Schloss Honhardt 03.12.2004
(Maite Itoiz)
by Maren
m.riffert@tiscali.de
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Maite Itoiz (John Kelly und Kathy Kelly mit Sean) auf Schloss Honhardt Jetzt sitze ich doch noch hier und schreibe wider Erwarten diesen Konzertbericht, von dem ich noch gestern dachte, dass ich ihn nie zu Papier bringen könnte, weil das Erlebte einfach zu unwirklich, zu surreal, zu traumhaft, zu schön war, um es in Worte zu fassen... Hinter mir dudelt "Last Christmas" im Radio, heute ist der 2. Advent, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass mein persönliches Weihnachtsfest, das Fest der Liebe, der kleinen Wunder und der unbändigen Freude und Harmonie eigentlich schon am 03.12. stattfand - in dem kleinen unscheinbaren Örtchen Honhardt, in dem kleinen und genauso unscheinbaren Schlösschen... Eigentlich hatte ich zuerst wirklich nicht vor, zum Maite-Konzert nach Honhardt zu fahren. Honhardt/Frankenhardt, wo sollte das überhaupt sein? Bei Nürnberg oder doch eher bei Stuttgart, es gab da ja die unterschiedlichsten Auffassungen und mein eigener Atlas half mir bei der Suche auch nicht wirklich weiter. Aber eigentlich war es ja auch egal, ich würde sowieso nicht hinfahren. Ich hatte Maite und John dieses Jahr zweimal gesehen, unser (Sommernachts-)Traum war wahrgeworden, das sollte doch erstmal reichen und war sowieso so schön, dass es nicht mehr zu steigern sein würde. Außerdem schreckte mich der Eintrittspreis in Höhe von 40,00 € ehrlich gesagt auch ziemlich ab. Nee, irgendwann muss auch mal Schluss sein mit dem ganzen Kelly-Maite-John-Wahnsinn - nächstes Jahr würden sich sicherlich wieder genug Chancen für das ein oder andere Konzert ergeben. Doch wie sollte es anders sein: Ich verfolgte in der Klönecke mit, wie immer mehr unserer Mädels sich dazu entschieden, zum Konzert auf dieses Schloss zu fahren. Es wurde schon von einem zweiten Klöneckentreffen geredet, das man ja eigentlich dort abhalten könnte, wenn sowieso so viele von uns vor Ort sein würden. Hm... Klöneckentreffen?! Ohne mich?! Das geht doch nicht! Da muss ich dabei sein! Alleine dafür lohnt sich der Weg doch schon, wie ich in Dortmund festgestellt hatte! Im Nu war es vorbei mit jeglichen Ansätzen einer Vernunft und nach vielem Hin und Her stand fest: Silke würde mich natürlich auch wieder begleiten - juchhu! Also habe ich mich schnell bei Silvl gemeldet, die die Karten für uns Klöneckenmädels als Sammelbestellung beim Schloss Honhardt ordern wollte und so stand der Vorfreude auf ein weiteres - letztes - Highlight in diesem Jahr nichts mehr im Wege! :o) In den nächsten Wochen herrschte natürlich reges Treiben auf unserer Stammseite und es wurde munter geplant bzw. "planiert" (wie John sagen würde ;o)), wie unser Treffen vonstatten gehen würde. Später kam noch heraus, dass unsere Klönecke just an diesem 03.12. ihren 1. "Geburtstag" feiern würde, denn genau am 03.12.2003 wurde diese kleine Ecke im Internet von Uli ins Leben gerufen, die uns in den nächsten Monaten so unendlich viel bedeuten sollte... Na, wenn das kein Zufall war?! Natürlich würde es ein langer Abend werden, wenn wir nach dem Konzert noch zusammensitzen und feiern wollten, da stellte sich doch die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, gleich vor Ort zu übernachten?! Der Gedanke an eine Heimfahrt in stockfinsterer Nacht, nur begleitet von dem ein oder anderen Schneesturm, der selbstverständlich über mich nachtblindes und von den Eindrücken des Abends noch ganz benommenes Wesen hereinbrechen würde, war nicht gerade ermutigend und so entschieden Silke und ich - wieder nach einigem Hin und Her - uns auch dazu, im "Rössel" zu übernachten, einem Gasthof genau gegenüber des Schlosses, den die Mädels schon als Herberge auserkoren hatten. Allerdings hatten wir uns doch ein wenig arg viel Zeit mit unserer Entscheidung gelassen, denn prompt war das kleine Gasthaus schon ausgebucht und komplett in der Hand der Klöneckenmädels ;o). Doch schnell entstand die Idee, dass sich diejenigen, die kein Bett mehr bekommen hatten, sich doch zu den anderen in die Zimmer gesellen könnten und dort eben in Schläfsäcken nächtigen würden. Nachdem Danni auch das offizielle Okay für diese Aktion von den sicherlich reichlich verwunderten Gastleuten eingeholt hatte, war die Sache klar und wir happy :o)! Die Zeit verging wie im Flug und knappe zwei Wochen vor dem großen Tag fand ich abends nach der Arbeit einen Brief vom Schloss Honhardt vor - nanu, die Eintrittskarten waren doch schon längst bei mir angekommen...? Nur langsam erinnerte ich mich wieder daran, dass ja alle Besucher des Konzerts an einer Verlosung teilnehmen würden... Ungeduldig und noch immer in meiner dicken Jacke dastehend riss ich diesen geheimnisvollen Briefumschlag auf und musste mich dann erstmal setzen: Ich hatte ein Meet & Greet mit Maite und John nach dem Konzert gewonnen!!! Ich, die doch noch nie etwas in ihrem Leben gewonnen hat, erst recht nichts, was irgendwie mit den Kellys zu tun hat!!! Wow, das war natürlich der absolute Hammer und ich konnte es einfach nicht glauben - wie viele Träume würden dieses Jahr eigentlich noch wahr werden?! Am nächsten Tag erfuhr ich dann auch noch, dass jeder Gewinner eine Begleitperson mitnehmen dürfte und so war klar, dass Silke auch würde mitgehen können! Hurra!!! Am Freitag, den 03.12. war es dann endlich soweit. Mir ist schleierhaft, wie ich diese vier Stunden im Büro ausgehalten habe (immerhin hatte ich die zwei Stunden, die ich noch nachmittags hätte arbeiten müssen, freimachen können), wo ich doch schon ganz kribbelig vor lauter Vorfreude und Spannung war. Um 12:00 Uhr hieß es dann auf dem schnellsten Wege heimtuckern, dabei noch volltanken, dann Silke abholen, die es sich inzwischen bei mir daheim mit Uli´s Geschichten bequem gemacht und das ein oder andere Tränchen verdrückt hatte ;o), noch schnell beim Chinesen um die Ecke etwas essen (man gönnt sich an einem Tag wie diesem ja sonst nichts ;o)) und dann ab die Post nach Baden-Württemberg! Es war so ein typischer recht trüber Dezember-Mittag, unsere Fahrt führte uns immer wieder durch das ein oder andere Nebelfeld und ich war schon jetzt heilfroh, dass ich nachts nicht mehr würde heimfahren müssen! Nach etwas mehr als zwei Stunden hatten wir auch schon Crailsheim erreicht und mussten nun der B290 nach Frankenhardt/Honhardt folgen. Und da lag es dann auch schon vor uns - Honhardt, dieses idyllische kleine Nest an diesem mittlerweile wieder leicht dämmrigen Winter-Nachmittag. Jetzt galt es, das Schloss zu finden, das eigentlich auch recht gut ausgeschildert war, außerdem dürfte so ein Schloss in einem Kaff wie diesem ja nicht zu übersehen sein, doch weit gefehlt! Silke hatte gerade das "Rössel" entdeckt und ich wunderte mich schon, wo das Schloss sein sollte, das doch genau gegenüber liegen müsste...ich sah aus den Augenwinkeln auf der linken Seite nur so ein großes Fachwerkgebäude... Spätestens, als ich das Ende von Honhardt erreicht hatte, war klar, dass wir das gute Teil übersehen haben mussten - konnte es das geben? Also wieder gedreht, im Schneckentempo zurückgefahren, um das Schloss ja nicht wieder zu übersehen und was soll ich Euch sagen - dieses Fachwerkgebäude entpuppte sich tatsächlich als DAS Schloss! Also, ein Schloss, wie ich es mir vorgestellt hatte, war es ja echt nicht, es ähnelte eigentlich eher einer zu groß geratenen bzw. etwas abstrakten Villa oder etwas in der Art, aber eigentlich war das ja auch egal, Hauptsache, wir waren am Ziel