Brühl 12.09.2004
(Phantasialand)
by Maren   m.riffert@tiscali.de


(Pray pray pray for a happier day)

Dieser Konzertbericht wird wohl nicht ganz so euphorisch ausfallen wie die letzten, aber dieses Mal war eben auch alles etwas anders als sonst – zumindest beim zweiten Konzert...

Wie schnell die Zeit vergeht... jetzt waren schon wieder knapp drei Monate seit meinem letzten Kelly-Konzert im Phantasialand vergangen. Langsam aber sicher machten sich doch die ersten Entzugserscheinungen bemerkbar und spätestens, als im Internet zu lesen war, dass die Kellys jetzt ihren Uralt-Song "Madre tan hermosa" (den fand ich schon auf dem "Keep on singing"-Album immer so klasse!) im Programm haben, war klar: Ich muss mal wieder nach Brühl fahren!

Und so saß ich gestern morgen um kurz nach 08:00 Uhr – noch reichlich verschlafen und doch etwas unmotiviert angesichts des eher regnerischen Wetters – im Auto auf der A 3. Zum Glück besserte sich das Wetter ziemlich schnell und versprach dann doch noch recht sonnig und angenehm zu werden. Nach 2 ¼ Stunden recht langweiliger Fahrt – alleine macht´s halt doch keinen Spaß und die Strecke kommt einem gleich doppelt so lang vor – kam ich dann endlich in Brühl an und verbrachte die nächste Viertelstunde damit, einen Parkplatz zu suchen. Sollte ja eigentlich kein Problem sein, da man ja eingewiesen wird – doof aber, wenn trotz Parkplatz-Einweisung ein solcher nicht mehr vorhanden ist. Hm, bin dann ziemlich ratlos durch die Parkreihen gekurvt und wusste nicht so recht, wie ich da wieder rauskommen sollte – mache ich mich zum Geisterfahrer, wenn ich da jetzt rechts fahre? Ich hab´s probiert und es war scheinbar richtig. Ich reihte mich leicht genervt erneut in die Schlange der einzuweisenden Autos ein (wehe, wenn ich jetzt nochmal 3,00 € blechen darf!), da grinst mich der "Einweiser" doch tatsächlich blöd an und meint: "War kein Parkplatz mehr frei?" Sieht wohl ganz danach aus * knurr *! Ich bin dann freundlicherweise nach rechts verwiesen worden, wo es diesmal wirklich noch freie Plätze gab und war heilfroh, nun endlich richtig angekommen zu sein. Eins weiß ich aber: Das nächste Mal parke ich wieder bei "China Town", da kenne ich mich doch besser aus.

Ich lief über diese Fußgängerbrücke zum Haupteingang und gerade, als ich dort ankam, traf ich auch schon Uli mit ihrer Anja, die mir unauffällig gefolgt waren * freu *. Nach dem ersten Hallo machten wir uns erstmal auf den Weg zum Silverado Theatre. Dort war sogar verhältnismäßig wenig los, welch Wunder! Kurz darauf habe ich mich dann mit Silke getroffen und gemeinsam machten wir uns auf zur obglitorischen Fahrt im "Temple of the hawk", worin es heute noch dunkler war als sonst * hülfe * ;o)! Später haben wir noch eine Runde auf dem Uralt-Pferde-Karussell in "Alt Berlin" gedreht (kitschig aber schön, hihi!) und eine Fahrt in diesen noch kitschigeren 1001-Nacht-Gondeln mitgemacht (es will halt auch niemand mit mir die Silberminen-Achterbahn fahren :o(), bevor wir wieder Richtung Silverado zurückgelaufen sind. Dort war mittlerweile schon etwas mehr los und so stellten wir uns mehr oder weniger freiwillig auch mal an. Ich ging später jedoch nochmal "kurz um die Ecke" zum Behinderteneingang, wo ich mich mit Sarah alias "Hope84" traf und wo sich auch kurz darauf Uli und Anja nochmal zu uns gesellten. Nach kleinem Small-Talk und dem ein oder anderen Erinnerungsfoto bin ich wieder zu Silke zurückgekehrt, die ich nicht noch länger in der "Schafherde" der Kelly-Fans alleinlassen wollte ;o). Es dauerte nicht mehr lange und Christine, die mit Freund und zwei weiteren Freunden gekommen war, stellte sich auch zu uns. (Ihr "Anhang" würde sich die Kellys erst in der zweiten Show "antun" ;o).)

