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Familie & Co.
Als ich ein Kind war Gib zehn - nimm eins, hat mein Vater gesagt Musiker, Manager, Triathlet - Joey Kelly gönnt sich selten eine Pause. Das achte Kind der zwölf Kelly-Geschwister ist gerade selbst Papa geworden. Hier erzählt er, was ihm seine Familie bedeutet und wie's beim ersten Kuss war Joey Kelly Sie haben sechs Brüder und fünf Schwestern. Wären Sie lieber Einzelkind gewesen? Bloß nicht. Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Für mich war es immer super, so viele Geschwister zu haben, Mensch, das bildet doch auch! Gabs denn nie Streit? Und ob. Aber solche Rangeleien sind ja auch gut fürs Durchhaltevermögen. Wie das? Na, wir waren ja mal sehr arm. Und wenn man aus keiner reichen Familie kommt, da muss man gegen seine Geschwister schon beim Essen mithalten. Heute muss ich darüber lachen, wenn ich an diese kleinen "Kämpfe" denke. Haben Sie einen Bruder oder eine Schwester besonders gern? Mit meinem Bruder Jimmy war ich immer ganz dicke. So bis 13 oder 14. Dann war irgendwie Pause. Jetzt sind wir seit ein paar Jahren wieder das super Team. Und Barby ist meine Lieblingsschwester. Erst hab ich die immer geärgert. Aber als ich dann so 12 war, hab ich gemerkt, was für ein tolles Mädchen sie ist. Wer war Ihnen als Kind noch wichtig? Hatten Sie einen Helden, jemand, den Sie bewundert haben? Und ob! Bruce Lee! Ein Wahnsinnstyp! Mit Jimmy hab ich den immer nachgespielt. Diese Power und Schnelligkeit, wir Jungen waren hin und weg von dem. Mit dem Ergebnis, dass Sie sich gern geprügelt haben? Zeigen Sie mir mal die, die das nicht mit Ihren Geschwistern machen. Aber: Schläge waren strikt verboten. Da wurde unser Vater ziemlich ungemütlich. Was ist das Wichtigste, das Sie von Ihren Eltern gelernt haben? Respekt, Höflichkeit und Achtung vor der Arbeit anderer. Und sie haben uns gezeigt, wie wertvoll eine Familie ist. Einfache, gute Prinzipien. Mein Vater hat auch immer gesagt: "Gib zehn und nimm eins. Nicht der, der den schnellen Weg nimmt, kommt zum Erfolg, sondern der, der hart daran arbeitet und sich Menschlichkeit bewahrt." Sie sind gerade selbst Vater geworden. Was wollen Sie Ihrem Sohn mit auf den Weg geben? Ich hoffe, ich kann ihm so viel geben wie meine Eltern mir. Es sind einfache Werte wie Höflichkeit und Respekt, die einen guten Menschen ausmachen. Sie sind Musiker und Sportler - welchen Weg soll ihr Sohn gehen? Das muss er selbst entscheiden. Klar helfe ich ihm, wenn er ein Instrument lernen will. Ich freu mich aber genauso, wenn er später irgendeinen Sport macht, Hauptsache, ihm machts Spaß. Und wie wars bei Ihnen - wollten Sie immer schon Musiker werden? Gansz ehrlich: ja! Das Kuriose ist nur, dass ich durch die Musik und den Erfolg auch viele andere Jobs kennen gelernt habe: Produzent, Manager und Buchhalter, Musiker ist ein toller Beruf! Sie sind aber auch ein erfolgreicher Sportler geworden ... Durch eine Wette. Meine Schwester Patricia hat gemeint, ich schaffe einen Kurzdistanz-Triathlon nicht. Ich bin angekommen. Das wars erst einmal. Doch dann kamen wieder diese Bilder in meinem Kopf, von der Anstrengung und dem tollen Gefühl, es geschafft zu haben. So bin ich am Laufen hängen geblieben. Was gibt Ihnen Ihr Sport? In erster Linie Gesundheit, Kraft, Ausdauer, Disziplin und nach der Anstrengung die totale Entspannung. Waren Sie denn schon als Kind sehr sportlich? Ich habe Fußball gespielt und so. Aber nie im Verein. Kraft habe ich durchs Arbeiten bekommen. Wir hatten ein Zirkuszelt, da war ich immer beim Auf- und Abbau dabei. Das war nicht nur gut für den Körper, ich habe dabei auch gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Dafür bin ich meinen Eltern ewig dankbar. Was haben Sie sich früher am meisten gewünscht? Ich weiß nicht. Vielleicht war da immer im Hinterkopf, dass es uns einmal gut geht. Heute wünsche ich mir, dass mein Sohn und meine ganze Familie gesund sind und bleiben. Mal etwas anderes: Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Kuss? Oh nein, nicht diese Frage. Ja, ja, gut ich war 16 und sie auch. Sie hat den Anfang gemacht. Nach dem Kuss bin ich schnell mit rotem Kopf weggerannt. Mann, hab ich mich blöd angestellt. Das Mödchen hab ich übrigens nie wieder gesehen. Glauben Sie an die große Liebe? Die Liebe für immer - ich hoffe, es gibt sie. Ich denke jetzt nur eins: Ich habe eine tolle Frau, die ich unheimlich liebe, und ein süßes Kind. Ich nehme all diese guten tage und hoffe, dass es immer so bleibt. Interview: Steffen Gippner (Mandy T., vielen lieben Dank für Deine Mühe!) |
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Last update: 01/09/00
(Online since: 01/09/00)