angekommen! Ich parkte vor dem "Rössel", Silke und ich überquerten die Straße und gingen zum Schloss. Das Tor stand offen, doch wir trauten uns natürlich nicht hineinzugehen, es war ja auch viel zu früh, aber ich hätte doch zu gerne gewusst, ob schon jemand von unseren Mädels da war. Entdecken konnte ich jedenfalls von hier aus niemanden und so zückte ich mein Handy und rief Danni an, von der ich annahm, dass sie und die "Bayernfraktion" zu den ersten gehören müssten, die heute hier ankommen würden. Scheinbar hatte sie aber das Telefon ausgeschaltet oder keinen Empfang, jedenfalls meldete sich nur die Mailbox und Silke und ich gingen wieder zurück zum "Rössel". Dort standen wir etwas unwissend vor der Eingangstür herum und überlegten, ob wir nun hineingehen sollten oder nicht, als mein Handy klingelte und Danni verkündete, dass sie gleich da wären und wohl gerade an dem Schloss vorbeigefahren wären. Hach, wie gut, dass es nicht nur uns so ging ;o)! Nach dem ersten Hallo begaben wir uns mit Sack und Pack in den Gasthof, in dem bereits Simone, Katja und Andrea saßen und es sich mit Getränken gemütlich gemacht hatten. Na, hätten wir das mal vorher gewusst... Kurz darauf gingen wir auf unser Zimmer, das übrigens wirklich sehr urig war mit diesen großen Holzbalken - mit einem von ihnen machte mein Kopf auch gleich mal Bekanntschaft ;o). Wir richteten unsere ganzen Klamotten, Plätzchendosen, Wichtelgeschenke, die wir für die Klönecken-Weihnachts-Geburtstagsfeier mitgenommen hatten und dann musste natürlich auch noch die große Weihnachtskarte für John und Maite von allen unterschrieben werden, die ich mit Window-Colour gestaltet hatte und die den Mädels, die jetzt alle nach und nach eintrudelten, zum Glück auch recht gut zu gefallen schien! Wir gingen dann nochmal hinunter in die Gaststube und die Mädels stärkten sich bei einer recht üppigen Mahlzeit (selbst die Salate fielen hier sehr groß aus). Ich war die Einzige, die noch keinen großen Hunger verspürte, aber ich hab´ dann doch ein paar Pommes bei Katja geklaut, die sie nicht alle geschafft hat - Danke nochmal ;o). Sie, Simone und Andrea hatten John schon kurz nach der Ankunft am Schloss getroffen und langsam aber sicher wurde einem richtig bewusst - ja, wir würden ihn und seine zauberhafte Maite heute Abend wieder sehen und hören! Er hätte wieder seinen Standardsatz losgelassen von wegen, man könne das Leben ja nicht "planieren" und so - hach, es ist doch immer wieder auf´s Neue herrlich ;o)! Und mindestens genauso schön war seine Aussage, dass er wieder so "Bock" auf´s Musizieren bzw. Singen hätte und er diesbezüglich mit Maite auch schon am "Fummeln" (* gröhl * :o)) wäre! Na, da können wir ja schonmal gespannt sein!!! * freu * Nach dem Essen verzogen wir uns wieder auf die Zimmer, um letzte "Restaurationsarbeiten" an uns vorzunehmen und verabredeten uns für halb sieben zum gemeinschaftlichen Gang zum Schloss. Es wurde ernst! Da standen wir dann wieder an diesem Tor zum Schloss und ich wunderte mich, dass die Eintrittskarten nicht kontrolliert wurden, sondern einfach nach den Namen gefragt wurde, die alle auf einer Liste standen. Das war so richtig persönlich, einfach schön! Die Meet & Greet-Gewinner bekamen noch einen Gutschein für das M&G in die Hand gedrückt und dann gingen wir in das "Schloss". Der erste Raum, in den wir traten, glich einem Weinkeller...sehr urig...mit Bistrotischchen, Weinkisten und Unmengen von aufgestellten Gläsern, die wohl im Laufe des Abends noch für die Gäste gefüllt werden könnten... So richtig wahrgenommen habe ich das aber alles gar nicht so recht, denn wir stiegen gleich die kleine schmale Holztreppe nach oben hinauf (unterwegs begrüßte uns auf halber Höhe Christine, die ich endlich mal kennen lernte, nachdem Uli schon sooo viel von ihr erzählt hatte), die zum eigentlichen Konzertsaal führte. Konzertsaal? Eigentlich keine passende Bezeichnung, da man sich darunter einen sehr großen, pompösen, festlichen Saal vorstellt, den es hier aber gar nicht gab - es war ein ganz einfacher, recht kleiner Raum, der einem Atelier ähnelte...an den Wänden hingen verschiedene moderne Bilder und Fotografien wie in einer Art Ausstellung, es waren Stühle aufgestellt (höchstens 50 Stück, ich glaube nicht, dass es mehr waren) und ganz vorne stand natürlich der schwarze Flügel. Eine weitere schmale Holzstiege führte noch einen Stock höher auf eine Art Galerie, durchzogen von schweren Holzbalken. Von unten konnte man Tische da oben stehen sehen und Uli erklärte mir, dass dort später unsere kleine Feier stattfinden würde! Ui, wie hübsch! Alles strahlte so eine gemütliche, warme Atmosphäre aus, ich war begeistert! Wir Mädels nahmen hinten links Platz - "hinten" ist relativ bei einem so kleinen Raum - und harrten gespannt der Dinge, die nun kommen würden. Johnny wuselte in seinem schwarzen Outfit von Heidelberg hin und her und stellte in den beiden hinteren Ecken des Raumes Kameras auf. Sofort machte sich wieder dieses gewisse Herzklopfen bei mir bemerkbar...wie er da so an uns vorbeilief, wir seine Stimme hörten...ach, der Kerl ist doch einfach zu toll - ihn einfach sehen zu können, einfach nur zu wissen, dass er da ist, ganz einfach nur da ist, das alleine hat mich schon so unendlich glücklich gemacht, so blöd das jetzt auch klingen mag! Eine der besagten Kameras stand auf ihrem Stativ genau hinter uns auf der Treppe und plötzlich bemerkten sie, wie sie ins Schwanken geriet und schon am Hinunterkippen war, als Marion´s kleine Tochter Vanessa geistesgegenwärtig aufsprang und sie auffing! Uff, das war knapp und wir ganz aus dem Häuschen und stolz, dass sie John´s kostbares Equipment gerettet hatte - nicht auszudenken, wenn das gute Teil scheppernd zu Bruch gegangen wäre! Vanessa selbst schien das aber alles ganz locker zu sehen und konnte die allgemeine Aufregung der schnatternden Weiber um sie herum scheinbar nicht recht nachvollziehen zu können - na, man kann´s ihr nicht verübeln ;o)! Die "magische Uhrzeit" des Konzertbeginns rückte immer näher und mittlerweile wurde ich wirklich zusehends unruhiger, denn es hatte sich inoffiziell herumgesprochen, dass wohl angeblich mit Kathy als Gast zu rechnen sein würde. Kathy heute Abend auch noch hier?! Das wäre es ja! Wie schön wäre es, sie auch mal wieder zu sehen...! Aber ob das wirklich stimmen würde? Kurz nach halb acht kam der Schlossherr nach vorne, begrüßte uns und leitete den Abend mit so rührenden Worten ein, dass es eine Wonne war, ihm zuzuhören...so gar nicht steif oder überkandidelt, wie man es sich vielleicht im Rahmen eines Schlosskonzerts vorstellen könnte... Nein, man merkte richtig, wie sehr er sich selbst darüber freute, Maite, ihren Mann und Manager und den Pianisten Pedro hier willkommen heißen zu dürfen, wie sehr er sich freute, dass so viele Leute von so weit angereist kamen (es waren sogar ein paar Mädels aus Dänemark vor Ort!). Er war mächtig stolz, uns dieses Konzert in diesem besonderen Rahmen präsentieren zu können und wir waren ihm natürlich auch sehr dankbar dafür, dass er uns all dies ermöglichte! Dann kam endlich Maite die Treppe hinauf nach vorne, gefolgt von Senor Rodriguez, dem Pianisten. Wie immer war sie traumhaft schön mit ihren langen, diesmal glatten Haaren, dem pinkfarbenen, schillernden Rock von Heidelberg und einem schwarzen Samtoberteil mit langen, weiten Taftärmeln...ihr Dekolleté zierte eine funkelnde Kette und sie sah wieder so lieb aus, wie sie da vorne stand, leicht nervös ins Publikum lächelte, verlegen ihr Oberteil immer wieder glatt