Dann kam der Zeitpunkt des Einlasses – falls man diesen Zustand wirklich so nennen kann – und die "Herde" setzte sich wieder stolpernd und mehr oder weniger kreischend die Treppen nach oben in Bewegung – oh Mann, ich werde mich nie daran gewöhnen können * nerv * :o/. Diesmal landeten wir wider bisheriger Gewohnheiten an der linken Türe und da standen wir dann wieder in diesem Pulk auf der Treppe und die Minuten, bis die Tür freundlicherweise mal geöffnet werden würde, schienen mal wieder nicht vergehen zu wollen. Irgendwann ging die Tür aber doch auf – allerdings nicht unsere, sondern die vom rechten Eingang, war ja fast zu erwarten * grummel *. Doch auch uns wurde letztenendes Einlass geboten und so suchten wir uns mehr oder weniger nette Plätze ziemlich weit hinten mittig (auf Höhe dieses Misch-/Beleuchtungspultes). Naja, wirklich gelungen war das jetzt nicht, aber wir waren froh, dass wir sitzen konnten (besonders ich, da mein Magen und Kreislauf mir sowieso schon den ganzen Tag diverse Problemchen bereiteten) und das Chaos erstmal vorbei bei.

Um 14:00 Uhr setzte das erste Geklatsche nach den Kellys ein – wow, würde diesmal sogar schon in der ersten Show (die übrigens richtig gut voll war) schon so gute Stimmung sein? Mit leichter Verpätung, die aber noch durchaus im Toleranzbereich liegt – man ist von den Kellys im Bezug auf Pünktlichkeit ja Schlimmeres gewohnt ;o) – kamen sie dann auf die Bühne und starteten wieder mit Patricia´s "I´ll be there", nachdem sie wie immer ankündigte, dass sie heute Lieder vom neuen Album und einige alte Songs singen würden. Patricia wurde von Jimmy mit "Carry my soul" abgelöst * schööön* :o)! Er war wie immer am Herum-Improvisieren – der Song klingt textlich ja wirklich jedesmal anders – und es war mal wieder zu lustig, ihn dabei zu beobachten, hihi! Ich glaube, dann folgte auch schon Maite mit "What if love", vor dem sie meinte, dass sie diesen Song einer Familie mit drei Kindern widme und dass eine Familie mit drei Kindern heutzutage eine Großfamilie sei... irgendwie schien sie sehr gerührt und den Tränen nah zu sein, bin mir damit aber nicht wirklich sicher. Total in ihrem Element brachte sie das Lied live wie immer toll rüber!

Generell verlief das Konzert dann in recht Brühl-üblicher Weise – Joey sang wieder "True love", Patricia "Strange world", Angelo gar nichts...warum auch immer, aber er hatte ja wohl neulich gesagt, dass ihm "Walking" quasi zum Hals raushänge. Hey, Du kannst auch gerne was anderes singen, so ist es ja nicht ;o)!

Das erste große Highlight war für mich, als Paddy nach vorne trat – reichlich heiser übrigens, was schon am Anfang aufgefallen war, als Maite seine hohen Parts bei "Carry my soul" übernahm – und den nächsten Song jemandem widmete, der jeden Sonntag im Phantasialand sei...einem Thorsten, wenn ich mich recht erinnere. Dann kündigten die ersten Akkorde "Rain of roses" an * jajaja *! Ich hatte das Lied noch nie live gehört, doch das Warten hat sich wirklich gelohnt, es war so wunderschön – vor allem, als die anderen dann später im Refrain noch miteinstimmten, hach, das war echt zum Dahinschmelzen und Träumen * schwärm *!

Der zweite Höhepunkt war später das von mir heiß ersehnte "Madre tan hermosa" von Jimmy, welches er mit seiner "Trommel zwischen den Beinen" begleitete und es kam, was kommen musste – Gänsehaut ohne Ende * brrr *! Ich liebe es ja sowieso, wenn Jimmy spanisch singt und dann noch dieses ergreifende, alte Lied...mit geschlossenen Augen und voller Hingabe vorgetragen...es wirkte auch irgendwie leicht mystisch...auf jeden Fall unbeschreiblich schön! Dafür wurde zwar "San Josè" aus dem Programm genommen, doch es sei den Kellys ausnahmsweise verziehen, nachdem wir in den Genuss ja nun doch schon öfters gekommen sind ;o).

Bei Maite´s "So many things" gab´s natürlich wieder mal ordentlich was zum Mitsingen und die Stimmung dabei war wirklich sehr gut!

