Nach einem absolut genialen Bon Jovi Konzert am Abend vorher, ist es gar nicht mal so einfach Morgens früh aus dem Bett zu kommen. Aber der Wecker klingelt um 8:00 Uhr in der früh gnadenlos, und somit hilft alles nix. Also aufgestanden, fertig gemacht, und los nach Essen zur YOU.
Schließlich kam dieser kurzfristige Termin - ein Auftritt von Paddy Kelly auf der Jugendmesse - wie gerufen. :-) Haben wir uns nicht schon genug geärgert, dass wir nicht beim Kirchentag in Berlin dabeisein können? Und nun Paddy 2x innerhalb von 1 Woche sehen... Spitzenmäßig!!! *smile* (Anmerkung: Am letzten Sonntag waren wir bei der Ausstellungseröffnung Trees for Peace - ebenfalls in Essen - dabei!)
Der Zug ist gerammelt voll, und das auch noch bei der Hitze. *uff* So bin ich froh, als ich endlich in Essen ankomme, und mich dort mit meiner Freundin treffe. Schnell (oder auch nicht... *ohweh*) noch ne Karte im Vorverkauf für sie gekauft (damit sie auch kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann), dann noch Geld abgeholt, und auf geht's zur YOU. Wir sind immer noch total k.o. vom Tag vorher, und mit den Gedanken bei einer total anderen Band, und alles andere, als bei Paddy Kelly.
Um 10:30 Uhr kommen wir endlich dort an. Immer noch pünktlich, denn laut der VIVA Internetseite, beginnt das Musikprogramm erst um 11:00 Uhr. Und dass Paddy direkt als erstes auftreten wird, ist sowieso unwahrscheinlich. Wie soll er schließlich so schnell von Berlin nach Essen kommen? Und direkt nach dem Konzert gestern Abend irgendwo in der Nähe von Berlin wird er wohl auch nicht gekommen sein...
Also rein in die Halle (sogar direkt schon die, mit der VIVA Bühne), und erstmal umgeschaut. Überall nur Kiddies (Klar eigentlich, ist ja auch ne Jugendmesse, nä!? *lol*), und die Lautstärke ein wenig zuuuu laut für unsere noch vom Vorabend strapazierten Ohren. Ein nettes Wort mit den Technikern gewechselt, und schon haben wir in Erfahrung gebracht, dass Paddy erst gegen 17:00 Uhr auftreten wird. Na super, da hätten wir ja auch noch ein wenig länger schlafen können!
Aber wenigstens wissen wir jetzt, wo wir dran sind, und müssen nicht den halben Tag nur vor dieser einen Bühne verweilen, um den Grund unseres Kommens nicht zu verpassen. Also machen wir uns mit einem unguten Gefühl auf den Weg, die Messe zu erkunden. Und unser Gefühl wird im Laufe der Stunden, die wir dort verbringen, nicht besser. Alles nur überfüllte Hallen, und laute Musik, dass man gar nicht weiss, wo einem der Kopf steht. *puh*
Einziger Lichtblick: die Jugendkirche, wohin wir uns auch direkt flüchten! ;-) Endlich mal Ruhe. Echt angenehm! Im Hintergrund läuft christliche Musik, aber alles in gemäßigter Lautstärke. Herrlich! Wir schauen uns in Ruhe den Stand an, und setzen uns dann ins Café, um erstmal gemütlich was zu Essen und zu Trinken. Danach begeben wir uns in die Chill-Out-Zone, wo uns direkt ein netter Mitarbeiter in ein Gespräch über Gott und die Welt verwickelt, und echte Probleme bekommt, bei unseren Antworten, seinen Fragebogen auszufüllen. *hihi* Nichts desto trotz, eine nette Abwechslung, und die Couch ist auch sehr gemütlich! *g*
Den restlichen Tag verbringen wir damit, uns durch die Menschenmassen zu kämpfen, oder außen an den Hallen vorbeizugehen, kurz am Backstageeingang halt zu machen, und zu sehen, wie sich einige Leute regelrecht um Autogramme von irgendwelchen Stars, die wir noch nichtmal kennen, kloppen.