strich und zu singen begann... Es ist noch immer kein rechter Opernfan aus mir geworden, doch ich erkannte die Stücke aus Heidelberg natürlich wieder und sie gefallen mir immer besser, muss ich sagen! Maite sang und strahlte, sie schaffte es mit ihrer einzigartigen, reizenden Ausstrahlung sofort wieder, mich in eine andere Welt entrücken zu lassen. Ich entspannte mich immer mehr, alle Anspannung und Nervosität, die sich die letzten Stunden angestaut hatte, fiel langsam aber sicher von mir ab, ich wurde immer lockerer und plötzlich kam auch die Müdigkeit nach dieser recht unruhigen und kurzen letzten Nacht hoch und ich hätte gerade so selig einschlafen können. Tsss, was hätte Maite wohl gedacht, wenn ich da hinten in meinem Stuhl schlafend zusammengesackt wäre?! ;o) Ich starrte diese junge Frau da vorne verträumt an, ließ meinen Blick dann durch das Publikum schweifen - die Mädels um mich herum hatten einen nicht minder verklärten Gesichtsausdruck ;o) - und begriff so ganz langsam, was da um mich herum passierte. John stand hinten rechts in der Ecke und filmte das Konzert seiner Frau ununterbrochen mit. Ich wiederhole mich, aber es war ein so schönes Gefühl, zu wissen, dass er auch da ist, zusammen mit uns dieses Konzert dieser elfengleichen Frau da vorne am Flügel genießt... Die Pause kam und ging und viel zu schnell befanden wir uns schon in der zweiten Hälfte des Konzerts und hier irgendwann wurde die Vermutung des Überraschungsgastes Wirklichkeit: Ich blickte nach rechts und wer kam da gerade die Treppe hochgelaufen? Niemand anderes als Kathy mit ihrem Sohnemann Sean, der ja wirklich riesig geworden ist! Ich spürte schon die Freudentränen in mir aufsteigen, aber ich riss mich zusammen, denn Maite stand noch da vorne und sang und ihr gebührte alle uneingeschränkte Aufmerksamkeit! Also konzentrierte ich mich wieder auf sie, genoss noch einmal ihre ausdrucksstarke Stimme und die Art, wie sie in dem ein oder anderen Lied mit dem Publikum flirtete und es becircte, was ihr den ein oder anderen kleinen, gerührten Lacher der Zuschauer einbrachte - sie war ja auch wirklich zu charmant :o)! Bei den Zugaben fing wieder das allgemeine Blitzlichtgewitter wie in Heidelberg an, aber es hielt sich diesmal einigermaßen in Grenzen...so kam es mir jedenfalls vor... Und dann war das Konzert auch schon wieder vorbei und der Schlossherr bedankte sich sichtlich begeistert bei Maite und Pedro - und kündigte jetzt offiziell den Überraschungsgast in Form von Kathy Kelly an! Begeisterte kleine Jubelschreie aus der rechten Ecke des Publikums...ups, peinlich, da outeten sich doch glatt wieder einige Kelly-Fans ;o). Der Schlossherr bat nach dieser kleinen Euphorie die M&Gewinner ins "Haupthaus", das wir über einen kleinen Innenhof erreichten, der mit ziemlich unwegsamem Kopfsteinpflaster u. ä. gepflastert war, so dass ich mich in meinem Tran und in der Dunkelheit an diesem Abend noch so manches Mal fast auf die Nase gelegt hätte ;o). Letztendlich doch noch wohlbehalten im Nachbargebäude angekommen, entdeckte ich vorne an einem brennenden Kamin Kathy, die dort mit Christines Tochter saß und sich unterhielt...Mensch, das war alles so unwirklich...da stand ich jetzt zusammen mit Regina, Tina, Elke, Silke, Silvl und den anderen Gewinnern in einem kleinen Schlösschen in Baden-Württemberg, wir würden gleich Maite und John treffen und da vorne saß mal eben so Kathy, als sei es das Normalste der Welt... Natürlich IST ES das Normalste der Welt, aber irgendwie kommt einem das als oller Kelly-Fan - der sich noch lebhaft an Konzerte erinnern kann, bei denen er diese Menschen nur als kleine Ameisen auf irgendwelchen riesigen Bühnen vermuten konnte - so einzigartig und besonders vor! Endlich war es soweit und der Schlossherr führte uns wieder eine dieser hölzernen Treppen hinauf. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich schon auf den knarzenden Stufen stürzen und den Hals brechen, bevor ich das M&G überhaupt erlebt habe... ;o) Wir wurden in den sog. "Rittersaal" geführt und er erinnerte mich sehr an diesen Speisesaal aus den Harry-Potter-Filmen: Es war eine ebenso lange Rittertafel und von der Decke hingen Kerzen in ständerlosen Kerzenhaltern herab (ist ein bissl schwer zu beschreiben, ich kannte so was vorher auch noch nicht). Wir fanden alle an dieser langen Tafel Platz, ich saß direkt oben neben dem Kopf des Tisches. Doch bevor John und Maite sich zu uns gesellten, kam noch einmal der sympathische Schlossherr und stellte uns den eigentlichen Star des Abends vor: Emil, seinen 5 Monate alten Dackel :o)! Wirklich ein sehr süßes Bürschchen und ich war wieder einmal ganz angetan davon, wie nett und so durch und durch natürlich dieser Schlossherr zu uns war...wenn man da an gewisse SECs andernorts denkt, die einen arrogant von oben herab behandeln und in einem nur irgendwelche durchgeknallten Kelly-Fan-Weiber sehen... * hmpf * Ein paar Minuten später kamen schließlich John und Maite in den Saal, Maite blieb gleich mal am unteren Ende des Tisches stehen und John gesellte sich zu uns nach oben und blieb dort direkt am Kopf des Tisches neben mir stehen * schluck *. Da stand er also, so nah, wie ich ihn noch nie vor bzw. neben mir gesehen hatte - außer vielleicht mal kurz in Dortmund abends nach dem Konzert, aber das hier war so anders... Er war gleich total begeistert von dem Rittersaal und dieser langen Tafel und meinte, dass es so was ja noch nie gegeben hätte. Er strahlte ganz entzückend wie ein kleiner Junge und winkte Maite am unteren Ende des Tisches zu. Er käme sich vor wie der König mit seiner Königin, die würden sich ja auch immer an so einer langen Tafel gegenübersitzen :o). Und dann bestand er darauf, dass Kathy, die inzwischen auch in der Tür aufgetaucht war, ein Foto von ihm, "dem König und seinem Clan", machte :o). Er posierte da oben bei uns ziemlich aufgedreht herum und grinste sich einen ab :o). Irgendwie klappte es mit dem Fotografieren aber nicht ganz so, wie Kathy bzw. er sich das vorstellte und Johnny rief lachend: "Katti und Teschnik!" :o) Ach, wie ich diesen charmanten Akzent von John liebe! Dann funktionierte es aber doch mit dem Foto und Johnny fing mit dem allgemeinen Smalltalk an und wollte wissen, wo wir alle herkämen. Ich nannte ihm Elsenfeld und irgendwie kam es mir so vor, als ob ihm das etwas sagen würde, zumindest wirkte seine Gesichtsausdruck so. Nee, das kann aber nicht sein, da haben die Kellys nur einmal gespielt und das ist schon bald 10 Jahre her und so einen bleibenden Eindruck kann unser kleiner Ort bestimmt nicht hinterlassen haben ;o). Also nannte ich ihm gleich danach noch Aschaffenburg. John daraufhin so kelly-typisch: "Das kenne ich, wo ist das?" Ich hab´ diesen "sinnvollen" Satz eigentlich erst hinterher richtig realisiert, als Silvl das nochmal erwähnte - zu köstlich :o). Ich sagte ihm, dass das in Unterfranken liege, also gerade noch in Bayern, fast schon in Hessen... "Ah ja, Franken..." Oh je, der Arme hat bestimmt gar nicht mehr durchgeblickt bei dem Mist, den ich von mir gegeben habe ;o). Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn ich in seiner Gegenwart einen halbwegs normalen, zivilisierten Satz zustande gebracht hätte... Naja, letzten Endes hat er aber Aschaffenburg wohl noch gekannt, denn er meinte: "Da haben wir auch schonmal gespielt!" Seufz, ja, ganze dreimal sogar, doch beim dritten Mal warst Du leider nicht mehr dabei :o(... Nein, das habe ich ihm natürlich nicht gesagt, wäre ja doch etwas arg blöd gekommen, aber ich konnte es mir nicht verkneifen, in meiner Unzurechenbarkeit zu erwähnen, dass sie aber auch schonmal in Elsenfeld gespielt hätten. Zum Glück ist er darauf nicht mehr eingegangen ;o). Während John sich mit Silvl, die er wohl von Dortmund und/oder Vöcklamarkt wiedererkannte, unterhielt, schwebte ich irgendwo da oben auf meiner Wolke 7 herum, gleichzeitig war ich so aufgedreht, dass ich mir im Nachhinein noch selbst eine reinhauen könnte...wie peinlich kann man eigentlich sein?! Wenn ich mir die Fotos ansehe, die Tina bzw. "Fina", wie John sie so schön schrieb :o))), vorhin ins Netz gestellt hat und auf denen ich so geisteskrank dauergrinse, da stellt sich mir doch die Frage, ob ich womöglich die ganze Zeit so dusselig aus der Wäsche geschaut habe?! Gar nicht auszudenken... * schäm * In meinem Wahnsinn bekam ich natürlich auch gar nicht mit, wie John mit dem Autogrammegeben anfing, sich meinen Gutschein für das M&G schnappte, der da vor mir auf dem Tisch lag, und mich nach meinem Namen fragte. Man stelle sich vor, ich warte 10 Jahre auf den Moment, in dem ein Kelly freiwillig mit mir spricht und dann ist es endlich soweit und ich kriege es vor lauter irrem Dauergrinsen und totalem emotionalem Ausnahmezustand nicht einmal mit! Erst, als Silke mich dezent darauf hinwies, dass John mit mir spricht und ich sein fragendes Gesicht genau vor mir sah, raffte ich es...oh Mann, wie weit ist es schon mit mir gekommen?! Okay, ich nannte ihm meinen Namen (obwohl ich eigentlich gar kein Autogramm wollte, ich habe ja schon eins von Dortmund, das mir eigentlich reicht, aber hätte ich ihm das in der Situation sagen sollen?!), den er glatt mit i statt mit e schreiben wollte, doch Silke und ich haben ihn noch rechtzeitig verbessern können :o). Ich war so durch den Wind und starrte irgendwie total belämmert auf dieses Autogramm vor mir, dass ich mich noch nicht mal bedankte habe - Schande über mich ;o)! Silke neben mir meisterte die Situation dagegen irgendwie viel gelassener, wirklich beneidenswert :o)! Lustig war dann die Szene, als John Silvl und Regina ein Autogramm geben wollte und diese dankend ablehnten mit der Aussage, dass sie ja nur "Hallo!" sagen wollten. John´s Reaktion hatte ich direkt erwartet: Ein verwunderter Gesichtsausdruck und dann: "Ach so, gut...also: Hallo!" und schüttelte ihre Hände :o)! Mädels, Ihr seid echt gut....irgendwie war es doch beruhigend, dass ich nicht die einzige zu sein schien, die verrücktes Zeug von sich gab :o)! Ja, so arbeitete John sich dann den Tisch hinunter, während Maite dasselbe von unten nach oben tat. Kathy meldete sich irgendwann auch mal wieder zu Wort und meinte, sie müsse jetzt mal etwas loswerden: Johnny (sie nennt ihn immer Johnny, ich finde das so süß :o)!) wäre der hübscheste (oder bestaussehenste?) und der netteste Bruder von allen! "...ein süddeutscher Gentleman!" Hä, süddeutsch?! Den Witz habe ich ehrlich gesagt nicht kapiert, doch egal, es gab jedenfalls Riesen-Applaus von allen Seiten! Na, als ob wir das nicht schon gewusst hätten, dass Johnny der Beste ist :o)! Ich fand´s total rührend und man merkte doch deutlich, wie nah sich die beiden stehen müssen...wie sie so miteinander umgingen und scherzten... John war auf diese Aussage hin natürlich wieder total bescheiden und sagte nur, er würde doch gar nichts machen. :o) Es stimmt fast...zu diesem Zeitpunkt hatte er wirklich noch nicht viel gemacht, aber für mich war gerade - wie schon -zig mal erwähnt - seine pure Anwesenheit in diesem Rahmen zu schön, um wahr zu sein... Dieser Mann strahlt einfach DIE Magie aus, die ich schon immer so an ihm gemocht, ja, geliebt, bewundert habe!!! Aber das ist bei Engeln wohl einfach so, man kann es sich nicht erklären... Maite - der weitere Engel dieses Abends - kam Ewigkeiten später auch bei uns oben an und unterhielt sich gleich mal mit Silvl, die sie scheinbar auch sofort wiedererkannt hatte. Ich traute mich natürlich nicht, groß mit ihr zu reden (also mit Maite, nicht mit Silvl ;o)), warum auch immer. Aber irgendwie habe ich bei Maite noch mehr "Hemmungen" als bei John...vor allem wegen der Sprache...ich traue mich nicht, Englisch zu reden und sie traut sich nicht, Deutsch zu reden, das ist natürlich sehr förderlich :o)! Immerhin konnte ich ihr irgendwie begreiflich machen, dass ich genau wie Silvl und Regina kein Autogramm haben möchte, da ich schon eins hätte (naja, genauer gesagt drei incl. der gewidmeten CD). Sie schien das wohl mal ganz nett zu finden, denn sie sagte mit so einer Mischung aus Überraschung und Witz: "Others have thousands!" :o) Sie stand dann noch so eine Weile neben uns, eine Weile wusste irgendwie keiner von uns etwas zu sagen - kaum vorstellbar ;o) - und Maite stand fast ein wenig beschämt neben mir herum und ich war wieder ganz hin und weg von dieser kleinen, zarten Person. Auf der Bühne ist sie so eine große Persönlichkeit, schon ein richtiger Profi und "privat" ist sie ganz einfach ein junges, lustiges, freches und trotzdem so schüchternes und bescheidenes Mädel geblieben. Später kam John wieder zu uns hoch und nachdem Silke und ich zögerten, ob wir uns auch mit ihm fotografieren lassen sollten oder nicht, nahm Silvl das ganz einfach in die Hand und fragte John, ob er mit uns ein Foto machen würde - wir würden uns nicht trauen... Na, danke auch :o)! John kam natürlich gleich an und Silke meinte: "Ja, wir sind halt schüchtern!" Und John antwortete prompt, ah, scheu, er wäre ja auch mal so scheu gewesen...aber eigentlich wäre er das ja immer noch, aber er würde immer so tun, als ob er es nicht sei. Aha :o)! Silke und ich sind wahrscheinlich ziemlich rot angelaufen, als er sich dann hinter unsere Stühle stellte, die Arme um uns legte und Sivl uns knipste und gleich noch ein zweites Bild machte, was mir schon wieder leicht unangenehm war ;o).Wir bedankten uns brav - ja, diesmal habe ich dran gedacht ;o) - und ich glaube, er antwortete noch mit "Bitte!" oder so darauf, aber ich weiß es echt nicht mehr, es war alles etwas viel des Guten! Ich fungierte auch noch das ein oder andere Mal als Fotograf und knipste ein paar Mädels mit John zusammen. Es fanden richtige kleine Fotosessions bei uns statt, ich fand´s teilweise echt ein wenig affig, wie sich manche von ihnen in allen möglichen Variationen mit John oder Maite ablichten ließen; teilweise umarmten sie sie, als ob man sich schon ewig kenne und bestens befreundet sei. Nee, also so würde ich nie auf Tuchfühlung gehen können, das wäre mir auch viel zu peinlich, muss ich sagen, aber jedem das Seine. John war richtig gut drauf (vielleicht hat ihm das "Auf-Tuchfühlung-Gehen" ja doch besser gefallen als ich vermutete?! ;o)) und witzelte mit Maite herum, die sich ein Plätzchen in den Mund geschoben hatte und gleich wieder in Pose ging für das nächste Bild. John meinte daraufhin, sie solle ihm mal ihre Zähne zeigen, um zu sehen, ob ihr noch der Keks dazwischenhing ;o). Sie wusste zuerst gar nicht, was er von ihr wollte, die Ärmste ;o) und erschrak dann fast ein bisschen, als John rief, sie hätte ganz schwarze Zähne * lach *. Dann meinte er irgendwie so ganz gönnerhaft, er mache ja nur Spaß mit ihr...ach was?! ;o))) War schon sehr goldig :o)! Letzten Endes ließen Silke und ich uns auch noch mit Maite ablichten (Silvl hatte einen wirklich sehr verantwortungsvollen Job zu leisten ;o)) und es kam wieder zu der gleichen Szene wie in Heidelberg: Zwei Riesen beugen sich weit hinunter zu einem kleinen zauberhaften Zwerg und sehen dabei wahrscheinlich ziemlich albern aus, aber lustig war es