Mitsingen und Party-machen konnten wir später auch bei "One more freaking dollar" – ich kann mir nicht helfen, aber bei dem Lied sehe ich immer die "alten neun Kellys" zusammen vor mir auf der Bühne stehen...irgendwie fühle ich mich bei dem Song immer in alte Zeiten und deren einzigartigen Flair zurückversetzt und darum finde ich ihn immer wieder klasse! Paddy rundete ihn auch mit kleinen Einlagen wie "The lion sleeps tonight" ab, was wir selbstverständlich mitsingen mussten – linke Hallenseite gegen rechte Hallenseite...und wir in der "goldenen Mitte" durften auch mal ab und zu mitmachen ;o).

Dann ging auch schon das erste Konzert in altgewohnter Manier mit "Lord" zu Ende... doch wider Erwarten gab es diesmal sogar eine Zugabe – Jimmy fragte: "Wollt Ihr noch ein Lied?" Na, aber logo! "Ich auch!” Und dann folgte ein Lied, von dem ich zwar schon oft im Internet gelesen, es jedoch live noch nie gehört hatte: "If I should fall behind” von Bruce Springsteen! Ist wirklich ein wunderbarer Song und erinnerte mich vom Stil her fast ein wenig an "We are the world", wie jeder der Kellys – auch Angelo! ;o) – so ans Mikro trat und seinen Part sang...

Großartige Kelly-Geschichten oder sonstige aufregende Einlagen gab´s in dieser ersten Vorstellung eigentlich sonst nicht. Maite erwähnte zwar noch Patricia´s neuen Rock (dessen Saum sie sich dann im zweiten Konzert prompt heruntertrat. "...mein neuer Rock...!" :o)) sowie deren neue Frisur (Haare offen und vorne seitlich mit Spange), aber sooo schrecklich sensationell ist das ja nun auch nicht unbedingt ;o).

...womit ich auch schon zum zweiten Einlass des Tages kommen will, der nicht minder chaotisch verlief. Diesmal stellten wir uns zwar wohlweislich an der rechten Türe an, was uns aber trotzdem nichts gebracht hat, da mir Uli per Handy mitteilte, dass die SECs die Leute wohl unten durch den Behinderteneingang (habe ich das richtig verstanden?) reingelassen hätten, sozusagen als Strafe, weil die "Schafherde" bereits wieder unmittelbar nach dem ersten Konzert gleich wieder die Treppe belagerte. Tolle Sache...zumal wir das nicht wussten, weil wir uns erst später anstellten, als schon alle oben standen. Na egal, irgendwie hatten auch andere von dieser Tatsache Wind bekommen und liefen schon nach unten, als die linke (!) Tür aufging – warum war mir das klar gewesen?! – und alles nach links stürmte...Hilfe! Das Ende vom Lied war, dass wir wieder fast genau auf unseren vorherigen Plätzen saßen – aber immerhin zwei Reihen weiter vorne, frau will ja nicht undankbar sein ;o)!

Im zweiten Konzert – diesmal nicht mehr ganz so gut besucht – lief wieder alles in gewohntem Stil ab... Jimmy´s Ausführungen bei "Carry my soul" waren jetzt allerdings besonders genial: "...then I was a rebel – No, Papa!" * grins * :o) Jaja, der arme Papa Dan hat sicherlich oft so seine Not mit dem kleinen Rebell gehabt ;o). Dann folgten noch Ausführungen über Jimmy´s Kopf, der ihm runtergefallen war und der ihm später die entscheidende Frage stellte: "To be or not to be – that´s the question!" Ja, Jimmy, ist schon klar ;o). Letztenendes hatte er sich den Kopf wieder aufgesetzt, aber er passe noch immer nicht ganz oder so ähnlich * lach * - dieses "Jimmysch" kann man nicht wirklich gut wiedergeben, das muss man gesehen bzw. gehört haben :o)!

Danach wurden fordernde Angelo-Rufe laut, der wohl überhaupt nicht daran dachte, überhaupt irgend etwas zu singen. Jimmy wollte etwas sagen, kam aber dank des Publikums überhaupt nicht zu Wort und meinte nur noch: "Was wollt Ihr? Der hat zwei Kinder!" o. ä. :o) Doch Angelo hatte ein Einsehen – Zitat: "Ich geb´s auf!", trat unter lautem Jubel nach vorne und sang endlich das von ihm momentan nicht mehr so gemochte "Walking". Na also, Angelo, war doch gar nicht so schwer ;o)!

Später trat Paddy ans Mikro und irgendwie wurden kurz darauf verschiedene Songwünsche laut. Er grinste nur und meinte: "Ich bin doch keine Jukebox!" * lach * :o) Dann bückte er sich, hob eine Münze auf, die auf der Bühne gelandet war * tsss * und lenkte gleich wieder ein: "Welchen Song wolltest Du hören?" ;o) Dann nahm er noch ein Geschenk vom Bühnenrand entgegen. "Das war bestimmt teuer!", was sich als blaues Shirt (Paddy sagte etwas von "T-Shirt von Polo"?! Hä? Oder vielleicht habe ich es auch nur falsch oder zur Hälfte verstanden...) entpuppte.

