen."
Barby schluckte. Sie hatte mit Kritik gerechnet, aber dass die Frau sie gar nicht unterrichten wollte, hatte sie nicht geahnt. Sie schüttelte mit dem Kopf und sagte, dass sie wirklich Ballett lernen wollte und es ihr egal wäre, wenn sie wieder von vorne anfangen müssten.
Also stellte sie sich an die Ballettstange und probierte die Positionen aus. Die Lehrerin begann zu korrigieren und Barby verstand, was sie sich da vorgenommen hatte...


© Barby K. (Lieben Dank!)


Bar Letter

Last update: 23/03/2004

(Online since: 23/03/2004)


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