allemal :o). Dann haben wir uns so langsam aber sicher vom Rittersaal getrennt, während andere Maite und John noch weiterbelagerten. Nein, es war genug, wir hatten genug Schönes erlebt in diesen letzten wunderbaren Minuten, ich für meinen Teil hatte mich sowieso schon mehr als genug blamiert ;o) und außerdem wartete "drüben" ja auch noch das restliche Publikum, dem auch noch Autogramme versprochen worden war. Und so "schwebten" wir regelrecht zurück und stiegen hinauf in diese supergemütliche Galerie, auf der die restlichen Klöneckenmädels schon auf uns warteten und wo der "ruhige" Teil des Abends beginnen sollte. Es bot sich uns ein so herrliches Bild: Anja, Uli, Uschi und Danni hatten bereits vor dem Konzert die aufgestellten Tische weihnachtlich geschmückt mit großen Kerzen, Tannenzweigen, vielen kleinen Sternchen, Deckchen und leckeren Plätzchentellern. Auf einem separaten Tischchen lagen unsere "Wichtelgeschenke", mit denen wir uns später noch gegenseitig bescheren wollten und obendrüber prangte die Karte für John und Maite und die Tüte mit den Plätzchen, die die Mädels für die beiden zusammengestellt hatten. Es war so wunderschön, irgendwie sehe ich jetzt wieder alles ganz deutlich vor mir... * seufz * Noch immer recht verklärt ließen wir uns an einem Tisch nieder, der wenig später zu einem riesengroßen wurde, weil wir alle Tische zusammenschoben, nachdem das ja doch um einiges gemütlicher war. Irgendwie war ich richtig froh, jetzt einmal durchatmen zu können, alles ein wenig sacken lassen zu können und ich war fast auch "froh", dass weder Maite, noch John, Kathy oder Sean in Sichtweite waren...ich brauchte ganz einfach ein ganz klein wenig Abstand von diesem unbeschreiblich schönen Wahnsinn, der heute Abend passierte. Ich weiß gar nicht, wie lange wir da alle zusammen saßen, an dem ein oder anderen Plätzchen nagten und angeregt die ersten Erlebnisse Revue passieren ließen...ich hatte längst jegliches Zeitgefühl verloren und war schon jetzt total erschossen und müde...die warme Luft da oben unter dem Balkendach tat ihr übriges, so dass wir bald eines der kleinen schnuckeligen Fensterchen öffneten. Dann kam plötzlich die Rede davon auf, dass Christine, John, Maite und Kathy gleich auch zu uns hochkommen würden, nachdem sie die ganze Zeit unten im Weinkeller noch fleißig die versprochenen Autogramme gegeben hatten! Nee, nä?! Das konnte doch nicht wahr sein! Wir hatten zwar insgeheim wohl alle darauf gehofft, aber es war mir doch bis zuletzt so unwirklich und unvorstellbar vorgekommen, so dass ich gar nicht mehr groß darüber nachdachte, was wäre, wenn... Doch tatsächlich ging der Traum weiter. Es dauerte nicht mehr lange und man hörte Schritte auf der Treppe und ein kurzer Blick genügte, um zu begreifen, dass tatsächlich die Engel des heutigen Abends auf dem Weg zu uns waren * kreisch *! ...gefolgt vom restlichen Publikum, was mich zuerst zugegebenermaßen ziemlich erschreckte. Oh nein, ich wollte doch meine Ruhe haben, ein wenig abschalten von all dem Trubel...jetzt kamen die alle hier hoch, wo wir doch in Ruhe unsere kleine Privatfeier abhalten wollten...das war im ersten Moment wirklich etwas viel für mich, aber keineswegs böse gemeint, wie es mir mittlerweile schon mehr oder weniger im Internet vorgehalten wurde! Die nächsten Minuten erlebte ich wieder einmal wie in einem Nebel, ich weiß nicht mehr genau, wie und wann das alles geschah, es war wie gesagt alles ein wenig viel des Guten, ich weiß nicht, wo viele tausend Male ich das an diesem Abend noch dachte und sagte... Ich weiß noch, dass plötzlich John da an unserem großen Tisch stand, ganz erstaunt umherblickte und der kleinen Vanessa, die sich an ihm vorbei auf ihren Stuhl schlängelte, liebevoll über den Kopf strich und sie mit dieser ungeheuer sanften Stimme ansprach à la: "Na Du...?" Das war natürlich wieder Balsam auf meiner Seele * schmacht *. Vanessa ließ sich jedoch wieder gar nicht beeindrucken, sie war viel zu beschäftigt mit Britta´s Handy und den diesbezüglichen Spielen, so dass sie ihn eiskalt bzw. wohl einfach nur sehr schüchtern ignorierte, was mir fast ein wenig leid tat für den armen Johnny :o)! Das ist er sicherlich auch nicht gewohnt ;o)! Maite hatte sich schnell an unseren Tisch gesetzt und war dort wieder in ewige Gespräche mit Silvl und Uschi vertieft - Silke, Andrea, Tina, Elke (die genau neben mir saßen) und ich fragten uns so manches Mal, was die sich so alles zu erzählen hatten? John hatte sich inzwischen weiter nach hinten auf die Galerie verzogen und saß dort im Schneidersitz mit noch irgendwem auf dem Boden herum - keine Ahnung, was er da trieb; ich begriff sowieso nichts mehr, denn mittlerweile war von irgendwoher Sean hinter uns aufgetaucht und plapperte uns gleich munter voll. Na klar, ist ja auch selbstverständlich, sich hier mit Kelly-Nachwuchs mitten in der Nacht auf irgendwelchen stickigen Galerien zu unterhalten, was auch sonst?! Mich wunderte schon gar nichts mehr, auch nicht die Tatsache, dass seine Mutter Kathy wenige Meter neben mir am Tisch sah. Sie sah übrigens tierisch müde und nicht sonderlich begeistert aus, weshalb ich sie ehrlich gesagt gar nicht so großartig beachtete, ging auch gar nicht, denn Sean textete uns mit seinem Geburtstag voll, der ja demnächst irgendwann ist (es gab Zeiten, da wusste ich sowas mal...hat er am 12.12.? Irgendwann um den Dreh jedenfalls...) und wollte unbedingt, dass wir ihm ein Geburtstagsständchen singen. Wir widersprachen jedoch und meinten, das würde doch nur Unglück bringen, was ihm aber ziemlich schnuppe war, denn scheinbar hätten schon so einige andere Fans ihm auch ein Ständchen gesungen... Zuerst war ich wirklich sehr angetan von dem Racker und in meinen sentimentalen Erinnerungen sah ich mich wieder am 02.04.95 in meinem ersten Kelly-Konzert in Elsenfeld stehen, wo der noch nicht einmal dreijährige Seany so schüchtern auf die Bühne trat...mit einer Rose in der Hand...(meiner Rose?!)...ja, das waren noch Zeiten... Doch von dem scheuen Seany-Boy war nichts mehr übrig geblieben, er blickte einem herausfordernd ins Gesicht und quasselte in einer Art, die mir doch tierisch bekannt vorkam - ja, doch, eine Ähnlichkeit zu seinem Onkel Paddy war eindeutig zu bemerken. Auch Sean´s Mundpartie erinnerte mich sehr an seinen Onkel, der ja nun angeblich hinter dicken Klostermauern weilt (na, ich weiß ja nicht...). Von den Augen her glich er dagegen mehr seinem älteren Onkel Jimmy oder sah ich jetzt schon Gespenster?! Leicht verträumt betrachtete ich diesen kleinen (?) Kerl, der da so in seinem roten Jogginganzug und den meiner Meinung nach ziemlich hässlichen aber wohl unglaublich angesagten Nike-Schuhen hinter mir stand und irgendwas von seiner Schule faselte...er geht wohl auf eine reine Jungenschule und Kathy muss im Laufe des Abends auch mal gesagt haben, dass Sean diese strenge Erziehung dort braucht, was ich mir auch lebhaft vorstellen kann. Denn nach meiner ersten Begeisterung merkte ich, dass er es doch faustdick hinter den Ohren hat und auch recht frech werden kann. Er ist wirklich ein richtig kleiner Superstar, aber wen wundert das schon bei dieser Kindheit, die er zur absoluten Kelly-Hysterie-Zeit erlebte, in der er immer und überall irgendwie im Mittelpunkt stand?! Naiverweise ließ ich mich tatsächlich zu der Frage hinreißen, ob er denn in Deutschland oder Irland zur Schule gehe. (Sorry, ich weiß das wirklich nicht, hat mich auch nie sonderlich interessiert!) Diesen Blick, den Sean mir daraufhin aus diesen jimmyähnlichen Augen