Joey Kelly im OZ-Gespräch

 

Ostsee-Zeitung (Mai 2000)

"Ich hoffe, ich werde ein guter Vater"

Rostock (OZ) Er singt, spielt Gitarre, ist ein Spitzensportler, gehört zu den "Kellys". Am 3.Juni ist er beim Boulevardfest der OSTSEE-ZEITUNG dabei: Joey Kelly (27). OZ stand er vorab exklusiv Rede und Antwort.


Ostseezeitung Mai 2000

OSTSEE-ZEITUNG: Die Rostocker erinnern sich noch gut an die "Kellys" beim Drachenfest der OZ. Was und wie sind Deine schönsten Erinnerungen an Rostock?

Joey Kelly: Warnemünde. Jeder von uns liebt Warnemünde. Und das Drachenfest war immer gut. Meistens war es saukalt, stürmte. Es gab aber auch schöne Tage. Wir haben im Zelt hinter der Bühne, die vorm Hotel Neptun stand, geschlafen. Und da war der Strand. Wenn Du morgens aufgestanden bist, war alles still, nachmittags kam der Trubel. Wir haben alle gute Erinnerungen an Warnemünde.

OZ: Wirst Du Dir Rostock mal wieder anschauen, wenn Du jetzt herkommst? Habt Ihr vielleicht hier noch Freunde, die Ihr treffen werdet?

Kelly: Ja, wir haben Freunde. Den ehemaligen Warnemünder Bürgermeister und seine Kinder. Wir kennen sie schon seit zehn Jahren, treffen sie. Rostock werde ich mir, ehrlich, nicht anschauen. Ich komme an dem Tag leider sehr spät an, nach dem Konzert müssen wir gleich weiter. Aber ich kenne Rostock sehr gut, den Hafen, die Stadt, bin ja früher auch abends oft bei Euch ausgegangen.

OZ: Du gilst als Spitzensportler, hast allein acht Mal in zwölf Monaten an Ironman-Wettbewerben teilgenommen. Außerdem bist Du Tourmanager der "Kellys". Wie bringst Du Musik und Sport unter einen Hut, was gibt Dir Dein Sport?

Kelly: Er gibt mir Kraft, Gesundheit, Motivation, führt mein ganzes Leben in eine Richtung, die mir gefällt. Ich liebe es, diese Wettbewerbe zu besuchen. Das Harte an diesem Sport ist das Traning – sechs Tage die Woche mindestens – das Dranbleiben. Oft gehe ich nach einem Konzert laufen, morgens fahre ich Rad und schwimme. Es ist nicht einfach, aber es geht. Ich hab's bewiesen. Das ist alles eine Frage dessen, was man will.

OZ: Wann steht der nächste Wettkampf an?

Kelly: Der letzte war am vergangenen Wochenende, der nächste ist in sechs Wochen. Es sind die Ironman-Europameisterschaften, hier in Deutschland. Ich bin zum vierten Mal dabei und hoffe, dass ich meine Zeit verbessere. Das Training läuft gut, und ich habe jetzt noch sechs Wochen, die ich hart durch ziehen werde.

OZ: Du spielst Gitarre, Du singst. Was ist Dir wichtiger?

Kelly: Also, in der Musik ist alles eins. Gitarre und Gesang haben, das hoffe ich, eine Ebene. Ich spiele nebenbei auch Congas, Baßgitarre, Percussion. Aber Gitarre und Gesang. . .

OZ: Hast Du vor, wie Deine Schwester Kathy ein Solo-Album zu veröffentlichen?

Kelly: Momentan überhaupt nicht, gar nicht. Ich glaube auch nicht, dass ich das machen werde. Ich habe genug an meinem Sport, meiner Musik, meiner Arbeit. Ich produziere Videos, wie zum Beispiel das Ironman-Video. Dokumentationen über Sport, das ist mein Ding. Weihnachten kommt ein neues Video heraus. Ja, und das ist halt für Leute, die sich dafür interessieren, nicht so für die große Masse.

OZ: Welche Musik hört Joey Kelly privat?

Kelly: Sehr viel. Klassisch bis Rock. Im Klassikbereich zum Beispiel Pavarotti. Ich mag seine Stimme, seine Stärke. Es gibt super viele Bands, die ich total mag, mir angucke, von denen ich lerne. Und Bruce Springsteen lieben wir alle. Ich finde auch, Roxette schreiben super Songs. Ist zwar nicht mein Stil, aber ihre Songs sind sehr gut.

OZ: Ein normaler Tag. . .?

Kelly: Ich stehe morgens auf, meist kurz vor Acht, arbeite bis mittags im Büro, gehe dann trainieren, nachmittags ist die Musik dran, dann wieder Büro. . . Da gibt es sehr viel Arbeit, weil ich die Konzerte, das Touring organisiere. Ja, und dann möchte ich Zeit für meine Familie. Beide, meine eigene und meine andere. (Anm. d. Red.: Joey lebt mit seiner Frau nicht auf Schloss Gymnich, dem Wohnsitz der "Kellys")

OZ: Du wirst Vater. Was bedeutet das für Dich?

Kelly: Unser Kind, ein Junge, kommt im Sommer. Aber schon jetzt fängt man automatisch an, anders zu denken. Ich kann's nicht beschreiben, aber ich freue mich. Ich hoffe nur, dass das Kind gesund ist und ich ein guter Vater sein werde. Es ist komisch, aber auf einmal hat man noch mehr Grund das zu tun, was man tut. Ich wusste auch vorher, wofür ich etwas mache, aber jetzt noch viel mehr.

OZ: Stichwort Mädchenschwarm - bist Du einer?

Kelly: Nee, nein. Ich hasse den Spruch, das hört sich so boyband-mäßig an. Also gut, ich denke, Paddy und Angelo sind so ein bisschen Mädchenschwarm, aber ich bin ja schon etwas älter.

OZ: Wer hat Dich geprägt – musikalisch und als Mensch? Was oder wer ist Dein wichtigster Bezugspunkt?

Kelly: Eine schöne Frage. Ich glaube, das hat mich noch niemand gefragt. Es ist so, meine Mutter starb, als ich neun Jahre alt war. Das ist ein Alter, wo man seine Mutter noch sehr braucht. Sie war immer für mich da, sie hat sich für uns gegeben, sich selbst vergessen. Davor habe ich sehr viel Respekt, ich halte sie sehr hoch. Auch unser Vater hat sehr viel getan für uns.


(Danke an Mandy!)

 

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Last update: 29/05/00

(Online since: 29/05/00)

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