Zwischendurch schauen wir uns noch Mia von Gute Zeiten, Schlechte Zeiten auf der VIVA Bühne an, die 4 Songs zum Besten gibt, und mit Abstand zu den anderen Acts auf jeden Fall zu ertragen ist. :-) Danach machen wir uns wieder auf den Weg zum Café der Jugendkirche, wo es nun gar nicht mehr so ruhig ist, weil ein kleines Programm auf dem Plan steht. Naja, ob wir nun hier vollgedudelt werden, oder irgendwo anders, spielt nun auch keine Rolle mehr. Hier ist das Feeling wenigstens ein anderes. Nicht überall diese nervenden Teenies, die nur Unsinn im Kopf haben, wie z.B. das Werbe-Deo überall versprühen. *hust*
So essen und trinken wir also wieder was, und blättern in der Street Bible herum, ein Geschenk der Jugendkirche. Reden über Gott und die Welt, und fragen uns zum x-ten Male, wie Paddy uns nur das antun konnte. Es war die reinste Folter, hier den ganzen Tag auszuhalten - für ihn!
Gegen kurz vor 16:40 Uhr machen wir uns also wieder auf den Weg zu Halle 12 und bekommen noch den Schluß vom Act vorher mit. Danach verteilen die Moderatoren Eis, und als es heisst, dass nun als letztes noch Paddy Kelly auftritt, geht ein Raunen durch die Menge, und im Nu verschwinden sehr viele. Naja, und soll's recht sein, denn auf welche, die nur dableiben, um Stunk zu machen, können wir gut und gern verzichten.
Es stellt sich eh die Frage: Wie kommt Paddy hier an? Schließlich sind hier sehr viele Jugendliche, und da gibt es sicherlich einige, die die Kelly's absolut nicht leiden können. So hoffen wir inständig, dass er nicht von vielen Seiten ausgebuht wird, und dass wir seinen Auftritt - übrigens seinen 1. Solo-Auftritt für uns - genießen können.
Von unserem Platz, ein wenig hinter der Menge, die sich vor das Absperrgitter drängt, stehen wir schön locker, und haben gute Sicht auf die Bühne und die beiden Monitore, die das Geschehen auf der Bühne vergrößert darstellen. Ein Schlagzeug kommt von hinten herausgefahren, und auch ein Keyboard wird aufgestellt. Dann geht alles ganz schnell, und plötzlich steht Paddy mit seiner Band auf der Bühne. *freu*
Nun stellt sich unweigerlich für uns die Frage: Schuhe, oder keine Schuhe, bzw. Sandalen, oder keine Sandalen. *gb* Leider sind wir zu klein, um seine Füße sehen zu können, also muss ein Sprung in die Höhe, die Antwort auf die Frage liefern. Eindeutig: Sandalen. Dazu hat er noch eine bräunliche kurze Cargo-Hose, und sein schwarzes T-Shirt mit der weißen Nonne drauf an.
Er beginnt seine Performance mit "Money making machine" - eine gute Wahl, wie ich finde, denn es rockt! Uns hält zumindest nichts mehr still, auch wenn uns einige Leute dämlich anschauen, weil wir mitmachen, und mitsingen. Was uns sofort auffällt: Paddy's Arme sind mit Edding vollgeschmiert, und ein Blick auf die Leinwand bei einer Großaufnahme seiner Arme zeigt, dass kreuz und quer was draufgeschrieben ist. Au weia. Was genau, können wir allerdings nicht erkennen.
Danach kündigt Paddy ein Lied von seinem aktuellen Album an. Also echt? Sind nicht alles Songs von seinem aktuellen Album? *g* Naja, egal, es folgt jedenfalls "Search for Truth". Und nach diesem Lied gibt's beim Applaus schon wesentlich weniger "Buuuuuh"-Rufe, als vorher. Er stellt seine blaue Gitarre zur Seite, die übrigens eine gerissene Saite hat, und bückt sich. Aha, jetzt kommt, was kommen musste. *lol* Der Herr von und zu Kelly nestelt an seinen Schnallen herum, schmeisst seine Sandalen zur Seite, und bestreitet den Rest seines Programms barfuß.