zuwarf, werde ich so schnell nicht vergessen: Er starrte mich einfach nur eiskalt, abwertend und irgendwie so gehässig an und ich wusste gar nicht, was los war. Hatte er mich womöglich nicht verstanden? (Eigentlich total bekloppt diese Frage, wo er ein astreines Deutsch spricht!) Und so fragte ich ihn tatsächlich ein zweites Mal: "Gehst Du in Deutschland oder Irland in die Schule?", bis mir Tina oder Silke zu verstehen gab, dass er das nicht sagen dürfe. Ach so, auch wieder wahr, er muss ja so erzogen worden sein, niemand Fremdem - erst recht keinem Fan - irgendwelche privaten Details zu erzählen und seien sie noch so banal...irgendwie grausam, oder? Und Sean fügte noch bestätigend hinzu: "Ja, wegen der Scheiß-Paparazzis!" Whoom, das hatte gesessen! Dabei würde ich mich selbst als alles bezeichnen, nur nicht als Paparazzi...doch trotzdem fühlte ich mich automatisch mal wieder gleich mit schuldig... Im Nachhinein frage ich mich, ob es allen Ernstes noch Leute gibt, die nach Irland jetten oder hier in Deutschland Sean´s Schule belagern würden...?! Man weiß ja noch nicht einmal, welche...und es interessiert mich auch gar nicht näher. Vorstellen kann ich mir das alles ja nun echt nicht, nachdem Kathy so viele Jahre schon nicht mehr aktiv bei den Kellys mitmischt, aber egal, ich hatte jedenfalls mein Fett war und meine Laune war ehrlich gesagt erstmal dahin. Tsss, da lasse ich mich doch glatt von so einem verzogenen Kelly-Lümmel ins Boxhorn jagen, man fasst es ja nicht ;o). Dieser ließ sich währenddessen neben Andrea (?) nieder und fing an, die vor ihm stehenden Plätzchen anzutatschen, um sie dann wieder hinzulegen...na lecker! Ich warf Kathy einen ziemlich vorwurfsvollen Blick zu à la: "Kann die Mutter nicht mal auf ihre Rotzgöre aufpassen und ihm etwas Erziehung zuteil werden lassen?!" Doch die war mit irgendwelchen Fans ins Gespräch vertieft und kümmerte sich nicht groß um ihren Sohnemann...zumindest kam es mir so vor. Mittlerweile habe ich von Britta gelesen, dass sie alle 5 Minuten besorgt nach ihm Ausschau gehalten hätte, aber das muss irgendwie an mir vorbeigegangen sein. Sean stellte derweil klar, dass John ja nur sein "Halb-Onkel" wäre...ja, ist ja recht, Ordnung muss schließlich sein ;o). Als ob das irgendeine Rolle spielen würde - fest steht doch, dass Sean den wundervollsten Halb-Onkel hat, den man sich als Kind nur wünschen kann, oder? Irgendwann fand ich den Kerl eigentlich - ich muss es zugeben - nur noch nervig, spätestens, nachdem er wieder von seinem Geburtstagsständchen anfing und ich erneut sagte, dass das aber Unglück bringen würde (warum ließ ich mich überhaupt auf das Niveau eines noch nicht mal 12-Jährigen hinab?! ;o)) Und prompt hatte er es wieder auf mich abgesehen: "Du bist ja nur neidisch, weil Du keinen Geburtstag hast!" Noch halbwegs freundlich gab ich zurück: "Ach, bis zu meinem Geburtstag im März dauert es auch gar nicht mal mehr sooo lange..." Doch was muss ich mir gehässig an den Kopf werfen lassen? "Meine Mutter hat auch im März Geburtstag, bähäää...!" Ach nee, als ob ich das nicht selber wüsste...die Vorstellung, den Kerl mit dem Kopf nach unten aus dem Fenster zu halten und rein versehentlich fallen zu lassen, gefiel mir doch immer besser, aber ich wollte natürlich keinen Ärger mit seiner Verwandtschaft riskieren und sparte mir daher jegliche diesbezügliche Aktionen oder weitere Kommentare ;o) Eine letzte Szene gab es aber noch, die mich fast vollends zur Weißglut brachte, als ich nämlich etwas später Sean mit meinem Fotoapparat in der Hand (ich hatte ihn leichtsinnigerweise einfach so auf dem Tisch liegen lassen, nichts Böses ahnend) erwischte. "Ist das ´ne Digi?" Boah, nee, stell Dir vor, Du kleiner Klugscheißer, das ist ein stinknormaler Fotoapparat, sowas kennst Du verwöhnter Superstar wahrscheinlich gar nicht mehr * zeter...motz...schimpf * ;o) (bitte nicht allzu ernst nehmen!!!). Scheinbar aber doch, denn schnell hatte er den Dreh raus, wo das Ding anging und knipste gleich mal drauflos. (Mittlerweile hat sich zu ihrem grenzenlosen Entsetzen herausgestellt, dass Tina sein Motiv war ;o).) Wieder warf ich einen flehenden Blick gen Kathy - die bekam aber auch gar nichts mit! Doch - oh Wunder - nachdem Sean fragte: "Wem gehört die?" und ich ein ziemlich eisiges: "MIR!" zur Antwort gab, legte er sie regelrecht brav wieder auf den Tisch, hätte ich ja nicht gedacht... Ja, ich glaube, das wäre es an Anekdoten meiner Bekanntschaft mit Sean, der sich Silke als nächstes Opfer aussuchte und fragte, ob ihr schwarzes Kleid ihr Halloween-Kostüm sei ;o) und ich kann guten Gewissens behaupten, dass Sean ganz sicher nicht zu meinen Lieblingskellys zählt ;o)!!! Apropos Lieblingskelly: Der saß noch immer irgendwo weiter hinten auf dem Boden rum :o)... ...ja und das nächste, an das ich mich erinnere, ist der Vater mit seiner Tochter aus Pforzheim (das weiß ich von Uli, die die beiden gleich erkannt hat) und noch einem Mädel, die sich da auf einmal mit Gitarren und Mini-Congas bewaffnet hinten auf die Galerie begaben und eröffneten, sie wollten jetzt für John singen. Hä, was geht denn jetzt ab?! Und kurze Zeit später legten die drei tatsächlich los und sangen "Leise rieselt der Schnee". Ich war wild hin- und hergerissen zwischen Tränen der Rührung und wildem Gelästere und ich fand Uli´s Blick irgendwie auch nur zu köstlich :o))). Einerseits war es wirklich schön, dass die drei das Singen begannen und für weihnachtliche Stimmung sorgten - bald stimmten schon die ein oder anderen Fans leise mit ein, die sich im Halbkreis und um die Holzbrüstung herum versammelt hatten - doch andererseits war diese Art von Selbstverwirklichung - und genau das war es für mich hauptsächlich - etwas fehl am Platze, zumal die Sängerin keine so tolle Stimme hatte, wie sie selbst scheinbar dachte. (Ich hoffe, sie liest das jetzt nicht und wenn doch, möge sie mir verzeihen, ist ja nichts gegen sie persönlich!!!) Sie konnte singen, gar keine Frage, aber sie sang einfach zu hoch für ihre Stimme und vor allem sang sie die ganze Zeit "Kopfstimme", was ich ganz einfach nicht mag...jeder soll seiner Stimmlage gemäß singen und nicht so übertrieben hoch. Doch lassen wir das, man muss ihr eines lassen: Sie hatte jede Menge Mut und Selbstbewusstsein, sich hier vor versammelter (Kelly-) Meute hinzustellen und loszusingen, Hut ab! Und den sicherlich gewünschten Erfolg brachte es natürlich auch, denn John stand da und lauschte ganz ernst und sichtlich beeindruckt der Darbietung, die mittlerweile in "Fat man" übergegangen war. Oh nein, nicht "Fat man", ich fand das Lied schon immer so scheußlich - vor allem Kathy´s Gekreische darin - und als ob sie meine Gedanken lesen konnte, ließ sie sich auch schon mitreißen und röhrte beim Refrain von unserem Tisch aus ordentlich mit :o). Mit etwas gemischten Gefühlen beobachtete ich das Geschehen, ohne es wirklich realisieren zu können...Das war doch alles zu verrückt! Kathy, John und auch Maite hörten ganz aufmerksam zu und vor allem an John´s ernstem Gesichtsausdruck konnte ich erkennen, dass er nicht im Entferntesten so lästerliche Gedanken wie ich hegte...ja, ich bin wirklich gemein, ich geb´s zu :o). Fast beneidete ich die drei Musizierenden da vorne um seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit...dabei schien es doch so einfach zu sein... Die Sängerin stellte daraufhin noch eine Eigenkomposition vor und spätestens jetzt dachte ich, dass es doch langsam aber sicher mal reiche, man muss es ja nicht gleich übertreiben und sie solle doch