Danach wurde es jedoch ernster – ernster, als mir lieb war – und Paddy erzählte, er wäre heute von jemandem gebeten worden, das folgende Lied zu singen..."Why don´t you go"! Dieser "jemand" hätte glatt ich sein können, wo ich diesen Song doch so liebe, doch ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass er es auch heute wieder singen würde! Zuerst habe ich mich auch riesig gefreut, als er uns den gesamten Refrain singen ließ, aber spätestens, als er danach nicht mehr weitersang und Maite (?) das übernahm, merkte ich, das etwas ganz und gar nicht stimmte: Paddy stand da vorne und weinte!!! Ich war total geschockt – ich wusste nicht, was ich denken sollte, ich war einfach zu Tode erschrocken und hatte die Tränen in den Augen stehen, war aber irgendwie zu versteinert, um wirklich weinen zu können...Was war denn jetzt los?... Wie in Trance sah ich, wie sich das Publikum nach und nach erhob und Paddy aufmunternd applaudierte – ein Moment, den ich nie vergessen werde...! Die Situation wurde auch nicht gerade dadurch besser, dass Patricia und Maite (wenn ich das richtig gesehen habe) auch ein paar Tränen vergossen...was war da nur los?! Christine neben mir spekulierte auf den Todestag von Papa Dan, doch war der nicht irgendwann im August gewesen?

Irgendwie hat sich Paddy zum Glück zwar wieder gefangen und tapfer weitergesungen, aber genießen konnte ich es nicht mehr. Was hatte der Arme nur?! Am Ende des Liedes wischte er sich mit dem Arm über´s Gesicht und sagte kleinlaut: "Danke für Ihr Verständnis! Manchmal kann Liebe sehr schmerzhaft sein!" Oh mein Gott, vor meinem geistigen Auge sah ich bereits die Gerüchteküche im Internet brodeln à la "Paddy ist wieder solo!" o. ä. Zugegebenermaßen liegt dieser Gedanke ja auch wirklich nahe, aber 100 %-ig genau wissen wir es eben nicht. Aber dass Paddy Liebeskummer der schlimmsten Sorte hatte, war nicht zu verkennen und ich muss gerade daran denken, wie oft auch ich schon zu "Why don´t you go" bittere Tränen vergossen habe * seufz *... Es waren schon sehr bedrückende Momente und die gute Laune wollte sich bei mir auch kaum wieder richtig einstellen – es war, als läge ein Schatten über dem gesamten Konzert, zumindest in den nächsten Minuten. Ich sah viele, die bedrückt in ihren Stühlen saßen, teilweise auch weinten... ich fand´s furchtbar * schnief *!

Auch "Madre tan hermosa" konnte ich nicht mehr so recht genießen, es bedrückte mich irgendwie nor noch mehr * heul * :o(.

Doch man muss den Kellys lassen, dass sie schnell wieder versuchten, gute Stimmung in das kleine Theatre zu bringen. Patricia erwähnte eine Freundin von ihnen, Angelika, die heute Geburtstag hätte und wir sollten ihr doch alle zusammen ein Ständchen singen...und so sang das Publikum lauthals "Happy birthday" und dann auf deutsch "Zum Geburtstag viel Glück". Patricia war richtig gerührt und meinte: "Ich habe Tränen in den Augen!" oder "Mir kommen die Tränen!" oder sowas in der Richtung - * seufz * leider etwas zu oft an diesem Tag... :o/ Die Geburtstagsgesänge gingen dann dank Maite noch in Kölner Karnevalsgesänge über und auch Paddy (der riss sich wieder ordentlich zusammen und wirkte bald wieder einigermaßen wie der "Alte", doch wirklich abnehmen konnte ich es ihm nicht) feierte munter weiter und meinte noch "Hyper, hyper!" Leider kannte ich die Karnevalsmusik nicht wirklich – komme halt nicht aus dem Rheinland - , doch auch Angelo fragte fassungslos: "Was ist das? Ich kenne das nicht!" Na, da bin ich ja beruhigt, dass ich nicht die einzige war, die ratlos dastand, ohne mitsingen zu können ;o).