Es folgt "Knick-Knack-Paddy-Wack", bei dem Paddy regelrecht austickt. Er läuft und hüpft wie verrückt über die Bühne (Typisch Ire! *lol*), schnappt sich eine Wasserflasche, und spuckt mehrfach eine Fontäne in die Höhe. Irgendwann ist's überall schon so naß, dass er beinahe ausrutscht, und hinfliegt. Er verdreht die Augen, und macht gekonnt seine Show weiter. Irgendwann lässt er sich vorn an der Bühne auf den Rücken fallen, und baumelt mit den Beinen in der Luft. Einfach verrückt der Kerl! *lol*
Nach dieser Aktion war natürlich die ganze Wasserflasche leer, und Paddy hatte Durst. Also eben per Handzeichen andeuten, dass er gern eine neue hätte, und weiter geht's im Programm. Nun kündigt er etwas rockiges an: "No fuzz, no buzz, back to Rock 'n' Roll". Unsere Stimmung ist echt super, und wir könnten ihm ewig zusehen. *g* Ich weiss nicht, ob es bei dem Lied war, oder vielleicht doch schon vorher... (Verzeiht mir, wenn ich Fehler im Ablauf mache, aber sooooo gut ist meine Gedächtnis dann doch nicht, vor allem, bei der Hitze.)
Jedenfalls verschwindet Paddy irgendwann im Graben, und wir können nur noch auf der Leinwand verfolgen, dass er das gesamte Gitter abgeht und Hände schüttelt. Ziemlich lange bleibt er unten, und selbst die Kameraleute haben Probleme ihm zu folgen. Als ihm ein gelber Ballon vor die Füße gerät, lässt er es sich natürlich nicht nehmen, gegen zu treten. Der Ballon prallt vor ihm an der Bühne ab, trifft seinen Kopf, und landet dann auf der Bühne. Ungewollt gekonnt würde ich sagen. *lol*
Die "Buuuuh"-Rufe werden mit der Zeit übrigens immer weniger, und die ganzen Fans jubeln nach jedem Lied. Danach Paddy kündigt seine derzeitige Single "When you sleep" an, und erwähnt, dass es der vorletzte Song seines Auftritts wäre. Er singt das Lied mit viel Gefühl, und schreitet mit halb geschlossenen Augen nach vorn, um dort im passenden Augenblick stehen zu bleiben. Wir stehen einfach nur da und schauen ihm zu. Einfach zu schön!
Danach sagt er, dass er das Beste für den Schluss aufbewahrt hat, und uns ist klar. Jetzt wird "Pray Pray Pray" kommen! :-) Leider nicht in dieser wunderschönen Akkustik-Version wie in Belgien (Wozu hatte er schließlich seine Band mit?), aber man kann ja nicht alles haben. :-( Wir sind fast die einzigen, die die ganze Zeit über mit klatschen (zumindest in den hinteren Reihen). Und daran gewöhnt, dass wir schief angeguckt werden, haben wir uns eh schon. Denn wenn wir schonmal Paddy Kelly Solo erleben dürfen, dann auch direkt richtig! Sollen die ruhig gucken, solange wir unseren Spaß haben... ;-) Das ist doch die Hauptsache! Und Spaß haben wir allemal! *smile*
Leider ist nach diesen 6 Liedern auch schon alles vorbei. :-( Paddy bedankt sich nochmal, verbeugt sich mit der Band, und alle "Zugabe"-Rufe, die es gibt, müssen leider ignoriert werden. Schnell holt er noch seine Gitarre, sammelt seine Sandalen ein, und nimmt die Fan-Geschenke, die er bekommen hat, und verschwindet hinter der Bühne.
Und wir stehen einfach nur da, und können es immer noch nicht fassen. So kurzfristig, wie der Termin bekannt wurde, so endlos wie der Tag sich langgezogen hatte, so schnell war auch Paddy's Auftritt an uns vorbei gezogen. :-( Aber eins ist sicher: Schön war's!!! :-))) Und wir hätten bitte mehr davon!!! ;-)
© me Simone (Binky)
Last update: 01/06/2003
(Online since: 01/06/2003)
Zurück zur Konzertberichteseite
Back to concertreviews
|