lieber mal Maite, Kathy und John singen lassen, die können das weitaus besser * räusper *. Aber wer hört schon auf mich?! ;o) Wieder plätscherten die nächsten Minuten an mir vorbei und ich schaltete etwas ab, weil mich die Musik der zwei Mädels und des "Vaters aus Pforzheim" nicht wirklich interessierte...bis Silvl zur Tat schritt und sich ihre Querflöte schnappte. Einige von uns hatten nämlich das oder andere Instrument mitgenommen, weil wir ursprünglich nämlich evtl. vorhatten, Weihnachtslieder während unserer Feier zu singen. Doch war konnte schon ahnen, dass diese sich so ganz anders, so viel unglaublicher entwickelte, als wir dachten?! Silvl jedenfalls stellte sich zu den dreien und stimmte sofort in ihre Lieder mit ein. Mensch, wir platzten fast vor Stolz, dass unsere Silvl die Klönecke bei diesem Highlight an musikalischen Ergüssen ;o) so würdig vertrat!!! Es klang so wunderschön, wie sie spielte und dabei so ganz unscheinbar, natürlich und einfach nur glücklich in ihre Musik versunken war. Es war herrlich! Dann tauchte einige Zeit später der Schlossherr auf der Bildfläche auf, richtete das Wort an John und Anhang und bat darum, dass sie doch nun auch etwas darbieten könnten/mögen... Ich glaube, John zögerte noch ein wenig - er war wie immer sooo bescheiden und wollte natürlich nicht im Vordergrund stehen ;o) - doch Maite schubste ihn liebevoll nach vorne, Kathy stellte sich zu ihm und jetzt sehe ich wieder diesen ungläubig erstarrten Blick von Uli vor mir, wie sie da zu John und Kathy schaut und total ergriffen vor sich hinmurmelt: "Was passiert denn jetzt? Das kann doch nicht wahr sein!" Doch Uli, Dein Traum wurde tatsächlich wahr: John und Kathy, Dein Lieblings-Kelly-Dreamteam, stand dort vorne mit Gitarren über den Schultern und fing an zu singen! Spätestens jetzt schaltete mein Hirn vollends ab und war nicht mehr fähig, richtig aufzunehmen, was hier vor sich ging...Ja, mein Gott, da vorne stehen die beiden nach 5 Jahren offizieller Abstinenz und singen für ihre Fans, begleitet von einem Mann, zwei Mädels aus Pforzheim und unserer Silvl, die da so neben John stand, als hätte sie nie etwas anderes in ihrem Leben getan - na und, was war schon dabei?! Heute brachte mich nichts mehr aus der Fassung ;o)! Nein, natürlich nahm ich es das alles nicht halb so locker, wie ich es hier schreibe, aber da war einfach wieder dieser unrealistische Film, der an mir vorbeizog, ohne, dass ich ihn begreifen konnte. John sang sein "Santa Maria" und man spürte gleich wieder, wie sehr er die Musik liebt, dass er quasi nur aus Musik besteht und das Glück und die Erfüllung, die sie ihm gibt, strahlte er ab dem Moment aus, als er mit geschlossen Augen die ersten Töne sang. Ich finde ja, dass er an diesem Abend wieder etwas müde und mitgenommen aussah - nicht ganz so schlimm wie in Dortmund, aber doch ein wenig - aber als Johnny sang, da entspannten sich seine Gesichtszüge und er wirkte einfach nur rundum zufrieden und sicher und er strahlte diese Magie aus, wie es wohl nur Engel können...! Kathy neben ihm war nicht minder in die Musik vertieft, schaute immer wieder konzentriert zu ihrem Lieblingsbruder hinüber und war wieder voll und ganz die Musikerin, wie ich sie noch von "damals" in Erinnerung hatte. Es war so schön, sie auch da stehen zu sehen, auch, wenn sie auf mich nicht ganz so viel Magie und Gefühl ausstrahlt wie John (Uli, schlag´ mich nicht!!! ;o)) - er berührt mich ganz einfach mehr. (Sorry, das war schon immer so.) Es folgten "One more happy Christmas", "Silent night", "San Jose y el nino Jesus" * dreifachseufz * und - tief durchatmen - das wunderschöne baskische Lied "Hegoak", das Maite und John in Dortmund gesungen hatten * stirb langsam *!!! Ich kann nicht beschreiben, was da in mir vorging, dafür gibt es einfach keine passenden Worte - es war die pure Kelly-Magie aus früheren Zeiten, die uns da umfing... Mir stiegen nun doch ein paar Tränen in die Augen, als ich Maite und John wieder so singen hörte, wie ich es bereits in Dortmund getan hatte...all die Gefühle, die ich damals im Juli in dem Konzerthaus hatte, kamen hier in Honhardt nun auch wieder hoch... Irgendwie ging alles so schnell, zaghaft sangen wir leise die Lieder mit, nachdem John uns dazu aufgefordert hatte, doch oft genug versagte meine Stimme ihren Dienst, es ging einfach nichts mehr. Über das letzte Lied dieses Abends entstand eine kleine Debatte, weil die Meinungen hier doch reichlich auseinandergingen...viele Mädels wollten "We are the world" hören und Uli´s und meine Rufe nach "Imagine" gingen total unter, obwohl wir unseren Wunsch oft genug wiederholten ;o). Welches Lied könnte denn schließlich besser zu diesem sagenhaften Abend passen, wenn nicht Imagine?! (Oder "By myself but not alone" - doch so weit hatte ich gar nicht mehr gedacht!) "Imagine the things we could be if life was a dream..." Ja, das Leben war an diesem Abend mal wieder ein einziger Traum, ein Winterweihnachtstraum, der sich so allmählich ganz langsam dem Ende näherte... Letztendlich entschied sich Johnny für "The Rose" und forderte uns auf, mitzumachen. "Alle können etwas machen!" Sehr witzig, was hätten wir denn "machen" sollen? Wir waren doch wie gelähmt vor Freude und Bewunderung, wir sangen mit, soweit das möglich war, was hätten wir denn noch tun sollen? Auf Händen im Takt um ihn herumlaufen oder was...? ;o) Nein, ich genoss nochmal in vollen Zügen seine und Kathy´s Stimme - Maite hielt sich indessen wieder mehr im Hintergrund auf und sah den beiden nur interessiert zu - , ihr Gitarren- und Silvl´s Flötenspiel... Und dann waren diese einzigartigen Minuten voller Musik und Magie auch schon wieder vorbei, ich befand mich im absoluten Rausch der Gefühle und bekam nur noch wie durch einen Nebel mit, wie sich John bei den musizierenden Mädels für ihr Mitwirken bedankte und sie lobte und irgendwie löste sich das Publikum so ganz allmählich auf, jeder trottete langsam seines Weges und John schüttelte zum Abschied noch ein paar Hände...und sogar ich kam in diesen Genuss, nachdem ich noch leicht benommen in meinem Tran dort herumstand. Ja, Johnny streckte auch mir die Hand entgegen und sagte "Tschüs!" (glaube ich jedenfalls). Ich stammelte irgendwas von "Danke! Es war sehr schön!", was mich gleich wieder so an Dortmund erinnerte, scheint wohl mein Standardsatz bei John zu werden ;o) und dann schnappte sich John sämtliche Geschenktüten, die er im Laufe des Abends eingeheimst hatte und zog mit Maite, Kathy und wohl auch Sean - den hatte ich zuletzt gar nicht mehr gesehen oder vielleicht auch bewusst übersehen, wer weiß ;o) - von dannen. (Wann hatte John eigentlich unsere Geschenktüte überreicht bekommen und von wem? Ich habe das gar nicht mitbekommen, weiß der Himmel, was ich sonst noch alles Wichtiges verpasst habe...!) Tja und da standen wir jetzt und mussten erstmal verdauen, was wir die letzten Stunden erlebt hatten und vor allem, dass es nun vorbei war...ganz plötzlich, ganz grausam einfach vorbei! Plötzlich ist da nur noch ein unglaubliches Gefühl der Leere in einem, es kommt einem vor, als ob auf einmal all die Erlebnisse des Abends weggewischt wären, man kann sich an alles und doch wieder nichts erinnern...das ist so seltsam zu beschreiben und ich will es eigentlich erst gar nicht versuchen. Ich glaube, wir waren allesamt total neben der Spur und fast hätten wir wohl die Wichtelgeschenke vergessen, die ja noch auf uns warteten. Jeder nahm sich eines vom Tisch (in meinem war ein kleiner Bilderrahmen mit einem Foto von Maite und John