Bietigheim, 30. Dezember 2001
Schon seit ner ganzen Weile wussten wir, dass Joey an diesem Tag nach Bietigheim zu einer Laufmesse kommen würde. Lange haben wir hin und her überlegt, ob wir hinfahren sollen. Da es direkt bei uns um die Ecke liegt (20 Autominuten) haben wir also doch beschlossen uns dies mal anzusehen.
Als wir an der winzigen Halle ankamen, war kaum was los. Irgendwelche Kelly Fans waren erst einmal überhaupt nicht zu sehen. Erst waren wir am zweifeln, ob wir hier überhaupt richtig waren. Aber als wir dann die Halle betraten, waren wir uns sicher. Der Moderator auf der "Bühne" erzählte gerade was von Joey Kelly, von wegen er würde gegen 16 Uhr 20 kommen. Na super. Es war gerade 16 Uhr. Was für ein Timing!
Alex und ich stellten uns direkt vor das "Bühnchen", die höchstens 2x2 Meter breit war. Die Halle selbst war auch winzig klein, sagen wir mal 20x10 Meter? Also wirklich nicht sehr groß. Der Moderator meinte, dass bereits eine Gitarre für Joey bereit stünde, aber er noch nicht wüsste, dass er auch Musik machen sollte. Alex und ich waren uns sofort einig, dass Joey ganz sicher keine Songs spielen würde. 1. war das nicht seine Gitarre, und 2. glaube ich kaum, dass er je ohne seine Geschwister spielen würde.
Nach und nach wurde die Halle doch mit Fans gefüllt. Doch das störte uns überhaupt nicht. Wir hatten unsere Plätze in der ersten Reihe. Und das ganz ohne Absperrung!
Dann, es war bereits kurz vor halb fünf kündigte der Moderator Joey an, und er stiefelte auf die Bühne. Ein Blitzlichtgewitter brach herein. Ich glaub ich war die einzigste in den ersten paar Reihen, die nicht fotografiert hat. Aber ich fühlte mich wohl dabei. Der Moderator fing an Joey Fragen zu stellen. Ich musste schmunzeln. Dieser redete nämlich in tiefst breitem schwäbischen Dialekt. Joey schaute ihn mehrmals irritiert an.
Ich glaube es war bei der zweiten Frage, als plötzlich Joey's Handy klingelte. Natürlich brach ein schallendes Gelächter aus. Mit geröteten Wangen stellte er das Gebimmel schließlich ab. Es wurden viele Fragen über seinen Sport gestellt. Auch erzählte er ganz stolz von seinem Bruder Paaaddy, der ja auch jetzt so fleißig läuft. Immer wenn er von ihm sprach, klopfte mein Herz ein paar Takte schneller. Es hörte sich aber auch zu witzig an, wie er den Namen aussprach. Paaaaddy, mit so langgezogenem A.
Zu unserer Freude teilte er uns mit, dass er am nächsten Tag zusammen mit seiner Frau Tanja beim Silvesterlauf teilnehmen wird. Der Lauf ging 2 Runden und betrug insgesamt knappe 14 Kilometer. Zum Schluss wurde er gefragt, wie lange er dafür brauche. "Ich lauf ja mit meiner Frau, also langsam, dann etwas weniger als 1 Stunde." Ich fand es total süß, dass er sich so zurückhält.
Nach dem Interview gabs noch Autogramme, die er auf Trinkflaschen schrieb.
Anschließend fuhren Alex und ich wieder nach Hause. Aber für uns stand fest, dass wir am nächsten Tag wieder kommen werden.
Bietigheimer Silvesterlauf, 31. Dezember 2001
Der Lauf sollte gegen 14 Uhr 30 starten. Kurz 14 Uhr kamen wir in Bietigheim an. Wir parkten mein Auto und liefen in Richtung Start/Ziel. An diesem Tag war es wirklich ar...kalt. Und schnell stellten wir fest, dass wir nicht genügend zum Anziehen dabei hatten.
Am Start war schon einiges los. Hier wimmelte es nur so von Läufern. Tja, ob wir da wohl Joey und Tanja erkennen würden? Denn viele hatten ebenfalls gelbe Posttrikots an. Wir hatten beschlossen uns an einen ruhigeren Platz zu stellen.
Kaum waren wir ein paar Meter gelaufen, kamen uns Joey und Tanja entgegen. Ganz alleine. Beide hatten sie das gelbe Posttrikot an, Joey eine Kurze (!) Hose, Tanja dagegen eine Thermohose. Joey hatte noch Cap auf. Ich sah Tanja zum ersten Mal "live". Und ich war überwältigt von ihrer Schönheit.
Die Beiden liefen in Richtung Start, und wir suchten uns wie gesagt ein ruhiges Plätzchen. An einer geraden Strecke machten wir halt. Weit und breit standen hier außer uns keine Zuschauer. Auch von Fans war die ganze Zeit nichts zu sehen. Denen war wahrscheinlich doch allen zu kalt. Und dann sahen wir die Läufer auch schon von weitem auf uns zu kommen. Suchend gingen wir alle Gesichter durch, bis wir die Beiden sahen. Ganz dicht liefen sie an uns vorbei. Da hier eine kleine Steigung war, waren sie alle am keuchen. Joey sah fit wie nie aus, aber Tanja hatte schon zum Schnaufen. Trotzdem hatte sie die Kraft uns zu zulächeln, als wir sie anfeuerten.
Nachdem alle Läufer an uns vorbei waren, liefen wir ein paar Meter zurück, an eine Stelle, wo die Läufer ebenfalls vorbei kamen, da sie ja eine Schlaufe liefen. Wieder lächelten die Beiden uns zu. Und als sie vorbei waren liefen wir wieder an die Steigung, und das Spiel wiederholte sich. Doch dann wollten wir die Beiden auch noch ein letztes Mal wieder sehen, und liefen wieder an die andere Stelle. Von Weitem sahen wir die Beiden wieder.
Doch halt, was war das? Joey und Tanja bogen doch tatsächlich an einen Baum ab. Ging es Tanja nicht gut? Nein, ihr schien es blendend zu gehen. Wir beobachteten, wie Joey etwas zu Tanja sagte, und sie dann weiterlief, ohne ihn. Nanu? Und jetzt sahen wir auch warum. Joey musste doch tatsächlich mal für kleine Jungs (es sah zumindest danach aus!). Wenige Minuten später kam er aber im Eilschritt an uns vorbei gejoggt, und holte seine Frau ein.
Ans Ziel wollten wir dann doch nicht mehr gehen. Unsere Füße spürten wir überhaupt nicht mehr, daher beschlossen wir, gleich wieder nach Hause zu fahren. Obwohl wir sicherlich am Ziel noch ein paar nette Worte mit den Beiden wechseln hätten können. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis. Und Joey und Tanja sind so ein schönes Paar.
Joey ist ein so lieber und geduldiger Mensch. Und ich stehe voll auf seiner Seite, was er da vor Kurzem mit einem "Fan-Auto" gemacht hat. Das sind doch keine Fans! Die sind doch nicht mehr ganz richtig im Kopf. Was wollen die denn noch? Die Kellys geben uns doch so viel mit ihrer Musik. Muss man sie deshalb immerzu verfolgen, und ihnen ihr Privatleben nehmen? Nein, tut mir leid, aber für diese Art von Fans habe ich absolut kein Verständnis. Joey, das hast du ganz richtig gemacht!!!