Angelo hat übrigens tatsächlich auch noch ein zweites Lied gesungen und zwar "Vincent" – das, was ich in meinem letzten Brühl-Bericht mit "Starry starry night" erwähnt hatte. Er hat es wieder total schön mit seiner tiefen Stimme gesungen – nur von seiner Gitarre begleitet...es hatte nach all den Emotionen eine richtig beruhigende Wirkung auf mich, fast wie eine Art Schlaflied und ich stellte mir vor, wie Angelo am Bett seiner Kinder sitzt und es ihnen vorsingt...(ja, ich war reichlich sentimental angehaucht an dem Tag...)

Das Konzert verlief dann im weiteren wieder recht "normal" und die Stimmung fing sich mit der Zeit auch einigermaßen, bis zu dem Moment, als Paddy wieder das Wort ergriff. "Manchmal kommt man an den Punkt, wo man merkt, wie zerbrechlich man ist..." (oder "...wie leicht alles zerbricht..."? Sorry, Angaben ohne Gewähr!) Mir schwante schon wieder Schlimmstes, doch er erzählte nicht von Liebe, sondern vom 11. September und dem Terror in Russland...er meinte, manchmal helfe nur noch beten und das sollten wir nun alle zusammen tun. Jetzt folgte "Pray pray pray" und ich glaube, ich habe das Lied noch nie so ernsthaft und gerührt mitgesungen wie dieses Mal...ich habe wirklich "for a happier day" gebetet, dafür, dass Paddy diese wohl für ihn momentan so schwere Zeit irgendwie meistern wird... Zum Schluss hüpfte alles lauthals den Refrain singend mit...und Jimmy stand da unten mit Paddy zusammen am Mikrofon, hatte den Arm um seine Schultern gelegt und gemeinsam sangen und hüpften auch sie zu "Pray pray pray". Das war ein rührendes Bild, das mir wieder Hoffnung gab – es wirkte so auf mich, als wollte Jimmy sagen: "Kleiner Bruder, Du bist nicht allein, wir sind für Dich da!" * seufz *

Und bei "Lord" gab es einen extra-lauten Fanchor, ich hatte das Gefühl, die Fans wollten Paddy zeigen, wie sie hinter ihm stehen, sangen dem "Lord" lauthals zu, er möge ihr Gebet erhöhen...vielleicht klingt das jetzt alles etwas geschwollen, aber so kam es mir eben vor und gerade diese religiösen Lieder schienen Paddy und auch uns allen an diesem Tag besonders viel zu bedeuten...

Das Lied endete in einem "Hallelujah" (oder war das schon bei "Pray pray pray"?), das schnell von allen mitgesungen wurde und so richtig feierlich das Ganze abrundete * Gänsehaut *...

Wir forderten lautstark Zugabe und wieder wurde unser Wunsch erfüllt! Es sollte noch ein Lied von Paddy geben und zwar "Thanking blessed Mary". Es war sehr ergreifend, zumal Paddy´s Stimme wieder gefährlich zitterte und ich befürchtete, er würden jeden Moment wieder weinend abbrechen, aber so weit kam es zum Glück nicht – doch trotzdem rüherte ihn das Lied sehr und es reichte aus, dass auch ich wieder kurz vor´m Heulen stand. Und wieder einmal bin ich froh, dass Paddy seinen Glauben gefunden hat – ich befürchte, er braucht ihn momentan wieder einmal mehr denn je...

Somit ging ein weiterer Tag im Phantasialand Brühl zu Ende und ich weiß nicht, ob ich mich zukünftig gerne an ihn zurückerinnern werde. Einerseits war er sehr schön – liebe Grüße hiermit an Sarah, Uli, Anja, Christine und natürlich mein Seelenschwesterlein Silke; war echt (mal wieder) schön mit Euch! Bis zum nächsten Mal! – und auch die Konzerte an sich waren eigentlich schön gewesen, doch dieser Gefühlsausbruch von Paddy hat mich doch zutiefst erschüttert und mitgenommen und es ist mir noch nie so schwer gefallen, einen Konzertbericht zu schreiben, der sowieso recht konfus geworden sein dürfte... Ich glaube, das werde ich so schnell nicht vergessen können und will auch nie wieder einen Kelly so unglücklich auf der Bühne stehen sehen, nie wieder!!!

Man fühlt sich so macht- und hilflos, schämt sich fast, das so untätig mitansehen zu müssen, will auf die Bühne springen und ihn einfach nur in den Arm nehmen – doch leider ist das nicht möglich. Aber ich denke immer an dieses tröstende Bild von Jimmy und Paddy und ich weiß, ich und kein anderer Fan kann Paddy helfen, doch sein Glaube und seine Familie können es, sie werden ihm Kraft geben, da bin ich mir sicher...

© Maren
(Lieben Dank!)


Note Both Bar

Last update: 18/09/2004

(Online since: 18/09/2004)


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