in Wuppertal - Danke nochmal an Andrea dafür :o)) und dann half alles nichts mehr - es musste noch ein wenig aufgeräumt werden und die Tische an Ort und Stelle zurückgestellt werden. Irgendwie fiel uns dieses produktive Schaffen total schwer und jeder ertappte sich dabei, wie er oftmals einfach nur gedankenversunken herumstand und nicht in der Lage war, etwas zu tun...und es war so schön, zu wissen, dass es jedem so ging! ;o) Während wir also aufräumten oder zumindest so taten, als ob ;o), stand Silvl, die mit Sicherheit noch einiges mehr an Gefühlen zu bewältigen hatte als wir, ganz verträumt an der Holzbrüstung und blickte hinunter in den Konzertsaal, in dem noch jemand angefangen hatte, Klavier zu spielen. Es dauerte eine Weile, bis wir es alle merkten, aber dieser jemand da unten spielte Kelly-Balladen * seufz *..."Sweetest Angel", "Life is hard enough" und "Fell in love with an alien" sind die Stücke, an die ich mich jetzt noch spontan erinnern kann, aber es waren bestimmt noch einige mehr. Und plötzlich fing Silvl an, zu dem Klavierspiel des offensichtlichen Kelly-Fans zu singen. Zum zweiten Mal an diesem Abend bestaunten wir sie, wie sie so dastand, irgendwohin ins Nichts blickte und ganz einfach nur sang - vor allem sooo wunderschön sang, dass uns ganz anders wurde. Hätten wir nur geahnt, wie schön Silvl singen kann, so wäre sie bestimmt nicht drum herum gekommen, es John ebenfalls zu präsentieren, denn sie hätte ihre "Kollegin" locker in Grund und Boden gesungen, wie sie uns kurz darauf noch bewies. Lange hielt Silvl es nämlich nicht mehr dort oben aus, bald stand sie unten an dem Flügel, wo noch wenige Stunden zuvor Maite gestanden hatte und sang so schön, dass es uns alle total berührte...Nahm das denn an diesem Abend gar kein Ende mehr?! "Leider" gesellten sich wenige Minuten darauf gleich wieder die Mädels von vorhin zu Silvl und die "Sängerin in Rosa" leistete ihr Unterstützung. Sorry, dass ich "leider" schreibe, aber für mich war der Zauber daraufhin nicht mehr so stark wie noch zuvor...Silvl sang einfach viel viel schöner und jetzt war sie an der Reihe, einfach nur sie! Andererseits war das Bild von den beiden da unten aber auch süß, ich muss es ja doch zugeben ;o). Letztendlich war es schon 2:00 Uhr, als wir aus dem Schloss traten. Wir waren vorher noch von dem lieben Schlossherrn verabschiedet worden, der sich nochmal für unser Kommen bedankte - keine Ursache, wir hatten zu danken!!! Und das taten wir auch, schließlich wäre das alles ohne ihn gar nicht möglich gewesen!!! Er schien zu verstehen und zu fühlen, was da heute Besonderes in seinem Schloss vor sich gegangen war, das konnte man anhand seiner Worte, mit denen er uns verabschiedete, ganz deutlich spüren. Schön, dass es noch solche Menschen gibt! Wir tappten die wenigen Schritte bis zum Gasthof durch den nächtlichen kalten Nebel, der mir und meinem erhitzten Gemüt so richtig gut tat, und es war ca. halb drei, als ich mich neben Silke auf dem Boden in meinen Schlafsack verkroch...doch schlafen konnte ich noch lange nicht und so lauschte ich noch eine ganze Weile Britta und Danni, die ebenso aufgewühlt schienen und miteinander flüsterten, während wieder und wieder die wilden Bilder des Abends durch meinen Kopf sausten, bis ich schließlich in einen ziemlich flachen Schlaf fiel... Ungefähr 5 Stunden später piepte der Wecker meines Handys, eine halbe Stunde später saßen wir mit Tina, Regina und Elke beim Frühstück, zu dem sich später auch noch Uli, Anja, Katja, Simone und Andrea gesellten und kurz nach 9:00 Uhr saßen wir schon wieder im Auto und auf der Autobahn... Alles war plötzlich so schnell vergangen, auf einmal vorbei...und so wunderschön!!! Heute ist Dienstag, ich schreibe nun schon den dritten Tag an meinem Bericht und es sieht so aus, als würde ich ihn heute beenden können und doch habe ich das Gefühl, so viele unendlich wichtige Kleinigkeiten vergessen zu haben. Da fallen mir immer wieder so kostbare Momente ein, an die ich mich noch lange zurückerinnern werde und die ich noch gar nicht erwähnt hatte, weil ich sie einfach nicht mehr an der passenden Stelle einzuordnen wusste... Da war Uli´s Anja, die so selig an Christine gekuschelt am Tisch saß und für die DAS das eigentlich wirkliche Highlight des Abends zu sein schien - ein rührendes Bild! Da war Silke, die plötzlich mitten in Maite´s und Johnny´s Gesang hinein plötzlich neben mir zu Boden sackte - nein, sie ist wieder hysterisch, noch hat ihr Kreislauf wirklich schlappgemacht...es waren einfach nur die Knie, die ihr schon den ganzen Abend verständlicherweise sehr wackelig waren und die auf einmal einknickten. Nach dem ersten Schreck mussten Uli und ich doch herzhaft lachen und in der nächsten Sekunde stand Silke auch schon wieder :o). Da war Maite, die Johnny nach dem kleinen Konzert so liebevoll von hinten umarmte und so wohl langsam aber sicher ihren Mann zum Gehen animieren wollte. Er unterhielt sich gerade mit irgendjemandem, aber die Art, wie er sie trotzdem bemerkte und ihre Hände von hinten in die seinen nahm...so unendlich liebevoll, dass ich gerade glatt in Tränen ausbrechen könnte... Da war Simone, die ganz abwesend an der Brüstung stand, zu Silvl nach unten schaute und einfach nur ganz weit weg zu sein schien... Es gab sooo viele kleine Momente, die diesen Abend zu dem machten, was er war: Ein einziger magischer Winterweihnachtstraum! Ein ganz liebes Dankeschön an alle, die ihn wahr werden ließen: Allen voran an diesen superlieben Schlossherrn und an Christine (!!!), die das alles für uns möglich gemacht haben!!! Danke Danke Danke!!! Und natürlich an unsere Weinachtsengel Maite und John, die uns wieder einmal zeigten, was wahre Magie und Liebe ist sowie an Kathy, die endlich einfach wieder da war und ihren Frechdachs, der mich so manches Mal auf die Palme brachte ;o)...!!! ...sowie an die drei "Pforzheimer Stadtmusikanten", die sich ganz einfach trauten, den Anfang zu machen - wer weiß, ob es sonst zu diesem kleinen Konzert der besonderen Art gekommen wäre?! Ein Danke an Silvl, weil sie sooo schön Querflöte gespielt und gesungen hat - Du bist toll!!! ...und an Sassy, die Klavierspielerin, die uns, als alles schon zu Ende schien, nochmal zum Träumen und Silvl zum Singen brachte! Aber das größte Dankeschön geht eindeutig an das gesamte Publikum des Abends und vor allem an die Klönecke, an Euch, Mädels - ohne Euch wäre das alles nur halb so schön gewesen! Es war unbeschreiblich, all dies mit Euch teilen zu können und zu wissen, dass Ihr alle ebenso fühlt wie man selber! ...und an die liebe Uli, die unsere Klönecke vor einem Jahr ins Leben rief und damit vielleicht den Grundstein für all die vielen kleiner Wunder der letzten Zeit gelegt hat!!! Schön, dass es Dich gibt und schön, dass Dein persönlich größter Traum in Erfüllung ging!!! Und nun fehlen mir die Worte, um diesen ellenlangen Bericht abzuschließen. Wie soll man etwas beenden können, das noch sooo nah, direkt in einem ist? In jeder freien Minute fliegen meine Gedanken und Erinnerungen in dieses kleine unscheinbare Schlösschen nach Honhardt zurück, nachts träume ich von Maite und John...kurzum: Ich habe noch lange nicht verarbeitet und realisiert, was wir da am Samstag Wunderschönes, Einzigartiges erlebt haben!!! Mädels, ich wünsche Euch noch eine wunderschöne Weihnachtszeit und freue mich auf ein neues und hoffentlich ebenso tolles neues Jahr mit Euch... "...to keep on the dreams that we have had all along..."
© Maren |
Last update: 23/12/2004
(Online since: 23/12/2004)